Mal wieder n Buch gelesen
Posted on | Juni 27, 2008 | No Comments
Es kommt nicht oft vor, dass ich ein Buch binnen drei Tagen durchlese aber wenn doch mal, dann sind das normalerweise auch keine mit 600 Seiten.
War in diesem Fall anders. Gelesen habe ich “Welt in Angst” von Michael Crichton. Eine Art Wissenschaftsthriller, wie es “Jurassic Park” oder “Timeline” ja auch schon sind. Beides Bücher, die mir auch gut gefallen haben.
Allerdings kamen die nicht im Entferntesten an die Aktualität von “Welt in Angst” heran, denn dieses Buch, dass schon 2004 erschien, also eine ganze Weile vor dem jetzigen Klimahype, beschreibt im Prinzip dass, was gerade geschieht: Das Pushen eines Hypes mit allen Mitteln, die moderne PR so her gibt.
Das allein würde noch keinen Thriller machen, also gibt es auch noch radikale Öko-Terroristen, die mit künstlich provozierten Katastrophen versuchen, der Umweltbewegung Rückenwind zu geben. Der Teil ist natürlich (hoffentlich) reine Fiktion. Zeitgenössische Ökoterroristen beschränken sich ja glücklicherweise “nur” auf Zerstörung irgendwelcher Feindbilder (Legebatterien oder Versuchsäcker oder so). Außerdem ist die Umweltbewegung sowas von Establishment, dass sie auf Rückenwind längst nicht mehr angewiesen ist.
Zur Story möchte ich eigentlich weiter nicht viel sagen, das Buch ist halt spannend wie die meisten Crichton-Romane – sonst hätte ich deutlich länger gebraucht es durchzulesen.
Ungewöhnlich allerdings sind die vielen Angaben wissenschaftlicher Quellen mitten im Roman. Knapp 30 Seiten am Ende des Buches sind voll von Quellenangaben und entsprechenden Zitaten. Davor fasst der Autor etliche auch schon im Roman geäußerten persönlichen Schlüsse nochmal zusammen und fügt noch einen Aufsatz über zwei bedeutende in der Vergangenheit gehypten Theorien bei (nämlich Eugenik und Lyssenkoismus), in denen er erläutert wie sie entstanden und groß geworden sind – und wieviele Menschenleben sie so in etwa gekostet haben.
Kernthema sind, wie erwähnt, Klimawandel und die globale Erwärmung und es werden etliche Fakten genannt (und belegt), die verdächtig wenig zu dem passen, was uns Gabriel und Merkel andauernd einbläuen. Natürlich ist es nicht besonders ratsam, aufgrund eines Romans seine Sicht der Dinge umfassend zu ändern. Aber, und das ist wahrscheinlich die wichtigste Botschaft, die ich dem Buch entnommen habe, man sollte trotzdem nie aufhören kritisch zu sein und nichts, auch keine von noch so vielen Wissenschaftlern aufgestellten Theorien einfach so für bare Münze nehmen – erst recht nicht, wenn sie gewaltige negative Auswirkungen auf jeden Einzelnen haben.
Das trifft wohl auf Theorien des menschengemachten Klimawandels eindeutig zu, weshalb das Buch natürlich niemals ein “Beweis” für dessen Nichtexistenz sein kann – aber man darf es ruhig als energisches Plädoyer für ein weiterhin erlaubtes Infragestellen dieser Theorie
Es geht in dem Buch aber auch ganz grundsätzlich um den Irrsweg, den einschlägt, wer einzelne Menschenleben irgendwelchen großen Visionen unterordnet.
Wer eine packende Geschichte mit gewissem Bezug zur Gegenwart sucht, die ihn dabei noch zum kritischen Hinterfragen oft behaupteter Theorien anregen könnte, für den ist das Buch genau das Richtige.
Zu kaufen gibts das Buch je nach Geschmack beim örtlichen Händler oder hier, hier oder hier – mir ist das scheissegal, ich kriege ohnehin keine Provision…
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