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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Alkoholverbote: Jetzt auch in Marburg

Posted on | Dezember 11, 2007 | 6 Comments

Auch im hessischen Marburg versucht man besoffene Kinder und Jugendliche nach der Maxime “Aus den Augen, aus dem Sinn” aus dem Stadtzentrum zu verdrängen. Man wolle die damit einhergehenden “Sachbeschädigungen, Lärmbelästigung und aggressive Übergriffe” stoppen, berichtet N-tv.

Wahnsinnsplan. Vermutlich ist es viel kostengünstiger, als jeder Straftat nachzugehen. Also sorgt man dafür, dass die Nerv-Kiddies eben woanders spielen gehen – und schon ist das Problem gelöst.

Der Preis ist zwar ein weiteres Salamischeibchen der individuellen Freiheit, denn auch erwachsene, freie, mündige Bürger dürfen ab sofort zwischen 18 und 7 Uhr im Marburger Stadtzentrum keine alkoholischen mehr Getränke konsumieren.

Aber das scheint ohnehin ein Preis zu sein, den die Deutschen für bequeme Lösungen zu zahlen gerne bereit sind.

Und so breitet sich das Rauchverbot inzwischen in immer mehr Städten aus. Aber warum auch nicht? Schließlich haben auch viele andere Europäische Länder strenge Regeln, was Alkohol angeht und das hat schon beim Nichtraucherschutz als Argument gut gezogen. Und natürlich beim Mindestlohn.

Wenn wir den Staat nicht hätten, wir würden nur Dummheiten machen.

Comments

6 Responses to “Alkoholverbote: Jetzt auch in Marburg”

  1. L-Roy
    Dezember 11th, 2007 @ 09:37

    In meiner Heimatstadt gibt es in bestimmten Bereichen der Stadt auch ernsthafte Probleme mit Jugendlichen, die dort nicht nur recht lautstark ihre Freizeit verbringen, sondern auch vor allem sich fortwährend dem Alkoholkonsum hingeben und daraufhin leider einiges an gutem Benehmen vergessen. Bedauerlicherweise bewegen sich die zeitlichen Grenzen dieser Ausschweifungen auch immer weiter in die Nacht hinein, was die Anwohner gar nicht so lustig finden.

    Natürlich ist es keine Lösung, die jungen Menschen einfach aus den Problemzonen herauszuschmeißen, aber sie dort zu belassen und den Status Quo zu erhalten, ist auch nicht wirklich im Sinne der Allgemeinheit.

    Folglich bleibt, bei aller berechtigten Kritik an einfachen Lösungen, die Frage nach den Alternativen.

  2. Jan
    Dezember 11th, 2007 @ 10:29

    Ich kann schlecht beurteilen, wie groß diese Störungen im Einzelfall wirklich sind.

    Vorstellbar ist für mich, dass da mitunter übertrieben wird und die ganze Aufregung zum Teil einem Mangel an Toleranz geschuldet ist.

    Aber natürlich kann ich mir genauso gut vorstellen, dass sich betrunken randalierende Kinder und Jugendliche mancherorts zu einem Problem entwicelt haben, dass gelöst werden sollte.

    Straftaten weden normalerweise durch die Polizei und notfalls durch Gerichte behandelt. Vielleicht wäre es für manche Eltern Anlass, ihre Erziehung zu verändern oder zu überdenken, wenn die Polizei ab und zu mal bei ihnen vor der Tür steht und ihnen erklärt, was Junior grade angestellt hat. Es wäre auch zu klären, woher eigentlich der Alkohol kommt, den Minderjährige ja gar nicht kaufen dürfen.

    Wer wirklich stänkert und randaliert, der kann von mir aus gerne der Stadtzentren verwiesen werden, was das Problem, ähnlich wie mit plumpen Verboten, zwar zunächst auch nur verlagert, aber wenigstens nicht von vornherein jeden einschränkt.

    Ich fasse also zusammen: Je nachdem, wie ernst es wirklich steht, wäre im Einzelfall entweder mehr Toleranz oder mehr Courage seitens der Eltern, der Polizei oder vielleicht auch der sich gestört fühlenden Bürger die bessere Lösung. Pauschalisierung und Verbote auf Kosten der Allgemeinheit sind extreme Mittel, die dementsprechend wenn überhaupt auch nur in extremen Situationen angewandt gehören.

    Was übrigens gar nicht hilft, das ist die Kriminalisierung und das Verbot von Freizeitaktivitäten an anderer Stelle, wie es zum Beispiel in meiner Heimatstadt passiert.

  3. kno
    Dezember 11th, 2007 @ 16:54

    Tja ich könnte ja mal live berichten wohne ja sozusagen im Epizentrum!

  4. Jan
    Dezember 12th, 2007 @ 08:36

    Oder dagegen stänkern;)

  5. Sören
    Dezember 12th, 2007 @ 15:13

    Mit deinem Schlusssatz hast du absolut Recht

  6. Jan
    Dezember 12th, 2007 @ 16:38

    Jaja…

    Ich wünsche dir, dass auch du irgendwann verstehst, dass ein Staat nicht dazu da ist, uns von “Dummheiten” abzuhalten, sondern um unser Recht, Dummheiten zu begehen, zu garantieren.

    Letzteres ist unter dem Strich nichts anderes als die individuelle Freiheit.

    Eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis er sich eine “Dummheit” vornimmt, die auch dir wirklich wichtig ist.

    Wäre ich gehässig und prinzipienlos und wollte ich dir Böses, dann könnte ich ja einfach mal eine möglichst umfassende “Skisportrichtlinie” anregen. Wegen der Umwelt darf dann jeder nur noch einmal im Jahr nen Berg rauf und wieder runter (wegen der Tiere und so), Schneekanonen gibts gar nicht mehr (“Schneekanone aus!” könnte die Aktion heißen, die Greenpeace, Google und Pro7 dann vermarkten dürfen), auch Apres-Ski wird aus gesundheitlichen und Unfallverhütungs-Gründen komplett abgeschafft (wer da was gegen hat wird mit “das hat doch mit Sport nichts zu tun” niedergebrüllt)… und natürlich wegen dem schlechten Vorbild für die dusselige Jugend, die so einfältig ist, dass sie uns mündigen Bürgern jeden Mist nachmacht. Oder jedenfalls nachmachen könnte, denn mit dem was passieren könnte, wird heute ja aller möglicher Unfug begründet.

    Aber wie gesagt: Sowas ist von mir am Wenigsten zu befürchten. Das eigentlich Schlimme ist, dass man fast davon ausgehen kann, dass irgendwann irgendwer mit so ähnlichen Ideen ankommen wird.

    Und der Weg dahin ist kürzer, als du vielleicht denkst. Das Recht seine eigene(!) Schneekanone einzusetzen, ist ja jetzt bereits stark eingeschränkt, wie ich inzwischen weiß;)

    Und im letzten Jahr gab es schon regelrechte Aufschreie (der allgegenwärtigen “Vernünftigen”, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben), man möge doch Wintersportereignisse eher ausfallen lassen, als sie durch künstlichen Schnee zu retten.

    Wäre Wahlkampf gewesen, dann will ich nicht ausschließen, dass es damals zu einem entsprechenden Gesetz gekommen wäre.

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