Monatsarchiv für März 2007

Mrz 30 2007

Unbequeme Wahrheit?

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Auszug aus einem lesenswerten Interview mit einem Klimawissenschaftler in der schweizer Weltwoche, mit einigen besonders bemerkenswerten Stellen, die ich hier mal hervorgehoben habe:

Viele Interessengruppen haben den Klimawandel entdeckt. Jeder wird davon profitieren ausser die gewöhnlichen Konsumenten. Letztere müssen mit Propaganda zugeballert werden. Der Wissenschaftler profitiert, die Mittel haben sich mehr als verzehnfacht seit den frühen neunziger Jahren. Dann gibt es die Umweltbewegung, eine Multi-Milliarden-Operation, Tausende von Organisationen. Und die Schwierigkeit ist: Mit gewöhnlicher Luft- und Wasserverschmutzung kommen wir zurecht, das können wir beheben. Man braucht Probleme, die man nicht beheben kann. Der Klimawandel ist also attraktiv. Und die Industrie, von der man annimmt, sie sei gegen CO2-Massnahmen, sie profitiert auch. Sie ist vielleicht dagegen, weil es schon wieder etwas ist, das ihr Sorgen bereitet, auf das sie sich einstellen muss. Aber sie kann Geld damit machen, das weiss sie. Die grossen Firmen lieben den Klimawandel. Letztes Jahr habe ich mit jemandem des grossen Kohleproduzenten Arch Coal gesprochen. Er sagte, er sei für CO2-Massnahmen. Ich fragte ihn: Ist das Ihr Ernst, eine Kohlefirma, die CO2-Restriktionen will? Er sagte: Sicher, wir werden damit zurechtkommen, aber unsere kleineren Mitbewerber nicht.

Man soll bekanntlich nicht alles glauben was man liest. Aber ab und zu lohnt es sich, auch mal kontroversen Meinungen zuzuhören. Richard Lindzen, von dem das obige Zitat stammt, spricht zum Beispiel auch von möglichen finanziellen Motiven für Al Gores Kreuzzug gegen Klimawandel und alle die ihn bezweifeln (wer Zweifel in seiner Gegenwart äußert wird zum Beispiel schonmal des Saales verwiesen, statt dass argumentativ darauf eingegangen wird).

Nun ist Wikipedia sicher kein hochseriöses Medium. Wenn aber sogar in einem insgesamt eher Gore-freundlichen Artikel steht, dass er Vorsitzender einer Investmentfirma ist, “die sich u.a. auf den Kauf von Firmenanteilen im Nachhaltigkeitssektor spezialisiert hat,” dann sollte das zumindest mal zum Nachdenken anregen.

Wenn Al Gore als Lobbyist von Firmen, die mit dem aktuellen Klimawahn Geld verdienen durch die Weltgeschichte zieht und seinen Film zeigt, dann sollte doch jeder halbwegs kritische Mensch zumindest in Erwägung ziehen, dass der gute Mann nicht unbedingt nur das Wohl der Menschheit im Sinn haben könnte.

4 Kommentare

Mrz 29 2007

Weise Volksvertreter

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Politik

In der Bundestagsdebatte zum Thema “Patientenverfügungen”, die ich zufällig gerade verfolge, fallen immer wieder Sätze wie (sinngemäß und annähernd genau so gehört)

Muten wir den Bürgern ohne juristische oder medizinische Ausbildung nicht zuviel zu?

Natürlich kann nicht jedes niedere Objekt, dass im Volksvertretermund gerne “Wähler” genannt wird genauso intelligent sein wie unsere den Bundestag bildende gesellschaftliche Elite. Aber muss man deswegen in einer Live im Fernsehen übertragenen Debatte wirklich so auf die Kacke hauenvom hohen Ross herunter zu seinen Untergebenen reden?

Es ist wieder diese verquere Sichtweise einiger Politiker, die meinen sich in alles ungefragt einmischen zu müssen. Mit welchem Recht nehmen sich Abgeordnete eigentlich heraus, darüber zu bestimmen, ob ich selbst bestimmen darf, wann ich nicht mehr künstlich am Leben erhalten werden will?

Was geht es die Regierung an, ob ich gewisse Dinge, die ausschließlich mich selbst etwas angehen (vielleicht noch meine Familie und Freunde) regeln möchte oder nicht? Denn niemand muss eine solche Patientenverfügung verfassen.

Es mag an meiner liberalen Gesinnung liegen. Aber ich bin dafür, dass sich Politiker um Dinge kümmern sollten, die meine Stadt, meine Region, mein Land, Deutschland und Europa etwas angehen und sich so weitgehend wie möglich aus meinem Privatleben heraushalten. Und zum Privatleben gehört nunmal auch, dass ich allein entscheide ob, unter welchen Umständen und wie ich es beende. Basta.

Keine Kommentare

Mrz 29 2007

Für Literaturfans

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Auf der Suche nach einigen orwellschen Zeilen in Originalsprache stieß ich zufällig auf diese Seite aus Australien, die verschiedene Werke Orwells kostenlos zum Lesen und herunterladen anbietet. “The Online Books Page“, wie das Projekt heißt, bietet noch unzählige andere (natürlich in erster Linie ältere, klassische) Werke und Autororen ebenso kostenlos an. Eine Gute Sache, auch wenn es sich bei vielen der dort angebotenen Bücher durchaus lohnt sie sich auch in Papierform ins Regal zu stellen.

Ein wenig erinnert dieses Angebot an das deutsche Projekt Gutenberg, dass bedeutende deutsche Literatur kostenlos Online anbietet, sofern deren Copyright erloschen ist (das bedeutet, dass der Autor seit mindestens 70 Jahren tot sein muss).

Neben diesem Werbefinanzierten Projekt, dass vom Spiegel unterstützt wird, gibt es noch ein internationales Projekt Gutenberg, auf dass auch viele Links des oben genannten Verzeichnisses verweisen. In diesem Project Gutenberg sind derzeit nach eigenen Angaben 20.000 Bücher in unterschiedlichen Sprachen frei zugänglich.

Keine Kommentare

Mrz 29 2007

Thinkfree statt MS Office

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Mit Thinkfree gibt es eine kostenlose Online-Alternative zu Googles Online-Office, das wiederum alternativ zu fest installierten Office-Programmen wie das relativ teure Microsoft-Office oder kostenlose Alternativen wie das immer bekannter werdende OpenOffice.org (ich berichtete). Sieht brauchbar aus: Es lassen sich Dokumente, Tabellenkalkulationen und Präsentationen erstellen. 1GB Speicher ist inklusive und kostenlos ist der Service natürlich auch.

via

2 Kommentare

Mrz 28 2007

Kostenlose Online-Kleinanzeigen

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Regionales

In Amerika ist ein Projekt namens Craigslist schon lange ein fester Begriff in der Onlinewelt. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Art Pinnwand, wie man sie aus Supermärkten kennt: Von Goldfischen bis hin zur Hausaufgabenhilfe kann man dort kostenlos und privat Annoncen aufgeben. In Deutschland gab es bisher zum Beispiel den zu Ebay gehörenden Anbieter Kijiji, der hier einen ähnlichen Dienst anbietet.

Zufällig bin ich gerade auf einen weiteren solchen Service gestoßen, der sich allerdings auf die Metropolregion Hamburg beschränkt.

abendblatt_pinnwand_screenshot.gif

Noch ein wenig leer, aber das Angebot ist ja auch noch relativ taufrisch. Und da es sich um ein Angebot des Hamburger Abendblattes handelt, könnte sich das schnell ändern.

2 Kommentare

Mrz 27 2007

Sonntägliche seelische Erhebung

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Politik

Getreu dem alten Pfadfinder-Motto “jeden Tag eine gute Tat” (dass ich schon deshalb nur sehr sporadisch befolge, weil ich mit Pfadfindern noch nie was am Hut hatte) habe ich heute an einer Unterschriftenaktion zur Abschaffung des Sonntags-Auto-Wasch-Verbotes (das war allerdings nicht der offizielle Titel, glaub ich) teilgenommen.

Dass das überhaupt verboten ist, hab ich erst vor kurzem eher zufällig erfahren. Ich hatte nicht für möglich gehalten (naiv, ich weiss) dass bei uns selbst etwas so Nebensächliches wie der “richtige” Zeitpunkt fürs Autowaschen gesetzlich vorgeschrieben ist.

Nach der Unterschriftenaktion heute (es geht dabei wohl im Wesentlichen darum, die CDU davon zu überzeugen dass sich niemand durch das Autowaschen vom in-die-Kirche-gehen abhalten lassen würde, wie ich im ausführlichen Gespräch mit dem Waschplatzbetreiber erfuhr) wollte ich dann doch mal ein bisschen was zu den Hintergründen erfahren.

Die Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August 1919 sagt in Artikel 139

Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.

In unserem heute gültigen Grundgesetz steht, dass dieser Artikel aus dem dritten Abschnitt besagter Verfassung (“Religion und Religionsgesellschaften”) auch heute noch gilt.

Wenn also das Grundgesetz über den Umweg dieser uralten Reichsverfassung (wie beruhigend, dass auch dort schon dermaßen unwichtige Dinge drin stehen) Arbeitsruhe und seelische Erhebung befielt, dann kann man das natürlich so auslegen, dass Autowaschen erstens eine Arbeit ist und zweitens nicht bei jedem der “seelischen Erhebung”, was immer das auch sein mag, dient.

Nur: Wie erklärt man dass einem Polizisten, einer Krankenschwester, einem Feuerwehrmann? Oder einem Koch, Tankstellenpächter, Mc-Donalds-Mitarbeiter? Die Liste derer, die von staatlich angeordneter Ruhe und seelischer Erhebung ausgenommen werden, ließe sich noch fortsetzen.

Man mag mich für pingelig halten – aber sollte eine Verfassung nicht unabhängig vom ergriffenen Beruf für jeden gelten, der in deren Geltungsbereich lebt? Das würde natürlich eher die Streichung solcher unsinniger Artikel bedeuten, als Arbeitsverbote für zum Teil wirklich lebenswichtige Stützen der Gesellschaft (je nach persönlicher Vorliebe des Lesers meine ich damit etwa Kirchen, Arztpraxen oder Sportlerkneipen).

Und sollte im Interesse der Religionsfreiheit nicht jedem selbst überlassen sein, was ihn beruhigt oder ihm hilft seine Seele wohin auch immer zu erheben? Und wer dass für Blasphemie hält, der möge bei seiner Meinungsbildung unbedingt berücksichtigen, dass im christlichsten aller Länder, im Land des Papstes und im Land der ewigen absoluten Mehrheit für eine Partei mit Religionsbezug (ja, Bayern ist gemeint…) auch Sonntags Autos gewaschen werden dürfen.

Keine Kommentare

Mrz 27 2007

Ab wievielen Kameras spricht man eigentlich von einem “Überwachungsstaat”?

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Politik

Hier steht

Der durchschnittliche Brite wird jeden Tag rund 300 mal(!) von einer Überwachungskamera gefilmt.

ueberwachungsstaat_klein.jpg

Der eigentliche Aufreger in dem Artikel ist allerdings, dass einige Kameras in Lieschen Königs Reich ihre Untertanen sogar ausziehen können (rein optisch natürlich), weil sie im Terahertz-Bereich arbeiten. Scheint für einige Journalisten überraschend zu sein – mich persönlich hätte alles andere gewundert: Schließlich geht es doch darum böse Menschen zu erkennen und das geht leichter, wenn man sehen kann, ob sie z.B. Waffen tragen. Wer unbedingt Kameras haben will, der sollte daher auch mit solchen rechnen.

Kann man hier von einem Überwachungsstaat sprechen?

An wievielen Televisoren kamen die Protagonisten in 1984 eigentlich am Tag so vorbei?

Ist es nicht eine besondere Ironie, dass Orwell Engländer war und mit richtigem Namen Blair hieß?

Bildquelle via

Ein Kommentar

Mrz 26 2007

Fussball-WM 2014 kostet Gebührenzahler nur 150 Millionen Euro

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Das sind laut Spiegel (Nr. 13 vom 26. März 2007) immerhin 30 Millionen Euro weniger als ARD & ZDF für die WM 2006 GEZahlt haben.

150 Millionen Euro – alleine dafür müssen über 700.000 “Kunden” des staatlichen Pflicht-Pay-TV ein Jahr lang zahlen. Was Beckmann, Kerner, Beckenbauer, Delling, Netzer (oder wer immer 2014 noch zuständig sein mag) kriegen ist da noch nichtmal eingerechnet. Dafür bekommen wir aber natürlich auch satte vier (4!) Wochen lang die Fussball-Dauerdröhnung. Da muss die Grundversorgung dann halt schonmal etwas in den Hintergrund treten…

2 Kommentare

Mrz 26 2007

Eis – Eis – Baby!

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Freizeit

Wie hier bereits angekündigt, besiegten die Hoopter Eishockeyhelden auch in diesem Jahr die Mannschaft aus Fliegenberg. Ort der Partie war wie beim letzten Mal das Adendorfer Eisstadion, dass zu diesem Zweck für zweieinhalb Stunden angemietet worden war. Ort der Party im Anschluss war, ebenfalls wie beim letzten Mal, Wollis Clubheim.

Kurz zum Spielverlauf (der leider aufgrund meines Bierkonsums während der Partie und einige Unterbrechungen durch Telefonate und spektakuläre Unfälle ohne Gewähr bleiben muss): Bereits im ersten Drittel gelang es den Hooptern in Führung zu gehen. Im zweiten Drittel waren die Fliegenberger jedoch überraschend stark und schafften den Ausgleich. Daraufhin schienen die Hoopter im letzten Drittel wie beflügelt zu sein und eröffneten ein regelrechtes Schützenfest auf das Mückenhügler Tor, was einen rekordverdächtigen Endstand von NEUN zu vier zur direkten Folge hatte.

eishockey07.jpg

Glückwunsch und Respekt! Das war, wie beim letzten Mal, eine fulminante Show – auch wenn das Ergebnis unter Experten wie mir kein bisschen überraschend ist;)

Das Siegesfässchen Lüpi wurde wie geplant im Hoopter Clubheim gemeinsam mit beiden Mannschaften verbraucht, anschließend ging es für einige besonders unermüdliche Sportler (und Schlachtenbummler*) noch ins gute alte Romaris.

____
*einmal mehr mag der Leser dabei an einen unschuldig pfeifenden Blogschreiber denken.

Keine Kommentare

Mrz 26 2007

Polizei Amerikanisch

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Links

Humorvoll und leicht verständlich wird hier erklärt, wie das amerikanische Polizeisystem aufgebaut ist. Für mich als bekennender Föderalismusfan hochinteressant.

Für mich als Konsument amerikanischer Krimiserien und Kinofilme übrigens auch.

via

Keine Kommentare

Ältere Einträge »