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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

MeinungsBILDung

Posted on | Juni 30, 2007 | No Comments

Ich gebe offen zu, dass ich noch nie im Leben eine BILD-Zeitung gekauft habe. Naja, bis auf diese legendäre BAMS, die ich mal zusammen mit nem Kumpel an Faslam (das bedeutet, dass ich nicht nüchtern war) gekauft hatte, weil wir von der Schlagzeile “Uschi Glas zerbricht” fasziniert waren (wenn wir nüchtern gewesen wären, dann hätten wir den Rest der Schlagzeile, der “ihre Ehe?” lautete wahrscheinlich nicht so konsequent ignoriert). Aber ich denke, dass muss man nicht gelten lassen – gelesen haben wir in der Zeitung damals jedenfalls nicht.

Aber im Ernst: Es gibt Vieles, was ich an dieser Art Journalismus auszusetzen habe, ich will das jetzt gar nicht alles aufzählen.

Ich kann diesem Presseerzeugnis jedenfalls einfach nichts abgewinnen, weil mich nicht einmal der vielgelobte Sportteil interessiert. Trotzdem gibt es natürlich viele Menschen, denen BILD gefällt, aus unterschiedlichsten Gründen. Das ist okay, ich kanns nicht nachvollziehen aber ich muss wirklich nicht alles verstehen. Von mir aus soll sich jeder seine Meinung bilden wie er will.

Es ist ja auch so, dass die BILD-Macher gut in dem sind, was sie tun. Der Erfolg gibt ihnen ja recht, die Leute wollen offensichtlich genau dass Lesen oder sehen. Man kann sich also drüber aufregen, was BILD so bringt – letztlich sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Käufer, Leser, Konsumenten über den Inhalt entscheiden. Wer sich täglich BILD kauft und sich trotzdem über einige Inhalte aufregt, der braucht sich eigentlich nicht wundern wenn sich nichts ändert. Gleiches gilt natürlich für das Online-Angebot von BILD.

Vor einigen Tagen verunglückte ein Verwandter einer Bekannten von mir tödlich mit seinem Motorrad, was BILD (so wurde mir jedenfalls erzählt, ich habs nicht selbst gelesen) zu einem für die Angehörigen schmerzhafte, weil unnötig detaillierten Bericht über den Unfallhergang veranlasste. Ich finde so etwas geschmacklos, die Angehörigen selbstverständlich auch und einige Leser hoffentlich ebenfalls. Es lässt auch nicht auf besondere Rücksicht oder Respekt gegenüber den Hinterbliebenen schließen.Trotzdem sind das die Dinge, die BILD zu dem machen, was es ist – inklusive ihrem Erfolg.

Wem das nicht passt, dem bleibt nichts anderes übrig, als diese Form der Information zu ignorieren. Auf alles andere wird eine solche Redaktion wohl nicht reagieren, Erfolg ist nunmal ihr primäres Ziel und das respektiere ich.

hier Das soll darum kein Boykottaufruf sein und ich halte auch nicht jeden BILDleser pauschal für einen Voyeur. Was ich nicht verstehe ist nur, wie man sich über sowas aufregen kann – und trotzdem nichts Anderes kauft.

Ein weiteres Beispiel für den fragwürdigen Geschmack der anvisierten Zielgruppe ist das sogenannte Möllemann-Video, dass man angeblich (ich hab gar keine lust das nachzuprüfen, gucke mir sowieso keine Videos im Internet an weil das mit ISDN kein besonderes Vergnügen ist) auf der BILD-Online-Seite komplett sehen kann. Wer braucht das? Oder besser: Wer braucht das jetzt noch, nach so langer Zeit? Was soll der Informationsgehalt an dem Video selbst sein, mal abgesehen von den Fakten, die mir alle anderen Medien schon längst geliefert haben?

Natürlich ist es irgendwie zu rechtfertigen, wenn Medien auf diese Art ihre Konsumenten aus erster Hand informieren wollen. In diesem Fall (und auch in dem oben erwähnten anderen) sieht es mir allerdings eher nach Sensationslust aus und Sensationslust auf Kosten von Angehörigen Verstorbener ist etwas, das man als Journalist meiner Meinung nach besser sein lassen sollte. Zumindest dann, wenn keine gesellschaftlich irgendwie relevanten Auswirkungen damit zusammenhängen und das ist in beiden genannten Beispielen der Fall.

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