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Studie: Dosenpfand ist Unsinn

Posted on | Februar 13, 2007 | No Comments

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat sich laut Welt eingehend mit den Entwicklungen auf dem Verpackungsmarkt seit Einführung des Einwegs-Zwangspfandes im Jahr 2003 beschäftigt.

Damals führte Jürgen Trittin als Bundes-Umweltminister dieses Instrument ein, weil in drei aufeinander folgenden Jahren die “Mehrwegquote” unter 72% lag. Ein entsprechendes Gesetz hatte allerdings schon Umweltminister Töpfer 1991 mit der “Verpackungsverordnung“, die später von Umweltministerin Merkel nochmal erneuert wurde, initiiert. Für diesen Geniestreich dürfen also keinesfalls allein die Grünen die Lorbeeren für sich beanspruchen.

Jedenfalls hat laut GfK dieses “Dosenpfand” inzwischen dazu geführt, dass uns Konsumenten scheinbar egal ist, ob wir Einweg oder Mehrweg kaufen, weil eh überall Pfand drauf ist. Folge: Die Mehrwegquote im Jahr 2006 (phantastisch, was nicht alles statistisch erfasst wird) belief sich nur noch auf 32,6%.

Das deckt sich sowohl mit meinem persönlichen Konsumverhalten, als auch mit meinen Beobachtungen. Wenn ich die Flaschen so oder so irgendwann zurückbringen muss, dann kommt es mir nicht so richtig darauf an, ob ich nun zunächst 25 Cent oder 15 Cent pro Flasche zahlen soll – ich werd sie in keinem Fall zuhause einfach in den Müll werfen.

Ich hab schon häufiger in meinem Freundes- und Bekanntenkreis beobachtet, dass kaum jemand genau weiß wie das mit dem Pfand eigentlich ist. Worauf ist kein Pfand und kann ich Aldi-Flaschen auch bei anderen abgeben? Nun, Antworten aus erster Hand darauf findet man hier. Zum “Warum” steht da natürlich wenig, ist vielleicht auch schwer zu vermitteln.

Denn die Regelung scheint mir in sich nicht sehr logisch aufgebaut zu sein. Es kommt mir seltsam vor, dass z.B. Orangensaft von Aldi pfandfrei ist, stilles Wasser jedoch nicht. Sämtliche Milchprodukte sind Pfandfrei. Wein- und Schnapsflaschen in der Regel auch. Nicht dass mich das stören würde – es verwundert mich nur, gleichwohl ich da mal frech auf gewisse Lobbyinteressen tippen würde. Noch ein Rätsel: Warum ist auf Active-O2-Flaschen kein Pfand, auf konkurrierenden Produkten von z.B. Aldi dagegen schon? Weil weniger Sauerstoff drin ist…?

Das sind Fragen, die ich mir seit Einführung des Pfandes immer wieder gestellt habe. Jetzt, da ich weiß dass das Pfand sein Ziel komplett verfehlt, bzw. eigentlich völlig gegensätzliche Folgen hatte, bin ich fast versucht zu hoffen, dass man es dann am besten auch gleich wieder abschaffen sollte. Aber ich weiß ja, dass alles was irgendwie umweltfreundlich wirkt (egal ob das stimmt oder nicht) in der Bevölkerung oft einfach so hingenommen wird und nicht verstanden wird, wie gutgemeinte Regelungen keine ganz so guten Ergebnisse produzieren können.

Und so gibt es laut Welt-Artikel denn auch bereits verteidigende Stimmen aus dem Umweltministerium: „Ohne Pfand wäre die Mehrwegquote noch schneller zusammengeschrumpft.“ Na dann. Wenn diese Einwegverpackungen wirklich so schlimm sind (was ich sowieso nie ganz verstanden habe, immerhin haben wir doch extra dieses milliardenteure Recyclingprogramm namens “Duales System Deutschland” eingeführt, dass sich um so etwas kümmern sollte), warum werden sie dann nicht einfach verboten? Dann gibt es halt nur noch Mehrwegpfandflaschen, wenn die soviel besser sind (auch da habe ich so meine Zweifel, weil auch hier z.B. Reinigung und Rücknahmesysteme viel Geld, Energie und Verbrauchernerven kosten).

Nebenbei bemerkt: Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass diese Pfandregelung nicht dazu gedacht war, um mit irgendwelche erzieherischen Maßnahmen auf uns Getränkekäufer einzuwirken, sondern eher als so eine Art Strafsteuer für Leute, die ihren Müll nicht ordentlich entsorgen sondern einfach in die Gegend werfen.

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