60.000 Euro für den Klimaschutz
Posted on | Dezember 19, 2007 | 10 Comments
Sind laut SPD zumindest im Haushalt meiner Stadt für 2008 eingeplant. Was davon gekauft werden soll, wird dann erst nächstes Jahr entschieden. Vielleicht hat sich das Klima ja bis dahin auch entschieden, ob es für globale Erwärmung oder globale Abkühlung sorgt.
Ich hoffe aber sehr, dass das Geld vernünftigerweise vor allem in die Infrastruktur fließt (zum Beispiel in die Winsener Deiche), weil Klimaschutz vor allem bedeutet, dass wir uns vor dem sich ändernden Klima schützen müssen.
Mehr zum Winsener Haushalt 2008 gibts zur Zeit außer bei der SPD noch auf der Website vom FDP-Ratsherrn Nino Ruschmeyer zu lesen.
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10 Responses to “60.000 Euro für den Klimaschutz”
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Dezember 20th, 2007 @ 16:50
Wenn Du an globale Abkühlung glaubst, wieso willst Du dann in die Deiche investieren?
Dezember 21st, 2007 @ 14:32
In diesem konkreten Fall zum Beispiel wegen der geplanten Elbvertiefung. Oder einfach deswegen, weil Deiche so oder so teuer sind und halten müssen – auch bei gleichbleibendem Meeresspiegel.
Außerdem hab ich nicht gesagt, dass ich an eine Abkühlung “glaube”. Wir _haben_ nachweislich eine globale Abkühlung, wie man den Infos auf der verlinkten Seite entnehmen kann.
Dezember 21st, 2007 @ 21:05
“Außerdem hab ich nicht gesagt, dass ich an eine Abkühlung “glaube”. Wir _haben_ nachweislich eine globale Abkühlung, wie man den Infos auf der verlinkten Seite entnehmen kann.”
Nein. Du _glaubst_ einfach den Infos auf dieser komischen Website mehr als den Infos des IPCC, der den wissenschaftlichen Mainstream repräsentiert.
Dezember 22nd, 2007 @ 09:09
Richtig. Nur weil es “alle” glauben, glaube ich es nicht. Damit macht man sich gerade in Deutschland traditionell unbeliebt aber damit kann ich leben.
Das war vor Verkündung der Klimaapokalypse übrigens mal die Definition von Wissenschaft.
Dezember 22nd, 2007 @ 16:56
“Ich glaube was anderes als die große Mehrheit der Wissenschaftler, die sich damit hauptberuflich und seit Jahren auseinandersetzen, weil ein Diplomingenieur eine Website zusammengebastelt hat und weil ich dann nicht auf mein geliebtes Auto verzichten muß” war noch nie die Definition von Wissenschaft.
Wieviel Beachtung würdest Du einem Diplomingenieur schenken, der den Forschungsstand der Medizin bezweifelt?
Dezember 22nd, 2007 @ 18:58
Medizin? Verstehe ich grade nicht. Wissenschaft besteht aus Theorien, die ständig weiterentwickelt werden müssen und durch Beweise bestätigt oder widerlegt werden. Und derzeit gibt es eben eine globale Abkühlung – das sind Fakten und keine Spinnereien. Es ist natürlich immer eine Frage der Auflösung und man kann statistisch alles irgendwie so hinbiegen, wie mans gerne haben will. Das beweist aber letztlich auch nur, dass mans sich so einfach nunmal nicht machen darf und mit Äußerungen vorsichtig sein sollte, die in Richtung “eindeutig bewiesen” gehen.
Dezember 22nd, 2007 @ 20:19
“Medizin? Verstehe ich grade nicht. Wissenschaft besteht aus Theorien, die ständig weiterentwickelt werden müssen und durch Beweise bestätigt oder widerlegt werden.”
Ja, aber es kommt recht selten vor, dass ein Ingenieur einen brauchbaren Beitrag zur Medizintheorie leistet. Warum sollte ein Ingenieur einen brauchbaren Beitrag zur Klimatheorie leisten können?
“Und derzeit gibt es eben eine globale Abkühlung – das sind Fakten und keine Spinnereien. Es ist natürlich immer eine Frage der Auflösung und man kann statistisch alles irgendwie so hinbiegen, wie mans gerne haben will.”
Entweder es sind Fakten oder es ist eine Frage der Interpretation. You can’t have it both ways. Die Frage ist, ob ein fachfremder Ingenieur die Fakten besser interpretieren kann als der Weltklimarat der Vereinten Nationen, an dem mehr als hundert Forscher beteiligt sind, wo in Arbeitsgruppen diskutiert und Peer Review betrieben wird.
“Wir _haben_ nachweislich eine globale Abkühlung, wie man den Infos auf der verlinkten Seite entnehmen kann.”
Das behauptet noch nicht mal der Autor, sondern: “Das ganze lässt für mich nur einen einzigen Schluss zu: Nichts genaues weiß man nicht.”
Mit anderen Worten: Der Autor kann die Daten nicht interpretieren. Und deswegen geht er selbstverständlich davon aus, dass es Leute vom Fach auch nicht können. Ganz großes Kino.
Hier mal meine Interpretation: Tatsächlich widersprechen sich die vier Graphen gar nicht, weil sie unterschiedliche Luftschichten abbilden. Ob sich die Luft in 20, 30 km Höhe abkühlt oder erwärmt, ist wurscht. Relevant ist nur die “Lower Troposphere”, weil sich nur dort das Leben auf der Erde abspielt. Was in der unteren Troposhäre geschieht, hat Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Gletscher etc.
Und da zeigt der Trend eindeutig nach oben. Außerdem haben die bodennahen Messungen nicht erst in den 1980er-Jahren angefangen.
Dezember 22nd, 2007 @ 20:35
Es ist ja nicht so, dass nicht auch genügend ernstzunehmende Wissenschaftler die vielen Vereinfachungen und pseudo-wissenschaftlichen Analysen durch die Medien kritisieren.
Der Autor macht nichts anderes als die Argumentation vieler “Umweltschützer” aufzugreifen und damit die willkür ihrer Interpretation der Daten aufzuzeigen. je nach Messzeitraum lässt sich eine Erwärmung oder eine Abkühlung “beweisen”, alleine das zeigt doch, dass verbindliche Aussagen mit Vorsicht zu genießen sind.
Für Natur und Umwelt wäre eine Erwärmung sicher wünschenswerter, ich habs jedenfalls im Zweifel lieber wärmer als kälter. Das ist aber eigentlich auch gar nicht der Punkt, interessant ist doch, dass trotz der Umstrittenheit verschiedener Theorien so getan wird, als wäre die ganze Welt in Gefahr und als müsste da jetzt dringend alles infrage gestellt werden, was Menschen so treiben. Das ist reichlich anmaßend, wenn man bedenkt dass sich das Klima schon verändert hat bevor es überhaupt Menschen gab.
Dezember 22nd, 2007 @ 22:51
Auch wenn Ihr hier im Zweifel das Problem viel tiefer anpackt, will ich doch noch mal kurz aus der Praxis berichten – (Gottseidank?!) hat bei der Ratssitzung niemand versucht, allgemein über die Klimaentwicklung zu diskutieren (Da die Sitzung ohnehin bis halb zwei gedauert hat…).
Um auf Deine Frage (Hoffnung?) einzugehen, lieber Jan – in Deichsicherheit wird das Geld sicher nicht gesteckt, denn die ist nicht Aufgabe der Stadt, sondern des Bundes/Landes/der Deichverbände.
Hier geht es mehr um eine von CDU und Grünen durch verschiedene Sachanträge parallel angestoßene Diskussion (warum sich die SPD nun grade damit brüstet weiß ich nicht). Im Moment scheint das Thema Klimaschutz grade “in” zu sein, und die verschiedenen politischen Gruppierungen versuchen, sich mit Ihren Beiträgen dazu gegenseitig zu übertreffen. Der Gipfel des Blödsinns war dabei m. A. nach in einer Bauausschuss Sitzung erreicht, als der SPD Fraktionsvorsitzende ernsthaft aus “Klimaschutzgründen” Vorschlug, Parkflächen vor einem Kindergarten nicht auszubauen, damit die Eltern nicht mit laufendem Motor dort stehen würden und CO² in die Atmosphäre blasen, wenn sie ihre Kinder abliefern. “Lieber mehr zu Fuß gehen…” Klar, der Vorschlag war von der CDU gekommen und er suchte wohl ein Argument, das abzulehnen… So kennen wir unsere Volksparteien… Aber den Haushalt beschließen sie dann zusammen..
Ad Rem: Man hat Einigkeit darüber erziehlt, dass 60.000 Euro “für Klimaschutzmaßnahmen” in 2008 in den Haushalt eingestellt werden – darüber, wie diese Maßnahmen genau aussehen sollen, streiten sich die Fachausschüsse nun schon seit Monaten. Glücklicherweise bin ich auch nicht im Umweltausschuss – und nicht im Thema. Ich konnte auch Herrn Ehlermann vom Wochenblatt nur ziemlichen Blödsinn antworten, als er mich neulich telefonisch mitten im Wald erwischte, als ich tote Bäume zum verheizen schleppte. Ich bin ihm echt dankbar, dass er aus meinem Gefasel was halbwegs sinnvolles zusammengeschrieben hat.
Damals erklärte ich noch, der Grünenantrag betreffs Vergaberichtlinien Städtischer Baugrundstücke könnte sinnvoll sein. Ziel der Richtlinien ist die Vergabe von Baugrundstücken, insbesondere an junge
Familien, um diesen den erstmaligen Bau eines Eigenheimes zu angemessenen Bedingungen zu ermöglichen. (Dabei handelt es sich um Richtlinien mit einem Punktekatalog, wo man besonders berücksichtigt wird, wenn man Kinder hat, behindert ist, usw.) Was ich damals nicht bedacht habe, ist, dass die exorbitante Bewertung von teuren Klimaschutzmaßnahmen wie Solaranlagen usw. dazu führt, dass der soziale Zweck der Richtlinie ad absurdum geführt wird und diese Baugrundstücke hauptsächlich für reiche in Frage kommen, die es sich leisten können in die se Geschichten zu investieren. Folgerichtig haben wir die Grünen in der Ratssitzung dann auch als “Ökokapitalisten” beschimpft.
Immer wieder kommen die Grünen bei Bauplänen auch mit der Forderung, festzulegen, dass die Dächer nach Süden zeigen müssen – wegen der ggf. einzurichtenden Solarzellen. Ich fand dieses “gesetzliche Häuserdrehen” immer daneben. Wenn jemand das will soll er sein Haus doch so bauen, und wenn nicht halt nicht.
Bei den 60.000 Euro nun handelt es sich um Geld, dass in die Hand genommen werden soll, um die Energieeffizienz städtischer Gebäude zu verbessern bzw. für städtische Förderungen bei Neubauten. Wie das ganze konkret gestaltet werden soll ist noch strittig und soll im nächsten Jahr entschieden werden. Wir haben uns dazu entschlossen, in dem Punkt bei der CDU mitzuschwimmen, weil bessere Isolierung städtischer Bauten ja auch ganz praktisch Kosten sparen kann, weil die CDU dafür in anderen Punkten auf uns zugeht und nicht zuletzt – nach dem Motto von zwei Übeln das geringere Wählen – da sonst ggf. die deutlich überzogenen Grünen Pläne womöglich realisiert würden.
Dezember 23rd, 2007 @ 00:49
Ich weiß natürlich, dass der Deichbau keine städtische Aufgabe ist aber das wäre eigentlich das, was ich unter einer sinnvollen Klimaschutzmaßnahme verstehen würde.
Effiziente städtische Gebäude werden uns zwar bei der nächsten Sturmflut direkt nichts nützen aber sofern diese Investitionen letztendlich laufende Kosten senken sollten, ist die Ausgabe natürlich durchaus sinnvoll, wenn auch eher aus haushalterischen Gründen als aus Katastrophenschutzgründen.