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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Früher, als die Jugend noch brav war

Posted on | August 2, 2007 | 2 Comments

Für junge Erwachsene soll nun also eine Blutalkoholgrenze von 0,0 Promille gelten. Die natürlich viel vernünftigeren Menschen, die die Gnade der frühen Geburt genießenhalt zufällig schon lange genug ihren Führerschein haben (ich gehöre dazu), dürfen weiterhin ein Bier trinken und danach noch fahren.

Ich muss ehrlich sagen: Ich kenne mehr Alkoholiker, die älter als 30 Jahre sind, als welche die darunter liegen. Und ich kenne mehr Menschen, die im Suff auch mit über 30 ab und zu das Auto benutzen, wenn sie es besser stehen lassen sollten, als jüngere.

Ich selbst fahre lieber Taxi, gehe häufig auch zu Fuß. Fahrrad mache ich nur sehr ungern, weil man als angeheiterter Radfahrer für seine Vernunft, das Auto stehen zu lassen ja inzwischen auch gerne mal bestraft wird.

Meine Wahrnehmung ist natürlich nicht repräsentativ aber gesetzt den Fall, ich würde Opfer eines alkoholisierten Autofahrers, dann ist mir vollkommen egal wie alt er ist. Entweder, man verbietet bestimmte Verhaltensweisen – oder man nimmt eventuelle Gefährdungen die damit einhergehen in Kauf!

Selektive Gesetzgebung, die junge Menschen in ihrer Freiheit einschränkt, ist keine Lösung für kein Problem.

So etwas schafft unnötigerweise Kluften zwischen jung und alt. Die Jungen fühlen sich benachteiligt (zurecht!) und die Alten sehen sich in möglichen Vorurteilen bestätigt, dass die Jugend ja sowieso nichts taugt und außer Saufen, Kiffen und „Killerspiele“ spielen nichts kann.

Früher waren die jungen Leute natürlich ALLE vernünftig, Drogen waren ein Fremdwort und vom Alkohol hat man sich auch ferngehalten…
Mein Fazit: Entweder waren die Generationen vor mir langweilige Engel oder sie sind verlogene Moralapostel, die der heutigen Jugend nicht gönnt was sie selbst genossen hat.

Comments

2 Responses to “Früher, als die Jugend noch brav war”

  1. Nino Ruschmeyer
    August 3rd, 2007 @ 09:18

    O tempora o mores (Oh Zeiten oh Sitten) – jammerte Cicero schon vor über 2000 Jahren – und seitdem gings bergab.. *lach*

    Naja okay die römische Republik ist ja dann tatsächlich vor die Hunde gegangen.. Ohje ich schweife mal wieder ab.

    Eigentlich will ich auf etwas hinaus was ich in Amerika beobachtet habe – nämlich was passiert, wenn die Kids erst Fahren lernen und dann saufen… Wir bewegen uns ja irgendwie genau in die richtung. War da mal auf ner feier mit ner Menge “Football-Jocks” – hmm schon recht klischeehaft. Saufen war illegal für Jugendliche also wurde sich getroffen um sich zu besaufen – nicht wie bei uns um einfach zu feiern und dabei ggf. was zu trinken. Nun kam irgendwann die Mama nach Hause – und schon sprangen sie alle in Ihre Autos und fuhren weg. Der Punkt ist – wenn’s beim erwischt werden keinen unterschied macht, ob man nur besoffen ist, ob man ein bier getrunken hat und fährt oder ob man Lattenstramm fährt – naja – dann isses eh egal.

    Bei allen Jugendlichen an die Eigenverantwortung zu appelieren bringt es aber leider auch nicht – aber ich denke, dass man hier erst einen “vernünftigen” Umgang mit Alkohol erlent und dann das Fahren ist schon ganz sinnig. Ich hoffe nur, dass die neue Regelung jetzt nicht zur Folge hat dass sich einige sagen: Scheißegal ob ich mit einem oder mit 5 Bier im Kahn erwischt werde…

  2. Jan
    August 3rd, 2007 @ 13:10

    Hm, böse Menschen könnten daraus den Schluss ziehen, dass dann eben Autofahren UND Alkohol nur was für Menschen über 25 oder 30 sind (ich trau da einigen von diesen Menschheitsbeglückern allerhand zu…). Ansonsten zeigt Dein Beispiel aber ganz gut, dass Verbote negative Begleiterscheinungen haben können, die niemand wollen kann.

    Das ist ja das, was ich schon angedeutet hatte, als ich meinte dass man ja mittlerweile sogar dafür bestraft wird, vernünftigerweise besoffen das Rad zu nehmen und nicht das Auto. Wenn es ab einem bestimmten Pegel keine Rolle spielt, mit welchem der beiden Verkehrsmittel ich meinen Führerschein riskiere (für mich ist es irgendwie schon ein Wahnwitz, dass man beim Radfahren seinen Auto-Führerschein verlieren kann aber das ist ne andere Baustelle), dann gehört eigentlich nicht viel dazu sich fürs Auto zu entscheiden. Da kann man immerhin nicht mit umfallen…

    Bei Jugendlichen über 18 wäre es nur konsequent, auf deren Eigenverantwortung zu setzen. Wenn man das nicht möchte, dann müsste man konsequenterweise die Regeln zur Volljährigkeit mal überdenken. Ich halte wenig davon, Menschen über 18 in Menschen erster und zweiter Klasse einzuteilen, und sei es nur auf einem relativ unwichtigen Gebiet wie Alkohol am Steuer.

    Wer der heutigen Jugend kein bisschen Vernunft, kein bisschen Verantwortungsgefühl zutraut, der soll das gefälligst offen und ehrlich sagen und nicht per erzieherischen Maßnahmen um den heißen Brei herumreden.

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