Monatsarchiv für Januar 2008

Jan 31 2008

Lungenkrebsrisiko für Nichtraucher

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Eine interessante kurze Anmerkung zum Thema “Kirche im Dorf lassen” beim Nichtraucherschutz hat Steffen bei den B.L.O.G gemacht:

“Zwar mögen sich die 30% höheres Lungenkrebsrisiko für Nichtraucher zunächst hoch anhören, doch wenn man sie in Beziehung zum absoluten Risiko einer Lungenkrebserkrankung von knapp 0,5% für Nichtraucher setzt, dann steigt das Risiko auf gut 0,6% an.”

Die 30% sind also in ihrer Aussage nicht falsch. Die Aussage, das Lungenkrebsrisiko für Nichtraucher steigt um 0,1 Prozentpunkte, wenn sie passiv rauchen, ist es aber auch nicht – klingt halt für jeden Gesundheitsapostel wahrscheinlich zu harmlos.

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Jan 31 2008

Liberale und Mindestlöhne

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Es gibt einige gute Gründe, warum Liberale einem Mindestlohn kritisch gegenüberstehen:

  • Es handelt sich dabei um Zwangsmaßnahmen, die an sich schon immer kritisch zu sehen sind,
  • Es handelt sich um tiefe Eingriffe in die Vertragsfreiheit, wenn jedem Menschen vorgeschrieben wird, unterhalb welchem Lohn er nicht zu arbeiten hat,
  • Es ist ein Angriff auf die Tarifautonomie, die in einer freiheitlichen Grundordnung allein den Tarifparteien die Lohnverhandlung überlässt,
  • Er verhindert, dass Menschen zu den Löhnen arbeiten dürfen, die sie erwirtschaften können und drängt schlecht ausgebildete Arbeitskräfte in die Arbeitslosigkeit.

Alles bekannte Standpunkte, die die Mehrzahl der Deutschen Umfragen zuvolge offenbar nicht teilt. Das macht sie aber auch nicht zwangsläufig falsch.

Die Alternativ-Vorschläge der Liberalen sehen so aus:

  • Der Klassiker: Einkommenssteigerung durch “mehr Netto”, also Steuern und Abgaben runter oder
  • Negative Einkommenssteuer, bzw. staatliche Zuschüsse zu besonders niedrigen Einkommen

Das erste Konzept ist offensichtlich weder mit CDU noch mit SPD zu machen, weil es natürlich bedeuten würde, dass Aufgaben von staatlicher in private Hand verlagert werden müssten, dass staatliche Umverteilung eingeschränkt werden müsste und teure Wählergeschenke schwieriger werden. Für populistische Mainstreamler völlig inakzeptabel, weil man dann seine Wähler mühsam mit Argumenten und echter Politik überzeugen müsste.

Das zweite Konzept lässt viele Menschen mit den Kopf schütteln: “Gerade die Liberalen, diejenigen, die staatliche Eingriffe immer ablehnen, wollen lieber diese Lösung als das Problem der Wirtschaft in Form von Mindestlöhnen zu überlassen?” heißt der schnell formulierte Vorwurf.

Ja, genau so ist es. Denn Liberale lehnen ja nicht den Staat insgesamt ab, sie haben nur sehr enge Vorstellungen, was seine Aufgaben sind und was nicht. Der Liberale begreift den Staat als Rettungsanker für sozial Schwache, also für Leute mit wenig Geld. Das liberale Konzept setzt eben auf einen gewissen Mindeststandard, statt auf einen Mindestlohn pro Stunde. 

Für den Liberalen hat der Staat alle die Aufgaben zu übernehmen, die außer ihm niemand übernehmen kann. Linderung von Armut gehört zweifellos dazu. Die Einmischung in Lohnfragen dagegen nicht. Armut wirklich abschaffen können weder ein Mindestlohn noch staatliche Hilfszahlungen. Das kann nur eine starke Wirtschaft und eine bestmögliche Ausbildung. Darauf sollte der Fokus liegen, wenn von “Politik für sozial Schwache” geredet wird.

Es geht aber bei den genannten Maßnahmen erstmal nur darum, jedem Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen, statt einen konkreten Wert für eine Stunde Arbeit eines jeden Menschen verbindlich und verpflichtend zu definieren.

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Jan 31 2008

Die FDP als “Wurmfortsatz” der CDU

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Ein im Hinblick auf das hessische Wahlergebnis und der standhaften Weigerung der dortigen FDP, zum Königsmacher der Rotgrünen zu werden, dieser Tage häufig gehörter und gelesener Vorwurf.

In der Tat fällt auf, dass die FDP häufiger mit der CDU koaliert als mit der SPD. Von einer Ampel ganz zu schweigen.

Diese Schieflage als solche zu beklagen greift natürlich zu kurz: Eine Koalition schließt man nicht, weil einem die eine Farbe besser gefällt als die andere. Es geht um politische Gemeinsamkeiten und welche Prioritäten die jeweiligen Spitzenvertreter setzen.

Mit Grünen und der SPD wäre zur Zeit eventuell mehr in Punkto Bürgerrechte zu machen. Beide haben da nach Abwahl der rotgrünen Bundesregierung eine 180°-Wendung vollzogen oder wollen uns das zumindest weis machen (im Bundestag sitmmen zumindest die Sozialdemokraten völlig anders ab und flüchten sich dann zum Beispiel in alberne Ausreden nach dem Muster, dass die von ihnen befürworteten Gesetze ja sowieso vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern würden – weil ein Gesetz nichts taugt wird also zugestimmt). In Zeiten der Vorratsdatenspeicherung und anderer Angriffe auf die freiheitliche Grundordnung unserer Gesellschaft wäre es aber eigentlich keine Schlechte Wahl, die politischen Prioritäten massiv in diese Richtung zu verlagern.

Das hätte natürlich seinen Preis. Die zunehmend sozialistischer anmutende “Wirtschaftspolitik” aus dieser Richtung ist einem Liberalen genauso unheimlich, wie die seltsamen Anwandlungen schwarzer Sicherheitsfetischisten.

Mindest- und Höchstlöhne, Mindest- und Höchstpreise, Kaufverbote, Konsumentenerziehung… das ist planwirtschaftlerischer Hochmut, der vielleicht die berühmte gefühlte Gerechtigkeit irgendwie stimulieren kann, ansonsten aber nur Nachteile bringt – und zwar für Jeden.

Dafür stellt die andere Seite schonmal jeden Computernutzer unter Generalverdacht, FDP-Politiker wirkten hier (z.B. in Nordrhein-Westfalen) sogar aktiv mit. In diesem Fall stimmt das Bild vom Wurmfortsatz sicher und solche Beispiele machen mich wütend.

Was also tun, wenn man die strategische Wahl zwischen Pest und Cholera hat?  Wofür entscheiden, wenn konsequentes Eintreten für wirtschaftliche oder persönliche Freiheit zur Auswahl steht und man eigentlich am liebsten beides will?

Manchmal erscheint einem die dritte Lösung, einfach “gesund” zu bleiben, gar nicht so dumm – auch wenn das langfristig eventuell politische Bedeutung kosten würde.

Aber dann hätten freiheitlich gesinnten Menschen wieder Gewissheit (statt nur einer je nach verantwortlichen Persönlichkeiten mehr oder weniger begründeten Hoffnung), dass sie die FDP wählen können, wenn sie bestimmte Dinge grundsätzlich ablehnen wollen. Ich bin darum für ein bisschen weniger faule Kompromissbereitschaft bei bestimmten, elemtaren Themen und etwas mehr Kreativität bei anderen.

Wenn beispielsweise Andrea Ypsilanti öffentlich erklärt, dass Mindestlöhne nichts als eine populistische Forderung sind, die Arbeitsplätze vernichtet oder ins Ausland treibt und ab sofort gegen derartige Vorhaben ankämpft, dann hätte es die von ihr neuerdings so umschwärmte FDP vielleicht ein bisschen einfacher, ihren Atom- und Kohlekraftausstiegsplänen etwas abzugewinnen – die freilich auch irgendwo reine Populismen sind, weil der Strom dann eben in anderen Ländern oder europäischen Nachbarstaaten produziert wird, was genauso Atommüll und Kohlendioxid verursacht. Immerhin könnte man dann aber damit werben, zumindest Hessen ein bisschen “sauberer” gemacht zu haben. Das Mittragen solcher umweltpolitischen Wunschträume erscheint mir jedenfalls vergleichsweise einfach, als eine Regierung zu unterstützen, die sich gegen Tarifautonomie einsetzt und sich insgesamt antikapitalistisch aufspielt. Das Frau Ypsilanti in der Lage ist, ihre Positionen recht flexibel zu verändern, davon bin ich überzeugt – sonst würde sie die FDP jetzt ja nicht so schamlos zu einer ihr möglichst genehmen “staatspolitischen Verantwortung” drängen, wo sie doch vorher im Wahlkampf so gerne auf liberaler Politik rumgehackt hat.

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Jan 31 2008

Balder klaut meine Idee!

Autor: Jan. Abgelegt unter Medien

Spiegel Online berichtet von einer neuen Show-Idee, für die Hugo Egon Balder derzeit keinen Sender findet (kein Wunder bei der derzeitigen Prohibitionsstimmung im Land):

“Das Konzept bestehe größtenteils darin, dass man sich um 20 Uhr treffe. Dann “wird gebechert und über aktuelle politische Themen diskutiert. Etwa: Brauchen wir ein neues Jugendstrafrecht?”"

Ja toll, sowas in der Art findet alle 3-4 Wochen bei mir zuhause statt. Ohne Prominente und Kameras natürlich und das Konzept entsteht eher von selbst aber trotzdem…

Ich würde mir die Show glaube ich ansehen, besoffenen Promis beim Diskutieren über Politik zuzusehen ist mit Sicherheit interessanter und wahrscheinlich sogar ehrlicher, als jede Bundestagsdebatte.

Irgendwer sollte Herrn Balder mal stecken, dass man mittlerweile auch das Internet als Vertriebskanal für solche Shows nutzen kann. Das wäre zwar doof für Menschen (wie mich), die dank ehemaliger Staatsmonopolisten nach wie vor von schnellem Flatrate-Internet abgeschnitten sind, aber trotzdem einen Versuch wert.

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Jan 30 2008

Stöckter Faslam

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemeinbildung, Termine

Erst erstaunt, dann leicht zornig auf die Selektivität der Lüneburger Landeszeitung war ich, als ich zufällig diesen Artikel zum am Wochenende bevorstehenden Stöckter Faslam entdeckte.

Ja, der Umzug der Stöckter mag größer sein als alle anderen aber dass es ein 800-Einwohner-Dorf  alleine (im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Umzügen, insbesondere dem der Stöckter ist der Hoopter Faslam nämlich wirklich der Hoopter Faslam und nicht internationales Sammelbecken aller Faslamsverrückten südlich von Hamburg) schafft, 16 Themen auf den Deich zu bringen und trotz absolut beschissenem Wetter eine grandiose Stimmung zu erzeugen, die auch im kommenden Jahr eine beachtliche Besucherzahl anlocken dürfte, dass könnte man ruhig auch in der Landeszeitung mal erwähnen.

Von den anderen sehenswerten Umzügen ganz zu schweigen, die Fliegenberger sind ja dann schon das Wochenende drauf an der Reihe.

Aber trotzdem wird sich jetzt erstmal auf den Stöckter Faslam gefreut und das ist auch in Ordnung so. Begleitet wie immer von der Hoopter Feuerwehr (von wem auch sonst) und, im Gegensatz zum vergangenen Jahr, diesmal komplett ohne meine Beteiligung, weder als Feuerwehrbegleitung, noch als kurzentschlossener 24-Stunden-Faslamsbruder – die Prüfungen drücken einfach zu sehr.

Trotzdem meine Empfehlung: Kommenden Sonntag nachmittags die Winsener Innenstadt aufsuchen und genießen, was geboten wird.

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Jan 30 2008

NPD verachtet öffentlich Nazi-Opfer

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Welt Online schreibt

NPD steht nicht für Opfer des NS-Regimes auf
In Mecklenburg-Vorpommern ist es zu Beginn der Landtagssitzung zu einem Eklat gekommen. Auf die Bitte, sich zu einer Gedenkminute für die Opfer des Nationalsozialismus zu erheben, blieben die Abgeordneten der NPD sitzen.

Aha, und was soll einen daran so schockieren? Es wären ja auch recht alberne Nazis, wenn sie nicht stolz auf die Verbrechen der Vergangenheit wären, oder?

Es ist gut und richtig, dass dieses Verhalten Verachtung und Empörung auslöst, beweist es doch, wie ewig-gestrig die Braunen in Wahrheit sind – auch wenn denen damit einmal mehr mehr Aufmerksamkeit zukommt, als sie verdienen.

Nicht so gut finde ich, dass beinahe reflexartig versucht wird, dieses Verhalten irgendwie zu bestrafen.

Na klar ist es abartig, dass manchen Menschen die Opfer des Nationalsozialismus keine Lehre sind, dass sie es nicht für nötig halten, an sie zu erinnern oder die Vergangenheit sogar verklären.

Trotzdem: Warum muss mit allen Mitteln erzwungen werden, wozu sich braune Knalltüten nicht freiwillig verpflichtet fühlen? Was würde denn so eine Ehrerbietung bedeuten, die nur geschieht, weil sie angeordnet worden ist? Welches der Opfer würde so etwas ernst nehmen oder sich davon wirklich geehrt und nicht verhöhnt fühlen?

Gedenkfeiern verlieren ihren Sinn, wenn sie zum Selbstzweck werden. Gedenkfeiern, an denen man teilnehmen muss, egal ob man dazu steht oder nicht, scheinen mir fast schon ein solcher Selbstzweck zu sein. Man kann Gedenken nicht erzwingen, höchstens anregen.

Jeder weiß, dass Nazis Ausländer, Juden, Demokraten und alle anderen Andersdenkenden (zum Beispiel Liberale) hassen. Wenn wir sie dazu zwingen, diesen Hass zu verbergen, wird das auch nicht anders – aber was wenn unsere Kindern irgendwann vergessen, mit wem sie es zu tun haben, weil sie sich genauso geben (müssen) wie wir?

Für den richtigen Umgang mit Nazis in den Parlamenten fehlt uns – zum Glück – einige Erfahrung aber bei allem Groll und aller Verachtung für diesen Haufen populistischer Hassprediger sollten wir aufpassen, nicht zu Methoden derer zu greifen, die wir so verachten.

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Jan 30 2008

Plump

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Wenn sich der SPD-Spitzenkandidat der nächsten Landtagswahl (das wäre dann die in Hamburg, die darum genau genommen Bürgerschaftswahl heißt) jetzt dafür ausspricht, dass die FDP ein wichtiges Wahlversprechen bricht, dann ist eigentlich offensichtlich, dass es ihm weder um die Demokratie, noch um Hessen geht, sondern er sich davon eine Schwächung auch der Hamburger FDP verspricht.

Hält eigentlich jeder in der SPD die Wähler für so blöde, diese albernen Manöver nicht zu durchschauen? Würde jedenfalls einiges über das sozialdemokratische Menschenbild aussagen.

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Jan 29 2008

Lebensmittelpreisungerechtigkeiten

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

“La Tribune” heißt eine französische Zeitung, die berichtet, dass viele Lebensmittel in Deutschland deutlich günstiger seien als in Frankreich (und den allermeisten anderen Ländern Europas).

Spiegel Online berichtet über die zu diesem Ergebnis kommende Untersuchung:

“Selbst ausländische Produkte kosten zum Teil weniger als in ihrem Herkunftsland – schuld ist der Preiskrieg deutscher Discounter.”

Diese verdammten Discounter.. wie können sie sich nur einen Wettbewerb liefern und uns Verbraucher zu niedrigen Preisen versorgen? Warum bilden sie nicht einfach ein Kartell oder so?

Wie lange wird es dauern, bis die EU-Kommission hier gesamteuropäische Preise vorgibt? Es kann doch schließlich nicht sein, dass Deutsche günstiger einkaufen können als Franzosen, so kanns ja nichts werden mit der Europäischen Einheit und so.

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Jan 29 2008

Hallo, n-tv

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemeinbildung, JuLi-Blogs.de

Ist erst wenige Tage her, da stand in Eurem Videotext als Erklärung, wer Johannes Vogel ist, dass er der “Vorsitzende der Jungliberalen” wäre. Und heute steht bei euch im Internet der gleiche Mist:

julis.jpg

Ja ich weiß, es gibt noch mehr Menschen, die der Meinung sind, nur weil JuSos Jungsozialisten bedeutet, müssten JuLis logischerweise die Jungliberalen sein – aber normalerweise erwarte ich von bezahlten Journalisten, dass sie sich schon die Mühe machen, den Namen der Vereine richtig zu schreiben, dessen Vertreter sie einladen.

Darum extra für die n-tv-Redaktion (und ich weise daraufhin, dass ich den Sendernamen nicht nur richtig, sondern sogar “Corporate-Identity”-konform komplett klein schreibe! Ohne journalistische Ausbildung!!) nochmal eben die Erklärung:

JuLis, das steht für “Junge Liberale”, weil wir nämlich Liberale sind und gleichzeitig jung. Das gilt analog für junge Sozialisten und die JuSos wahrscheinlich auch aber die nennt ja trotzdem keiner “Junge Sozialisten”.

Der Pedant in mir würde es jedenfalls gut finden, wenn auf solche Kleinigkeiten ein bisschen mehr geachtet würde, vor allem wenn gut bezahlte Journalisten am Werk sind.

Im Gegenzug verspreche ich, auch weiterhin von “Enntehfauh” statt von “Enntiehwieh” zu reden, wie ich es schon manches mal gehört habe.

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Jan 29 2008

Die hessische FDP, der aktuelle Nabel Deutschlands

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Im Großen und Ganzen finde ich ja die Diskussionen rund um das Wahlergebnis in Hessen hochinteressant, um nicht zu sagen unterhaltsam. Dieses Zwanghafte Ausweichen und nicht-zuviel-sagen-wollen, dieses Rumgedruckse, diese mühsam überspielte Sprachlosigkeit der größten Schreihälse… Politik kann so lustig sein!

Zwei Dinge nerven allerdings:

Erstens wird aus irgendwelchen Gründen von vielen Journalistenständig von Westerwelle gesprochen, wenn es um die Hessen-FDP und ihre Entscheidungen geht. Ja sicher wird der seinen Einfluss geltend machen und ja sicher liegt ihm viel daran, dass die hessische FDP zu ihrem Wort steht – aber die Entscheidung liegt letztlich im Landesverband Hessen und bei Jörg-Uwe Hahn, ihrem Vorsitzenden und Journalisten sollten eigentlich versuchen, den Menschen die föderalen Strukturen in Deutschland zu erklären, statt Verwirrung zu stiften.

Zweitens: Die kaum erträgliche Anbiederung, vor allem von Seiten der SPD, die FDP möge sich doch einen Ruck geben und in eine Ampel-Koalition eintreten. Ja klar: Nicht erst seit der erfolgreichen Bekämpfung der 18%igen “Merkelsteuer” im Jahr 2005 (die dank SPD-Beteiligung ruckzuck dann zu einer 19%igen Mehrwertsteuer “entschärft” wurde) wissen wir, dass man es mit Wahlversprechen in der SPD nicht immer allzu genau nimmt. Vielleicht versuchen nun die Strategen um Andrea “Y” Ypsilanti dieses Image an andere Parteien weiterzugeben, vielleicht vermissen sie es auch, die FDP die “Umfallerpartei” nennen zu können (auch witzig, wenn solche Vorwürfe ausgerechnet aus den Reihen der einzigen Partei kommen, die von CDU über die Grünen und der FDP bis zur SED/PDS/Linken mit jeder relevanten politischen Kraft auf Landesebene koaliert hat) aber so einfach ist das eben nicht.

Wäre ich Hesse und würde die FDP nun mirnichtsdirnichts in eine Ampel aus SPD, Grünen und FDP eintreten, ich glaube ich würde anschließend über einen Parteiaustritt nachdenken. Es wäre doch für jeden hessischen Liberalen eine Zumutung, Wochenlang für ein bestimmtes Ziel, mehr aber noch gegen eine bestimmte andere Regierung zu kämpfen und sie dann am Ende eigenhändig zu wählen.

Die FDP soll das Bauernopfer bringen, damit die SPD und besonders “Frau Y” ihr Gesicht wahren und ihr Versprechen, nicht mit Die Linke zu koalieren brachen muss. Die wiederum sagen jetzt schon, dass sie sie wählen werden – warum auch nicht, wo man doch politisch so nah beieinander liegt?

Es sieht jedenfalls ganz danach aus, dass am Ende entweder eine CDU-geführte Koalition mit der SPD oder eine eine Ampel mit zwei Roten Lichtern das Rennen machen wird. Beides scheint mir, aus hessischer Sicht, wenig verlockend – aber aus liberaler Sicht immer noch besser, als mit rot und grün zusammen eine handvoll eigener Projekte gütigerweise durch das Parlament bringen zu dürfen, während die beiden Parteien des gemäßigten Sozialismus wie üblich ihre Übermacht zu diversen fragwürdigen Experimenten nutzen.

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