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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Operation: Glühbirnendämmerung

Posted on | Februar 25, 2007 | 3 Comments

Bundesumweltminister Gabriel will laut Spiegel Online die “Glühbirne aus Europa verdrängen”. Als gelernter Elektriker ist man zwar versucht zu sagen, dass Birnen an Bäumen wachsen und es sich bei dem, was Gabriel meint auf jeden Fall um eine Glühlampe handeln müsste – aber ich will mal nicht so kleinlich sein.

traurigelampe.jpg

Ist es sinnvoll, herkömmliche Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen? Auf jeden Fall. Ihre Erfindung war zwar eine kleine Revolution, die Technik selbst ist aber inzwischen einfach überholt. Preisliche Unterschiede sind inzwischen oft nur ncoh minimal und die Faustregel, dass eine Energiesparlampe bis zu 10 Mal länger hält relativiert den geringfügig höheren Preis sowieso.

Es ist einfach so, dass eine Glühlampe die meiste Leistung, die sie verbraucht, in Wärme umwandelt. Ist ja auch kein Wunder, denn dass Prinzip der Glühlampe basiert nunmal ( – Überraschung…) das Glühen eines Drahtes. Alles was glüht bringt natürlich eine gewisse Helligkeit – jedoch immer im Verbund mit sehr viel Wärme.

Bei Energiesparlampen ist das anders, deren Funktionsprinzip entspricht dem der Leuchtstoffröhre. Die sind von Haus aus sparsamer, weil dort nichts glüht und somit auch kein kostbarer Strom unnötig übermäßig in Wärme umgewandelt wird. Das in der Lampe enthaltene Gas wird durch elektrischen Strom ionisiert und so elektrisch Leitend gemacht. Dieser Vorgang dauert einige Sekunden und wird von uns manchmal als kurzes Flackern oder verzögertes Einschalten wahrgenommen – je nach Lampe und je nach persönlicher Definition… Anschließend leuchtet das Ding jedenfalls, weil der eletrische Strom das enthaltene Gas zum Leuchten bringt.

Nachdem wir all das nun wissen (und ich unterstelle Mal, dass diese Fakten, zumindest jene zum Thema Effizienz und Sparsamkeit, vielen Menschen schon bekannt gewesen sein dürften bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe…), haben wir es jetzt noch nötig den Bundesumweltminister entscheiden zu lassen, dass wir Energiesparlampen zu nutzen haben, beziehungsweise dass wir herkömmliche Lampen eventuell gar nicht mehr kaufen können, auch wenn wir das wollen?

Eigentlich nicht. Mal abgesehen davon, dass der rechnende Mensch bereits heute – ohne staatlichen Druck – doch lieber zur sparsamen Variante greift, ist ein Verkaufsverbot einzelner Produkte – auch wenn sie technisch längst überholt sein mögen – kein Mittel, dessen sich die Politik bedienen sollte. Solcher staatlich organisierter Boykott einzelner Waren ist eine Bevormundung. Der Bürger/Kunde/Wähler wird ein weiteres Mal überflüssigerweise entmündigt – und das steht einer Regierung, die vorgibt einem freien Land vorzustehen, einfach nicht zu.

Aber Gabriel steht ja nicht allein mit einer solchen freiheitsfeindlichen Meinung: Die Grünen möchten ähnliche Regelungen auch gern für Kühlschränke oder Waschmaschinen einführen – hier gilt sicherlich das Gleiche, wie für Glühlampen. Auch bei anderen Geräten gibt es technische Innovationen, die die Geräte sparsamer machen und das ist auch gut so. den Verbraucher zwingen zu wollen, dass “richtige” Gerät zu kaufen geht aber zu weit und greift viel zu sehr in das Recht des Einzelnen ein.

Ich als potentieller Waschmaschinen-, Glühlampen-, Computer- und Sonstige-Geräte-Käufer will selbst entscheiden dürfen, was ich kaufe. Dabei gehe ich nach unterschiedlichen Kriterien vor und wenn die Politik will, dass ich ökologisch vernünftig einkaufe, dann soll sie meinetwegen standardisierte Angaben von Verbrauchswerten vorschreiben, so dass ich es einfacher habe zu vergleichen.

Alles weitere will ich selbst entscheiden können – auch wenn ich dann unter Umständen irgendwann doch mal aus versehen eine “Glühbirne” kaufe. Die “heizt” dann aber ja auch auf meine Kosten – nicht auf Herrn Gabriels.

Comments

3 Responses to “Operation: Glühbirnendämmerung”

  1. JuLis Harburg-Land » Blog-Archiv » Jetzt wird der Alkohol zur Sau gemacht!
    März 13th, 2007 @ 13:56

    [...] haben derzeit Hochkonjunktur. Woran liegt das? Natürlich an uns freien Menschen. Wir kaufen “Glühbirnen” statt Energiesparlampen, wir fahren auf Autobahnen schneller als 130 Kilometer in der [...]

  2. Marko
    Dezember 20th, 2007 @ 13:11

    Es gibt Sicherheitsstandards bei Geräten, die nicht verletzt werden dürfen. Ich hoffe, Du hast nichts dagegen. Warum soll es nicht auch Umweltstandards geben, die nicht unterschritten werden dürfen? Willst Du auch die Katalysator-Pflicht bei Autos wieder abschaffen? Die Umwelt ist nicht Dein Privatbesitz, und damit ist eine gewisse Einschränkung Deiner Entscheidungsfreiheit gerechtfertigt.

  3. Jan
    Dezember 20th, 2007 @ 15:25

    Ich belaste die Umwelt auch nicht mit CO2 (vorausgesetzt das wäre eine Belastung, was nach wie vor umstritten scheint), wenn ich ne Glühlampe benutzen würde. Wenn, dann sind es die Kraftwerke und mit Verlaub – für deren Ausstoß kann ich aber nichts.

    Gegen Sicherheitsstandards habe ich nichts, ob sie gesetzlich verbindlich vorgeschrieben werden müssen, nur weil mir die Regierung nicht zutraut selbst entscheiden zu können, was gut für mich ist, ist ne andere Frage. Kann man so machen – muss man aber meinetwegen nicht.

    Auflagen für Glühlampen wegen “Klimaschutz” haben mit Umweltschutz allerdings nichts zu tun sondern dienen in erster Linie als Konjunkturprogramm für die Hersteller.

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