Fragwürdige Kritikfähigkeit
Posted on | April 26, 2007 | No Comments
Es gibt Fragen, die durch einseitiges, unkritisches mediales Dauerfeuer landläufig als geklärt gelten.
Dazu gehört zum Beispiel der “Klimaschutz”. Hier gilt, dass weiß doch jeder, die so einfache wie einleuchtende Grundregel
CO2 = böse, schlecht, der Teufel (je nach Geschmack halt)
Folglich muss es um – buchstäblich - jeden Preis radikal reduziert werden. Am besten gesternvorgestern.
Al Gore sagt das. Und wem das nicht reicht – er war immerhin fast mal so erfolgreich wie George W. Bush und hätte es beinahe zum Präsidenten der USA gebracht – dem erzählen dass auch viele Wissenschaftler.
Nicht alle. Die, die sich nicht an diese Grundregel halten wollen, werden allerdings erbarmungslos gemobbt. Die Zeiten, in denen Wissenschaft aus unterschiedlichen Theorien bestand, von denen sich diejenigen die zu beweisen sind eines Tages durchsetzen ist scheinbar vorbei. Heute gilt die Theorie als bewiesen, die am lautesten in die Öffentlichkeit getragen wird. Wer was anderes sagt und damit das Geschäft verdirbt, der ist natürlich ein Fremdkörper, der das schöne harmonische Bild von hyperaktiven, sich für die gute Sache starkmachenden Politikern die Seit’ an Seit’ mit den von ihnen engagierten Wissenschaftlern stört.
Mit diesem Sachverhalt hatte ich mich hier schonmal befasst. Und prompt kam dann auch ein Kommentar retour, in dem ich für meine ketzerischen Mutmaßungen kritisiert wurde. War allerdings auch frech von mir, mich gegen den Mainstream in einer so wichtigen Frage zu stellen.
In Großbritannien versuchen Wissenschaftler und Medienmenschen nun die Veröffentlichung einer DVD zu verhindern, die sozusagen die Gegenposition zu Gores’ Film “Eine unbequeme Wahrheit” enthält. Das Werk heißt “The great global warming swindle”.
Mal unabhängig davon, wie man privat zu dem Thema stehen mag – sollte es nicht zu denken geben, wenn das bloße Äußern von öffentlicher Kritik, das Anzweifeln bestimmter Positionen oder das Vertreten einer anderen Meinung zu dermaßen allergischen Reaktionen führen?
Und in diesem speziellen Fall, wo man als Nicht-Wissenschaftler sowieso auf medienkonforme Vereinfachungen angewiesen ist, in diesem speziellen Fall muss es doch wohl erlaubt sein sich wenigstens auch mal eine Gegenmeinung reinzuziehen, ohne dass sie gleich zensiert wird.
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