“Beim Klimawandel macht der Pluralismus Pause”
Posted on | Mai 28, 2007 | 1 Comment
Schreibt Focus Online in einem “Cicero Exklusiv”. Ein sehr lesenswerter Artikel, der sich kritisch mit dem Phänomen der politischkorrekten Einheitsmeinung beim Thema Klima befasst.
Dass mir diskutierte Maßnahmen wie CO2-Steuern, öffentliche Brandmarkung von Flugreisen oder großen Autos zutiefst suspekt sind, habe ich ja schon öfter mal angedeutet. Daher verwundert es den regelmäßigen Leser wohl kaum, wenn mir ein kritischer Artikel auf einem größeren Medienportal gefällt.
Auch dass Kritik an dieser scheinbar gesellschaftlich genormten Meinung zu geradezu allergischen Reaktionen führen kann, habe ich teils an Kommentaren selbst gemerkt, teils auch an anderer Stelle gelesen und kommentiert.
Man muss meine Meinung nicht teilen, wer sich aber nicht einfach nur der Einheitsmeinung anschließen will, sondern lieber selbst drüber nachdenken möchte, dem sei der Artikel auf jeden Fall dringend empfohlen, denn er regt zumindest zum Nachdenken an und das kann die Debatte gut gebrauchen.
Um Lust auf den Artikel zu machen habe ich mir mal zwei markante Absätze rausgepickt:
Die ganz große Koalition aus Greenpeace und „Bild“-Zeitung hat es so beschlossen, und alle freuen sich: Hurra, wir retten die Welt! Lidl-Supermärkte helfen mit, indem sie dem Greenpeace-Magazin einen Großteil der Auflage zum Festpreis abnehmen (unabhängig davon, wie viele Hefte verkauft werden). Banken und Börsen freuen sich über den Handel mit Emissionsrechten. Rückversicherungen freuen sich auch, denn die gefühlte Zunahme von Unwettern treibt die Preise der Policen hoch. Und sogar die ewig murrenden Bauern freuen sich: Für den Anbau von Biosprit-Pflanzen winken ergiebige Subventionen.
Es sprudeln auch die Fördergelder für Klimawissenschaftler. Weltweit flossen in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten zweistellige Milliarden-Dollarbeträge in ihr Forschungsgebiet. Gut angelegtes Geld, denken sich Politiker, die gern als Weltretter posieren. Sie überbieten sich gegenseitig mit Klimaschutzbekenntnissen und mehr oder weniger intelligenten Vorschlägen, wie die Erderwärmung zu stoppen sei. Der Soziologe Ulrich Beck bezeichnete die Klimapolitik treffend als „eine Sinnressource für die delegitimierte und von Vertrauensverlust gezeichnete Politik“. Und das Schönste ist, man kann mit dem Klimaschutz alles rechtfertigen, jedes Verbot, jede Steuererhöhung. Ob es was gebracht hat, stellt sich angenehmerweise erst in hundert Jahren heraus.
Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, bin ich nur noch einmal in meiner Meinung bestärkt worden: Klimawandel und die Angst vor ihm ist für viele Firmen und Wissenschaftler eben auch ein Geschäft.
Das darf man nicht vergessen, wenn man über Maßnahmen diskutieren oder Kritiker der Debatte als reaktionäre Spinner darstellen will.
Comments
One Response to ““Beim Klimawandel macht der Pluralismus Pause””
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Juni 25th, 2008 @ 11:39
[...] Industrieländer in Entwicklungsländern zu hunger und Armut führt. Es ist ja nicht so, dass das vorher keiner gewusst [...]