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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Rauchverbot: Änderungen in Bayern

Posted on | März 11, 2008 | 6 Comments

Wenn ich das da grade in der “Heute”-Sendung richtig verstanden hab, dann soll das Rauchen in Festzelten vor allem aus “Sicherheitsgründen” wieder erlaubt werden.

Man befürchtet nämlich (es geht da wohl schwerpunktmäßig ums Oktoberfest) Schlägereien und Gewaltexzesse, wenn man den Menschen das Rauchen verbietet.

Was lernen wir daraus? Wenn Raucher ihre Freiheit wiederhaben wollen, dann müssen sie nur gewalttätig werden und schon knickt eine Landesregierung schonmal ein.

Seit wann lässt sich der Staat eigentlich von Gewaltandrohungen, bzw. entsprechenden Befürchtungen in seiner Gesetzgebung beeinflussen? Eventuell hatten einige Kommunalwahlergebnisse da auch so ihren Anteil, mal wieder einen Ausflug in RichtungVernunft zu wagen.

In Bayern scheint das Rauchverbot ohnehin relativ einfach umgehbar zu sein: Den Kneipenabend als Geschlossene Gesellschaft, bzw. “Raucherclub” deklarieren und schon hat Vater Staat ein Einsehen.

Beneidenswert, denn zumindest in Niedersachsen nützen selbst solche albernen Taschenspielertricks nichts, soweit ich weiß.

Comments

6 Responses to “Rauchverbot: Änderungen in Bayern”

  1. BoRN
    März 25th, 2008 @ 22:20

    Du bist doch nicht ernsthaft gegen ein Rauchverbot? Bist Raucher, wa?

    Also in Kneipen könnte meiner Meinung nach wieder geraucht werden (also in kleinen Gaststätten, in die man geht um mal n Bierchen zu trinken und sich zu unterhalten). Allerdings finde ich ein Rauchverbot für Restaurants, in die größtenteils Familien zum Essen gehen, durchaus sinnvoll. Schließlich können die Raucher ja in einen “Luft undurchlässigen” Raum umziehen. :P

    Ich finde nicht mal Mundgeruch und Achselschweiß so abstoßend wie den blauen Dunst einer Zigarette und ich bin früher oftmals lieber zu Hause geblieben als in ein Restaurant zu gehen, das zugegebenermaßen eine sehr gute Küche hat/te, aber aufgrund der schlechten Belüftung so verdunstet war, dass es mir Tränen in die Augen trieb.

  2. Jan
    März 25th, 2008 @ 22:42

    “Du bist doch nicht ernsthaft gegen ein Rauchverbot?” – Aber selbstverständlich, so wie gegen viele andere Verbote auch.

    “Bist Raucher, wa?” – Nein, nur Freiheitsfanatiker und Bevormundungshasser. Rauch in meiner Gegenwart nervt mich genau wie so ziemlich jeden anderen Nichtraucher auch. Vielleicht schreibe ich bei Gelegenheit mal detailliert auf, wie die Welt aussähe, wenn alles verboten würde, was mich nervt…

    Restaurantbesitzer, die ihren Gästen das Rauchen gestatten, solange sich zahlende, essende Gäste im selben Raum befinden, finde ich zum Kotzen. Bei jeder Unbequemlichkeit gleich nach dem Staat oder gar einer Freiheitsberaubung zu rufen, ist allerdings fast immer die schlechtest-denkbare Lösung.

    Ich finde Rauchverbote toll – aber nur, wenn sie von den einzigen verhängt werden, die die Konsequenzen eines Verbotes tragen müssen: Den Eigentümern der Einrichtungen, also den Wirten. Alle anderen halten sich freiwillig dort auf und nehmen gegebenenfalls billigend in Kauf, zugequalmt zu werden.

  3. BoRN
    März 25th, 2008 @ 23:01

    Du hast natürlich Recht, dass man nicht gleich zum Papa Staat rennen sollte um sich auszuheulen und ich würde ein von einigen Wirten verhängtes Rauchverbot vor einem staatl. Rauchverbot in Gaststätten bevorzugen, allerdings ist dafür das Vorhandensein von bestimmten Werten notwendig, wie, dass einem bewusst ist, dass man auch auf Mitmenschen Rücksicht nehmen sollte und auch der Gesellschaft gegenüber Verantwortung trägt.

    Wenn ich nun aber in dem Restaurant sitze, in dem Dreiviertel der Gäste vom Rauch genervt sind (weil es junge Familien sind) und dann zu einem rauchenden Gast, der neben mir an der Bar sitzt, gehe und ihn freundlich bitte sich nachdem er seine Zigarette aufgeraucht hat sich doch bitte nicht noch eine weitere anzuzünden, weil es mich stört und auch gesundheitliche Bedenken auslöst, dann hab ich noch niemals, nicht ein einziges mal, ein “Oh, Entschuldigung! Gern.” oder ein “OK, ungern, aber ich machs.” gehört. Lediglich ein “Ist das mein Problem? Verpiss dich halt”.

    So ein Verhalten ist für mich nicht hinnehmbar. Schließlich passe ich auch auf, dass mein Hund sich nicht direkt neben dem Tisch eines essenden Paares schüttelt, nachdem er aufgestanden ist.

  4. Jan
    März 25th, 2008 @ 23:46

    “…allerdings ist dafür das Vorhandensein von bestimmten Werten notwendig, wie, dass einem bewusst ist, dass man auch auf Mitmenschen Rücksicht nehmen sollte und auch der Gesellschaft gegenüber Verantwortung trägt.”

    Auf jeden Fall. Aber ich denke wir werden uns einig, dass ein Verbot kaum zu Rücksicht im Wortsinn führt, oder? Erzwungene Rücksicht taugt nichts.

    Ich finde, auch und gerade ein Staat, ein Gesetzgeber, hat die Menschen, seine Menschen, so zu nehmen, wie sie sind und sie nicht zu erziehen. Das ist ein Grundsatz, den man nicht teilen muss aber ich sehe das eben so.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass vielen Rauchern wurscht ist, dass sie andere stören. Trotzdem rechtfertigt dass kein Verbot. In einem Lokal, in dem mir so etwas passierte, würde ich vielleicht zum Chef gehen und mich über den Gast beschweren, würde in Erwägung ziehen, dieses Lokal künftig zu meiden. Ein Verbot löst das Problem auch – aber zu welchem Preis denn?

    Und der wahre Grund ist ja auch nicht die Belästigung, der Grund ist die Erziehung zu einem gesunden Leben – und das ist einfach nur abartig. Eine ähnliche Phobie gegen ungesundes Leben (beim Rauchen hörts ja nicht auf, beim Alkohol gehts weiter und Fettleibigkeit hat die Politik auch schon lange auf dem Kieker) hatten zuletzt die Nationalsozialisten.

    Es geht schon um mehr, als nur Wohlfühlen.

    “Schließlich passe ich auch auf, dass mein Hund sich nicht direkt neben dem Tisch eines essenden Paares schüttelt, nachdem er aufgestanden ist.”

    Und mal angenommen, du wärst der Einzige, der so handelt und man würde als Konsequenz davon Hunde in der Öffentlichkeit verbieten – wie würdest du dich dann fühlen?

  5. BoRN
    März 26th, 2008 @ 12:11

    “Und mal angenommen, du wärst der Einzige, der so handelt und man würde als Konsequenz davon Hunde in der Öffentlichkeit verbieten – wie würdest du dich dann fühlen?”

    Der Vergleich ist komisch, letztlich verbietet man ja nicht Rauchen in der Öffentlichkeit, sondern in Gaststätten.
    Gegen ein Hundeverbot in Gaststätten hätte ich nichts – gibt es ja in einzelnen Lokalen schon – lass ich ihn halt zu Hause oder im Auto warten.

    “Ich finde, auch und gerade ein Staat, ein Gesetzgeber, hat die Menschen, seine Menschen, so zu nehmen, wie sie sind und sie nicht zu erziehen.”

    Nein, den Grundsatz kann ich auch nicht teilen… Da kommen mir dann gleich Anarchisten von der APPD in den Sinn, die “Mitfickzentralen” fordern, haha.

  6. Jan
    März 26th, 2008 @ 13:06

    Hunde mit Rauchen zu vergleichen ist auch komisch:-p Aber ernsthaft: Es ist sicher was anderes, einen Hund zuhause zu lassen, der auf das eigene Wohlbefinden in einer Kneipe für die meisten Menschen nur marginalen Einfluss hat, als wenn man eine elementar für manche Menschen zum “gutdraufsein” gehörende Verhaltensweise abstellen will. Darum habe ich das mit den Hunden auf die Öffentlichkeit ausgeweitet (und wenn ich mir diverse Kampfhunddebatten anschaue, dann ist das ja auch nicht unbedingt weit hergehol).

    Nicht das ich einigen Ideen der APPD einiges abgewinnen könnte, einen hohen Unterhaltungswert haben sie allemal. Aber zwischen Anarchie und staatlicher Gesundheitserziehung gibt es meiner Meinung nach noch etliche Zwischenstufen.

    Mit Anarchie hat die Erwartung, dass mein Staat mich nicht zu erziehen hat, jedenfalls nichts zu tun. Das ist klassischer Liberalismus und Ausdruck meiner Grundauffassung, dass der Staat dem Menschen zu dienen hat und nicht umgekehrt.

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