Jun 13 2008
Die DNA-Datei des BKA
Man kennt das: Da wird aufgrund abscheulicher Verbrechen zur freiwilligen Abgabe einer DNA-Probe aufgerufen (vorzugsweise werden Männer aufgerufen) und wer sich nicht irgendwelcher komischen Verdächtigungen ausgesetzt sehen will, der muss beinahe schon hingehen.
Die Daten werden allerdings keineswegs in erster Linie für dieses spezielle Verbrechen benutzt, sondern landen in einer Datenbank des BKA. Und da bleiben sie, zumindest viele Jahre lang.
Über 670.000 solcher Datensätze gibt es und nach BKA-Angaben kommen jeden Monat 9.000 Datensätze hinzu.
Was machen die Beamten mit all den Daten? Verbrechen aufklären natürlich!
Seit bestehen der Datenbank ist das immerhin ungefähr 50.000 mal gelungen! Darunter Mörder, Raubmörder, Vergewaltiger, sonstige Gewalttäter. Leute eben denen man froh sein kann, dass sie nicht frei rum laufen. Laut BKA-Statistik sind 8.000 der 50.000 aufgeklärten Straftaten dieser Kategorie zuzuordnen.
Nanu, und was haben die verbleibenden 42.000 Menschen ausgefressen, dass man zu so extremen Mitteln wie einem Datenbankabgleich greifen musste?
Es waren vor allem Diebe. 41.000 Diebstähle wurden mithilfe der BKA-Datenbank aufgeklärt, ohne dass man sie dafür jemals eingerichtet hätte.
Na gut, aber bei Dieben ist das auch noch vertretbar? Okay, einen hab ich noch.
Denn es wurden auch an die Tausend Fälle von
- Betrug / Untreue
- Sachbeschädigung
- Verstoß gegen Nebengesetze wie Betäubungsmittel- oder Waffengesetz
- Straftaten gegen die öffentliche Ordnung und
- Beleidigung
aufgeklärt.
Das nur mal für die, die tatsächlich denken, einmal gesammelte Datensätze würden tatsächlich nur zu den Zwecken dienen, die man bei der Erhebung angegeben hat.
Wer also das nächste mal politisch korrekt irgendwelchen Massen-DNA-Sammel-Aufrufen folgen will, der sollte sich dieser Folgen bewusst sein.
[Zahlenquelle gefunden beim Datenschutzbeauftragten, via gehupftwiegesprungen]
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