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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Der etwas andere Kandidat

Posted on | November 19, 2007 | 5 Comments

Während sich hierzulande die Medien bisher vor allem auf Hillary Clinton und Barack Obama stürzen, wenn es um den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf geht, rückt nun ein weiterer potentieller nächster Präsident ins Bewusstsein Deutscher Journalisten.

Die Rede ist von Ron Paul, der sich von allen anderen Kandidaten in so ziemlich allem Unterscheidet. Das macht ihn in einem Land, in dem die beiden führenden Parteien fast die selbe Politik vertreten zu einer echten Alternative – obwohl er selbst der republikanischen Partei angehört, die doch für die meisten Deutschen so etwas wie die Wurzel allen Übels in der Welt ist.

Das liegt auch daran, dass der normale Deutsche von amerikanischer Geschichte nicht viel versteht. Denn immerhin war die republikanische Partei diejenige, die die Sklaverei ablehnte, während die Demokraten sie behalten wollten.

Aber seis drum, in den Medien bei uns werden Bush und seine Republikaner eben stets als böse und jeder Demokrat als gut hingestellt – schwarzweiß ist ja auch viel einfacher, als allzutief in die Materie einzusteigen. Zu gerne wird in den Republikanern auch eine Art Ami-CDU gesehen und in den Demokraten eine Art Ami-SPD, was allerdings eine deftige Vereinfachung ist, die nicht grade hilft, die Amerikaner und ihre Politik zu verstehen – aber das will in Deutschland offenbar sowieso kaum jemand.

Trotzdem wollte ich das mal vorweg schicken. Denn der republikanische Präsidentschaftskandidat Ron Paul ist nicht nur Republikaner, sondern auch scharfer Kritiker der aktuellen amerikanischen Regierung. In Amerika ist das kein undenkbarer Gegensatz, weil das dortige Wahlsystem viel stärker auf innerparteiliche Auseinandersetzung angewiesen ist als unseres, dass sich mehr auf Kämpfe zwischen den Parteien konzentriert.

Das ist aber nicht das einzige an Ron Paul, dass mir bemerkenswert erscheint. Ich zitier mal aus der Wikipedia:

Pauls politische Ansichten können als „libertär“ beschrieben werden. Entsprechend dieser politischen Überzeugung wird von Paul der Begriff der Freiheit ins Zentrum gestellt, wobei unter „Freiheit“ sowohl individuelle als auch ökonomische Freiheit verstanden wird. Unter Verweis auf sein Verständnis der individuellen Freiheit setzt sich Paul etwa für eine liberalere Drogenpolitik und auch Recht auf Waffenbesitz ein. Paul stimmte gegen den USA PATRIOT Act und befürwortet eine Auflösung des Department of Homeland Security. Unter Verweis auf die ökonomische Freiheit und die Bedeutung des freien Marktes befürwortet Paul die Auflösung der Steuerbehörde IRS, lehnt das Handelabkommen NAFTA sowie andere internationale Institutionen als Bedrohung der Souveränität der Vereinigten Staaten ab und spricht sich für einen „schlanken Staat“ mit niedrigen Steuern aus.

Außenpolitisch vertritt Paul eine nichtinterventionistische Position − er lehnte den Irakkrieg von Beginn an ab − und weist der Außenpolitik seines Landes eine Mitverantwortung an den Terroranschlägen des 11. September zu. Seine Ablehnung des Irakkrieges und seine libertären Positionen machen ihn zu einem Außenseiter im republikanischen Bewerberfeld für die Präsidentschaftswahlen, haben ihm jedoch zugleich eine äußerst aktive Unterstützergemeinde eingebracht.

Ich sag mal so: Das meiste davon unterstütze ich sofort und mit dem Rest müsste ich mich erstmal näher beschäftigen.

Aber insgesamt finde ich den Kandidaten hochinteressant und wenn ich mir nicht so sicher wäre, dass soviel Andersartigkeit in unserem anti-individualistischen Deutschland sowieso niemals eine Chance hätte, würde ich sogar den Wunsch nach einem Politiker von diesem Kaliber in unserem Land äußern.

Comments

5 Responses to “Der etwas andere Kandidat”

  1. kno
    November 19th, 2007 @ 13:39

    Endlich !!!

  2. Benjamin B.
    November 19th, 2007 @ 15:11

    Ha! Und ich dachte schon, in den USA gäbe es keinen einzigen akzeptablen Präsidentschaftskandidaten. Selten habe ich mich derart über einen Irrtum von mir gefreut…

  3. DDH
    November 19th, 2007 @ 16:02

    Guter Beitrag! Und sehr ärgerlich, daß der Redaktion der JuLi-Hauspostille “jung&liberal” mal wieder nichts Dümmeres einfallen konnte, als ausgerechnet Barack Obama zu glorifizieren!

  4. Jan
    November 20th, 2007 @ 08:14

    Naja, kommt ja vielleicht noch;) Im Sinne der demokratischen Ausgewogenheit könnte man ja durchaus verschiedene Kandidaten vorstellen. Hab den Artikel allerdings selber nicht gelesen und weiß darum nicht, inwieweit das ne Glorifizierung war. Ehrlichgesagt lese ich da ohnehin selten besonders intensiv drin…

  5. Kolia N. Ohmann | in dubio pro libertate!
    November 21st, 2007 @ 20:12

    [...] Fahrt) in Hamburg, Dresden und München … Inbesondere sollten sich Dominik Henning und Jan Filter angesprochen [...]

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