Apr 27 2007

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Jan

Brennerstudie

Abgelegt unter Allgemein, Mucke

Ausgerechnet die Musikindustrie gibt jedes Jahr eine sogenannte “Brennerstudie” heraus. Darin geht es nicht um eine Autobahn durch die Alpen, wie man meinen könnte. Eigentlich geht es inzwischen sogar kaum noch um CD-Brenner. Das aktuelle Feindbild der Musikindustrie scheinen laut Spiegel Online vor allem MP3-Dateien und dazugehörige Player zu sein:

Die Zahl der auf MP3-Playern, Musikhandys und PC-Festplatten gespeicherten Musikdateien soll sich im letzten Jahr verdoppelt haben, sagt die Musikindustrie – und legt noch einen nach: Jeder zweite Jugendliche hört seine Musik vom MP3-Player.

Okay, ich bin entsetzt… Mal ehrlich, was er wartet denn die Musikindustrie? Dass man, nur weil Dateien als Format ihr ein Dorn im Auge sind, auf die 80er- und 90er-Jahre-Technik der Diskmans zurückspringt? Ich mein die Dinger sind knapp 10 mal so groß gewesen wie ein kleiner MP3-Player von heute, gleichzeitig bekomme ich aber ein Vielfaches an Musik drauf, die ich dann zu jeder Zeit an jedem Ort hören kann.

CDs sind scheiße. Ich kauf mir zwar meine Musik trotzdem fast ausschließlich auf CD. Noch bevor ich sie das erste Mal anhöre, wandert sie jedoch erstmal zum Rippen in den Rechner, damit ich sie parat hab. Die CD kommt dann ins Regal, die Musik liegt ja auf dem Rechner. Von da lade ich sie dann bei Bedarf auf meinen MP3-Player oder spiele sie direkt über den Rechner ab.

Das ist vielleicht nicht unbedingt dass, was sich die Musikindustrie wünscht wie ich mit ihren Produkten umzugehen habe – aber es ist praktisch und im Zusammenhang mit der heutigen Technik für mich die einzig logische Vorgehensweise.

Was also soll ich nun davon halten, wenn in dieser Brennerstudie die Existenz von MP3-Playern, Musikhandys und 16 Milliarden digitalisierten Musikstücken (was, oh Schreck, einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht) mehr oder weniger angeprangert wird?

Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, fürchtet, durch diesen Trend zur Digitalisierung der Musik könne “das Gefühl für den Wert von Musik verloren” gehen, “weil eine Festplatte immer das Gleiche wiegt – egal ob 100, 1000 oder 10.000 Musikdateien darauf gespeichert sind”.

Die Hervorhebung stammt von mir, das Zitat aus oben verlinktem Artikel. Eine interessante These. Dadurch, dass Musik endlich nicht mehr nur aus einer mehr oder weniger sperrige Anlage kommt, soll sie weniger wert sein? Nach dieser Logik sollte man private Wasseranschlüsse verbieten, damit wir uns bewusst werden wie wertvoll Wasser eigentlich ist. Diesen Unfug von wegen wiegt immer das Gleiche und so ignorier ich mal gar nicht erst, das ist einfach zu albern (wiegt eigentlich eine Maxi-Single weniger als ein Album?).

Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich eine Industrie – deren Kerngeschäft das Aufspüren und Vermarkten von Trends und Modeerscheinungen ist – sich seit Jahren gegen die digitale Revolution (die sie selbst mal mit ihren Musik-CDs eingeläutet hat, aber das mal nur nebenbei) sperrt, die ihre wichtigsten Kunden ohnehin längst verinnerlicht haben.

UPDATE: Einen weiteren guten Kommentar zum Thema gibt es übrigens hier (mit Dank für den Tipp an den Wendländer, siehe Kommentar)

7 Kommentare

7 Kommentare zu “Brennerstudie”

  1. Claasam 29. April 2007 um 11:27 1

    Subjektiv wirkt es auf mich so, als wären die Maxi CDs wirklich leichter als ein Album. Zum zweiten Zitat hat auch René von Nerdcore was geschrieben (http://www.nerdcore.de/wp/2007.....usikstuck/).

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  2. Janam 29. April 2007 um 12:46 2

    Eine interessante Frage. Dürften zwar verschwindend kleine Unterschiede sein – aber trotzdem würde mich das jetzt mal interessieren.

    Werden die Scheiben nicht gepresst? Von daher müssten sie eigentlich alle gleich viel wiegen, von Materialunterschieden mal abgesehen.

    Wenn man natürlich nicht nur die Scheibe sondern die Verpackung mitrechnet, dann sind Maxis sicher leichter als normale Alben. Dann gibt es ja aber da noch die Papphüllen und manhe CDs kommen sogar in Metallhüllen oder sonstigem Schnickschnack daher.

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  3. Claasam 29. April 2007 um 13:49 3

    Eben mal 2 wahllos gegriffene CDs verglichen. Die beiden wogen beide 15 g. Also hab ich mich entweder vertan, oder ich müsste mehrere CDs vergleichen.

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  4. Janam 29. April 2007 um 13:54 4

    Beeindruckender Forschergeist;) Ja, also tu dir keinen Zwang an…

    Wenn dus einigermaßen zeitsparend, aber umfassend machen willst: Leg alle CDs die du hast auf einmal auf ne Waage und rechne den Durchschnitt aus, wenn da auch 15 Gramm rauskommt kann man wohl davon ausgehen dass es überall gleich ist…

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  5. Claasam 29. April 2007 um 13:57 5

    Wenn sich die Zeit findet ;)

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  6. Was wiegt mehr? - der Wendländeram 30. April 2007 um 20:22 6

    [...] überhaupt einen Unterschied? Wiegt eine Maxi-CD mehr oder weniger als ein Album? Das hat sich Jan im Filter-Blog gefragt und hier kommt meine [...]

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  7. Claasam 1. Mai 2007 um 11:19 7

    Da mein Trackback irgendwie, wohl nicht angekommen ist, muss ichs manuell machen ;) http://der-wendlaender.de/tagt.....iegt-mehr/

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