Mrz 05 2007
n, ne und nen
Dieser Beitrag hier, der folgende Wortfolge enthält:
“würden von mir nen Notebook, ne Kamera und nen Festgehalt bekommen”
machte mir mal wieder deutlich, dass es irgendwie seltsame Auffassungen von den (sprachlichen) Geschlechtern verschiedener Dinge zu geben scheint.
Einen Notebook kann ich noch gerade so akzeptieren, wenn ich mir einfach vorstelle, dass man ja auch “Notebook-Computer” hätte sagen können und der Autor “Notebook” als Kurzform davon ansieht.
Eine Kamera ist natürlich völlig richtig, was mir zeigt, dass derjenige, der den Satz geschrieben hat immerhin weiß, dass es nicht nur nen gibt – keineswegs eine Selbstverständlichkeit, wie ich immer wieder feststelle!
Um so erstaunlicher, dass es für ihn dann “einen Festgehalt” gibt.
Mir sind solche und ähnliche, beim Lesen in den Augen schmerzende Konstruktionen schon oft aufgefallen. Das gute alte und noch dazu so herrlich kurze n als korrekte Kurzform (jedenfalls wenn man davon ausgeht, wie man spricht – “nen Festgehalt” würde wohl auch der Autor obiger Zeile niemals so sagen…) scheint aus unerfindlichen Gründen auszusterben.
Warum eigentlich? Sonst benutzt jeder, der in irgendwelche Foren, auf Blogs oder gar in Emails und Instant Messages irgendwas schreibt die unverständlichsten Abkürzungen – da wimmelt es von “omg”s (für “Oh mein Gott, meist allerdings auf Englisch gemeint), “rofl”s (was bedeutet, dass er sich vor lachen auf dem Boden wälzt – was ich mal als freche Übertreibung ansehe weil sonst irgendwie jeder 5. Internetnutzer den halben Tag am Boden liegen würde…) und “imho”s (wird gerne statt “meiner Meinung nach” benutzt), dass einem schwindelig wird.
Am Trend, gerne viel abzukürzen, scheint es also nicht zu liegen, dass aus dem n für ein inzwischen in gefühlten 95% aller Fälle ein nen geworden ist. Wenn jemand eine Idee hat, wo diese Masche herkommt und warum sie sich so virusartig verbreitet, dann darf er mir gerne einen entsprechenden Kommentar hinterlassen. Mir fällt dazu nämlich, auch unter Einbeziehung all meiner Fantasie, nichts ein.
PS: Wem Die Abkürzungen so nicht sagen, der findet hier ganz unten ein paar Links, die ihm helfen können.
40 Kommentare












Ist noch ganz interessant, muss ja nicht alles Englisch sein.
http://www.aktionlebendigesdeutsch.de/wortdm.php
Danke, endlich weiß ich, dass ich nicht der einzige bin, den dieses ‘nen’ stört! Ich hab ja prinzipiell auch nichts dagegen, die Kurzformen n, ne und nen im Geschriebenen zu verwenden, sofern man sie richtig verwendet. Sagen würd ich das aber auch nie, was vielleicht aber auch daran liegt, dass ich aus Österreich bin und wir da einen ganz anderen Dialekt haben… (bei uns gibts a, a und an)
Wie ich inzwischen gelernt habe, ist es in Berlin wohl tatsächlich üblich so zu sprechen. Wenn dem denn so ist meinetwegen aber ich kann ja auch nix dazu dass mir sowas in den Augen weh tut wenn ichs lese…
Seit einiger Zeit sehe ich dieses gruselige nen in allen erdenklichen Formen. Ich war sogar nach monaten der Hirnwäsche selbst fast daran dies so zu übernehmen. Ihr habt mich wieder auf den rechten Pfad gebracht! Doch nun beginnen die Schmerzen in den Augen wieder von vorn…
Irgendwie erinnert mich das an einen Sketch in dem eine Schulklasse beim Deutschunterricht gezeigt wurde, und der einzige Schüler mit guter Ausdrucksweise vom Lehrer mit solchen Worten wie:” Ey das iss ja voll falsch Alder, ich geb disch ne Sechs” kommentiert wurde. Das Internet, für die meisten ein Segen, gibt Leuten die mit Abkürzungen und Anglizismen (nicht falsch verstehen, ich nutze die auch – in Maßen) oder schlichtweg falschen Schreibweisen oder gar sinnentwendeten Wörtern einen recht großen Spielplatz auf dem diese ihr Naturell ausleben können. Dummerweise Verbreiten sich hier solche Fehler wie ein Virus, und man selbst glaubt nach 1000-mal lesen selbst daran.
In diesem Sinne : nen schöne Zeit eusch alle!?!!
Ich vertrete normalerweise den Standpunkt, dass sich Sprache ausschließlich an denen zu orientieren hat, die sie sprechen. Also nicht am Duden und schon gar nicht an irgendwelchen Experten, die uns eine sogenannte Rechtschreibreform überstülpen wollen.
Von daher: Wenn irgendwann jeder “nen” statt ein oder eine sagt, dann mach ich das möglicherweise auch. Sagen ist aber für mich doch noch was anderes als Schreiben. Und ich schreibe meistens wie ich sprechen würde, da mit noch nie ein nen über die Lippen gekommen ist, wo es grammatisch nichts verloren hat, entsprechend denk ich nichtmal daran, sowas zu schreiben.
Da geb ich Dir recht. Es wird immer Veränderungen in allen Sprachen geben. Zu Teil bin ich aber auch dafür, Sprache und den Sinn der einzelnen Wörter vor Verunglimpung zu schützen. Die Franzosen sehen das aber etwas zu eng in deiner Zeit globaler Wirtschaft – aber das ist ja wieder ein Thema für sich. Mein Beruf baut auf dem mehr oder weniger wortgenauen Gebrauch deutscher Sprache auf. Böte man diesem Babel-Phänomen keinen gewissen Einhalt, würde das z.B. Rechtswissenschaften enorm im Wege stehen. Zahlreiche Missverständnisse wären vorprogrammiert.
“Hast Du mal ‘nen Kuli für mich?” = völlig normal
“Hast Du mal ‘nen Blatt für mich?” = völlig idiotisch
Ich kann es nicht mehr sehen!
Und ich habe es sogar schon gehört!!!
Hoffentlich nimmt das bald ein Ende.
“nicht wirklich” war irgendwann auch vorbei und “ich sach ma” gebe ich auch keine Überlebenschance.
[...] dieses Phänomen seinen Ursprung wohl in der Schriftsprache von SMS und Chats zu haben scheint, taucht es auch in [...]
Oh ja, das ist wirklich nen Seuche geworden!
Das liest sich einfach unglaublich schlecht, wenn da so Konstrukte stehen wie “ich fahr mit nen bus”, “mir is noch nen sache eingefallen” – da hängt sich doch der Grammatik-Parser im Hirn auf.
Was auch in den letzten Jahren zugenommen hat, sind diese komischen Aliase wie “vllt” (vielleicht), “net” (nicht) oder “joa” (ja) und so lustige Vergewaltigungen wie z.B. “ließt”, “lehrnen”, “weis net” und “änge”(“Enge”) – da schreiben sogar viele von meinen Komolitonen (sic!) ein Deutsch zusammen, daß es die Schweine graust…mit Englisch steht’s meistens allerdings auch nicht viel besser.
Mir stellen sich da auch die Nackenhaare auf.
Aber sprach über ‘nen Festgehalt evtl. ein älterer österreichischer Herr?
Der Duden meint nämlich zum Thema “Gehalt, das, österr. veraltend auch der”.
Schön, was über diese Sache zu lesen. Habe das jetzt extra “gegoogelt”. Als Österreicher war ich schon fast der Meinung, dass dieses “nen” in Deutschland normal ist. Meine Freundin, die in Heidelberg zur Schule gegangen ist, konnte diesen Verdacht aber nicht bestätigen. Wäre wirklich interessant zu wissen, wo das herkommt.
Schöner Beitrag, danke dafür. Dass dieses “nen” mal in einem Chat einer unachtsamen Person herausrutscht, kann ich noch akzeptieren (wobei mir das auch völlig rätselhaft ist).
Aber auch unterrichtende Personen an der Uni mit dem akademischen Grad “Diplom” verwenden das inzwischen … furchbar!
Den Kommilitonen finde ich auch gut:
“war so ein blockseminar oda so glaub ich”
“lol… axo deswegn”
“japp”
“leida scho”
Ganz toll, wie man die Tastatur schonen kann.
Aus vielen eigenen Erfahrungen weiß ich, dass ein Diplomtitel alleine weder für automatische Rechtschreibung, noch für besondere Intelligenz bürgt (ich arbeite trotzdem hart daran, einen zu bekommen…). Es scheint einfach eine orthographische Landplage zu sein, vor der niemand sicher ist.
“Ich hab ‘nen Haus, ‘nen kunterbuntes Haus, ‘nen Äffchen und ‘nen Pferd, die schauen zu ‘nen Fenster raus…”
–> Ich dachte immer, ich wäre die Einzige, der “nen Foto”, “nen bisschen Zeit” und “nen paar Anzeigen” auf- und gehörig auf den Wecker gefallen ist – helft mit im Kampf gegen den sinnlosen Gebrauch dieser Abkürzung!
mein kumpel und ich haben gerade darüber philosophiert, was in den köpfen dieser menschen vorgeht.
ein glück sind wir nicht allein. lasst uns eine allianz bilden und dafür sorgen, dass diese leute eingesperrt werden!
weiterhin, ich wünsch euch noch nen tolle zeit mit diesen menschen^^
ganz toll ist ja auch die endung mit dem buchstaben “a”, der das “er” ersetzen soll (schüla, digga [wobei dieses wort {das sowieso schon vollkommen absurd ist } ja gerne mal missbraucht wird : dicka,digger,diggä,digga und mein favorit: diqqa],etc)
Diese unglaublich dümmliche “nen”-Plage durchsetzt anscheinend das Internet wie eine Seuche! Ich sehe diesen Augenkrebs jetzt schon täglich in allen möglichen Foren immer wieder und mehrfach aufs Neue. Wobei die Häufigkeit der völlig falschen Verwendung von “nen” anscheinend mit dem Altersschnitt des Forums in Verbindung steht: Je jünger das Publikum, desto (sagen wir es mal direkt) dümmer wird mit der Sprache umgegangen. Und was mich noch viel mehr verwundert: Nicht nur dass es eine Vielzahl von Verwendern gibt, es bemerkt anscheinend auch kein einziger der Mitleser, dass hier eine völlig falsche Verwendung vorliegt. Sonst wird auch gerne mal über jeden Vertipper von anderen gelacht, bei “nen” ist anscheinend der Verblödungsgrad schon so hoch, dass jeder glaubt, das wäre eine korrekte Verwedung.
Nein, bei “nen” käme man nur aus dem auslachen gar nicht mehr raus. Drei-vier nens pro Satz sind einfach der Overkill.
Ich verstehe zwar, dass Ihr Euch alle über die Veränderung der Sprache in einen Slang ärgert, aber die Wörter ”nen” ”ne” und ”n” sind soweit ich weiß Teile von Dialekten.
Ich selbst bin Sauerländerin und mit diesen Wörtern ”groß geworden”.
Natürlich schreibe ich sie im Normalfall nicht, aber ich sage sie ständig.
Ich kenn es gar nicht anders, benutze sie aber auch grammatikalisch richtig (sofern man das an dieser Stelle überhaupt sagen kann).
”ich fahr mit nen bus” “mir is noch nen sache eingefallen”
würde ich nicht sagen, sondern: ”Ich fahre mit nem Bus” und ”Mir ist noch ne Sache eingefallen”
Wo man überall diese Abkürzungen spricht weiß ich nicht, aber im Sauerland ist es definitiv üblich.
Gruß Anja
Aber es geht doch auch nur um Grammatik. Wo “nen” hingehört, da soll dass von mir aus auch gerne stehen, da tuts aber beim Lesen auch nicht weiter weh. Es geht doch um die Fälle, die gar nicht gehen. Dort, wo normalerweise “n” stehen müsste, steht immer öfter “nen”. Falls dass irgendwo dialektbedingt passiert, soll mir das ja Recht sein aber wo es so geschrieben, aber nie im Leben gesprochen würde, da kratz ich mich dann doch ratlos am Kopf.
Hallo. Ich hab die Kommentare nun aufmerksam gelesen, auch wenn das ganze mittlerweile ‘n paar Monate her ist. Mir fiel hierzu noch der Gedanke ein, dass besagtes Phänomen durchaus mit gesprochener Sprache zusammen hängen könnte. Meiner Meinung nach wäre eine Abkürzung die ausschließlich aus einem Anlaut (wenn das die richtige Umschreibung ist) besteht – also “n” – in geräuschvoller Kullise schwieriger zu verstehen als ein von In- und Auslaut gefolgter Anlaut “nen”. Aber in der Schriftsprache ists wirklich grauslig.
Hm, da gebe ich dir zwar Recht – aber benutzt man in solchen Fällen dann nicht normalerweise gleich die “Vollversionen” der Wörter? Ich mach das jedenfalls.
Das Komische ist auch, dass “nen” nicht kürzer als “ein” ist. Danke, dass doch noch 0,1 Prozent der Menschen das nen-n-ne-Problem bemerkt haben
Ich hab mal ‘ne Frage:
Wenn ich schreibe: Hast du ‘n anspitzer?
ist das dann so gramatisch richtig mit dem > ‘ <?
Ich denke schon, ja. Das Apostroph macht man ja anstelle eines oder mehrerer fehlender Buchstaben und das ist hier der Fall.
Nö, ist falsch. (Es ist das falsche Zeichen. Der richtige Apostroph ist das ´. Merkt man sich ganz einfach, wenn man öfter mit einem Stift schreibt. Die Neigungsrichtung resultiert aus der Neigung der deutschen Kursivschrift und der Schreibrichtung von links nach rechts.)
Okay, das war mir neu. Ich benutze eigentlich immer bloß diesen einfachen ‘ – meistens lasse ich sowas allerdings sowieso komplett weg.
Das ist jetzt auch nicht der Punkt, wegen dem jemand von der Schule fliegen sollte.
In normalen Schulen lernt man sowas ja offenbar auch nicht. Zumindest nicht auf der Realschule.
Das richtige Zeichen ist das ‘
Ganz ohne Neigung. Die anderen sind zwei verschiedene Akzentzeichen (vorzugsweise im Französischen verwendet) die da überhaupt nicht hingehören
Ich habe mir vorhin in einem Chat mehrere Erklärungen anhören dürfen, bezüglich “nen”
Erstens: Verkürzung/Vereinfachung (meine Aussage das “nen” nicht kürzer ist als “ein” stieß auf taube Ohren)
Zweitens: Das is Umgangssprache (meine Aussage, dass man das aber so auch nicht spricht, stieß ebenfalls auf taube Ohren)
Drittens: Is halt so und jetz geh weg, Klugscheißer.
Ergänzung: in der hier verwendeten Schriftart sieht der Apostroph nur nach links geneigt aus. Auf meiner Tastatur hat der keine Neigung
Angeblich wirds in manchen Gegenden wirklich auch gesprochen – wenn das so ist, kann man da natürlich nix gegen sagen aber ich kenne auch Leute, die zwar “nen” schreiben, das aber nie so sprechen würden und das schnall ich dann irgendwie nicht.
Was die Schriftart angeht: Die hängt nun allerdings vom jeweiligen Benutzer ab, weil die auf dessen Computer installiert ist und nicht durch Internetseiten ausgeliefert wird.
Es wird nicht nur angeblich in manchen Gegenden gesprochen. Man benutzt das ”nen” im Sauerländischen.
Das kann ich als Sauerländerin bestätigen.
Gut:) aber wenn Deutschland anfängt, seine Dialekte auszuschreiben, wirds bunt!
Hmmm was mir aus Anjas Aussage nicht ganz klar wird… sprechen Sauerländer das “nen” konsequent überall, auch da wo es nicht hngehört? Denn das “nen” benutzen wir Sachsen auch. Nicht für “nen Auto” wohl aber für “nen Stift”
Und die Schriftart bestimt doch die Webseite? Ne andere wird nur genutzt wenn die angeforderte auf dem Rechner nicht installiert ist…
Ich versteh nicht genau was du mit ”wo es nicht hingehört” meinst.
Ich würde es auch bei Auto sagen. Allerdings gibt es durchaus Situationen in denen ich es nicht sage. Wenn ich zum Beispiel beim Bäcker etwas kaufe, oder ein Bewerbungsgespräch führe.
Das liegt aber daran, dass ich automatisch in solchen Situationen Hochdeutsch spreche. Wäre ich mit der Bäckereifachverkäuferin befreundet würde ich jedoch wieder ”nen Brötchen” bestellen, statt ”ein Brötchen”.
Hm. “Einen Auto” und “einen Brötchen”?
Genau anders herum.
Wie HTML-Code angezeigt wird, entscheidet die Clientsoftware.
Websites können mit CSS et al höflich darum bitten, eine bestimmte Schriftart zu benutzen.
Und wenn wir jetzt beim Apostroph ganz genau werden wollen, müssen wir uns die Codes in den Zeichentabellen anschauen, und austesten, ob die dann auch in der jeweiligen Schriftart und auf der jeweiligen Tastatur korrekt gemalt sind.
Da möchte ich nämlich auch nicht drauf wetten.
Und dann gibt es richtig Stoff zum Lästern und Prinzipienreiten.
Ergo: Alles außer Knuths TeX ist Schrott.
In meinem CSS sind für die Kommentare als Schriftarten “Verdana, Arial, Serif” eingestellt aber wenn man will, kann man seinen Browser halt auch so einstellen, dass sowas ignoriert wird. Ausserdem hängt es oft vom Betriebssystem und der installierten Software ab, welche Schriftarten denn überhaupt vorhanden sind.
Thehe. Erfolgreich belehrt. *einspeicher*
Hmm wenn das im Sauerland wirklich so ist, frag ich mich warum das auf einmal in Chatrooms/allg. im Internet so machen. Und das erst seit kurzer Zeit. Sehr auffällig. Vielleicht weil alle im Internet “versauern”?