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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Von Tempolimits, Urlaubsvorschriften und Klimabeschützern

Posted on | März 4, 2007 | 1 Comment

Nach diesem Artikel ist die Mehrheit der Deutschen dafür, im Namen des Klimaschutzes ein Tempolimit auf Autobahnen zu verhängen. Und während ich mich noch etwas über diesen etwas dummen Ausdruck “Klimaschutz” aufrege (ist das arme Klima von Vernichtung bedroht? Geht es nicht eigentlich darum, uns vor dem Klima zu schützen weil es sich, so wie seit Jahrmillionen, auch jetzt mal wieder verändert?), drängt sich die Frage auf, warum diese Mehrheit nicht von sich aus maximal 130 km/h fährt und so das Klima vor was auch immer rettet. Vermutlich kommt da aber wieder die scheinbar sehr deutsche Eigenschaft, dass ohne klare Regeln und Verbote nichts geht – selbst wenn eine Mehrheit gewisse Verhaltensweisen für vernünftig zu halten scheint.

Mit der Diskussion um die Urlaubsplanung, die uns die Politik nun wenigstens Teilweise abnehmen zu wollen scheint, ist es ähnlich. Sicher: Urlaub in Deutschland zu machen ist meistens teurer als irgendwo hinzujetten und sich da 2 Wochen lang All-Inclusive volllaufen zu lassen. Aber wer der Meinung ist, dass er gewissermaßen “zum Wohle des Klimas” lieber mit dem Zug irgendwo in der Nähe Urlaub machen sollte, der kann das ja von mir aus tun. Es gibt in der Tat viele reizvolle Ecken in Deutschland – keine Frage. Und wenn deutsche Politiker auf diese Weise der deutschen Tourismusbranche helfen will hab ich da auch kein Problem mit. Ich sehe allerdings hier auch schon wieder irgendwelche Eingriffe kommen, die uns irgendwie dazu bewegen sollen gefälligst in Deutschland Urlaub zu machen. Gelesen habe ich zwar noch nichts dergleichen, die Erfahrung lässt aber entsprechende Schlüsse durchaus zu…

Die ganze Klimakatastrophen-Thematik scheint mir inzwischen nur noch ein einziger Hype zu sein, die wahren Hintergründe und Fakten verstehen viele Menschen schon lange nicht mehr. Stattdessen werden ständig die plakativen Vereinfachungen aus den Medien nachgeplappert und jeder gute Mensch hat das vernünftig zu finden, wenn er nicht als Umweltfeind gelten möchte.

Das erinnert mich an eine Diskussion mit einem Freund, der durch die Kampagnenflut der letzten Zeit scheinbar so verwirrt ist, dass er Schwierigkeiten hat FCKW, Ozonloch, CO2, Treibhauseffekt und die Zusammenhänge zwischen all dem noch zu überschauen. Dabei ist er nicht zu dumm dazu – er beschäftigt sich nur nicht tagtäglich mit diesen Themen, sondern bezieht sein Wissen darüber aus den Medien. Und da kann man wirklich leicht durcheinander kommen, besonders wenn fast jede Woche ein neues Thema die Schlagzeilen beherrscht.

Ich könnte mir denken, dass es vielen Menschen ähnlich geht. Damit haben selbsternannte Öko-Experten und Klimabeschützer ein wichtiges Etappenziel erreicht: Sie können beinahe alles durchsetzen, was sie wollen. Die Mehrheit hinterfragt da nichts mehr, weil sie vielleicht Angst vor verwirrenden und komplizierten Antworten hat oder einfach der Meinung ist, dass gut gemeint das Selbe wie gut ist.

Mein persönlicher Standpunkt in dieser ganzen Klimadebatte ist der Folgende: Das Klima wird sich sehr wahrscheinlich wandeln. Mag sein, dass Autos oder furzende Kühe einen gewissen Einfluss darauf haben. Könnte genauso gut sein, dass das nicht so ist. Aber wenn es wärmer oder kälter wird, dann werden auch Fahrverbote und andere hahnebüchene oder praxisferne Ideen unserer Volksvertreter nichts ändern können. Diese Ideen werden natürlich trotzdem eifrig geäußert, schon um die eigene Machtlosigkeit zu überspielen. Leider wird ein Teil davon auch umgesetzt werden und uns entweder weiter irgendwelche Freiheiten nehmen oder zumindest Berge an sauer verdientem Steuergeld vernichten. Was dabei (nach meinem Eindruck jedenfalls) komplett vernachlässigt wird, ist eine Debatte darum, wie mit den unausweichlichen Folgen eines sich verändernden Klimas umgegangen werden kann. Auch dass dürfte allerdings damit zu tun haben, dass unbequeme Wahrheiten leider immer erst dann eine wichtige Rolle spielen, wenn sie so offensichtlich bereits massiven Einfluss auf uns haben. So war es mit der seit Jahrzehnten gescheiterten (zumindest wenn man ein unter einer funktionierenden Rentenversicherung ein solches versteht, dass sich selbst trägt und nicht per Steuergeld bezuschusst werden muss um es am Leben zu erhalten) und trotzdem nach wie vor fast unveränderten Rentenpolitik – so wird es jetzt vermutlich auch mit dem Klimawandel gehandhabt werden.

Politik kann manchmal so schrecklich vorhersehbar sein.

Comments

One Response to “Von Tempolimits, Urlaubsvorschriften und Klimabeschützern”

  1. JuLis Harburg-Land » Blog-Archiv » Jetzt wird der Alkohol zur Sau gemacht!
    März 13th, 2007 @ 13:56

    [...] uns freien Menschen. Wir kaufen “Glühbirnen” statt Energiesparlampen, wir fahren auf Autobahnen schneller als 130 Kilometer in der Stunde, wir Rauchen wann und wo es uns passt, wir spielen “Killerspiele“, fahren SUVs (am [...]

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    Der Bürger wird demnächst gar nichts mehr selber machen müssen. Der wird geboren, kommt in so einen Karton, fährt durch die Gegend, wird gepflegt, gefüttert, wird geschützt vor allen Dingen. — Helge Schneider (zum Thema “Nichtraucherschutz”)

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