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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Verbotsgesellschaft

Posted on | April 13, 2007 | 3 Comments

Macht schon nachdenklich, was ich grade hier gefunden habe. Die folgenden Punkte sind der Quelle nach von einzelnen Politikern geforderte Verbote innerhalb der letzten drei (!) Wochen:

  • Generelles Rauch-Verbot in Gaststätten und öffentlichen Räumen
  • Glühbirnen-Verbot
  • Killerspiele-Verbot
  • Laster-Verbot in Innenstädten
  • Pizza-Verbot an Schulen
  • Vollmich-Verbot an Schulen
  • Scientology-Verbot bei “Wetten dass…”
  • SMS-Verbot (an Schulen)
  • Tattoo-Verbot in der Bundeswehr
  • Verbot der Bewerbung vermutlich dick machender Süßwaren
  • Verbot der NPD
  • Flatrate-Verbot (= einmal bezahlen und dann so viel trinken, wie man mag)
  • Verbot der Übertragung von Poker-Turnieren im Fernsehen
  • Verbot des direkten Wechsels vom Vorstand in den Aufsichtsrat
  • Verbot des Haltens von Wildtieren in Privathaushalten
  • Verbot gefährlicher Hunderassen
  • Verbot des Verkaufs von Waren unter dem Einstandspreis
  • Verbot gefährlicher Dopingmittel
  • Verbot heimlicher Vaterschaftstests
  • Verbot sittenwidriger Löhne
  • Verbot transgener Nutzpflanzen in der Landwirtschaft
  • Verbot von “unverbindlichen” Preisempfehlungen
  • Verbot von Biertrinken unter 18
    • Verbot von Billigflügen
    • Verbot von Billig-Krankenkassen
    • Verbot von Erfolgshonoraren für Anwälte
    • Verbot von Fahrgeschwindigkeiten über 130 km/h auf Autobahnen
    • Verbot von Fernreisen
    • Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck (gemeint ist ein generelles Verbot)
    • Verbot von Fun-Games
    • Verbot von Geschlechtstests in den ersten Schwangerschaftswochen
    • Verbot von Online-Wetten
    • Verbot von Osterflohmärkten
    • Verbot von Paintballspielen
    • Verbot von Standby-Schaltern in Elektrogeräten
    • Verbot von Stierkämpfen in der EU

    Beeindruckend. Ich habe dem Kommentar des verlinkten Blogs dazu

    “Das erweckt den Eindruck, als sähen Politiker in Verboten die einzige Möglichkeit, Spuren zu hinterlassen…”

    nichts hinzuzufügen.

    Comments

    3 Responses to “Verbotsgesellschaft”

    1. evilboy
      April 16th, 2007 @ 23:37

      Es gibt ein paar sehr wenige Vorschläge, die Sinn machen würden.

      Die meisten sind allerdings dermaßen unsinnig, dass das nur noch Papierverschwendung ist. Sind wir Bürger denn schon so verdummt, dass uns alles vorgeschrieben werden muss (Stichwort Standby, Süßwaren usw.)?

      Und manche Verbote wie: Verbot heimlicher Vaterschaftstests, Verbot der NPD, Verbot von Billig-Krankenkassen, generelles Verbot von Flüssigkeiten im Handgepäck oder der Klassiker Killerspiele-Verbot sind irgendwo zwischen kontraproduktiv und idiotisch.

      Schade, dass so etwas nötig ist :(

    2. Jan
      April 17th, 2007 @ 09:26

      Ich glaube, dass jeder den einen oder anderen Vorschlag gut findet. Natürlich hat aber da jeder andere Vorstellungen, so dass sich letztlich für jede dieser Ideen Menschen finden, die dafür eintreten.

      Genau da liegt aber das Problem. Auf die Art entsteht so eine “Verbotsgesellschaft” ja erst.

      Ich kann zum Beispiel einem generellen Rauchverbot einiges abgewinnen und das sogar noch so liberal begründen, dass ich keine Gewissensbisse deswegen bekomme.

      Außer diesem einen Punkt würde ich aber den kompletten Rest sofort in die Tonne treten.

      Ich habe meine “Achillesferse” auch nur deshalb nicht weggelassen, weil es mir um das Gesamtbild ging – und außerdem habe ich ja eine Quelle zitiert, die auch diesen Punkt drin hatte.

      Die meisten dieser Punkte markieren einen Gesinnungswandel: Wir sollen vor unseren eigenen Fehlern und Verfehlungen geschützt werden. Das alte Sprichwort “aus Fehlern wird man klug” wird, wenn das so weitergeht, irgendwann keine Bedeutung mehr haben weil jedes und alles was man falsch machen könnte von vornherein ausgeschlossen ist.

      Auch eine Möglichkeit des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Hat nur mit Freiheit und Selbstbestimmung immer weniger und irgendwann gar nichts mehr zu tun.

    3. JuLis Harburg-Land » Blog-Archiv » Gerichtlich bestätigt: Reball doch nicht menschenunwürdig
      Juni 15th, 2007 @ 10:52

      [...] jenem nervenden Anti-Killerspiel-Aktionismus anschließen müssen, der so dumm und unsinnig ist wie die meisten Verbote, über die dieser Tage geredet [...]

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