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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Fleisch ist mein Gemüse

Posted on | Mai 8, 2008 | No Comments

Das Buch war ein Bestseller – wie der derzeit in den Kinos laufende Film dazu abschneidet weiß ich nicht. Ich hab ihn aber grade gesehen und muss einfach ein bisschen was dazu schreiben.

Schon in der ersten echten Filmszene (also nach der Erläuterung, unter welcher Sorte Akne der Protagonist leidet) sieht man einen mit Schafen übersäten Deichabschnitt, der nur einen Steinwurf von dem Ort entfernt liegt, an dem ich gestern erst an einer Feuerwehrübung teilgenommen hatte. Die Kamera schwenkt dann auf ein Lokal, bei dem wirklich jeder, der es mit einem Wort beschreiben sollte, sofort auf „Provinz“ (und zwar im negativen, nicht etwa im romantischen Sinn) käme – und just in dem Moment wusste ich, ich kauf den Film auf DVD, egal wie der Rest wird.

Zur Story muss man nicht viele Worte verlieren. Ist halt stark autobiographisch und das Leben des „Heinz Strunk“ (was ja an sich ein Künstlername ist) ist im Prinzip eher unspektakulär – dass wenige aufregende, Leiden und Tod der Mutter oder der Nachbarin, ist eher bedauernswert und traurig, als spannend. Das Ende des Films fand ich im großen und ganzen völlig bescheuert, so wie eigentlich alles, was nach Strunks Zeit mit „Tiffanys“, seiner Band, so kam.

Aber was den Film für mich zu einem echten Klassiker macht, dass ist die Situationskomik, die sich am einfachsten als sowas von Hamburg beschreiben ließe. Wobei mit Hamburg nur zum Teil wirklich Hamburg gemeint ist, sondern auch vor allem das südliche Umland, eben der Teil der Welt aus dem ich komme und in dem „Strunk“ damals viel unterwegs war.

Der Film spielt zwar in den Achtzigern – aber die gezeigten Partys sind heute noch ganz genauso. Gezeigt wird ein Schützenfest in Stelle, das bloß 15 Autominuten von meinem Zuhause entfernt ist und in der dortigen Schützenhalle, in der Strunk beinahe versehentlich von einem besoffenen Schützen erschossen wird, bin ich selbst schon auf der einen oder anderen Fete so richtig abgestürzt.

Unvermeidlich war auch, dass Faslamszenen gezeigt werden. Die Band bringt das Faslamslied (wenn auch in einer mir fremden Version, was aber kein Wunder ist, weil eigentlich jeder noch so kleine Ort da seine ureigene und natürlich „einzig wahre“ Version hat) und eine der berühmten „Danz-op-de-Deel“-Polonaisen bleibt natürlich auch nicht aus.

Wahrscheinlich ist dass das insgesamt das erste Mal, dass es Szenen vom Faslam ins Kino geschafft haben.

Um es mal zusammenzufassen: Ich würde sagen, man kann durchaus darüber streiten, ob das ein guter oder grottiger Film ist. Auf jeden Fall aber handelt es sich um eine authentische Darstellung jener Sorte von Festen, mit der ich und jeder aus dieser Gegend groß geworden ist.

Und wer sowas mal Live sehen will, der sollte sich so eine Faslamsparty oder ein Schützenfest hier in der Gegend mal antun – der Film übertreibt und beschönigt nichts.

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