Diese Woche erklärte ein bekannter Diskothekenbetreiber aus dem Landkreis Harburg in der Zeitung, künftig auf Flatrate-Partys verzichten zu wollen.
Meines Wissens hatte besagter Betreiber dieses Konzept hier in der Gegend vor etlichen Jahren mal selber maßgeblich begründet und davon auch nicht schlecht profitiert.
Ein solcher Gesinnungswandel ist natürlich legitim und da er medienwirksam geschehen ist vermutlich sogar eine recht willkommene Werbemaßnahme – ein politisch so korrekter Diskobetreiber, da können durch übertriebene Medienhetze verunsicherte Eltern Töchterchen oder Sohnemann sicher ruhigen Gewissens hinschicken.
Verbunden mit einigen anderen für mich irgendwie fragwürdigen Meldungen aus meiner Heimat in Bezug auf Drogenpolitik ergibt sich für mich so langsam ein bedenkliches Bild von der Toleranz meiner Mitmenschen. Die Tendenz geht dahin, dass Vater Staat hier in der Pflicht gesehen wird “endlich” zu handeln und der Entscheidungsfreiheit von uns Untertanen durch ein Regelkorsett nach bester deutscher Tradition zu ersetzen.
Nicht klar ist mir, ob diejenigen die das wollen selber einfach nur zu blöd sind mit Freiheit klar zu kommen und aus diesem Grund nach Gesetzen schreien oder ob sie wirklich irgendwelche Probleme sehen, die es aus meiner Sicht nicht gibt – jedenfalls nicht mehr oder weniger als zu anderen Zeiten.
Statt Geld für Aufklärungsarbeit auszugeben und auf eigene Vernunft zu setzen, was sicher der nachhaltigere Weg wäre, schickt man Polizei und Ordnungsämter los um Hanfplantagen zu vernichten und die Ernte zu beschlagnahmen – so etwas ist ja auch viel wichtiger als seine ganze Energie in die Aufklärung von Gewaltverbrechen zu stecken.
Mir ist schon klar, dass ich vermutlich auch damit eine vom Mainstream abweichende Meinung vertrete. Wenn aber der Mainstream anderer Meinung ist, dann soll er doch mal versuchen mir seine Einstellung zu erklären.
Aus diesem Grund habe ich im Namen meines Kreisverbandes der Jungen Liberalen unsere beiden Vertreter im Bundestag mal nach genau diesem Sachverhalt in Form eines Offenen Briefes gefragt. Michael Grosse-Brömer von der CDU und Monika Griefahn von der SPD sind mit ihren Parteien bekanntlich an der Regierung beteiligt – gleichzeitig sind es jene Parteien, die sich gern als “Volksparteien” bezeichnen und daher schon irgendwie den Mainstream repräsentieren dürften.
Die Antworten stehen beide bisher noch aus – den Brief im Wortlaut gibts auf der Website des Kreisverbandes – zusammen mit der Möglichkeit das Thema zu diskutieren und natürlich sollen auch die Antworten von Herrn Grosse-Brömer und Frau Griefahn an dieser Stelle veröffentlicht und diskutiert werden.