Monatsarchiv für Februar 2008

Feb 27 2008

MeinVZ

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Jetzt, wo zumindest innerhalb bestimmter Altersgrenzen so ziemlich jeder, also auch viele Nicht-Studenten, sich bei StudiVZ angemeldet hat, kommt nach SchuelerVZ ab morgen mit MeinVZ offenbar ein Service, der völlig unabhängig vom “Beruf” der Zielgruppe sein dürfte dazu.

Wäre es nicht irgendwie sinnvoller, StudiVZ ein bisschen Facebook-mäßiger zu einem sozialen Netzwerk mit der Zielgruppe “jedermann” zu machen? So ganz erschließt sich mir die Strategie der StudiVZ-Betreiber da bisher nicht. Zumal sich die Dienste rein optisch sehr zu ähneln scheinen.

Man wird sehen.

via

UPDATE: Inzwischen läuft MeinVZ und man hat gesehen;) Es ist wohl folgendermaßen: StudiVZ-Nutzer können sich komplett mit MeinVZ-Nutzern vernetzen, StudiVZ-Nutzer können unkompliziert zu MeinVZ wechseln und dabei alles gespeicherte Gedöns (Fotos, Freunde, Gruppen usw/usf) mitnehmen. So gesehen ergibt das alles schon wieder Sinn.

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Feb 27 2008

Attackiert Attac im Auftrag des Finanzministers?

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Der Ton wird rauer:

“Für Länder, die” – so die Behauptung von Attac – “nicht kooperieren wollen wie etwa Österreich, die Schweiz oder Liechtenstein muss es Sanktionen geben.”

Sanktionen, sozusagen als Vergeltung für “zu” niedrige Steuern. Und was wenn diese Sanktionen nichts nützen? Einmarsch??

Die sogenannten Antiglobalisierer von Attac können scheinbar in bestimmten Einzelfragen der Globalisierung und internationaler Zusammenarbeit doch etwas abgewinnen:

“Die Globalisierungsgegner von Attac fordern ein verstärktes internationales Vorgehen bei der Schließung von Steueroasen.”

Andorra, Monaco und Liechtenstein und wie sie alle heißen sollen demnach also “geschlossen” werden. Ich schlage eine Mauer vor, so etwas kann nachweislich schonmal 40 Jahre lang halten.

Wie schön, dass sich diese Nichtregierungsorganisation so ehrenrührig um die ureigensten Interessen zum Beispiel der deutschen Regierung bemüht, statt sich nur um Probleme in armen Ländern zu kümmern.

Dafür haben sie natürlich ihre Gründe, die ATTACkierer:

Steueroasen würden nicht nur Steuerhinterziehung anlocken, sondern sie würden auch alle Nicht-Steueroasen unter Druck setzen, die Steuersätze auf Einkommen, Gewinne und Vermögen zu senken. “Steuerflucht führt somit zu einer immer ungerechteren Verteilung der Steuerlast”, so die Attac-Steuerexpertin.

Zumindest die deutsche Steuergesetzgebung scheint davon unbeeinflusst zu bleiben denn Wer bei uns ein hohes Einkommen hat, für den gelten nach wie vor höhere Steuersätze.

Vielleicht, lieber Attac-Leute, vielleicht haben die vergleichsweise hohen Steuern in Deutschland auch etwas damit zu tun, dass das Geld zum Beispiel in erdbebenauslösende Non-Profit-Industrieprojekte oder nicht-wettbewerbsfähige Handyfabriken gesteckt wird, statt es dort zu lassen wo es hingehört: In den Taschen der Steuerzahler.

Ich will ja gar nicht von der Hand weisen, dass an einigen Schlüssen dieser Truppe etwas dran sein mag. Denn sicherlich locken niedrige Steuersätze vor allem Leute mit viel Geld an. Solange allerdings bei uns Steuergeld so schamlos ohne Ende für fragwürdige Projekte verschleudert wird, sollte vielleicht erstmal darauf hingewirkt werden, gewissermaßen vor der eigenen Haustür zu kehren und teuren Unfug abzustellen.

Besonders pikant finde ich, dass Attac allen Ernstes anregt, diejenigen “Steueroasen”, die in Wahrheit Protektorate von Industrienationen sind durch direkten Druck von oben zu beseitigen. Attac, die größten Kritisierer, die Vorkämpfer gegen Imperialismus und Kolonialismus wollen, dass die Kolonialmächte tief in die Souveränität sich emanzipierender Staaten eingreifen?

Jetzt fehlt nur noch, dass irgendjemand ein weltweit geltendes Steuersystem vorschlägt, dem sich alle unterzuordnen haben. Vielleicht nehmen wir da am besten gleich das deutsche als Vorbild, damit wirklich jeder Druck fehlt, hier endlich etwas zu verändern.

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Feb 26 2008

Faire Berichterstattung

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemein

Ich denke ich spreche für viele junge Leute im Landkreis Harburg, wenn ich sage: Vielen Dank, liebe Harburger Anzeigen und Nachrichten für diese differenzierte und kein bisschen stigmatisierende Headline:

Jugend + Alkohol = Gewalt

Jeder, der auch nur ein bisschen was von Grundschulmathematik versteht, sieht sofort: Jugendliche, die was trinken werden zwangsläufig gewalttätig, das ist so sicher wie ein Naturgesetz.

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Feb 26 2008

Bürgerliches Lager

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Bei den jüngsten Wahlen in Niedersachsen, Hessen und am vergangenen Sonntag schließlich in Hamburg, haben sich die dortigen Landesverände der FDP jeweils explizit auf eine Regierung zusammen mit der CDU festgelegt und gleichzeitig alles andere kategorisch ausgeschlossen.

Das provozierte Aussagen wie die, dass die FDP nichts weiter als eine Art Speerspitze der Union sei.

Natürlich wollen vor allem Sozialdemokraten mit solchen Äußerungen zur Zeit auch Druck zum Beispiel auf die hessische FDP ausüben, damit die dann vielleicht doch noch “umkippt”, wie man das so schön und bildlich nennt.

Die Druckausüber sind freilich die gleichen Leute, die sich anschließend oder spätestens im nächsten Wahlkampf über eine umgefallene FDP lustigmachen würden, wie sie es bisher ja auch bei jedem Wahlkampf tun.

Das widerum ist zum Beispiel ein verdammt guter Grund, warum die FDP es sich nunmal nicht leisten kann, in Hessen einzuknicken und zusammen mit Rot-Grün eine Regierung zu stellen.

Gerhard Baum, altgedienter und parteiübergreifend geschätzter FDP-Politiker, spricht sich nun dafür aus, sich von einem Lagerdenken zu lösen und offener für andere Koalitionen zu sein.

Nun ist sowas üblicherweise einfacher gefordert als vollzogen. In Hessen jedenfalls würde dass einen Wortbruch mit den oben angedeuteten Folgen bedeuten – nicht sehr verlockende Aussichten.

Und dass die FDP mehr mit der CDU anfangen kann, während die SPD Die Linke versucht im linkssein abzuhängen, ist ein Umstand, den man derzeit wohl als gegeben hinnehmen muss. Denn was Die Linke und SPD unter links verstehen, dass hat viel mit Bevormundung, mit hohen Steuern und verteilten Geschenken für auf wechselnde Weise definierte “sozial Schwache” zu tun.

Nebenbei bemerkt: Wenn man sich die Debatten ansieht, merkt man schnell, dass Armut nie das einzige Argument ist. “Sozial schwach” sind offenbar grundsätzlich zum Beispiel auch Kinder, Rentner oder Studenten, ohne sich groß darum zu kümmern, wie bedürftig der Einzelne wirklich sein mag. Das Prinzip Gießkanne herrscht da weitgehend vor: Kindergeld auch für Superreiche, Vergünstigungen auch für vermögende Rentner, Bafög und in einigen wenigen Ländern noch gebührenfreies Studium auch für die, die es eigentlich nicht nötig hätten.

Mit der klassischen gesellschaftlichen Solidarität, nach der die ganze Gesellschaft armen Leuten so unter die Arme greift, dass diesen die Chance zum Aufstieg erhalten bleibt, hat ein solches Sozialstaatsverständnis nicht mehr viel zu tun. Ich bin mir manchmal zwar nicht so ganz sicher, wie das die FDP insgesamt sieht aber ich bin gegen einen solchen Kurs und finde es darum richtig, wenn sich meine Partei da im Moment tendenziell eher mit der CDU einlassen will, bei der diese Gießkannenmentalität zwar auch vorhanden, aber deutlich weniger ausgeprägt ist.

Natürlich decken sich auch die Ansichten beider Parteien in der Wirtschaftspolitik viel besser. Mindestlöhne als Opium fürs Wahlvolk wollen beide nicht, der Rest der im Bundestag vertretenen Parteien erhofft sich von dieser Maßnahme dagegen offenbar Stimmenzuwächse und verkauft die Idee, wie inzwischen fast jedes Vorhaben – als “sozial gerecht”. Von anderen Arbeitsplatzhemmnissen wie hohen Steuern oder erdrückenden Umweltauflagen wollen ebenfalls sowohl konservative als auch liberale weg (die Mehrwertsteuererhöhung war ja ursprünglich mal dazu gedacht, die Schulden zu verringern, was sicherlich auch letztlich wünschenswert ist).

Natürlich wird auch von FDP-Vorderen von Zeit zu Zeit gerne vom Bürgerlichen Lager schwadroniert. Ein gewisses Lagerdenken scheint es also offensichtlich schon zu geben. Aber diese Fixierung auf Schwarz-Gelb (die es ja in der Union übrigens ganz genauso stark gibt) scheint mir beim derzeitigen Kurs von SPD und Grünen in bestimmten Fragen eher das kleinste Übel zu sein.

Klar gibt es auch Übereinstimmungen mit klassischer grüner Programmatik, sicher lassen sich auch mit der SPD etliche Gemeinsamkeiten finden. Beides ginge immer auf Kosten der Wirtschaftspolitik. Ich weiß nicht, ob es wirklich klassisch bürgerlich ist, eine stabile Wirtschaft als den Dreh- und Angelpunkt guter Politik zu sehen. Nur: Angesichts der mir und allen Gleichaltrigen und Jüngeren Menschen auferlegten Bürden was die Schulden und die Sozialsysteme angeht, gibt es dazu inzwischen gar keine Alternative mehr.

Keine wünschenswerte jedenfalls – ein veritabler Staatsbankrott löst diese Probleme aber vermutlich auch… jedenfalls scheint mir dieses bürgerliche Lager kein Selbstzweck zu sein, kein naturgegebenes ewig währendes Bündnis, sondern mehr eine durch Reduzierung auf vor allem wirtschaftspolitische Themen und der gemeinsamen hohen Bewertung dieses Feldes entstandene Zweckgemeinschaft.

Aber was genau bedeutet dieses bürgerlich überhaupt? In der Wikipedia habe ich irgendwo aufgeschnappt, dass bürgerlich in Deutschland hauptsächlich ein Synonym für rechts ist. Da wären dann wir also wieder beim sogenannten politischen Spektrum, was die Definition von bürgerlicher Politik nicht einfacher macht.

Bürgerlich und liberal sind für mich persönlich so oder so nicht synonym. Sie schließen sich natürlich nicht aus aber liberal sein ist ohnehin eine Geisteshaltung, die weit darüber hinaus geht, sich einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht zugehörig zu fühlen.

Elternhausmäßig mag man mich problemlos dem Bürgertum zuordnen, beruflich auch. Aber mein Lebsnswandel und mein Lebensgefühl und auch einzelne politisch eher radikale Ansichten würde ich nicht mit den Etiketten konservativ oder bürgerlich versehen. Meine persönliche Meinung sagt natürlich direkt gar nichts über die FDP insgesamt aus. Aber wenn sich einer wie ich in dieser Partei seit vielen Jahren (meistens) wohl fühlt, dann darf dass vielleicht immerhin als Indiz gewertet werden, dass es in FDP auch Flügel gibt, die sich nicht als bürgerlich oder gar konservativ begreifen, weswegen die Schwadroniererei von einer FDP als Wurmfortsatz der Union allenfalls die geltende Praxis in vielen Parlementen abbildet.

Würde die SPD sich darauf besinnen, eine Sozialpolitik vor allem für bedürftige Menschen und eine konsequenter auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftspolitik zu machen, dann wäre sie für die FDP ein mindestens ebenbürtiger Partner auf allen Ebenen. Vorausgesetzt, sie wirft nebenbei die unangenehme Angewohnheit über Bord, immer nur das große Ganze zu sehen und den Einzelnen dabei zu vergessen. Ein bisschen mehr Sinn für Individualismus statt kollektivistischer Antworten auf sämtliche Probleme täte den Sozialdemokraten ohnehin ganz gut – und würde sie deutlich von Die Linke (furchbar dieser Name, wenn man ihn korrekt verwendet wirkt man als hätte man ein Problem mit deutscher Grammatik) abgrenzen, nebenbei vielleicht sogar der Union einige Wähler wegnehmen.

Als weitere interessante Definition des Bürgertums nennt Wikipedia übrigens hier:

“Als sich in der Zeit des Absolutismus die moderne Staatsgewalt herausbildete, bezeichnete man die Staatsangehörigen, welche einem mit legalen Mitteln nicht absetzbaren Regime (einer Monarchie) unterworfen waren, als Untertanen. In diesem Sinne steht der Untertan im Gegensatz zum freien Bürger einer Republik.

Nach dieser Definition dürften sich wohl sämtliche Bundestags-Parteien dem bürgerlichen Lager zurechnen wollen. Umgekehrt habe ich in diesem Sinn aber auch weder ein Problem damit, mich als bürgerlich bezeichnen zu lassen oder für ein Bürgertum in diesem Sinn zu kämpfen.

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Feb 25 2008

Wirbel um Beck

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Persönlichkeiten

Was für ein Zirkus ist das da eigentlich mit der SPD? Heute wollte der Parteivorstand den Vorsitzenden offenbar mal so richtig auseinandernehmen. Daraus wird nun nichts, Kurt Beck hat nämlich rechtzeitig die Grippe gekriegt.

Warum er den Zorn seiner Genossen auf sich gezogen hat? Naja, eigentlich nur, weil Kurt Beck zur falschen Zeit (nämlich kurz vor, statt kurz nach einer Wahl) offen gesagt hat, was die Spatzen von den Dächern pfeifen: Dass sämtliche Sprüche von wegen man werde niemals mit Die Linke koalieren oder sich auch nur tolerieren lassen, nichts als heiße Luft gewesen sind. Das überrascht hoffentlich nichtmal die SPD-Wähler.

Wenn von denen einige aber wirklich naiv genug waren zu glauben, dass eine Partei, die den demokratischen Sozialismus in ihr Grundsatzprogramm schreibt nicht mit der ehemalig namentlichen Partei des demokratischen Sozialismus (PDS) zusammenarbeiten will, dann könnte die Beck’sche Wahrheitsoffensive gestern in Hamburg durchaus Stimmen gekostet haben.

Ja und? Dann hat man den Wähler halt zur Abwechslung mal nicht belogen. Logisch, dass das nicht zur Popularität beiträgt und ob das echte Absicht gewesen ist oder eher eine kleiner Verplapperei, dass kann ich auch nicht beurteilen. Aber für das Veröffentlichen allgemein bekannter Wahrheiten sollte eine Partei ihren Vorsitzenden eigentlich nicht angreifen müssen. Sowas ist im Zweifel ein Dienst am Wähler.

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Feb 25 2008

Stintzeit

Autor: Jan. Abgelegt unter Allgemeinbildung

Nun gehts also wieder los: Der Stint ist da. Und mit ihm kommen dann wie jedes Jahr wieder busseweise Touristen aus nah und fern in meinen kleinen Heimatort Hoopte, der sowas wie das Zentrum dieses traditionellen Gerichtes ist.

Das liegt vor allem am hiesigen Fischer Grube, dem es gelang diese alte Tradition zu einem inzwischen auch weit über die Grenzen der Region zwischen Hamburg und Lüneburg hinaus bekannten Erlebnis zu machen.

Dabei geht es ist vielleicht gar nicht so sehr um ein kulinarisches Highlight. Im Prinzip werden da ja bloß kleine geköpfte Fische gebraten und gewürzt, dazu gibts rustikale Bratkartoffeln. Schmeckt schon prima, ist aber ja nun nichts wahnsinnig Ungewöhnliches. Was die Stintesserei so berühmt gemacht hat ist wahrscheinlich eher der Event-Charakter. Einmal ist es ja schon etwas Besonderes, dass es eine Stintsaison gibt, weil der Fisch nunmal nur ein paar Wochen lang bei uns in der Elbe vorbeischwimmt (sofern er nicht in Grubes Netzen, beziehungsweise auf unseren Tellern landet). Außerdem ist es in seiner Rustikalität in Verbindung mit der Tradition einfach so richtig typisch norddeutsch.

Im Idealfall versetzt einen beim Essen dann noch ein mit einer Quetschkommode ausgerüsteter Musiker in Stimmung. Dank des obligatorischen Bierkonsums entwickelt sich so ein Stintessen dann auch schonmal zu einem spontanen Shantychor weiter.

Es geht also schon um mehr als einen normalen Restaurantbesuch und ein bisschen macht es einen ja schon stolz, quasi direkt im Epizentrum dieses schönen Brauches zu leben. Als Anwohner habe ich allerdings eine Bitte an alle potentiellen Stinttouristen unter meinen Lesern: Auch in kleinen Dörfern fahren Autos und auch wenn man sich beim Neubau unserer einzigen richtigen StraßeHauptstraße entschlossen hat, den Mittelstreifen wegzulassen handelt es sich um eine vielbefahrene wichtige Durchgangsstraße. Wenn man sie überqueren will um zur Elbe zu gelangen (was vermutlich zum Pflichtprogramm der touristischen Verdauungsspaziergänge gehört, dann kann man a) dazu erstmal links und rechts gucken, ob sich Autos nähern (wie man das eben so macht, wenn man eine Straße überqueren will) und b) den eigentlichen Überquerungsvorgang möglichst zügig gestalten, um den Verkehr, den man ziemlich oft dann doch nicht gesehen oder einfach ignoriert hat, nicht unnötig aufzuhalten.

Wer diese Regeln beherzigt, der ist allerdings herzlich willkommen, eines unserer Hoopter Stintlokale zu besuchen – von denen ich übrigens nix für diesen kleinen Artikel bezahlt bekomme, wie man vielleicht meinen könnte;)

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Feb 22 2008

Parteien und Meinungsfreiheit

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Persönlichkeiten

Will einen ihrer Andersdenkenden loswerden.

Ein gewisses Verständnis dafür habe ich allerdings schon. Dass Wolfgang Clement jetzt schon zum zweiten Mal so kurz vor ner wichtigen Wahl unbequeme Dinge sagt, dass wirkt unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt ja doch wie ein absichtliches Störmanöver.

Nun ist es so, dass sich eine große Partei wie die SPD natürlich einerseits als Zweckgemeinschaft versteht, um an die Macht zu kommen. Aber natürlich muss sie auch ein lebendiges Forum sein, auf dem auch mal entgegengesetzte Meinungen aufeinander prallen können. So etwas gehört dann natürlich eher auf Parteitage, als in die Medien. Insofern verhält sich Clement eindeutig anders, als es die politische Etiquette verlangt und ich denke man kann sicher sein, dass er weiß was er da tut.

Ein Ausschlussverfahren wegen dem öffentlichen Vertreten seiner Meinung und seiner Kritik hat allerdings trotzdem einen eigenartigen Beigeschmack.

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Feb 21 2008

SPD-Generalsekretär poltert rum

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Auf die Frage von Spiegel Online:

Die Razzia bei Zumwinkel und die Steuerfluchtdebatte – nutzt das eher der SPD oder der Linkspartei im Wahlkampf?

Antwortet SPD-Generalsekretär Hubertus Heil

Damit mache ich keinen Wahlkampf, und es spielt in Hamburg keine Rolle. Aber es ist notwendig, dass wir das Thema angesprochen haben. Es gibt offenbar selbst ernannte Eliten in diesem Land, die sich über Recht und Gesetz stellen. Eine Art Parallelgesellschaft, die ich die neuen Asozialen genannt habe. Sie nutzen unsere öffentlich geförderten Opernhäuser, unsere Schulen und unsere Straßen, sind aber nicht bereit, anständig Steuern zu zahlen.

Na gut, wenn man schon den Moralapostel spielen will, dann wär es irgendwie doof zuzugeben, dass natürlich auch damit Wahlkampf gemacht wird. Kann ich sogar niemandem vorwerfen: Das Thema ist eins, egal ob Wahlkampf ist oder nicht und die Leute erwarten doch auch, dass die Politik dazu Stellung bezieht.

Ich Teile aber seine Meinung, dass diese Geschichte in Hamburg nicht übermäßig relevant sein muss.

Das Gerede von den “selbst ernannte Eliten (…) die sich über Recht und Gesetz stellen” ist aber natürlich nichts als Wahlkampfgetöse. Denn noch ist weder das Ausmaß wirklich klar noch wurde da irgendwer verurteilt. Hätte er von Schwarzen Schafen gesprochen, hätte man da sicher nur zustimmen können aber Eliten sind ja schon von sich aus etwas, dass das Sozialistenherz für bekämpfenswert hält. Ich weiß das und ich hab sogar eine gewisse Nachsicht für diese seltsame Weltanschauung.

Nur der angeschlagene Ton geht zu weit. Asoziale, dieser Begriff ist in Deutschland ziemlich belastet und wird in der Regel ausgrenzend verwendet. Von Parallelgesellschaft zu reden und anschließend selber nochmal klar machen, dass man manche Menschen nicht der Gesellschaft zurechnet, ist schon irgendwie inkonsequent.

Wenn aber die Konsequenz aus diesem Gefasel hieße, Opernhäuser nicht mehr öffentlich zu fördern, dann könnte ich glatt mal wieder etwas Positives über die SPD schreiben. Die Zumwinkels dieser Welt dürfte eh nicht interessieren, ob ihre Eintrittskarte 100 oder 200 Euro kostet.

Aber dann trifft es ja wieder die sozialmateriell Schwachen, die sowieso meistens “bildungsfern” sind? Ja, scheint so. Andererseits: Würden diese Leute ständig in die Oper laufen, wenn sie sie umsonst bekommen würden? Ich bin mir nichtmal sicher, ob ich das tun würde (und ich halte mich zumindest nicht für völlig bildungsfern).

Aber wenn man ärmeren Menschen den Zugang zu Kultur erleichtern möchte (wogegen ich gar nichts hätte), dann wären von den Behörden angebotene gebührenfreie Theater-, Konzert- oder Kinokarten oder Büchergutscheine immer noch eine solidarischere und sinnvollere Alternative zur Opernsubventioniererei.

Und was die Schulen angeht: Soweit ich weiß, ist die Förderung von nichtstaatlichen Schulen in Deutschland nicht besonders hoch. Leuten mit Geld wie Heu dürfte es ebenfalls egal sein, wenn ihr Kind die beste Privatschule besucht und dass dann eben mehr kostet als die rein staatliche Alternative. Menschen mit weniger Geld zwingt man allerdings dazu, ihre Kinder auf die staatlichen Schulen zu schicken, wenn man nur diese mit Steuergeld unterstützt. Auch dass also keine besonders auf materiell Schwächere zugeschnittene Lösung.

Was das “anständig Steuern zahlen” angeht: Ab wieviel Millionen Euro werden reiche denn anständige Steuerzahler? Selbst Herr Zumwinkel hat, soweit ich das der Presse entnehme, ne ganze Menge Steuern bezahlt – nur hat er halt einen Teil seines Vermögens gewinnbringend angelegt und die Erlöse daraus nicht versteuert. Wofür er jetzt zurecht in der Kritik und vermutlich demnächst vor Gericht steht. Trotzdem hat er eine anständige Stange Geld an den Staat gezahlt und eigentlich ist die Höhe der Abgabenbelastung in Deutschland für alle der wirklich unanständige Tatbestand in diesem Zusammenhang.

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Feb 21 2008

Ploppmodernisierung – oder: Wohl 1,5 Millionen Euro zu wenig hinterzogen

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

So schlimm kann der Aderlass bei den Finanzämtern nicht gewesen sein, der durch die hunderte oder tausende Steuerhinterzieher verursacht wurde. Denn das Land Schleswig-Holstein investiert demnächst eineinhalb Millionen Euro (1.500.000,00 Euro) in bessere Bierverschlüsse.

Es geht da um eine ganz spezielle Brauerei, deren Markenzeichen Bügelverschlüsse auf den Flaschen sind. Die Weiterentwicklung des Bügelverschlusses gibt es allerdings schon seit vielen Jahrzehnten. Sie kommt aus Amerika und heißt Kronkorken.

Natürlich geht es nicht, dass die Dinger dort verwendet werden: Markenzeichen bleibt Markenzeichen. Aber offenbar soll es darum gehen, den “Plopp”-Sound zu modernisieren. Den würde ich persönlich eigentlich genauso zum unverwechselbaren Markenzeichen zählen, dass nicht zwingend geändert werden muss.

Aber wenn das als nötig erachtet wird, dann sollen die das meinetwegen tun. Nur nicht mit Steuergeld, erst recht nicht mit einer für jeden normalen Bürger unglaublichen Menge an Steuergeld!

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Feb 20 2008

Steuerhinterzieher

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de

Sicherlich: Straftat bleibt Straftat und sollten Gerichte Zumwinkel & Co schuldig sprechen (nur zur Erinnerung: Auch wenn die Medien den Eindruck erwecken, das wäre längst geschehen, steht das erst noch aus), dann handelt es sich um Straftäter.

Statt aber nur immerfort mit dem Finger auf Menschen zu zeigen, denen die Steuerlast in Deutschland offensichtlich zu hoch ist (was objektiv eigentlich jeder verstehen können müsste, egal was er von Steuerhinterziehern hält), wäre es zwischendurch auch mal ganz erfrischend zu sehen, wenn sich die normalen Steuerbürger ein Stückweit zu wenigstens ein bisschen Kritik am deutschen Steuersystem hinreißen ließen. Denn nicht nur die Zumwinkels dieses Landes zahlen zuviel, sondern auch jeder Angestellte oder Arbeiter.

Aber statt das System an sich zu beleuchten, gucken sich die BILD-Leser und Tagesschau-Gucker lieber einen prominenten Prügelknaben und schimpfen über Liechtenstein, dass frech genug ist, sich trotz seiner überschaubaren Größe (in der Tat hat Liechtenstein nur unwesentlich mehr Einwohner als z.B. die Kreisstadt Winsen an der Luhe…) nicht auf jede Anweisung der Bundeskanzlerin und ihres Finanzministers einzugehen.

Nicht dass ich Klaus Zumwinkel irgendwie sympathisch fände – der Zorn trifft da durchaus den Richtigen. Aber spätestens wenn der erste Ärger verflogen ist, könnte sich die steuerzahlende Gesellschaft ruhig mal solidarisieren, um ein einfacheres, niedrigeres und gerechteres Steuersystem zu fordern.

Auch weil gilt: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Wenigstens nicht mit zu großen (dazu würde ich mal die Verteidigung der BND-Methoden zählen, die den sonst Geheimdiensten eher kritischen ATTACern scheinbar gar keine Bauchschmerzen bereitet).

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