Monatsarchiv für April 2007

Apr 30 2007

Wenn Planwirtschaftler Wirtschaft planen

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Beim Thema Mindestlohn habe ich mich immer gefragt, wie wohl reagiert würde wenn man auf der anderen Seite auch einfach mal Mindestpreise für irgendwelche Dinge des täglichen Bedarfs festlegen würde. Inzwischen weiß ich es: Die Reaktion liegt irgendwo zwischen Ignoranz und Desinteresse.

Es regt jedenfalls niemanden auf, dass Menschheitsbeglücker beschlossen haben, uns vor Gammelfleisch zu schützen – indem für Lebensmittel indirekt Mindestpreise festgelegt werden.

Dazu stelle ich mal folgende Überlegung an: Ich stell mir vor, ich wär jetzt mal ein wirklich böser Mensch mit einem gewissen Maß an krimineller Energie. Und ich bekomme regelmäßig irgendwoher günstiges Fleisch, ich gehe davon aus, dass es schon älter ist – eigentlich interessiert mich das bei dem Preis, zu dem ich es bekomme aber nicht. Ich verpacke es neu und drucke irgendwelche willkürlichen Mindesthaltbarkeitsdaten drauf, überliste sämtliche Kontrollbürokratie auch noch irgendwie (denn kein System ist perfekt) und liefere es einem (Groß-, Zwischen-, oder Einzel-) Händler. Das hab ich schon immer so gemacht, hat auch immer gut geklappt.

Jetzt, da es Mindestpreise gibt, muss ich wohl meine Preise ein wenig anheben – um keinen Verdacht zu erregen. So hilft mir der Staat mit seinen typischen “Gutgemeint”-Irrungen meine Gewinnspanne, die mir bisher eigentlich schon groß genug war um Verbotenes zu tun, noch ein bisschen zu erhöhen. Gleichzeitig erhöht sich beim dummen Verbraucher womöglich noch das Gefühl, gute Ware gekauft zu haben. Der Staat hat sich ja schließlich persönlich drum gekümmert. Und teuer genug war es auch.

Soweit meine Theorie zu dem Thema. Der Sinn und Zweck solcher Eingriffe erschließt sich mir also kein bisschen. Wenn irgendwer sich in der Lage fühlt mich aufzuklären, wäre ich dankbar. Bis auf Weiteres halte ich eine solche Maßnahme für blinden, populistischen Aktionismus, der allenfalls Placeboeffekte hervorrufen dürfte.

Während der deutschen Politik die Preise für manche Dinge zu niedrig sind, halten Europakommissare und -Politiker dagegen beispielsweise die Handygebühren, die sie von Brüssel oder Straßburg (oder dazwischen) aus für ein Gespräch in die Heimat zahlen müssen, für zu teuer. Was den gewöhnlichen Verbraucher nur im Urlaub mal interessiert, sorgte hier für einen weiteren interessanten Eingriff in den Wettbewerb: Die Roaming-Gebühren werden nun nicht mehr vom Markt bestimmt sondern von Politikern gedeckelt.

Aktiengesellschaften wie die Telekom werden sich allerdings wohl kaum ihre Gewinne dadurch schmälern lassen. Vermutlich zahlt demnächst König Kunde die Telefonrechnung unserer Europapolitiker indirekt mit. Man könnte sich drüber aufregen – aber unter uns: Da wir denen sowieso ihr Gehalt mit Steuern zahlen, kommt es doch letztlich aufs gleiche raus, in welcher Form wir Dussel die Leistung dieser Leute honorieren.

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Apr 30 2007

Meine Vision zum Thema “Flitzerblitzer”

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Reisen

Es scheint langsam Mode zu werden, dass man seine Freunde vor gefährlichen “Flitzerblitzern” per SMS warnt. Mir kommt dass sehr entgegen, da ich im Auto für gewöhnlich kein Radio höre.

Andererseits fahre ich natürlich grundsätzlich so vorsichtig, dass mir Flitzerblitzer bisher immer rechtzeitig aufgefallen sindvorschriftsmäßig.

Eines schönen Tages, wenn sich Jabber endlich auch auf Handys von ICQ-Fans und Technikmuffeln durchgesetzt hat, werden sich sicher für solche Zwecke recht einfach und vor allem günstig umfangreiche Netzwerke bilden können, über die sich Verkehrsteilnehmer gegenseitig warnen können.

Bis es soweit ist, könnten aber vergleichbare Netzwerke auch per Twitter, Wamadu oder Texteln geschaffen werden. Hat irgendwer Interesse sich zu beteiligen? Alleine bringt das nämlich nix.

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Apr 30 2007

Back to the Roots – aber modern!

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, In Eigener Sache

Mein allererstes ernsthaftes Internetprojekt ist Hoopte.de gewesen. Die erste Version stand bereits im Jahr 2000 Online, wenn ich mich recht entsinne. Damals handelte es sich im Wesentlichen um eine viel zu bunte, einfache HTML-Seite, die kaum mehr als die nächsten Faslamstermine enthielt.

Von dem Zeitpunkt an entwickelte sich das allerdings stetig weiter. Mehrmals im Jahr gab es einen kompletten Relaunch, was vor allem daran lag, dass sich meine Kenntnisse einfach so schnell weiterentwickelten, dass mir die vorherige Seite ständig furchtbar altmodisch erschien.

Im vorletzten Jahr hab ich das Projekt dann erstmals auf echte CMS-Füße (ich benutzte Joomla) gestellt, zum ersten Mal sah die Seite nicht nur professionell aus (das hatte ich schon vorher mal hinbekommen, rein optisch kann man mit HTML und ein bisschen Grafik nämlich schon einiges machen), sondern basierte auch endlich mal technische Finessen mit PHP und Datenbank-Unterstützung, sowie Benutzerverwaltung. Nun fing ich zeitgleich an, alles Mögliche, was Datenbankunterstützung brauchte auszuprobieren. Auch auf Wordpress bin ich so irgendwann gestoßen.

Zwischendurch aber auch auf andere Skripte mit so praktischen Installationsroutinen. Die hab ich mir leider irgendwann gar nicht mehr vor dem Ausführen angesehen, so dass mir eine dieser praktischen Routinen plötzlich die, natürlich nicht per Backup gesicherte, Datenbank komplett geleert hatte. Hoopte.de war damit inhaltlich gewissermaßen binnen Sekunden im Orkus der digitalen Welt verschwunden – und lag bis zum heutigen Tag mehr oder weniger brach.

Dieser “Schicksalsschlag” hatte insofern sein Gutes, dass sich mir der Sinn und Zweck von regelmäßigen Datenbank-Backups schlagartig erschlossen hatte.

Ich bin offensichtlich in der Lage, aus meinen Fehlern zu lernen, inzwischen werden alle Datenbanken meiner Projekte erstens automatisch regelmäßig gesichert, Gleiches gilt bei jeder mittleren bis größeren Aktion, die die Datenbank irgendwie tangieren könnte.

Nach den guten Erfahrungen mit diesem, meinem Blog und Wordpress jedenfalls, habe ich seit diesem Crash meinem DRK-Ortsverein, den Jungen Liberalen in meinem Landkreis und meinem FDP-Ortverband eine neue Website auf Basis dieser Software gebaut. Außerdem befindet sich derzeit noch ein Projekt für (m)einen Landtagskandidaten im Aufbau.

Wordpress taugt meiner Meinung nach also zu mehr als nur für persönliche Blogs.

Da lag es nahe, auch bei Hoopte.de auf Wordpress zu setzen. Vom Charakter her ähnelt das Konzept einer Website für einen bestimmten Ort mit Terminen und aktuellen Kommentaren ohnehin dem eines klassischen Blogs.

Bisher hatte ich mich allerdings gefragt, was ich dort anderes veröffentlichen sollte, als hier.

Das weiß ich immer noch nicht. Mein Ausweichplan soweit: Beiträge in meinem Blog, die irgendwie zu Hoopte passen, veröffentliche ich eben erstmal (gekürzt und verlinkt) einfach zusätzlich auch immer dort.

Zugegebenermaßen nicht gerade originell – aber für den Anfang muss das reichen.

Mittelfristig hoffe ich allerdings auf Unterstützung aus meinem Ort. Ich war schon immer der Meinung, dass das Projekt Hoopte.de offen für jeden, der was zu sagen hat, sein sollte. Ich hoffe mal, dass ich nicht der Einzige bin der das findet.

Ab sofort jedenfalls, sind wieder Inhalte unter Hoopte.de zu finden.

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Apr 27 2007

Brennerstudie

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Mucke

Ausgerechnet die Musikindustrie gibt jedes Jahr eine sogenannte “Brennerstudie” heraus. Darin geht es nicht um eine Autobahn durch die Alpen, wie man meinen könnte. Eigentlich geht es inzwischen sogar kaum noch um CD-Brenner. Das aktuelle Feindbild der Musikindustrie scheinen laut Spiegel Online vor allem MP3-Dateien und dazugehörige Player zu sein:

Die Zahl der auf MP3-Playern, Musikhandys und PC-Festplatten gespeicherten Musikdateien soll sich im letzten Jahr verdoppelt haben, sagt die Musikindustrie – und legt noch einen nach: Jeder zweite Jugendliche hört seine Musik vom MP3-Player.

Okay, ich bin entsetzt… Mal ehrlich, was er wartet denn die Musikindustrie? Dass man, nur weil Dateien als Format ihr ein Dorn im Auge sind, auf die 80er- und 90er-Jahre-Technik der Diskmans zurückspringt? Ich mein die Dinger sind knapp 10 mal so groß gewesen wie ein kleiner MP3-Player von heute, gleichzeitig bekomme ich aber ein Vielfaches an Musik drauf, die ich dann zu jeder Zeit an jedem Ort hören kann.

CDs sind scheiße. Ich kauf mir zwar meine Musik trotzdem fast ausschließlich auf CD. Noch bevor ich sie das erste Mal anhöre, wandert sie jedoch erstmal zum Rippen in den Rechner, damit ich sie parat hab. Die CD kommt dann ins Regal, die Musik liegt ja auf dem Rechner. Von da lade ich sie dann bei Bedarf auf meinen MP3-Player oder spiele sie direkt über den Rechner ab.

Das ist vielleicht nicht unbedingt dass, was sich die Musikindustrie wünscht wie ich mit ihren Produkten umzugehen habe – aber es ist praktisch und im Zusammenhang mit der heutigen Technik für mich die einzig logische Vorgehensweise.

Was also soll ich nun davon halten, wenn in dieser Brennerstudie die Existenz von MP3-Playern, Musikhandys und 16 Milliarden digitalisierten Musikstücken (was, oh Schreck, einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht) mehr oder weniger angeprangert wird?

Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, fürchtet, durch diesen Trend zur Digitalisierung der Musik könne “das Gefühl für den Wert von Musik verloren” gehen, “weil eine Festplatte immer das Gleiche wiegt – egal ob 100, 1000 oder 10.000 Musikdateien darauf gespeichert sind”.

Die Hervorhebung stammt von mir, das Zitat aus oben verlinktem Artikel. Eine interessante These. Dadurch, dass Musik endlich nicht mehr nur aus einer mehr oder weniger sperrige Anlage kommt, soll sie weniger wert sein? Nach dieser Logik sollte man private Wasseranschlüsse verbieten, damit wir uns bewusst werden wie wertvoll Wasser eigentlich ist. Diesen Unfug von wegen wiegt immer das Gleiche und so ignorier ich mal gar nicht erst, das ist einfach zu albern (wiegt eigentlich eine Maxi-Single weniger als ein Album?).

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich eine Industrie – deren Kerngeschäft das Aufspüren und Vermarkten von Trends und Modeerscheinungen ist – sich seit Jahren gegen die digitale Revolution (die sie selbst mal mit ihren Musik-CDs eingeläutet hat, aber das mal nur nebenbei) sperrt, die ihre wichtigsten Kunden ohnehin längst verinnerlicht haben.

UPDATE: Einen weiteren guten Kommentar zum Thema gibt es übrigens hier (mit Dank für den Tipp an den Wendländer, siehe Kommentar)

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Apr 26 2007

Fragwürdige Kritikfähigkeit

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Es gibt Fragen, die durch einseitiges, unkritisches mediales Dauerfeuer landläufig als geklärt gelten.

Dazu gehört zum Beispiel der “Klimaschutz”. Hier gilt, dass weiß doch jeder, die so einfache wie einleuchtende Grundregel

CO2 = böse, schlecht, der Teufel (je nach Geschmack halt)

Folglich muss es um – buchstäblich - jeden Preis radikal reduziert werden. Am besten gesternvorgestern.

Al Gore sagt das. Und wem das nicht reicht – er war immerhin fast mal so erfolgreich wie George W. Bush und hätte es beinahe zum Präsidenten der USA gebracht – dem erzählen dass auch viele Wissenschaftler.

Nicht alle. Die, die sich nicht an diese Grundregel halten wollen, werden allerdings erbarmungslos gemobbt. Die Zeiten, in denen Wissenschaft aus unterschiedlichen Theorien bestand, von denen sich diejenigen die zu beweisen sind eines Tages durchsetzen ist scheinbar vorbei. Heute gilt die Theorie als bewiesen, die am lautesten in die Öffentlichkeit getragen wird. Wer was anderes sagt und damit das Geschäft verdirbt, der ist natürlich ein Fremdkörper, der das schöne harmonische Bild von hyperaktiven, sich für die gute Sache starkmachenden Politikern die Seit’ an Seit’ mit den von ihnen engagierten Wissenschaftlern stört.

Mit diesem Sachverhalt hatte ich mich hier schonmal befasst. Und prompt kam dann auch ein Kommentar retour, in dem ich für meine ketzerischen Mutmaßungen kritisiert wurde. War allerdings auch frech von mir, mich gegen den Mainstream in einer so wichtigen Frage zu stellen.

In Großbritannien versuchen Wissenschaftler und Medienmenschen nun die Veröffentlichung einer DVD zu verhindern, die sozusagen die Gegenposition zu Gores’ Film “Eine unbequeme Wahrheit” enthält. Das Werk heißt “The great global warming swindle”.

Mal unabhängig davon, wie man privat zu dem Thema stehen mag – sollte es nicht zu denken geben, wenn das bloße Äußern von öffentlicher Kritik, das Anzweifeln bestimmter Positionen oder das Vertreten einer anderen Meinung zu dermaßen allergischen Reaktionen führen?

Und in diesem speziellen Fall, wo man als Nicht-Wissenschaftler sowieso auf medienkonforme Vereinfachungen angewiesen ist, in diesem speziellen Fall muss es doch wohl erlaubt sein sich wenigstens auch mal eine Gegenmeinung reinzuziehen, ohne dass sie gleich zensiert wird.

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Apr 25 2007

Girls’Day abschaffen!

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Termine

Nicht etwa weil er an sich eine schlechte Idee wäre, das gewiss nicht.

Aber er gehört schleunigst ersetzt durch einen entsprechenden Praxistag für alle Schüler, also auch für Jungen.

In Niedersachsen ist das schon so, dort heißt der Girls’ Day inzwischen nämlich “Zukunftstag für Mädchen und Jungen“, die geschlechtliche Diskriminierung ist also bei uns aufgehoben.

Und das ist auch gut so. Insgesamt entscheiden ich zu wenige junge Menschen für technische Berufe, auch darüberhinaus ist es sinnvoll, wenn man mal ein bisschen Arbeitswelt schnuppern kann.

Mal ein wenig Praxis zu sehen motiviert mehr zum Lernen, als die tagtägliche Berieselung durch Lehrer, die einem was fürs (Arbeits-)Leben beibringen wollen, außer dem Schulalltag aber selber zum Teil nicht allzuviel davon kennen.

Insofern ist der morgige Girls’Day sicher ein guter Ansatz. Aber er gehört dringend auch außerhalb Niedersachsens auf Jungs ausgedehnt.

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Apr 25 2007

Nun endlich wuchs zusammen was zusammen gehört

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Regionales

Da sitzt man kurz nach Mittag entspannt da und vertieft sich in die Abgründe der Regelungstechnik, als es plötzlich an der Tür klingelt. “Tag Jan, hast du mal Strom für uns? Wir sind im nämlich Auftrag des Herrn unterwegs,” wurde mir nach dem Öffnen von einem Kumpel mitgeteilt.

Da musste ich natürlich nicht lange überlegen. Strom – ist doch kein Problem, schon gar nicht wenn er im Auftrag des Herrn benötigt wird. Ich hatte zwar bis hierhin keine Ahnung worum es eigentlich ging aber es erschien mir doch irgendwie interessanter zu sein als RätseltechnikRegelungstechnik. Also kam ich mit nach draußen, kümmerte mich um Strom und begann zu verstehen.

Vor Jaaaaahren einmal wurde unsere kleine Straße mit einer Kanalisation bereichert. Dazu musste, logischerweise, die Straße aufgerissen werden.

Nun wohne ich buchstäblich einen Steinwurf vom örtlichen Sportplatz entfernt. Man könnte auch sagen, er liegt direkt auf der anderen Straßenseite.

Zwischen Straße und Sportplatz verläuft ein Geländer, dass zum Beispel bei Punktspielen dafür sorgt, dass man als Zuschauer nicht vorne überkippt. Außerdem hält es natürlich allzu faule Autofahrer davon ab, einfach den Parkraum auf die Rasenfläche zu erweitern, wenn es mal wieder etwas enger wird (was häufiger vorkommt).

Wie dem auch sei: Ein Teil dieses Geländers wurde damals (vor Jaaaaahren) bei den Straßenbauarbeiten abgebaut und auf der anderen Straßenseite abgelegt, was seither einen der ohnehin knappen Parkplätze belegt hatte. Die Straßenbauarbeiter haben es vermutlich schlicht vergessen wieder in Ordnung zu bringen, die Stadt hat entsprechende Schritte immer wieder zugesagt aber es bei einer bloßen Zusage belassen – und so blieb unserem Dorf letztlich nur ein letzter Ausweg: Unerbittliche Selbstjustiz.

Und genau die wurde heute nachmittag vollstreckt. Auf Bitten des Sportvereins (der den Zustand nachvollziehbarerweise auch satt hatte) wurden kurzerhand zwei Special Agents auserkoren, sich dess Missstandes anzunehmen. Die Waffen der Zwei-Mann-Bürgerarmee: Spaten, Flex, Schweißgerät. Und natürlich die nötige Entschlossenheit.

Und auf gings, erstmal ein Loch gegraben – was länger dauerte als geplant, weil der Boden leider nicht ausschließlich aus Sand bestand, sondern ein wenig mit Steinen jeder Größe und Schutt angereichert war.

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Dann das Geländer (dass dank seines Betonfundamentes viel schwerer war als es zunächst aussah) mal reingesetzt, festgestellt dass das Loch nicht tief genug und außerdem noch ein bisschen weiter nach Westen ausgedehnt werden muss, den ollen Klotz wieder rausgehievt und weitergebuddelt.

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Und nachdem dann zwei Schiebkarrenladungen Erde bewegt worden waren, passte es dann endlich. Die Schleif- und Schweißarbeiten konnten beginnen und das mühsam gegrabene Loch wieder zugeschüttet werden.

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Dank dieses heldenhaften Einsatzes ist das Gesicht meiner Straße nun endlich (nach Jaaaaahren) wieder voll hergestellt, auch wenn in den (von den Anliegern getragenen) Kanalbaukosten von damals eigentlich die Wiederherstellungskosten mit drin sein sollten und ich nicht unbedingt damit gerechnet hatte, noch selbst mit anpacken zu müssen.

Aber manchmal muss man der Bürokratie einfach ein Schnippchen schlagen und Prinzip Prinzip sein lassen. Ich finde, es hat sich gelohnt. Ein Hoch auf die beiden Hoopter Special Agents aus dem Hause Eckhoff.

Beweis:

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Besser hättens die von der Stadt auch nicht hinbekommen, denke ich.

Und die Moral von der Geschichte: Manchmal ist es besser, wenn man sich nicht Jaaaaahre lang von Bürokraten auf der Nase herumtanzen lässt, sondern die Dinge einfach selber anpackt. Gutmütig wie wir sind, haben wir den eigentlich Zuständigen eine gewisse Schamfrist eingeräumt – mindestens drei Jaaaaahre – aber rückblickend hätten wir wissen müssen, dass es letztlich wieder an uns selbst hängen bleibt.

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Apr 24 2007

Kompetenz-Zweifel

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Man stelle sich folgende Geschichte vor: Da gehen sogenannte/selbsternannte Umweltschützer los und buddeln in einem Kartoffelacker herum. Denn sie sind genetisch verändert, die Kartoffeln und damit eine Gefahr. Das wissen diese Leute ganz genau, sie sind schließlich informiert!

Und irgendwo in Sichtweite steht der Bauer und kriegt sich vor lachen nicht mehr ein, weil es gar kein Kartoffelacker ist, auf dem die Bande wie wild am Buddeln ist.

Zu lustig um wahr zu sein? Nö, sieht nach ner wahren Geschichte aus.

Was soll man denn nur von Umweltschützern halten, die das was sie schützen wollen offensichtlich überhaupt nicht kennen?

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Apr 24 2007

Meine Organe gehen nicht in den Staatsbesitz über!

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, Allgemeinbildung

Der Nationale Ethikrat empfiehlt heute eine “Neuregelung bei Organspenden“.

Die Situation ist die Folgende: Es gibt einen Mangel an Spenderorganen und diesem könnte man nun nach Meinung des Ethikrates begegnen, indem man das Prinzip der Spenderausweise umkehrt und jeden, der dem nicht ausdrücklich widersprochen hat als potentiellen Spender ansieht.

Ich spende regelmäßig Blut (bislang immerhin über 7 Liter), ich bin in der Knochenmarkspender-Datei der DKMS registriert und ich würde auch meine Organe hergeben, wenn ich selbst damit nichts mehr anfangen könnte, weil ich zum Beispiel hirntot bin.

Aber die Vorstellung, dass irgendwelche Behörden bei meinem Tod automatisch quasi zu Eigentümern meines Körpers oder auch nur einiger Teile davon werden, sofern ich es versäume dagegen zu widersprechen, die finde ich einfach nur gruselig. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass sowas niemals eingeführt wird.

Gleichwohl sehe ich das Problem. Auf der Kampagnen-Website zur Organspende der “Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung” (welch herrlich griffiger Name) wird es recht deutlich formuliert:

“Ca. 70 % der Bürger wären bereit, nach ihrem Tod Organe zu spenden, allerdings halten nur wenige Menschen ihre Entscheidung schriftlich fest oder teilen sie den nahe stehenden Menschen mit.”

Das ist natürlich schlecht, auch wenn es grundsätzlich nichts an meiner Einstellung dazu ändert.

Mich hat es aber sofort dazu gebracht, mir an gleicher Stelle einen entsprechenden Ausweis zu bestellen. Das geht hier kostenlos und dauert selbst mit ISDN-Geschwindigkeit keine 5 Minuten.

Auf der oben genannten Website stand zu den Ausweisen noch folgender Hinweis:

Der Organspendeausweis wird an keiner offiziellen Stelle registriert oder hinterlegt. Es ist sinnvoll den Ausweis mit den Personalpapieren bei sich zu tragen. In Notfällen schauen Rettungskräfte dort als erstes nach und können die Angehörigen verständigen. Möglich ist aber auch, den Ausweis bei Angehörigen oder einer nicht verwandten Vertrauensperson zu hinterlegen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann muss ich diesen Ausweis einfach nur bei mir haben und wenn mir dann irgendwas geschieht, dass mich zwar kaputt macht, einzelne Organe aber heile lässt, dann kann ich damit halt signalisieren, dass es in meinem Sinne ist wenn ich damit eventuell irgendwem nochmal das Leben retten kann.

Wenn das wirklich so ist, dann finde ich das eine gute Sache, die absolut unterstützenswert ist. Und bevor mein Körper noch per Gesetz verstaatlicht wird, wie es dem Ethikrat scheinbar irgendwie ein Anliegen ist, bleibe ich doch lieber bei meinem Grundprinzip der Freiwilligkeit.

Übrigens: Man kann sich einen solchen Ausweis auch als eindeutigen Widerspruch zulegen, das lässt sich da genauso drauf schreiben. Außerdem ist ein formloser, selbstgemachter Ausweis genauso gültig. Es geht also in erster Linie darum, ganz klar zu sagen was einem Recht ist und was nicht, auch um seinen Angehörigen diese Entscheidung im Falle des eigenen Todes von vornherein abzunehmen.

Weils so wichtig ist zu guter letzt nochmal den Link zum Bestellformular auf der Seite Organspende-Kampagne.de (klick auf den Link öffnet gleich die Seite wos zur Bestellung geht).

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Apr 24 2007

Gewerkschaftskritik

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Einige Menschen bei Ver.di scheinen nichtmal zu wissen, dass sich die Telekom mit k schreibt und nicht mit c. Denn die Telekom ist nunmal eine deutsche Firma, die sich um TELEKOMmunikation kümmert.

Das ist allerdings maximal ein wenig peinlich, wäre mir darüberhinaus aber nicht unbedingt einen eigenen Beitrag wert gewesen.

Schlimmer ist die Doppelzüngigkeit von Ver.di im aktuellen Telekom-Konflikt. Da geht es darum, dass die Telekom 5 Mitarbeiter “auslagern” will, weil sie einfach zu teuer ist (wie jeder leicht feststellen kann, wenn er mal ein bisschen die Tarife vergleicht). Das hängt unter anderem mit der langen Monopolstellung als Staatsbetrieb zusammen. Mit Wettbewerb wäre das so nicht passiert – aber das ist ein anderes Thema.

Die Idee dieser “Mitarbeiterauslagerung” wird offenbar vor allem vom Großaktionär Blackstone vorangetrieben, der von Gewerkschaftern gerne auch mal als Heuschrecke bezeichnet wird. Es handelt sich also offenbar um das absolute Hassobjekt jedes Linken und jedes Arbeitsrechtlers.

Oswalt Metzger schreibt nun in seinem stets lesenswerten Blog dazu:

“Seit gestern wissen wir, dass internationale Gewerkschaften (darunter auch die deutsche Verdi) mit großen Summen bei Blackstone engagiert sind, weil sie dessen Fonds Milliarden-Dollar-Beiträge aus Pensionskassen ihrer Mitglieder anvertrauen.”

Dieses Engagement wird nun offenbar als Druckmittel verwendet, man droht eben mit dem Abzug der Gelder. Mal abgesehen davon, dass das eigentlich eine Attitüde ist, die Gewerkschaften gerne Unternehmen vorhalten gilt Blackstone doch nicht erst seit gestern als “Heuschrecke”. Wie kann eine Gewerkschaft ihren Mitgliedern eigentlich glaubhaft vermitteln, wie ihre Öffentliche Aufregung über derartige Unternehmen damit zusammenpasst, dass man auf der anderen Seite massiv von der Geldgier von Blackstone & Co profitiert?

Wie kann man als Gewerkschaftsmitglied einerseits von den hohen Renditen mancher Firmen (denn das dürfte der wichtigste Grund gewesen sein, weshalb man sich zum Beispiel mal für Blackstone entschieden hat) profitieren und andererseits deren Geschäftsgebaren anprangern?

Wenn ich sowas lese, dann bin ich eigentlich ganz froh, mich damals zu beginn meiner Ausbildungszeit dagegen entschieden zu haben in eine Gewerkschaft einzutreten. Ich spreche ihnen ja gar nicht einen gewissen Wert für die Gesellschaft ab, auch wenn mich schon immer diese gewisse blind-linke Ausrichtung gestört hat. Aber solcherlei Verlogenheiten ziehen nun wirklich alles ins Lächerliche, wofür eine Gewerkschaft eigentlich stehen sollte.

Übrigens kann ich schon verstehen, dass die Betroffenen gegen diese Maßnahme sind. Aber diese Menschen sollten sich auch mal überlegen, ob sie sich bei einer Gewerkschaft, die über ihren internationalen Dachverband mit Firmen Geschäfte macht, die für eine solche Maßnahme eintreten (natürlich betrifft es eher selten Telekom-Mitarbeiter – aber unter Arbeitern gibt es doch wohl noch diese berühmte Solidarität?) wirklich gut aufgehoben fühlen.

Wenn man an den Gewinnen hochprofitabler Finanzdienstleister partizipieren möchte, dann sollte man wenigstens die nötige Aufrichtigkeit besitzen und auch zu deren Geschäften stehen anstatt sie öffentlichkeitswirksam zu bekämpfen.

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