Aug 18 2006
Datenkrake ICQ
Seit 10 Jahren gibt es ICQ – bereits seit 8 Jahren gehört der weltweit beliebteste Messenger-Service inzwischen zu AOL, die das Potential des “Instant Messaging” früh erkannt haben.
Wer das nicht kennt: Instant Messaging (IM)bedeutet, dass man sich – ähnlich wie per Email oder SMS – Textnachrichten schreibt, diese werden dann blitzschnell übertragen und es entsteht eine Art Chat zwischen zwei Personen. Unverzichtbarer Bestandteil eines “Instant-Messengers”, so nennt man die Software, die zu dieser Form der Kommunikation unbedingt nötig ist, ist eine Liste mit gespeicherten Kontakten. Hier sieht man, welcher seiner Kontakte zur Zeit Online ist, wer keine Zeit, wer nicht gestört werden will usw. Diese und andere Statusmeldungen kann jeder auch für seinen eigenen Kontakt je nach Bedarf einstellen.
Neben ICQ gibt es noch weitere bekannte IM-Standards, wie z.B. MSN (Windows-Messenger), AIM (Aol, mittlerweile kompatibel zu ICQ) oder Yahoo, um nur die größten zu nennen.
Alle diese Standards haben eines gemeinsam: Sie gehören stets einer einzigen Firma, die sie allein weiterentwickeln darf und die sowohl über die Nutzung des Standards als auch über die über alle Daten und Informationen, die über sie gesendet werden bestimmen darf.
So heißt es beispielsweise in den ICQ-Nutzungsbedingungen:
You agree that by posting any material or information anywhere on the ICQ Services and Information you surrender your copyright and any other proprietary right in the posted material or information. You further agree that ICQ Inc. is entitled to use at its own discretion any of the posted material or information in any manner it deems fit, including, but not limited to, publishing the material or distributing it.
Zusammenfassend übersetzt, erklären wir uns bei Nutzung von ICQ dazu bereit, dass ICQ von uns aus mit allem, was wir per ICQ an unsere Freunde und Bekannte übermitteln machen darf, was es will. Wir treten sämtliche Urheberrechte von allem was wir schreiben an ICQ Inc. ab.
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Genaugenommen dürften wir dass, was wir per ICQ mal geschrieben haben noch nichteinmal selbst anderweitig verwenden, also z.B. in eine Email kopieren. Sicherlich: Das wird man auch in den seltensten Fällen mal machen wollen – aber ist es nicht ein wenig gruselig, wenn einem das Recht genommen wird, seine eigenen Worte nicht mehr verwenden zu dürfen?
Dennoch stimmen Millionen von Nutzern diesen Regeln zu – wer liest sich schon Nutzungsbedingungen durch. Für eine ganze Generation ist die ICQ-Nummer bereits fast so wichtig wie die eigene Handynummer.
Doch die Nutzungsbedingungen dieses Weangebots legen die Vermutung nahe, dass bei ICQ und AOL irgendwo gigantische Rechner stehen, die sämtliche Chats mitschreiben und Archivieren, um sie irgendwann einmal auf die ein oder andere Weise zu Geld zu machen – sei es durch Werbemüll oder Weiterverkauf an wen auch immer.
Und was nun? Verzichten auf Instant Messaging?
Nein, natürlich nicht. Es gibt schließlich Alternativen – Yahoo und MSN haben zum Beispiel noch keinen derartigen Passus in ihren Nutzungsbedingungen. Und könnte sich das nicht jederzeit ganz schnell ändern? Ja, könnte es. Und darum möchte ich nun eine weitere Alternative ins Spiel bringen, die niemals derartige Probleme mit sich bringen wird.
Die Rede ist von “Jabber”.
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Jabber ist ein immer beliebter werdender offener Standard für Instant Messaging. Er erlaubt alle gängigen Funktionen wie Chatten, Chat-Konferenzen, Anzeigen des Online-Status oder Dateiübertragungen – kurz: All die Dinge, die ICQ groß gemacht haben. Doch Jabber gehört eben keiner Firma, jeder kann den Standard nutzen und seine eigene Software dazu schreiben.
Aus diesem Grund gibt es jede Menge Client-Software, die Opensource und kostenlos ist. Über sogenannte “Transports” lassen sich auch die alten ICQ-Kontakte (oder AOL/AIM, MSN, Yahoo etc.) weiterhin problemlos nutzen (auch wenn in dem Fall die Kommunikation weiterhin über die ICQ-Server läuft, mit allen oben genannten Konsequenzen) und das gesamte Handling ist dem von ICQ und anderen Messengern sehr ähnlich.
Eine gute Client-Software ist Pandion, der – wenn auch nicht Opensource – kostenlos ist und dazu noch recht leicht zu bedienen. Die aktuelle Version 2.5 ist gerade einmal 1,2MB klein und somit auch für Modem- und ISDN-Nutzer ohne Probleme in ein paar Minuten heruntergeladen. Eine ausführliche Anleitung finden Sie zum Beispiel hier. Ich werde vermutlich auch noch mal irgendwann eine an dieser Stelle schreiben.










