Mit langsamen Autos das Klima retten
ist Blödsinn. Dem Klima ist herzlich egal, ob ich 100 oder 200 fahre. Und auch wenn man den CO2-Ausstoß schneller Autos als klimaschädlich ansieht, ist eine technische zwangsweise Geschwindigkeitsdrosselung Unfug. Will man an den CO2-Ausstoß, dann genügt es völlig, ein Gesetz in dieser Richtung zu verabschieden. In etwa “Autos dürfen nicht mehr als soundsoviel Kohlendioxid von sich geben” und gut ist. Halte ich zwar auch nichts von – aber das wäre wenigstens konsequent.
Was bringt also jenen britischen EU-Abgeordneten, der als “Umweltexperte” vorgestellt wird und schon deshalb erwarten lässt, dass ihm die Zusammenhänge, die mir klar sind auch sehen sollte, nun dazu, eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit ab 2013 auf 162km/h bei allen Neuwagen zu fordern?
Keine Ahnung, vielleicht ist es wirklich nur Mediengeilheit, wie hier vermutet wird. Oder aber es ist ein weiterer Versuch der Volksverdummung.
Ähnlich wie beim “Grünen Punkt” und der Mülltrennung, die für uns alle seit vielen Jahren den Umweltschutz greifbar macht und uns das Gefühl gibt, etwas Gutes zu tun. Natürlich wird der Müll in den Verwertungsanlagen nochmal wieder getrennt, weil viele Menschen zu blöde sind, den Müll so sauber zu trennen, wie es nötig wäre – und natürlich gibts auch Leute, denen das egal ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Mülltrennerei ist in erster Linie ein symbolischer Akt, damit wir uns einreden können was für die Umwelt zu tun.
Ein Auto, dass nur weniger CO2 auspustet ist einfach zu langweilig, kein Mensch sieht wie umweltfreundlich wir sind, wenn wir so eins fahren. Darum müssen andere, sichtbarere Mittel her: Tempolimits! Und damit man auch gar nicht erst in Verlegenheit kommt, gegen irgendwelche Limits zu verstoßen, werden einfach keine Autos mehr verkauft, die schnell fahren können.
Schnelle Autos sind sowieso echt evil. Sie versauen das Klima, sie machen jene neidisch, denen die Kohle für große Autos fehlt und sie töten Menschen.
Ach, verdammt. Wenn ich mal so drüber nachdenke, dann fällt mir grade kein Grund ein, warum das alles nur für schnelle Autos gelten soll. Warum nicht alle Autos verbieten? Außer natürlich, sie fahren Schrittgeschwindigkeit und werden mit Muskelkraft betrieben. Und sind ziemlich klein, damit niemand neidisch wird.
Mehr kritische Argumente zum Tempolimit gibts übrigens in einem aktuellen und gelungenen Artikel bei den Bissigen Liberalen, der sich mit den Gedanken aus diesem Spiegel-Online-Artikel auseinandersetzt.
So sehen Sieger aus!

Wie bereits im vergangenen Jahr hat die Wettbewerbsgruppe Hoopte – natürlich – auch 2007 den Stadtpokal geholt. Das wird so langsam zur Gewohnheit, was die etwas unangenehme Nebenwirkung hat, dass man von nun an wohl nichts geringeres von uns erwarten wird – aber mit dem Druck können wir prima leben.
Das wir gewonnen haben lag zugegebenermaßen nicht allein daran, dass wir relativ wenig Fehler gemacht haben, sondern auch an eher schwacher Konkurrenz. Wir hatten außerdem etwas Pech mit unseren Saugschläuchen, die jetzt dringend ausgetauscht werden müssten.
Es muss ein verdammt blödes Gefühl sein, wenn man vorne einen Zeittakt ausführen soll und dann aufs Wasser warten muss. Ganz so weit ist es dann zum Glück nicht gekommen, weil unser Maschinist das Problem gerade noch rechtzeitig in den Griff bekommen hatte.
Durch diese Panne angestachelt müssen wir wohl unser Aufräumen, dass intelligenterweise mit in die Wertung einflisßt (sehr sinnvoll und realitätsnah…), dermaßen schnell erledigt haben, dass wir trotz eines dummen Gefühls viel zu lahm zu sein noch eine halbe Minute unter der maximal erlaubten Zeit geblieben sind.
Nach unserem Wettkampf waren alle, wirklich alle völlig erledigt – die meisten wegen dieses Aufräum-Sprints am Schluss. Selbst der Gruppenführer, der von den Regeln her nicht mit aufräumen darf, war geschafft weil er sich über die blöden Pannen geärgert hat.
Nach diesen Strapazen war es nur fair, dass wir dass wir trotz verbesserungswürdiger “Performance”den ersten Platz gemacht haben.
Googeln? Ixquicken!
Google ist mit weitem Abstand die beliebteste Suchmaschine der Welt. “Googeln” ist nicht nur der Begriff für “etwas im Internet suchen” – es bedeutet fast immer, dass man tatsächlich auch mit Google sucht.
Warum eigentlich? Weil Google bisher ein relativ sauberes Image hat, weil viele Internetnutzer möglicherweise nichts anderes kennen, viellleicht auch wegen des netten bunten Schriftzuges. Natürlich auch, weil Google einfach gut ist.
Aber die Sache hat, wie vieles was gut ist, leider einen Haken: Wer immer nur mit Google sucht, der gibt gegenüber des Suchriesen eine ganze Menge von sich preis. Google speichert mithilfe eines Cookies, eines klitzekleinen Codes auf dem Computer des Nutzers, alle Suchanfragen bis in alle Ewigkeit. Nutzt man dann noch einen der anderen Google-Dienste, dann erhält Google sogar noch einen Namen und Anschrift zu diesen Daten und kann sich so ein recht gutes Bild vom Nutzer machen.
Das dient dann dazu, möglichst zielgerichtet zu werben. Das ist erstmal sicher angenehmer, als lauter Werbung die einen so gar nicht interessiert – aber mir ist es nicht so ganz geheuer, wenn sich jemand so massiv für mich interessiert um damit Geld zu verdienen.
Aus diesem Grund benutze ich schon seit langem verschiedene Suchmaschinen. Meistens Yahoo, manchmal auch MSN (oder wie auch immer das grade heißen mag, die benennen sich ja ständig um). Neuerdings nutze ich auch gerne mal die Technorati-Suche, die dann in Blogs sucht oder ich gucke bei Mister Wong, dass ist ein Social-Bookmark-Dienst, bei dem jeder sich seine interessanten Seiten abspeichern kann, die dann durch Tags (Schlagworte) auch von anderen gefunden werden können.
Jetzt bin ich zufällig noch auf eine weitere Google-Alternative gestoßen: Ixquick heißt sie. Das besondere daran ist, dass Ixquick nach eigenen Angaben keine Nutzerdaten speichert.
Außerdem ist Ixquick eine sogenannte Metasuchmaschine. Das bedeutet, sie nutzt für die Suchbegriffe, die man eingibt, jeweils verschiedene andere Suchmaschinen. Das Ergebnis wird auf diese Weise oft präziser als wenn man sich auf den Algorithmus von nur einer Suchmaschinie verlässt. Im Grunde genommen könnte man von einem “vier Augen sehen mehr als zwei”-Prinzip sprechen, obwohl es in diesem Fall eher “15 Suchmaschinen finden mehr und besser als nur eine” treffen würde.
Ixquick bietet außerdem eine Telefonbuch- und eine Bildersuche. Damit stellt sie die wichtigsten und meist genutzten Funktionen der allmächtigen Google-Suche ebenfalls zur Verfügung und ich denke, ich werde Ixquick ab sofort öfter mal nutzen.
Abkürzungen
Gerade habe ich irgendwo die Abkürzung “imo” gelesen. Erst hab ich mich gefragt, ob es sich da um einen Schreibfehler gehandelt hat, weil ich mich bisher notgedrungen an dieses total bescheuerte “imho” gewöhnt habe. Das begegnet einem nämlich überall, obwohl es sich absolut beschissen anhört, den Lesefluss behindert und im Übrigen so gar keinen Sinn hat.
Was es bedeutet? „In My Humble Opinion.“ Auf Deutsch: “Meiner bescheidenen Meinung nach.” Und spätestens hier wird deutlich, dass dieses “imho” ausgeschrieben noch sinnloser wird, als abgekürzt. Erstens würde kein normaler Mensch sowas zu seinem normalen Wortschatz zählen und es in jedem Kommentar in jedem Forum oder Blog benutzen. Und Zweitens halten die wenigsten, die was ins Internet schreiben und dabei diese nervige Redewendungs-Abkürzung verwenden, ihre eigenen Worte für unbedeutend oder gar bescheiden – im Gegensatz zu vielen, die es hinterher lesen. Man könnte es höchstens noch wohlwollend als witzlose Selbstironie verstehen.
Dieses ominöse “imo” bedeutet übrigens nur “In my Opinion”, wie ich inzwischen rausfinden konnte.
Vor einigen Monaten habe ich mal einen Volkshochschulkurs zum Thema Pressearbeit besucht und dort unter anderem gelernt, dass zum Beispiel Zeitungen den Anspruch haben, komplett auf Abkürzungen zu verzichten. Weil sie auch die Leute erreichen wollen, die nicht immer alle Abkürzungen drauf haben. Bei Parteinamen werden oft Ausnahmen gemacht und auch UNO oder NATO liest man öfter. Aber ansonsten stimmt es schon, dass die meisten Zeitungsartikel diese Art “Barrierefreiheit” erfüllen.
Ich versuche seitdem übrigens das Selbe hier, schreibe statt z.B. meistens lieber gleich zum Beispiel und verzichte fast immer auf unerklärte Abkürzungen von Firmen oder Organisationen, selbst wenn ich der Meinung bin dass man sie eigentlich kennen sollte.
Sachen wie IMO, IMHO, KA, KP, LOL (alles bei Wikipedia geklaut) blogge ich gar nicht, ich mag sowas nichtmal gerne in Emails oder Chats verwenden. Ist mir einfach zu albern und ich will ungern schreibfaul wirken oder als würde ich mir für mein Gegenüber nicht die Zeit nehmen, ganze Wörter oder Sätze zu schreiben.
Man mag meine Ansprüche was dass angeht von mir aus als Pedanterie hinstellen und etwas Belächeln. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es irgendwen stört oder nervt. Es liest sich IMHOin meinen Augen wesentlich flüssiger, wenn man Worte benutzt anstatt nur deren Anfangsbuchstaben legasthenisch aneinanderzureihen.
Da nicht abzusehen ist, dass die Zahl der Schreibfaulen abnimmt, empfehle ich neben Wikipedia erneut Abkürzungen.de als umfangreiche Liste für selbst die beknacktesten Kürzel.
mfg, Jan (sorry aber die unsinnigste aller Abkürzungen wollte ich noch unterbringen – egal wie plump…)
Neues von den Vespuccis
So nenne ich der Einfachheit halber mal die beiden “America-by-Vespa“-Reisenden, in Anlehnung an den Namensgeber Amerikas und ihr Gefährt gleichermaßen (wen Einzelheiten interessieren, der kann das hier nochmal nachlesen).
Die Party, die ja nun schon einige Tage her ist, war ja wirklich mal ne ordentliche Sause.
Nur ein paar Stichworte dazu:
Becks (eiskalt); eine per Edding auf der Hauswand um Kuba erweiterte Karte von Nordamerika; eine der Original-Tour-Vespas zum anfassen; ein völlig neben sich stehender Blogautor mit einer aufzeichnenden Helmkamera; zwei Holzfahrräder; laute aber geile Musik; viel zuviel Korn; drei Kumpels von mir, die anschließend noch den Hamburger Fischmarkt besucht und dort irgendwo auf Tischen eingeschlafen sind – und vielleicht noch vieles andere, an dass ich mich nicht mehr erinnere, was eventuell aber gar nicht so schlimm ist…
Das macht doch richtig Lust auf die Willkommensfeier;)
Falls die beiden überhaupt jemals zurückkommen, denn nach einer leicht abgehackten und wenig Optimismus-verbreitenden Nachricht, die sie kurz in ihr eigenes Gästebuch geschrieben hatten und der da lautete:
Wir sind in NY! Lediglich das Gepaeck und die Vespas sind irgendwo verlorenen gegangen, der Anhaenger ist da. Neja, einer setzt sich in den Anhaenger, der andere zieht…
brodelte schon etwas die Gerüchteküche, was den weiteren Verlauf der Tour angeht.
Mittlerweile sind wohl aber auch die Vespas beide da und es fehlt “nur” noch das Gepäck.
Der Abenteuergeist der beiden ist bewundernswert, wenn trotz dieser anfänglichen Pannen der Gruß am Ende des ersten längeren Reiseberichtes lautet:
Am Ende des Tages sitzen wir ohne Gepaeck am Ars.. der Heide, trotzdem nicht unzufrieden. Die Vespas sind in USA!
Den vollständigen und von Tag zu Tag ergänzten Bericht gibts natürlich hier. Da ich beim Googlen nach Harms Amerika Vespa an oberster Stelle gefunden werde, werde ich auf die Tour-Website von Hendrik und Christian wohl noch öfter hinweisen müssen – mach ich aber gerne.
Niedersachsens Kneipen werden rauchfrei
Ich hatte ja schon immer eine von manchen als unliberal empfundene Auffassung zum Thema Rauchverbot. Daran hat sich nichts grundlegendes geändert, ich finde es nach wie vor angenehmer, rauchfrei zu feiern als am Tag danach trockene und spröde Lippen und abartig stinkende Klamotten zu haben.
Insofern kann ich mich nicht über die etwas unverhoffte, wohl dem Wahlkampf geschuldete Kehrtwende der Landesregierung aufregen, auch wenn ich mir (unabhängig von der Sache) vom Stil her etwas mehr Geradlinigkeit gewünscht hätte.
Aber jetzt kommt es jedenfalls, das Rauchverbot für alle Kneipen. Und zwar ausnahmslos – also auch in den berühmten Eckkneipen, die scheinbar eine bedeutende Rolle in meinem Land zu spielen scheinen – denn sie sollten ja erst noch von dem Verbot ausgenommen werden.
Ab 1. August werden Raucher nun zur Rücksicht und Toleranz gegenüber Nichtrauchern gezwungen. Ein Grund, weshalb so viele Menschen (die mehrheitlich Nichtraucher sind) so ein Verbot gut finden, besteht meiner Meinung nach in der bisherigen Ignoranz vieler Raucher, denen oft schlicht egal ist ob sie in Gegenwart anderer, die das möglicherweise nicht haben mögen, Rauchen.
Viele Raucher fühlen sich nun ihrerseits als Opfer von Intoleranz und Rücksichtslosigkeit, wittern gar eine Art gesundheitsapostolische Moral, die da am Werke ist.
Aber jene, die sich nun darüber aufregen, die sollten mal ehrlich Fragen, wann sie das letzte Mal andere Kneipen-, Disko-, oder Restaurantbesucher gefragt haben, ob sie was dagegen haben wenn sie rauchen.
Nach meiner Erfahrung wurde da so gut wie nie gefragt, weswegen sich Tabakfans jetzt besser zurückhalten sollten mit Vorwürfen in Richtung Rücksichtnahme und Toleranz.
Meine Lieblingslösung ist ein Verbot nicht, ich hätte mir von Anfang an mehr Bereitschaft unter Rauchern gewünscht, sich mit dem Qualmen in Gegenwart anderer etwas mehr zurückzuhalten, um ein Verbot so überflüssig zu machen.
Und wenn Gesundheitspolitiker aus CDU und FDP nun Sprüche wie
“Das Nichtraucherschutzgesetz ist ein Meilenstein für den Gesundheitsschutz in Niedersachsen”
von sich geben, dann stellen sich mir die Nackenhaare auf. Denn das hört sich dann wirklich so an, als wollte die Regierung ihre Wähler erziehen, sie “beschützen”.
Ich will nicht von meiner Regierung beschützt werden. Jedenfalls nicht vor Dingen, die sie gar nichts angehen.
Aber es ist wohl tatsächlich so: Wir brauchen das einfach. Wir sind nicht in der Lage, uns ohne ein starres Korsett aus Regeln und Gesetzen so zu verhalten, dass wir anderen nicht ständig auf den Keks gehen.
Traurig, eigentlich.
Ich bin gespannt, ob dann demnächst (wie es immer wieder von Raucherlobbyisten prophezeit wurde) wirklich alle Kneipen dicht machen müssen, weil natürlich kein Mensch eine Kneipe zum Feiern aufsucht, sondern nur zum Rauchen…
Ein kleiner Trost bleibt den Kneipenzuqualmern noch: Bis Oktober kostet das Missachten des Verbots kein Bußgeld.
Das Recht der Partnerschaft
Heute hat der Bundesrat Bundestag [aua, böses Foul...sorry!] mal über das “Lebenspartnerschaftsrecht” debattiert.
Lebenspartnerschaftsrecht – als ich das Wort das erste Mal gelesen hatte, da fand ich es irgendwie beeindruckend, dass man sich einen Lebenspartner anlachen darf, so ganz legal. Toll, dass es auch dafür Gesetzestexte gibt.
In Wahrheit geht es in diesem Recht natürlich nicht ernsthaft darum, wer Partner haben darf und wer nicht. Das entscheidet bei uns (noch) die Evolution ganz allein. Das Thema drängte sich vermutlich deshalb in den Vordergrund, weil der Christopher Street Day mal wieder ins Haus steht und man sich darum ja mal wieder über die Gleichstellung Ehe-ähnlicher Verhältnisse mit “echten” Ehen beschäftigen wollte.
Als Liberaler kann ich keinen ernsthaften Grund finden, der eine Beschneidung von Rechten von Menschen, die nunmal lieber das eigene Geschlecht dem anderen vorziehen, rechtfertigen würde. Entsprechend sollten schwule oder lesbische Menschen von mir aus gerne heiraten dürfen, wie sie lustig sind – eben so, wie es der nicht-schwule Teil der Bevölkerung seit Ewigkeiten tut.
Und eine solche Ehe sollte dann selbstverständlich zum Beispiel mit allen steuerlichen Vorteilen gesegnet werden, die konventionellen Paaren auch angeboten werden. Alles andere wäre eine Ungleichbehandlung, die meinem Rechtsempfinden nicht entspricht.
Was mir in diesem Zusammenhang aber schon länger gegen den Strich geht: Warum wird die Ehe an sich mit steuerlichen Privilegien quasi subventioniert? Wir sollen alle heiraten, damit wir Steuern sparen, nicht etwa weil wir uns aus freien Stücken dazu entschließen?
Zugegeben: Vermutlich wird kaum jemand nur aufgrund daraus entstehender Steuervorteile heiraten. Aber mit welchem Recht gewährt man denn überhaupt verheirateten Paaren Vorteile, die man normalen Paaren nicht zugestehen möchte?
Der Schutz von Ehe und Familie ist grundgesetzlich geschützt. Von Steuervorteilen steht da zwar nichts – aber vermutlich wurden die irgendwann mal damit begründet.
Wenn man Familien gesellschaftlich unterstützen möchte, dann sehe ich das irgendwo noch ein. Eine einleuchtende Begründung, weshalb auch die Ehe nach wie vor als unterstützenswert gilt, während andere Formen des Zusammenlebens offenbar weniger erwünscht sind, will mir auch unter Aufbietung all meiner Phantasie partout nicht einfallen.
Die Ehe ist auch schon länger kein Bund fürs Leben mehr sondern oft genauso flüchtig, wie alle anderen Formen des Zusammenlebens.
Ob man die deswegen alle steuerlich besser stellen müsste ist eine andere Frage. Ist es für die Gesellschaft wichtig und förderungswürdig, dass Steuerzahler einen festen Partner haben?
Und überhaupt: Warum sind uns Formen des Zusammenlebens, die nichts mit Ficken zu tun haben, deswegen gleich weniger Wert? Studentische, absolut nichtsexuelle Wohngemeinschaften beispielsweise haben doch meist auch nicht viel Geld, arbeiten trotzdem hart daran, eines Tages Arbeitsplätze und Steuern für ihr Land zu erzeugen. Zwar zahlen die selten Steuern – aber vom Prinzip her würde ich die mal mindestens so förderungswürdig einstufen, wie ein verheiratetes Paar.
Kulturgut Filterblog
Gaaanz früher mal hatte ich mich schon über ein tolles Vorhaben lustig gemacht: Die Deutsche Nationalbibliothek archiviert das Internet.
Ich stelle mir in dem Zusammenhang gerne hunderte Bibliothekare vor, die jeden Tag oder so jede der 10-15 Millionen deutschen Seiten ausdrucken und sorgfältig abheften. Allerdings hoffe ich, dass meine manchmal etwas wirre Phantasie nicht der Realität entspricht.
Heute lese ich hier nun:
Unternehmen und Blog-Betreiber müssen der Deutschen Nationalbibliothek in Zukunft regelmäßig elektronische Kopien ihrer Internet-Seiten abliefern. Dieses Szenario sei in Plänen der Bundesregierung vorgezeichnet, warnt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM).
Ja, hm. Einerseits ist die Vorstellung, dass meine Erläuterungen und Gedanken zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest bis in alle Ewigkeit in das offizielle deutsche kulturelle Gedächtnis eingehen, zwar irgendwas zwischen albern und einer ironischen Variante von geil.
Andererseits frage ich mich, wie ich das abliefern soll. Schick ich dann regelmäßig ne CD nach Frankfurt? Oder genügt es, wenn ich das regelmäßige automatische Datenbank-Backup, dass ich mir eh per Mail schicken lasse an anlieferung@nationalbibliothek-deutschland.de (Phantasieadresse…) weiterleite?
Noch ein kleiner Tick interessanter ist sicherlich die Frage, wer sich zum Beispiel speziell mein Geschreibsel in 10 oder 100 Jahren nochmal durchlesen will.
Ein Gutes mag dieser ailionenteure Blödsinn allerdings haben: Blogs würden das erste Mal offziell als hochwertiges und schützenswertes Kulturgut anerkannt.
Nicht, das ich jemals sowas werden wollte aber immerhin…
Ist der Landkreis Nesselsüchtig?
Vor ein paar Tagen erst hat die Justiz dem Landkreis und der Stadt die Leviten gelesen und ihnen erklärt, dass es überraschenderweise keineswegs gegen die Menschenwürde verstößt, wenn man mit Plastikkügelchen aufeinander schießt.
Heute lese ich dann im Winsener Anzeiger, dass der Landkreis Harburg sich anscheinend noch nicht genug in die Nesseln gesetzt hat:
“Landkreis schickt Shape neues Verbot”
lautet die Schlagzeile. Es geht dabei allerdings um einen Bereich,
“in dem Jugendliche ab 14 Jahren mit Softair-Waffen schießen sollten.”
Das ist dann etwas anderes als Reball und möglicherweise bemüht man hier sogar irgendwie den Jugendschutz.
Die abgedruckte Begründung lautet allerdings
“Tötungshandlungen würden simuliert. Dies sei ein Verstoß gegen das Grundgesetz.”
Klngt so als würde man schon wieder das gute alte Argument der Menschenwürde bemühen. Oder findet irgendwer ne Zeile im Grundgesetz, wo ausdrücklich simulierte Tötungshandlungen verboten werden?
Als ich das erste Mal mit Freunden eine kleine Schießerei mit Erbsenpistolen veranstaltet habe, da war ich auf jeden Fall deutlich Jünger als 14. Allerdings muss man mir zugute halten, dass ich damals noch nie im Grundgesetz gelesen hatte und von selbst wirklich nicht gemerkt habe, dass ich gerade meine Würde gefährde.
Naja, warten wir mal ab war passiert. In der Zwischenzeit denke ich noch ein bisschen drüber nach, was wohl eine simulierte Tötungshandlung ist.
Wenn ich mit einem Messer auf eine Wassermelune einsteche und mir vorstelle, es wäre jemand den ich wirklich nicht mag – ist das nicht auch schon irgendwie eine Simulation? Man sollte im Kreishaus besser schonmal ein Schriftstück zum Verbot von Wassermelonen aufsetzen, der Menschenwürde wegen.
Grundrechte gelten für mich nicht
Das jedenfalls findet jedenfalls ein Herr von WAZ, der folgenden, an Intelligenz kaum zu überbietenden Satz von sich gab:
„Blogger verdienen nach meiner Ansicht nicht den Schutz des Artikel 5.”
Wenn es nach Stephan Holthoff-Pförtner ginge, dann verlöre man demnach in Deutschland seine Grundrechte beinahe so einfach wie zuletzt in der Nazizeit. Denn Meinungsfreiheit ist natürlich ein unveräußerliches Grundrecht jedes Menschen, auch wenn mancher moderne Medienschaffende es sicher toll finden würde, wenn dergleichen nur für ausgebildete Journalisten und Medienleute gelten würde.