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Argumente für und gegen liberale Waffengesetze

Posted on | Juni 5, 2008 | 7 Comments

Argumente sind kein Plädoyer. Ich glaube nicht, dass mehr Waffen die Welt zu einem besseren Ort machen.

Aber das ist für mich trotzdem kein durchschlagendes Argument gegen liberale Waffengesetze. Spätestens wenn man sich heute, als ganz normaler, harmloser Bürger, fragen muss, ob man mit dem gerade erst erworbenen Set teurer Küchenmesser durch die Kontrolle am Flughafen wagen sollte oder nicht, darf man wohl die Frage stellen, ob das Deutsche Waffen”recht” nicht doch ein wenig übers Ziel hinausschießt.

Und ob nicht auch eine 11,9 Zentimeter lange Klinge ausreicht, um jemandem die Kehle aufzuschlitzen.

Sehr viel mehr an die Substanz geht es, wenn man die Frage in den Raum wirft, ob vielleicht die so harte Gesetze formulierenden Politiker womöglich Angst vorm gemeinen Bürger haben, der sich irgendwann mit Gewalt gegen die zunehmende Bevormundung zur Wehr setzen könnte.

Und verschaffen Bewaffnungsverbote nicht Kriminellen Vorteile, da die sich ohnehin nicht an Gesetze halten (das ist nunmal das Wesen von Kriminellen…), wie es bei den Freunden der offenen Gesellschaft vermutet wird?

Wie sollen wir uns, gemäß unseres Grundgesetzes, eigentlich gegen einen neuen Hitler oder einen neuen Ulbricht wehren, wenn unsere Machthaber uns schon jetzt entwaffnet haben?

Auf der anderen Seite gilt es als erwiesen, dass in waffenstarrenden Gesellschaften die vielen vorhandenen Waffen auch zu vermehrtem Waffeneinsatz führen.

Die Frage, ob überhaupt und wie weit eine Regierung ihren Bürgern Waffenbesitz verbieten darf, ist also offensichtlich nicht ganz leicht zu beantworten. Das zeichnet sich auch in der Diskussion bei den FDOG ab, die verfolgen sollte, wer sich mit dem Thema beschäftigt.

Comments

7 Responses to “Argumente für und gegen liberale Waffengesetze”

  1. DDH
    Juni 5th, 2008 @ 19:24

    „Ein Lackmus-Test für eine freie Gesellschaft ist übrigens auch die
    Berechtigung zum Waffenbesitz des freien Mannes. Je mehr ein Staat
    (eine absolutistische Monarchie oder eine unbegrenzte Demokratie)
    totalitäre Züge zeigt, desto energischer bekämpft er sie. In den USA
    ist die Berechtigung zum Waffenbesitz immer noch Kennzeichen des freien
    Mannes (der freien Frau) und in einem Abänderungsvertrag der Verfassung
    gesichert. Auch in der Schweiz herrscht bis heute ein liberales
    Waffenrecht. In der Bundesrepublik, wo der Bürger ohnedies als unmündig
    betrachtet wird, wäre so etwas undenkbar.“Argumente gibt’s hier:http://www.amazon.de/More-Guns.....amp;sr=8-1

  2. Roger Beathacker
    Juni 6th, 2008 @ 19:59

    Das “Recht” Waffen zu tragen ist Ausdruck der Angst sich staendig bedroht fuehlender Paranoiker. Wo andere Menschen nicht als latente Bedrohung empfunden werden, da gibt es weder ein “Recht” noch einen Wunsch Waffen zu tragen.

  3. Jan
    Juni 7th, 2008 @ 20:26

    Dominik, deine Einstellung dazu war mir klar und deine Argumentation halte ich auch für schlüssig.

    Die Frage, die offen bleibt ist aber: Rechtfertigt dass die statistisch beweisbaren steigenden Zahlen von Mordopfern, je mehr Waffen im Umlauf sind? Ich tu mich da etwas schwer, darauf eine einfache Antwort zu finden.

    Und Roger: Es ist doch offensichtlich, dass manche anderen Menschen als Bedrohung empfunden werden – und das zurecht. Es gibt nunmal kriminelle und skrupellose Menschen. Auch die Antwort ist mir etwas zu einfach.

  4. Roger Beathacker
    Juni 8th, 2008 @ 10:29

    Darueber was als kriminell gilt, entscheidet der Gesetzgeber, darueber was kriminell im Sinne der Gesetze ist, die Gerichte. Kriminalitaet “an sich” gibt es nicht. Kriminelle (an sich) und damit: “krimeinelle Menschen” erst recht nicht. Alles was es gibt, sind kriminelle – besser: im Rahmen geltender Gesetze als kriminell bewertete – Handlungen. Dazu kann der unerlaubte Waffenbesitz eben so zaehlen, wie die Steuerhinterziehung oder der betruegerische Bankrott. Das kann man aendern – keine Frage. Die beste Waffe gegen Diktaturen ist nicht ein bewaffnetes, sondern ein aufgeklaertes Volk.

  5. Jan
    Juni 8th, 2008 @ 22:12

    Es gibt doch zweifellos Menschen, die anderen Menschen Gewalt antun. Ob man das nun kriminell nennen will oder nicht ändert daran auch nichts, ist auch nicht die Frage.

    Und bestimmt ist ein aufgeklärtes Volk wichtiger als dass wir alle ne 45er unterm Kopfkissen haben und haben dürfen aber das eine schließt das andere doch nicht aus.

  6. Roger Beathacker
    Juni 9th, 2008 @ 00:46

    “Und bestimmt ist ein aufgeklärtes Volk wichtiger als dass wir alle ne 45er unterm Kopfkissen haben und haben dürfen aber das eine schließt das andere doch nicht aus.”

    Ich denke doch. Wenn man natuerlich nur glaubt man sei aufgeklaert, dann mag das vielleicht kein Widerspruch sein.

  7. Jan
    Juni 9th, 2008 @ 01:09

    Und inwiefern soll das ein Verbot rechtfertigen?

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