Monatsarchiv für Juli 2007

Jul 31 2007

„Moinsen aus den Staaten“

Autor: Jan. Abgelegt unter In Eigener Sache

so lautete der Betreff einer Email, die ich heute erhalten habe. Natürlich vom Vespa-Abenteurer Hendrik, über dessen „America-by-Vespa“-Tour ich schon mal und nochmal berichtet hatte.

Per Mail erhielt ich nun den aktuellen Stand, den Hendrik wie folgt zusammenfasst:

WIE OBEN BEREITS ERWAEHNT, WIR SIND GERAD IN SAN FRANCISCO BEI BEKANNTEN. MIR IST NACH HUNDERTEN PANNEN IN PORT ORFOR AUF DER 101 NACH IMMERHIN 4000 ECHT GEFAHRENEN KILOMETERN DANN ENDGUELTIG DER MOTOR UM DIE OHREN GEFLOGEN. DIE KUPPLUNG, AN DER WIR JA FAST TAEGLICH RUMGEDOKTORT HABEN IST AUSEINANDER GEBROCHEN UND EIN PAAR TEILE SIND BEI VOLLER FAHRT (NA JA 55 KM/H) SCHOEN DURCHS GETRIEBE GERAUSCHT … DABEI IST DANN DIE KURBELWELLE, DER DRITTE GANG, ALLE LAGER UND UND UND IN ARSCH GEGANGEN . MEINE MUTTER HATTE RECHT ALS SIE MEINTE ” DAS SIND HALT ALTE LADYS …”

Klingt für mich nicht unbedingt nach der entspannten Moped-Tour, als die sich der Romantiker in mir das Vorhaben vor dem Start immer so vorgestellt hatte. Doch der Geist von Freiheit und Abenteuer beinhaltet eben meistens auch die eine oder andere Überraschung. Ich wünsch Hendrik und seinem Mit-Vespisten aber für die nächsten 10.000 Kilometer trotzdem ein bisschen verlässlichere Technik, auch wenn man von „alten Ladys“ (immerhin 50er-Jahre-Maschinen!) natürlich auch keine Wunder erwarten darf.

Wie schon bei meinen bisherigen Berichten sei dem interessierten Leser auch diesmal unbedingt ein Blick auf die offizielle Tour-Website ans Herz gelegt, wo zwar nicht tagesaktuell, aber doch von Zeit zu Zeit der neueste Stand, außerdem allgemeine Informationen und natürlich ein paar Bilder zu dieser definitiv außergewöhnlichen Tour zu finden sind.

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Jul 27 2007

Einstellungssache

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein, In Eigener Sache, JuLi-Blogs.de

Eine nette Party zu vorgerückter Stunde. Ich unterhalte mich mit einem Freund über irgendwas Technisches (ich weiß nicht mehr worum es genau ging, spielt auch keine Rolle) und schloss meine Erläuterungen mit „dass ist eigentlich nur eine Sache der Einstellung“, worauf mein Gegenüber mit dem wahnsinnig einfallsreichen Spruch „Klar, und es ist auch Einstellungssache in der FDP zu sein.“ kalauerte.

Er konnte sich darüber halb totlachen, ich dagegen entgegnete trocken „Und wie es das ist!“

Das Problem dahinter kennt wohl jeder, der aktiv in einer Partei ist und mit seiner Mitgliedschaft nicht hinterm Berg hält. Eigentlich ist es schon „Einstellungssache“, überhaupt politisch mitwirken zu wollen. Und die Wahl der Partei, mit der man das tun möchte, ist nunmal auch eine Frage der Einstellung, eventuell spielen allerdings noch Karriereplanungen eine Rolle.

Wann immer man sich zu bestimmten Einstellungen öffentlich bekennt, werden diese hinterfragt – zumindest von denen, die einen kennen. Das ist normal und das ist nicht schlimm. Es kann sogar ganz gut sein: Zum Beispiel wenn es einem dabei hilft, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Man wird geradezu aufgefordert sich zu erklären. Und da man normalerweise gute Gründe und Argumente vorbringen kann, wird der Gesprächspartner schnell feststellen, dass es eine ganz sachliche Entscheidung sein kann, einer bestimmten Partei beizutreten. Auf die Art lassen sich gewisse Vorurteile abbauen, ich behaupte sogar, dass man durch solche Gespräche seinen Beitrag gegen den allgemeinen Politikverdruss leisten kann. Schließlich zeigt man, dass Politik mehr als Worthülsen, gebrochene Versprechen und populistisches Wahlkampfgedudel sein kann.

Ich bin also in erster Linie FDP Mitglied wegen meiner Einstellung, meiner Prinzipien. Einige (nicht alle!), die mir so spontan einfallen, sind:

  • Von nichts kommt nichts und wenn ich mich völlig aus der Politik raushalte dann ist die Chance, dass mir Ergebnisse nicht gefallen größer, als wenn ich mich irgendwie beteilige
  • Niemand kann besser mit Geld umgehen, als derjenige der es aus eigener Kraft erwirtschaftet hat
  • Jede Regel, jedes Gesetz und jedes Verbot braucht Bürokratie und Personal, dass diese Konventionen durchsetzt und überwacht
  • Jede Regel, jedes Gesetz und jedes Verbot nimmt den Menschen einen kleinen Teil ihrer Freiheit – darum muss der für sie Eintretende sich ständig fragen (und fragen lassen, bzw. gut begründen), ob diese Einschränkung individueller Freiheit wirklich sein muss
  • Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig keins zu machen
  • Vernunft, Eigenverantwortung und demokratische Grundregeln sind wichtiger, besser und effizienter als jede von oben herab festgelegte political correctness, die in ihrem Selbstverständnis viel zu schnell jedes eigenständige Nachdenken unterbinden kann
  • kleine Verwaltungseinheiten sind demokratischer und effizienter – je größer das zu verwaltende Gebiet ist, desto größer werden all zu oft auch Korruption, Verschwendung und Politikverdruss
  • nichts ist fairer und gerechter als ein auf freien Märkten basierendes Wirtschaftssystem
  • Der ideale Zustand für einen Menschen ist totale, bedingungslose Freiheit und wie alle idealen Zustände nicht erreichbar – er sollte aber trotzdem bei jeder politischen Entscheidung das große angestrebte Ziel sein

Mal unabhängig von der Annahme, dass man sicherlich über den ein oder anderen Punkt lange diskutieren könnte – in welcher der größeren Parteien wäre ich denn mit solchen Positionen besser aufgehoben? Dass ich mir eine aussuchen musste, das hängt natürlich sehr mit dem allerersten Punkt zusammen. Und auch wenn mir natürlich nicht alles gefällt, was in meiner Partei geschieht – die Schnittmenge ist die weitaus größte, was nicht zuletzt am obersten Prinzip der Freiheit und des Liberalismus liegt. Das ist freilich (leider) nicht Jedermanns Sache. Freiheit erfordert Mut (wusste schon Perikles) und den hat offenbar nicht jeder. Außerdem steht für manch Einen wohl auch etwas Anderes als individuelle Freiheit an Platz 1 der politischen Prioritäteliste.

Es gibt natürlich auch liberale Sozial- und Christdemokraten und auch den Grünen will ich gewisse liberale Grundsätze nicht absprechen.

Aber für mich wäre es frustrierend, die Kernstücke meiner Überzeugungen immer wieder irgendwelchen traditionellen Positionen unterordnen zu müssen.

Der liberale Sozialdemokrat muss notfalls auch mal gegen eigene Überzeugungen mit wenig marktaffinen Gewerkschaftern kuscheln und paktieren, um die Basis zufrieden zu stellen. Der liberale Christdemokrat muss still halten, wenn seine Parteifreunde die Grenzen gegen ausländische Arbeitnehmer abschotten wollen. Und meine Position, Energieproduktion endlich dem freien Wettbewerb zu unterwerfen und sämtliche Subventionen für Kohle, Atomkraft UND Wind- und Solarenergie ersatzlos zu streichen, würde in dieser Kombination bei den Grünen auf heftigen Widerstand stoßen, Gleiches gilt erst recht für die Aufhebung von Energie-Sondersteuern, die ich befürworten würde.

Was also blieb mir angesichts dieser beispielhaft ausgewählten „Sachzwänge“ anderes übrig, als mein Glück mit der FDP zu versuchen? Ja, es ist Einstellungssache. Das war es auch immer.

Ich frage mich allerdings manchmal, ob es ebenso sehr Einstellungssache ist, bei den sogenannten Volksparteien, die ja schon zur Erfüllung dieses Anspruchs ständig abseits irgendwelcher Prinzipien eher populistisch handeln müssen, aktiv mitzuarbeiten.

Karriere hin oder her: Für mich wäre das nichts.

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Jul 26 2007

Grüne Jugend beklebt SUVs

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Die Grüne Jugend, bekanntlich die Bündnis90/Die Grünen nahestehende politische Jugendorganisation, hat in diesem Sommer eine “Anti-Offroader-Aktion” gestartet. Große Autos werden mit Strafzetteln beklebt.

“Mit den Strafzetteln der Aktionskampagne autowechsel-jetzt.de wollen sie darauf aufmerksam machen, dass der Luxus eines SUVs nicht nur vollkommen unnötig, sondern auch extrem schädlich für Klima und Gesundheit sind.”

So wird diese Kampagne begründet.

Nicht vergessen wird der Hinweis, dass natürlich vor Anbringen des Aufklebers beim Besitzer des Autos um Erlaubnis gefragt wird. Trotzdem finde ich die Art und Weise und die Argumentation äußerst fragwürdig. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass große Autos unnötiger Luxus sind – ganz so, als sei das ein eindeutiges, bedingungsloses Naturgesetz. Das natürlich von der Grünen Jugend festgelegt wird, klar. Denn die Jugendorganisation weiß besser als jeder Autokäufer, was für ihn sinnvoll und nützlich und was nutzlos und überflüssig ist. Ein eigenartiges Menschenbild, das hinter einer solchen Überzeugung steckt gefällt mir gar nicht.

Und eine Art öffentlicher Pranger für Besitzer großer Autos, das hat für mich dann doch eher den Anschein eine erzieherische Maßnahme grüner Umweltapostel zu sein, als eineernsthafte politische Kampagne.

Wenn Luxus in den Augen der grünen Kollegen unnötig ist, dann wäre es nur konsequent auch gegen Klimaanlagen, elektrische Fensterheber oder die Servolenkung zufelde zu ziehen. Oder, um mal den Automobilbereich zu verlassen, Dinge wie “unnötig” große Wohnungen (die ja auch geheizt oder gekühlt werden wollen), große Badewannen oder besser Badewannen überhaupt und vielleicht am Ende auch noch Aufzüge anzugreifen und als Klimaschädlich zu brandmarken.

Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt und irgendwo könnte man in fast allem Luxus sehen. Wer legt also fest, wo Luxus überflüssig zu werden beginnt? Und wieso verlässt man sich nicht auf den freien Willen der Menschen, statt sie politisch in bestimmte Richtungen lenken zu wollen?

Wer den Grünen und ihrer Jugendorganisation grundsätzlich liberale Überzeugungen unterstellt hat, der sollte sich dieses Urteil angesichts einer offensichtlichen Bevormundungsmentalität vielleicht nochmal überlegen. Mir stehen bei Grüner Politik viel zu oft nicht die Menschen und deren Selbstbestimmung, sondern immer irgendwelche übergeordneten gesellschaftlichen Ziele und Visionen im Mittelpunkt.

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Jul 25 2007

Flatrate-Saufen

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Das witzige an diesem Begriff ist, dass ich ihn schon vor knapp 10 Jahren eher scherzhaft benutzt hab, als die ersten derartigen Partys veranstaltet wurden. Wenn ich mich nicht irre, dann konnte man damals für 30 bis 40 Mark soviel trinken, wie man wollte.

Heute sind Flatrate-Partys übel in Verruf geraten. Sie würden zu Komasaufen führen, gerade bei Jugendlichen.

Darum gibt es nicht wenige, die diese Veranstaltungen verbieten wollen. Jene, die dergleichen fordern, ignorieren dabei bewusst oder unbewusst, dass es für diesen Zweck schon seit langem ein Jugendschutzgesetz gibt. Wenn nun spezielle Preismodelle für Partys verboten werden müssen, um die Jugend vor sich selbst zu schützen, taugt dann das Jugendschutzgesetz nichts?

Und: Wenn es nur darum geht, Jugendliche zu schützen, warum muss dann ein komplettes Verbot dieses Preismodells her? Ich bin 26 Jahre alt und selbst wenn ich als Liberaler nicht ohnehin meine grundsätzlichen Bedenken in Bezug auf Verbote hätte, würde ich es mir verbitten dass sich irgendwelche Behörden darum kümmern zu welchem Preis ich mich besaufen dürfen soll.

Ähnlich wie Frank Lloyd, der zu diesem Thema mal eine Blog-Parade gestartet hat, habe ich so meine Zweifel ob das „Komasaufen“, dass nun für sämtliche Verbotsvorhaben als Argument herhalten muss, wirklich ein so neues Phänomen ist.

Aber unabhängig davon, bin ich der festen Überzeugung, dass es allein Sache der Eltern sein sollte, ihren Nachwuchs zu erziehen. In der Realität wird natürlich auch in der Schule ziemlich viel aufgeklärt (das war schon zu meiner Schulzeit so und ich nehme nicht an, dass das weniger geworden ist) und außerdem kennt wohl fast jeder einen Alkoholiker in der Familie, der Nachbarschaft oder sonst im Bekanntenkreis.

Wenn alles das nicht als Abschreckung genügt, dann wird man auch mit Verboten nicht viel erreichen können, von einer unverhältnismäßigen Einschränkung der Gewerbefreiheit und der Freiheit erwachsener Menschen mal abgesehen.

Die Gründe, aus denen Jugendliche sich übermäßig besaufen, sind außerdem sicher nicht in erster Linie in der bloßen Verfügbarkeit von Alkohol zu suchen. Verfügbarkeit ist in diesem Zusammenhang eigentlich auch schon übertrieben, weil zumindest „harte Sachen“ ja sowieso nichts in den Händen von unter-18-Jährigen zu suchen haben.

Aber statt auch hier wieder nur irgendwelche Symptome zu bekämpfen, sollten sich die unaufgeforderten Kümmerer lieber auf Ursachen konzentrieren. Freizeitangebot? Zukunftschancen? Kaputte Familien? Können alles Gründe sein. Natürlich kann man gegen vieles davon einfach wenig machen.

Aber nur weil einem nichts anderes einfällt Verbote aussprechen zu wollen ist keine Lösung, zumal wenn sie wie in diesem Fall jeden Betreffen und nicht nur diejenigen, die man eigentlich damit vom Saufen abhalten will.

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Jul 23 2007

Pokern

Autor: Jan. Abgelegt unter Daddeln

Nachdem sogar Aldi vor einigen Wochen einen Poker-Koffer im Angebot hatte, hat vermutlich wirklich fast jeder son Ding zuhause rumstehen – selbst ich. Witzig bei dem Aldi-Koffer übrigens: Der “Small Blind” heißt in China, wo der Koffer hergestellt wurde, offenbar “Little Blind”. Naja, aber mir ging es ja eh nur ums Spiel, die Beschriftungen sind ja doch eher Nebensache.

Was aber tun, wenn einem abends mal die Mitspieler fehlen und man trotzdem Bock auf ne Runde Texas Holdem bekommt?

Dafür gibts PokerTH ein kostenlosee, nett gemachte PC-Umsetzung. Netzwerkfähig ist es auch, hab ich allerdings noch nicht ausprobiert.

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Jul 20 2007

Sommerlochfüller: Doping

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Wollen die Öffentlich-Rechtlichen Sender ihre moralischen Grundsätze nun per Meinungsmache auch anderen Sendern aufzwingen?

Zur Zeit habe ich wieder mal den Eindruck, dass ARD und ZDF immer noch ihrem einstigen Meinungs-Monopol im Fernsehen nachtrauern.

Die Entscheidung von ARD und ZDF, die Berichterstattung zur Tour de France aufgrund neuer Dopingskandale einzustellen, könnte den Gebührenzahler zwar teuer zu stehen kommen – man kann sie aber durchaus in Ordnung finden.

Sat1 ist nun ein Sender, der sich zur Zeit in einer Krise befindet. Als ich hörte, dass die nun die Tour-Berichterstattung übernehmen wollen, da war mein erster Gedanke “Alle Achtung, mutig – aber auch ziemlich genial!

Jetzt Sat1 deswegen allerdings anzugreifen – so gehts dann auch nicht! Der Zuschauer bestimmt – und soll bestimmen – was im Fernsehen gezeigt wird und was nicht.

Mich hat Radsport noch nie besonders interessiert – viele andere Menschen schon. Das ist durch die Skandale der jüngsten Zeit weniger geworden – aber Dopingskandale hat es seit Beginn der Tour gegeben, ohne dass ARD und ZDF das groß gekratzt hat. Und jetzt ist es plötzlich aber gaaaanz schlimm.

Ganz einfach. Wenn jetzt ARD und ZDF rumjammern, Sat1 würde damit zum “Dopingsender” und sowas gehöre sich nicht – dann frag ich mich doch ein bisschen, warum Doping in der Vergangenheit offenbar für diese beiden Moral-Kanäle kein Problem war, trotz regelmäßig bekannt gewordener Fälle.

Im Übrigen bin ich jetzt schon gespannt, welcher Sender die Olympischen Spiele übernimmt wenn die ÖR-Sender sie wegen dem ersten großen Dopingskandal (der so sicher wie das Amen in der Kirche kommt) aus dem Programm kippen. Moralische Ansprüche muss man nämlich konsequent durchhalten, wenn man ernst genommen werden will.

Noch ein kleiner Gedankengang dazu: Warum werden eigentlich skandalträchtige Politiker nicht medial gänzlich totgeschwiegen? Bis auf die negativen Dinge versteht sich…

Dieser ganze Dopingzirkus treibt inzwischen wirklich seltsame Blüten, inzwischen soll es sogar Bestrebungen geben, Dopingmittel ganz zu verbieten. Wer sowas befürwortet, der verwechselt in meinen Augen die individuellen Regeln einzelner sportlicher Wettbewerbe mit der Realität.

Wenn ich Bock drauf habe, mir irgendwelches Gift in den Körper zu jagen weil ich dann plötzlich wie von der Tarantel gestochen wahlweise Radfahren, Schimmen, Laufen oder Fliegen kann, dann ist das mein Privatvergnügen und meine eigene Gesundheit, die ich riskiere. Es ist mein verdammtes Recht, meine Gesundheit zu riskieren wie ich will und das soll auch so bleiben – auch wenn ich sicher nie Gebrauch davon machen werde, zumindest nicht was Sportdoping angeht.

Wenn ich an einem Wettbewerb mit Regeln teilnehme, dann muss ich mich selbstverständlich an die halten. Erst recht, wenn ich sogar noch dafür bezahlt werde! Das ist also eine völlig andere Sache und ich fürchte, dass manche Menschen den Sport in seiner Bedeutung da reichlich überbewerten, seine Regeln zum Teil mit der Realität vermischen wollen.

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Jul 19 2007

Steuerzahler offenbar endlich heilig gesprochen

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Zwar nicht vom Papst – aber vom Winsener Anzeiger:

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Ja, ich hab bei der Schlagzeile auch erstmal den Kopf geschüttelt. Steuern ein Segen? Fürs Finanzamt schon, ja. Aber für die Menschheit wohl eher ein notwendiges Übel.

Ne, sorry – selbst wenn man sich über hohe Steuern freut, hätte man wirklich eine intelligentere Schlagzeile wählen können.

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Jul 19 2007

Preis der sozialen Sicherheit

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Wir leben auch nach diversen Reformen immer noch in einem überaus sozialen Staat. Muss so sein, wenn mehr als die Hälfte der erwirtschafteten Einkommen erstmal in die Hände des fürsorgenden Apparates fließen.

Natürlich gibt es bei dermaßen viel Geld, das umverteilt wird, immer mal wieder Schwachstellen in den Planwirtschaftsabteilungen von Bund und Ländern. Subventionen aller Art schaffen im Namen der Gerechtigkeit leicht mal Ungerechtigkeiten und ein Steuersystem für das man Fachleute benötigt um wirklich nur das zahlen zu müssen, zu dem man verpflichtet ist, kann man auch nicht unbedingt als gerecht bezeichnen.

Eine der wenigen absolut berechtigten, sinnvollen und notwendigen Umverteilungsaktionen des Staates ist die Unterstützung armer Menschen. Das sind oft die, die keine Arbeit haben und für die umgangssprachlich der Begriff “Hartz-IV-Empfänger” geprägt worden ist.

Hartz-Iv ernährt diese Menschen und soll ihnen ebenfalls ein Dach über dem Kopf sichern. Ein Mindestmaß an Lebensstandard sozusagen. Was dazu gehören sollte und was nicht, darüber könnte man ewig diskutieren. Fürstlich leben kann man davon ganz sicher nicht – aber wenn das so wäre, dann würde wohl auch jeder Anreiz fehlen, sich um Arbeit oder Bildung zu bemühen.

Man könnte weiter darüber streiten, ob es gerecht ist, Menschen mit Hartz-IV-Versorgung dazu zu zwingen ihre Ersparnisse aufzulösen. Da alle anderen Menschen allerdings auf einen kleinen Teil ihres Vermögens verzichten müssen, um arme Menschen zu unterstützen, ist es bei allem Verständnis für Einzelschicksale schon irgendwo vernünftig, dass es solche Regeln gibt.

Zweifellos gibt es genug nicht unbedingt legale und schon gar nicht soziale Möglichkeiten, seine meist nicht allzu üppigen Ersparnisse in solchen Fällen irgendwie zu “retten”. Oder einfach zu verschweigen.

Ähnlich sieht es aus mit neben der Arbeitslosigkeit getätigter Schwarzarbeit. Schwarzarbeit ist auch Arbeit, meistens nicht schlechter als ihre legale Schwester. Schwarz ist sie deshalb, weil die ansonsten erzwungenen Mehrkosten dieser Arbeit einfach weggelassen werden. Es geht nichts an die Sozialkassen, nichts in den Steuertopf. Das macht es für Auftraggeber angenehm günstig, für den Schwarzarbeiter führt dass zu einem größeren Markt. Nur Gewinner also, vom “Gemeinwohl” mal abgesehen.

Auch hier hat jeder, der das versucht, mein Verständnis – nicht in Ordnung ist, dass er damit seine Mitmenschen mehr ausnutzt als er eigentlich nötig hätte. Aber da man mit Hartz-IV wie gesagt sowieso alles andere als fürstlich lebt, sind solche Versuche nur allzu menschlich.

Das wissen allerdings auch die zuständigen Behörden, weil die offensichtlich – man sollte es kaum glauben – auch aus Menschen bestehen. Behörden werden oft belächelt, man macht sich über ihre bürokratischen Sinnlosigkeiten lustig – man findet kaum jemanden, der nicht spontan einen der beliebten “Beamtenwitze” (Treffen sich zwei Beamte auf dem Flur, fragt der eine “Na, kannst auch nicht schlafen?”) auf Lager hätte.

Doch in Wahrheit gibt es viele kluge und engagierte Menschen in diesen für Normalsterbliche seelenlos erscheinenden Einrichtungen. Und im Fall von Hartz-IV und Leistungsmissbrauch bedeutet dass, dass dagegen angekämpft werden muss, um jeden Preis. Es geht um die Ehre der Behörden, um das Image eben nicht so zahn- und harmlos zu sein, wie jene bösen Beamtenwitzeerzähler es so gerne darstellen.

Die Politik, sowieso immer darauf bedacht, Geld möglichst so zu verschleudern, dass sich damit Wählerstimmen fangen lassen, hilft gerne mit, wenn es darum geht, Geld an nicht so popularitätssteigernder Stelle zu sparen und es für “sinnvolle” Dinge auszugeben (zum Beispiel um bankrotten Firmen Finazspritzen zu geben, was das Unausweichliche dann um ein paar Monate verzögert – Holzmann ist hier das Stichwort – oder auch um Verluste von klimarettenden Konzerten auszugleichen).

Und so kommt es, dass Hartz-IV-Empfänger künftig ohne ihr Wissen die Bankkonten durchleutet bekommen. Wer also auf Staatskosten lebt, der gibt damit auch sein Recht auf das Bankgeheimnis einfach so, quasi “an der Kasse” ab.

Da erlaube ich mir doch mal einen Blick in die Zukunft: Wenn nun, abgeschreckt durch derartige Vergläserung, der notgedrungen schwarzarbeitende Bedürftige, Sozialschmarotzer und Steuerhinterzieher in Personalunion, der in Behördenauffassung ja offenbar eine Art Staatsfeind darstellt, sich sein Geld in Bar zuhause hinlegt – fällt dann das ohnehin schon eingeschränkte Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung auch irgendwann? Regelmäßige Hausdurchsuchungen nach Bargeld?

Das alles wirft vor allem eine Frage auf: Wieviel bürokratischer Aufwand ist gerechtfertigt, wieviel Entrechtung der Betroffenen moralisch vertretbar, wenn es um die ärmsten der Armen in unserem Land geht? Kein staatlich Alimentierter Schwarzarbeiter wird reich werden von dem was er tut. Es bleibt trotzdem Betrug und wenn der als solcher entlarvt wird, dann muss natürlich eine Strafe fällig sein. Aber müssen dazu wirklich unbedingt wichtige Rechte und Freiheiten eingeschränkt werden?

Wäre es nicht besser, an anderer Stelle zu sparen als bei denen, die sowieso nichts haben? Sinnfreie Verschwendung gibt es schließlich jede Menge, würde man hier mal endlich etwas tun und damit Steuersenkungen ermöglichen, dann würde sich auch der Anreiz zur Schwarzarbeit kleiner.

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Jul 18 2007

Silbermond statt Musikantenstadl

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Das war eine Schlagzeile im Elbe-Geest-Wochenblatt von heute. Als ich das gelesen habe, da war ich zunächst etwas unsicher, was ich davon halten sollte. Silbermond ist für mich mehr oder weniger auch nur Schlager-Pop mit E-Gitarre. Mir wäre beides irgendwie piepegal. Wers mag – von mir aus. Nur mit mir braucht bei sowas dann niemand rechnen.

Aber das ist nicht der springende Punkt. Es ging vielmehr darum, dass die SPD gerne Konzerte bekannter Bands in unserer Stadt sehen würde, als immer nur “Alte-Leute-Veranstaltungen”, wie es derzeit der Fall ist.

Man könnte darüber streiten, ob es überhaupt Sache der Politik ist, Konzerte und andere Freizeit- und Kulturveranstaltungen in die Stadt zu holen. Es geht in diesem Fall vor allem darum, das ehemalige Gelände der Landesgartenschau sinnvoll zu nutzen – da hier Steuergeld drin steckt, finde ich es vernünftig, jetzt zumindest zu versuchen, das Beste da herauszuholen. Vielleicht locken solche von der Stadt initiierten Veranstaltungen dann irgendwann auch mal professionelle private Veranstalter an.

Jedenfalls: Wenn man sich schon darauf einigt, das Gelände in solcher Weise zu nutzen, dann sollte es nur fair sein, wenn im Wechsel alle Zielgruppen mal angesprochen werden, denke ich. Bisher gab es wirklich eher Theater und Opern. Warum nicht mal ein nettes kleines Rockfestival?

So jedenfalls verstehe ich die Postition der SPD und kann dem uneingeschränkt beipflichten.

Winsen hat mal wieder keine Disko mehr (ob die Schließung des “New Zeppelin” nun ein herber Verlust gewesen ist, ist Geschmackssache), was man sich mit dem Vorhaben “Reball-Arena” so geleistet hat, ist mittlerweile auch bekannt. Außer vielen Sportvereinen und einigen netten Kneipen in der Innenstadt bleibt einem als junger Mensch da oft nicht allzuviel, um sich mit seiner Stadt so richtig identifizieren zu können.

Es ist schön, dass die SPD das erkannt hat und ich kann mir vorstellen, dass “meine” Fraktion sich da auch so ihre Gedanken machen wird.

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Jul 18 2007

Hunde die bellen, beißen nicht

Autor: Jan. Abgelegt unter In Eigener Sache, JuLi-Blogs.de

Sagt man jedenfalls. JuLis die bloggen, können dagegen manchmal durchaus etwas bissig sein.

Aber auch sanft, sachlich, vernünftig, wütend oder polemisch.

JuLis sind also sehr vielseitig und wer das nicht glaubt, der sollte mal regelmäßig Juli-Blogs.de ansurfen. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Blog-Aggregat. Das bedeutet, dass verschiedene Autoren einzelne Artikel, die in irgendeinem Zusammenhang mit dem Oberthema des Aggregats stehen, ihre Beiträge dort nochmal veröffentlichen.

Bei Juli-Blogs ist der Zusammenhang logischerweise die gemeinsame Zugehörigkeit zur liberalen Jugendorganisation Junge Liberale und da ich, wie berichtet, seit neuestem einen Kreisverband führe, lag es ja dann doch nahe, mich an diesem Projekt zu beteiligen – zumal ich es bereits seit Monaten kennen und schätzen gelernt habe.

Die Vielfalt liberaler Politik spiegelt sich in den dort veröffentlichten Beiträgen wider. Es sind unterschiedliche Meinungen vertreten und man kann auch unterschiedliche Strömungen ausmachen. Hochinteressant für politisch interessierte Menschen und eine unbedingte Empfehlung für die “alten” FDPler, die ihre JuLis manchmal nicht so ganz verstehen können – hier kann ihnen eventuell geholfen werden!

Seit kurzem wirke ich also auch dort mit, wie von dortigen Kollegen bereits bemerkt worden ist.

Ich finde die Idee hinter dem Projekt große Klasse und freue mich dabei zu sein – auch wenn ich derzeit ein bisschen kürzer treten muss mit meinen Beiträgen – Prüfungszeit eben.

Und falls Wetter, Freunde und “Urlaubsprojekte” mich nicht zu sehr in Anspruch nehmen sollten, dann gehts im August wieder in etwas höherer Frequenz weiter.

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