Monatsarchiv für August 2008

Aug 31 2008

Politische Sommerpause beendet

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Zumindest bei den Jungen Liberalen Harburg-Land.

Denn die haben sich heute abend bei mir zuhause getroffen – erweitert durch einen Vertreter der hiesigen Jusos, jungen liberalen Gästen aus Lüneburg und David Salm, der unseren Kreisverband im niedersächsischen Landesverband vertritt.

Darum, und weil das letzte Treffen vor allem Ferienzeitbedingt eine Weile zurück lag, waren die Themen des Abends dementsprechend zahlreich.

Die wenigen, aber offenbar mehr werdenden mitlesenden Jusos wird vielleicht interessieren, dass wir im Oktober ein gemeinsames Diskussionstreffen mit den Harburger Jusos vereinbart haben. Vielleicht werden sogar mehr draus, ich gehe nämlich davon aus, dass das eine interessante Sache werden kann.

Ein anderes großes Thema war der Verbraucherschutz, dem wir uns im September ein wenig zuwenden wollen. Darauf werde ich, wenn es soweit ist, aber noch etwas näher eingehen.

Sehr erfreulich war die Reaktion auf unsere jüngste Pressemitteilung. Es kommt nicht alle Tage vor, dass Verlautbarungen eines einfachen Kreisverbandes für eine solche Flut an Emails, Telefonanrufen und Briefen führen. Das Thema Kammerzwang ist offenbar für viele der Betroffenen äußerst frustrierend. David wird die Geschichte darum nun im Landesvorstand auch nochmal ansprechen und ich denke, dass wir da als JuLis Niedersachsen wirklich versuchen sollten, endlich diese blödsinnige Praxis abzuschaffen. Die ungeheuerlichen Vorgänge in der Lüneburger IHK bieten dazu ja nun wirklich eine Steilvorlage, so zynisch das auch klingen mag – denn natürlich kann der unfassbar nachlässige Umgang mit den Mitgliedsbeiträgen keinen noch so erbitterten Gegner des Zwanges wirklich freuen..

David stellte uns außerdem noch eine recht vielversprechend aussehende Kampagne des Landesverbandes in Aussicht, auf die ich jetzt (noch) nicht weiter eingehen werde. Schön zu sehen aber jedenfalls, dass der Landesvorstand seine Sache gut macht.

Sowieso muss mal gesagt werden, dass die Zusammenarbeit zwischen Landesverband und dem Kreisverband Harburg aus meiner Sicht kaum zu wünschen übrig lässt. So macht das Arbeiten wirklich Freude und wenn es noch eines Motivationsschub für den Start in den Herbst bedurft hätte, dann haben wir uns den wohl heute Abend selber gegeben.

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Aug 30 2008

FDP twittert ausgewogener

Autor: Jan. Abgelegt unter Medien

Nämlich auch vom Parteitag der Republikaner. Alles andere hätte mich auch enttäuscht.

Jede Parteinahme für oder gegen einen der beiden Kandidaten der großen Parteien seitens deutscher Politiker oder Parteien ist davon mal abgesehen sowieso ziemlich überflüssig.

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Aug 29 2008

SPD-MdB: Raucherbekämpfungsgesetz Beispiel für Regulierungswahn

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Wozu Twitter eigentlich gar nicht gemacht ist, ist seine Nutzung als eine Art Newsfeed. Nutz ich trotzdem so und so gelangen neuerdings regelmäßig vollautomatisch die neuesten Politikerstimmen von Trupoli auf meinen Bildschirm.

Gestern war es diese hier:

“Selbstverständlich muss Nichtrauchern ein rauchfreier Arbeitsplatz garantiert werden. [...] Beim Nichtraucherschutz in privatwirtschaftlichen Restaurants und Kneipen verhält es sich anders. Bislang konnten die Betreiber selbst entscheiden, wie sie Nichtraucher schützen und Rauchern den Tabakgenuss gewähren. Jeder Gast geht dort freiwillig hin. Jedem Arbeitnehmer und jedem Wirt in der Gastronomie steht es frei, sich schädlichem Rauch auszusetzen. Das Raucherbekämpfungsgesetz ist leider nicht das einzige Beispiel für den Regulierungswahn von Gutmenschen.”

Das sagt, Achtung, Rolf Stöckel, MdB der SPD. Die SPD, dass ist die Partei, in der auch Sabine Bätzing ihr Unwesen treibt, die am liebsten das Rauchen in Privat-PKWs und vermutlich auch gern Tabak- und Alkoholkonsum insgesamt verbieten würde und sowieso viele Ideen hat, was Verhaltensvorschriften für die Bürger angeht.

Da kann man nur sagen: Endlich eine vernünftige Stimme aus der SPD zu diesem Thema!

Das Argument mit dem Arbeitsschutz ist ohnehin völliger Unfug. Wenn man in Kneipen nicht rauchen dürfen soll, wo denn dann?

Dazu sind Kneipen ganz einfach (auch) da, auch wenn uns Nichtraucher das manchmal nerven mag. (Mich nervt dort bisweilen auch beschissene Musik, ohne dass ich jemals versuchen würde, dieses Problem gesetzlich lösen zu wollen.)

Die zweifellos vorhandene Gesundheitsgefährdung mag in Betrieben Grund genug für Rauchverbote sein, wenn Paternalisten sich damit besser fühlen, von mir aus auch von oben herab angeordnet und mit staatlicher Gewalt durchgesetzt.

Wer aber in einer Kneipe arbeitet, der muss mit Zigarettenqualm rechnen, so wie ein Polizist es womöglich auch mal mit bewaffneten und somit potenziell gesundheitsschädlichen Verbrechern zu tun zu bekommen oder der Elektriker Gefahr läuft, im Rahmen seiner Arbeit einen gefährlichen Stromschlag zu bekommen, wenn er einen Fehler macht.

Wer so argumentiert, dem geht es ganz gewiss nicht um die paar womöglich gefährdeten Kellnerlungen. Worum es in Wahrheit geht, und das muss doch langsam jeder erkennen, ist staatliche Erziehung zum Nichtrauchen.

Und so etwas brauchen wir nicht.

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Aug 28 2008

Weg mit dem VW-Gesetz!

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Im Weblog der Baden-Württemberger FDP liest man, dass die dortige Landesregierung sich hinter Porsche stellt:

Die baden-württembergische Landesregierung unterstützt Porsche im Kampf gegen das VW-Gesetz. Justizminister Ulrich Goll (FDP) will am kommenden Mittwoch im Rechtsausschuss des Bundesrates einen Antrag zur Abschaffung des Gesetzes einbringen.

Und obwohl ich Niedersachse bin, pflichte ich dem unbedingt bei. Nicht wegen Porsche, sondern weil doch auch nem totalen Politik-Legatheniker klar sein muss, dass es überhaupt nichts mit Fairness und Wettbewerb zu tun hat, wenn es zwar ein VW-Gesetz, aber kein Porsche-, Mercedes-, Opel- oder BMW-Gesetz gibt. Die Sonderstellung eines einzelnen Unternehmens ist durch nichts zu rechtfertigen.

Also: Weg damit.

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Aug 28 2008

Noch ein paar Blogroll-Bereicherungen

Autor: Jan. Abgelegt unter Blogroll, JuLi-Blogs.de

Dank Roberts Beitrag konnte ich heute ein paar neue Blogs von FDP-Politikern entdecken, die ich auch gleich verlinkt habe.

Das Blog von Hans-Joachim Otto zum Beispiel, dass ich zwar schon seit Ewigkeiten lese, aber irgendwie nie verlinkt hatte.

Gar nicht kannte ich dagegen Jan Havliks und Markus Lochmanns Blogs. Beide aus Baden-Württemberg.

Auch Miriam Gruß, die für die Liberalen im Bundestag sitzt, blogt. Allerdings tut sie das im Rahmen eines Jugendportals des Bundestages und dort gleich zusammen mit Diana Golze von Die Linke, Josef Winkler von den Grünen, Marco Wanderwitz (CDU/CSU) und Sabine Bätzing (SPD und Drogenbeauftragte der Bundesregierung).

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Aug 28 2008

Bin ich froh, dass ich kein Ami bin

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Medien

Ich hab grade den Wahlomat bei Spiegel Online befragt, wen ich bei der Wahl zum US-Präsidenten wählen sollte, würde ich gefragt.

Das von Spiegel ausgerechnete Ergebnis lautet 11 zu 8 für McCain, was denkbar knapp ist, zumal das immerhin 20 Fragen waren.

Das von mir selbst ausgerechnete Ergebnis ist aber noch etwas differenzierter und sieht so aus:

  • Ich stimme zwar in 6 Aussagen mit McCain überein
  • und in 4 mit Obama,
  • in 4 Fragen aber mit allen beiden
  • und in 5 Fällen mit gar keinem.

Unterschiede von plusminus zwei Fragen lediglich. So wirklich eindeutig ist das ja nicht, zumindest nicht eindeutig genug um zu behaupten, ich wüsste ziemlich genau wen ich wählen würde.

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Aug 28 2008

Parteien und Internet

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Medien

Vernetzung ist eigentlich der Schlüsselbegriff, wenn es um „das Internet“ und „Web 2.0“ geht.

Vernetzung ist auch der Begriff, den die Verantwortlichen in Parteien meinen, wenn sie Plattformen wie my.fdp.de oder meine-spd.de launchen, wie wir hippen Internetkundigen sagen. Beides sind soziale Netzwerke, deren Grundfunktionen denen von StudiVZ, Facebook, Myspace, Xing und so weiter entsprechen: Kontakte speichern und mit ihnen kommunizieren, Gruppen und Foren Gründen und sich darin austauschen. Vernetzung halt. Im Grunde genommen ist so etwas ja innerhalb einer Partei wirklich sinnvoll, wie die informationstechnische Revolution der vergangenen 10-15 Jahre ohnehin für wahre Quantensprünge in der Zusammenarbeit politischer Verbände und Parteien bis runter zu den Ortsverbänden gesorgt hat.

Wie, Parteien und Politiker können echt Internet?

Na klar, und wenn es nur darum geht, dass heutzutage (hängt von der individuellen Arbeitsweise der jeweiligen Vorstände ab) gerne mal 50-90 Prozent der Absprachen flott per Email gemacht werden, wenn es um Pressemitteilungen geht zum Beispiel oder um das Finden von Terminen. Eine ordentliche Mailingliste ist ja im Prinzip sowas wie die Urform des sozialen Netzwerks und ich unterstelle mal, dass sowas so gut wie jeder Ortsverband so gut wie jeder Partei zu nutzen und zu schätzen weiß.

Wie es um das Verständnis des Internets und seiner ja weit darüber hinaus reichenden Möglichkeiten bestellt ist, kann man nur vermuten. Wahrscheinlich stark durchwachsen. Aber nach meinem Eindruck nicht zwangsläufig, wie man vermuten könnte, an irgendwelchen Altersgrenzen festzumachen.

Bei jeder Einschätzung beziehe ich mich in erster Linie auf die FDP, was deren Web-Aktivitäten angeht kenne ich mich halt am Bewsten aus. In der Tendenz muss man aber leider feststellen, dass außerhalb von einigen mitunter teuren Großprojekten, wie zum Beispiel dem genannten Netzwerk oder mehr oder weniger aufwändig gestalteten Video-Podcasts auf Youtube nicht allzuviel stattfindet – auf Landes- oder Bundesebene jedenfalls.

Manche Orts- und Kreisverbände sind da, abhängig vom Vorhandensein entsprechend findiger Mitglieder vor Ort, durchaus weiter. In eigentlich allen Parteien entwickelt sich zum Beispiel langsam aber sicher eine bloggende Basis. Hier sind JuLis mit ihrem Aggregat natürlich Vorreiter und es wäre mal eine Überlegung wert, sowas Ähnliches auch auf Bundes- oder Landesebene in den Parteien aufzulegen.

Mehr noch würde ich mir aber eine viel stärkere Öffnung der Parteien nach außen hin wünschen. Speziell im Fall der FDP hält die eine liberale Graswurzelbewegung, die es unzweifelhaft auch in Deutschland gibt, sicher einiges an Potenzial und Chancen für eine wirklich offene Partei bereit.

Und was die Vernetzung angeht: Eigene soziale Netzwerke sind gut und schön aber die Aktivitäten von FDPlern auf Facebook & Co gibt es halt trotzdem und man bricht sich als Bundesverband auch keinen Zacken aus der Krone, wenn man solcherlei Tätigkeiten nicht als Konkurrenz begreift, sondern aktiv nutzt und fördert. Wir alle, die wir politisch aktiv sind, sind ja nunmal nicht bloß Parteimitglied, sondern haben diverse Interessen und darum ist ein Netzwerk, dass alles zusammen bringt, dann doch etwas attraktiver als der theoretisch zwar jedem offen stehende, in der Praxis aber natürlich vor allem von Mitgliedern genutzte Weg in die parteieigene Community.

Und dann die für die Zuständigen Pressereferenten (oder wer immer sich um Internetmarketing und sowas kümmert) vielleicht schwierige Erkenntnis, dass es auch völlig unabhängig von offiziellen Parteiseiten, ja sogar außerhalb der Partei etliche liberal gesinnte Blogger gibt.

Die könnte man seitens der FDP ruhig mal etwas mehr beachten – man kann ja trotzdem darauf hinweisen, dass sich dort halt nicht stumpf an der Parteilinie entlanggehangelt wird, sondern frei von der Leber weg geschrieben wird, was den Autoren gerade am Herzen liegt. Ein bisschen mehr Mut auch zur Konfrontation wäre ganz gut und würde die FDP und ihre Diskussionskultur glaubwürdiger machen. Und: Das wäre dann endlich mal eine echte Vernetzung und man würde sich den Liberalismus als Bewegung zu Nutze machen, anstatt ungeachtet jeder Realität einfach zu behaupten, man wäre “Die Liberalen” und fertig. Wenn man das behauptet, dann könnte man wenigstens versuchen, diesem Anspruch gerecht zu werden und das könnte man auf alle Fälle prima mit einer etwas mutigeren Internetstrategie demonstrieren.

Ein anderer Ansatz könnte aber auch sein, dass Parteien versuchen ihre einfachen Basismitglieder etwas für das schreiben eigener Blogs zu begeistern. Viele wissen ja immer noch nicht, was das eigentlich ist – warum nicht mal einen Workshop anbieten, warum nicht einen eigenen Award ins Leben rufen (aber dann bitte auch außerparteiliche Blogger nicht ausschließen!)? Mit ein bisschen Fantasie lassen sich da einige interessante Möglichkeiten erahnen.

Es fehlt aber auch oft an ganz einfachen Sachen. Warum gibt es noch keinen abonnierbaren Kalender der FDP? Kost nix hilft aber viel. Für meinen Ortsverband habe ich darum jetzt immerhin mal einen Angefangen (muss allerdings noch etwas gefüllt werden, bevor ich den hier verlinke) und auch für meinen JuLi-Kreisverband habe ich so etwas vor Kurzem mal eingerichtet.*

Aber weder auf Landes- noch auf Bundesebene habe ich jemals etwas in der Art gefunden. Und dass obwohl sämtliche Termine bestimmt hundertfach in irgendwelchen Outlooks stecken – der Mehraufwand für eine Bereitstellung auch im Internet in abonnierbarer Form wäre da doch wirklich ein Klacks!

Man teilte mir allerdings kürzlich mit, dass zumindest mein JuLi-Landesverband etwas in der Art in Planung hätte. Fände ich sehr schön, wenn das klappt.

Was immerhin allmählich besser wird, ist das Angebot an Newsfeeds. Mein niedersächsischer Landesverband muss da zwar noch unbedingt nachziehen, auf Bundesebene bin ich aber zufrieden.

Ob sich die Twitterei in Spitzenpolitikerkreisen wirklich durchsetzen wird, weiß ich dagegen nicht. Ob sie es muss, wage ich trotz einiger Begeisterung fürs Microblogging aber sowieso zu bezweifeln. Wenn überhaupt, dann sollte man so etwas – ungeachtet der Kritik in den Medien -  in der Form machen, wie der Generalsekräter der SPD, Hubertus Heil oder FDP-Bundesgeschäftsführer Hans Jürgen Beerfeltz im Augenblick (keine Ahnung ob die das nach ihrem Besuch in Denver noch weiterführen) tun. Nämlich auf persönliche Art, schnell mal eigene Eindrücke schildern, wozu auch mal Belanglosigkeiten gehören dürfen. Das findet nicht jeder interessant, muss aber auch nicht.

Worauf es ankommt ist, jedenfalls im Fall von Politikern, dass es authentisch ist. Für tiefschürfendere Gedanken gibt es nämlich genügend andere Formate.

Definitiv eine gute Idee ist das neueste FDP-Projekt: Ein Blog der Bundestagsfraktion. Es bleibt abzuwarten, wieviele der im Titelbild versprochenen “61 Liberalen” dort regelmäßig schreiben werden. Aber der Ansatz ist auf alle Fälle richtig. Denn welches Medium könnte geeigneter sein, um die eigenen Gedanken, Positionen und Überzeugungen ohne die in fremden Medien zwingend auftretenden Einschränkungen des Umfangs darzulegen?

Das ein Bedürfnis besteht, von Politikern auch abseits von Pressekonferenzen und oft sowieso ziemlich glatt geschliffenen Pressemitteilungen erklärt zu bekommen, was sie sich bei bestimmten Aktivitäten eigentlich wirklich gedacht haben, zeigt ja schon lange der Erfolg von Abgeordnetenwatch. Ein solches Blog ist da nur der konsequente nächste Schritt. Ich vermute, die anderen Fraktionen im Bundestag werden bald nachziehen (wenns sowas nicht sogar schon gibt, ohne dass ich es mitbekommen hätte – von dem FDP-Fraktionsblog weiß ich auch nur dank einer entsprechenden Pressemitteilung) und ich hoffe sehr, dass die in der Tagespresse viel zu selten vorkommenden Landtagsfraktionen sich daran schnell ein Beispiel nehmen.

Fazit: Licht und Schatten also, was die Internetaktivitäten der großen Politik angeht. Dennoch werden wir sicher sehr schnell erleben, dass das Tempo deutlich anzieht. In einem Jahr sind schließlich Wahlen und da alle Parteien sich sehr aufmerksam anschauen, was im US-Wahlkampf so passiert, werden wir uns vermutlich binnen weniger Monate vor immer neuen Websites und Services unserer Parteien kaum retten können. Solange da ein gewisses Augenmaß dafür sorgt, dass die Ergebnisse vernünftig werden, ist das sicher uneingeschränkt zu begrüßen. Aber, lieber Leser, wir wissen glaube ich beide, dass es so glatt nicht laufen wird, oder? Mit ein wenig trial-and-error werden wir wohl leben müssen. Am Ende des kommenden Jahres werden wir uns aber trotzdem wahrscheinlich aus mehr vernünftigen Informationsquellen versorgen können, als jemals zuvor.

Nachträglicher Hinweis, weils so schön passt: Robert beschäftigt sich auf FDP-Watch eingehend mit FDP-Bloggern.

* In besagten Kalender trage ich übrigens alle Termine ein, die irgendwas mit den JuLis zu tun haben – also nicht nur regionale Sachen, sondern auch Termine von Landeskongressen in anderen Ländern sowie wichtige Demos und andere externe, aber irgendwie verbandelte und passende Veranstaltungen. Wer den Kalender mit benutzen oder sogar pflegen möchte, ist herzlich eingeladen, einfach melden. Das Nutzen geht natürlich auch ohne Melden, der Link zum abonnieren ist auf der Seite enthalten.

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Aug 28 2008

Gedöns für Twitter

Autor: Jan. Abgelegt unter In Eigener Sache

Twitter für sich genommen ist ein nettes Spielzeug, mehr auch nicht. Wirklich interessant für mich wurde der Dienst erst, wenn man ihn ein bisschen “aufbohrt”.

Zum Beispiel benutze ich Twitter auch, um Follower (twitterianisch für “Feed-Abonnenten”) über neue Artikel in diesem Blog zu informieren. Dafür gibt es ein einfaches kleines Plugin mit Namen Twitter Update.

Um Twitter mit dem Blog zu vernetzen, hatte ich zunächst auch ein Plugin eingesetzt. Das hatte aber den Nachteil, dass es die Twittermeldungen nur angezeigt, aber nicht verlinkt hat. Fand ich scheiße, also musste da was Vernünftiges her. Ich stieß heute auf Monitter, einen Dienst, der schlüsselwort-gebunden Twittermeldungen anzeigt. Und weil man daraus einen Feed generieren kann, habe ich nun einfach den dort erzeugten Feed mit Bordmitteln (d.h. einem entsprechenden Wordpress-Widget) in meine Seitenleiste eingebunden. Das hat auch den Vorteil, dass nicht nur meine eigenen Meldungen dort angezeigt werden, sondern alle, die sich auf mein Blog oder den Twitter-Account beziehen, denn mein Nutzername dort ist ebenfalls Filterblog.

Direkt unter den Twitter-Updates befindet sich ein Zähler, der anzeigt, wieviele Follower ich im Augenblick habe. Den gibts bei TwitterCounter.com.

Was braucht man noch unbedingt? Ganz einfach: Wer will schon ständig auf die Twitter-Seite gucken, um auf dem Laufenden zu bleiben, was sich dort tut? Und da ich ohnehin fast ständig einen Instant Messenger laufen habe, habe ich Jabber und Twitter auch gleich noch verheiratet. Das kann man z.B. mit Twitt’d machen. Darüber kann man gleichzeitig auch Nachrichten an seine Twitter-Seite senden.

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Aug 27 2008

Meint er nicht ernst, oder?

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Mein JuLi-Landesverbandsvorsitzender spricht sich zurecht gegen Undercover-Einsätze von Minderjährigen aus, die versuchen sollen, Alkohol zu kaufen. Das ist gut so, denn sonst käme Innenminister Schünemann mit dieser befremdlichen Idee am Ende noch durch.

Aber der Alternativvorschlag der Jungen Liberalen Niedersachsen kann doch nicht eine generelle Ausweispflicht sein! Die allermeisten Menschen, die Alkohol kaufen, sind deutlich über 18. Wozu sollen die nun jedes Mal, wenn sie dummerweise vergessen haben ihren Ausweis mit zum Einkaufen zu nehmen, verschämt ihre Kiste Bier wieder zurück in den Laden tragen müssen?

Es kann nicht sein, dass jedes Mal, wenn elterliche Versäumnisse zum Problem erklärt werden, der größte Teil der Bevölkerung mit immer neuen Pflichten gegängelt wird. Ich kann verdammt nochmal nichts dafür, dass irgendwelche Kiddies sich irgendwie Alkohol besorgen. An mir liegt das nicht, ich lass mir im Zweifel sogar Faslam nen Ausweis zeigen.

Wenn wir als JuLis schon feststellen,

“In kaum einem Land kann man Alkohol und Zigaretten so leicht erwerben, wie in Deutschland”

Dann kann die adäquate Antwort einer liberalen Jugendorganisation sicher nicht die sein, daran schleunigst etwas ändern zu wollen. Dann doch lieber flächendeckender Angriff auf Kneipen und Geschäfte durch die Schünemannschen Teenie-Spione, dann hab wenigstens ich meine Ruhe.

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Aug 27 2008

Interview mit einem Hirsch

Autor: Jan. Abgelegt unter Mucke

Montreal - Hamburger Punkrock vom Feinsten

Diese sympathischen Jungs hier, die ich schon vor langer, langer Zeit mal empfohlen habe und die ich, sofern mich Staus, Unfälle, Schietwetter und die Abwesenheit einer vernünftig ausgeschilderten Autobahnabfahrt aus südlicher Richtung nicht davon abgehalten hätten, auf dem Open Flair letztens beinahe Live gesehen hätte, haben eine ganz ordentliche Einstellung zum Thema Musikpiraterie:

F: Wie steht Ihr zu Raubkopien und illegalen Musikdownloads?
A: Wir sehen das sehr entspannt. Um das zu erklären, muss ich aber etwas weiter ausholen…
Der Tod der CD-LP-Plattenindustrie kommt ja nun schon seit ca. 10 Jahren mit großen Schritten näher. Da kann man sich doch zumindest nicht beschweren, dass man von heut auf morgen ins kalte Wasser geworfen wird und jetzt klarkommen muss. Klar verkauft kaum noch irgendwer Platten – aber das muss ja nicht nur Nachteil sein. Wenn man sich darauf einläßt und einfach akzeptiert, dass die 70er/80er/90er vorbei sind und es nie wieder so sein wird, wie es war, dann kann man dem ganzen auch sehr viel Positives abgewinnen. Witzfiguren wie Lars Ulrich und ihre lächerlichen Kampagnen gegen Raubkopien können einem eigentlich nur Leid tun, weil sie kaum noch mehr demonstrieren können, wie sehr sie von gestern sind. Wo ist denn das Problem? Es werden kaum noch Platten verkauft, aber die Leute gehen viel mehr auf Konzerte und kaufen Merchandise wie nie zuvor. Noch nie konnten Bands unabhängig von großen Plattenfirmen, deren Kapital und Vertriebsstrukturen so viel erreichen wie heute.

Mit der heutigen Technik kann jeder für ein paar Tausen Euro ein brauchbares Album produzieren, das wäre vor 15-20 Jahre undenkbar gewesen. Über das Internet kann man besser denn je Kontakte zu anderen Bands, Veranstaltern und direkt zum Hörer aufbauen. Wenn eine Band sich also auf den Hosenboden setzt und fleißig ist – viel – sehr viel live spielt, dann sehen die Chancen heutzutage deutlich besser aus, als zu der Zeit, wo alles einzig und allein von der Gunst von Plattenfirmen abhing.

Unsere Lieder zum Beispiel wurden allein bei MySpace 300.000 mal angehört – ich habe keine Ahnung wie viele sich unsere Alben runtergeladen haben, aber es wird ein vielfaches sein von dem was wir verkauft haben. Nun ist es doch aber so, dass sich somit die Musik ähnlich dem Schneeballverfahren verbreitet und im Idealfall Hörer überzeugt – und wenn man dann ein Konzert in der Stadt gibt, kommt der überzeugte Hörer vorbei, zahlt Eintritt und nimmt vielleicht noch ein Shirt mit. Das ist doch ein gesunder Prozess, den wir für sehr angemessen und verhältnismässig halten.

Im Grunde wurde die Macht über den Musikmarkt, die jahrzehntelang in den Händen von wenigen Plattenfirmen lag und verstaubt ist verlagert zum Musikhörer und auf viele kleine Indie-Labels und Bands. Jahrezehntelang haben unbewegliche Plattenfirmen entweder nur bereits große Stars weiter verwaltet wurden oder eben in auf schnellen finanziellen Gewinn ausgelegte Chart-Projekte investiert wurde, die bei auch nur angedeutem Misserfolg wieder eingestampft wurden. Dieses Konstrukt ist jetzt nahezu komplett aufgebrochen und alles wuselt umher – wo das alles hinführt kann man kaum absehen, aber der frische Wind tut der Musikwelt sicher sehr gut.

Und ich sag es nochmal: für kleine, jetzt erst wachsende Bands ist das alles sicherlich eher von Vorteil – insofern danke danke danke danke liebe Downloadleute – allein, die panischen Gesichter der ganzen alten peinlichen Rockstars war es uns doch wert. Lars Ulrich wacht bestimmt heute noch schweißgebadet im Westflügel seines Anwesens auf und hadert mit dieser ungerechten Welt, die es so schlecht gemeint hat mit seinem Leben – all die schönen Urheberrechtslizenzen: Futschikato – und warum? Wie immer: wegen diesem Scheiß-Internet. Alles macht es kaputt, A L L E S!!

Und so etwas sagt ein junger Musiker, der vermutlich in den drei Jahren, die es seine Band Montreal aus Hamburg gibt, noch nicht soviel Kohle verdient haben dürfte, dass er sich zur Ruhe setzen könnte. Der Mann ist einfach nur realistisch, statt auf hohem Niveau rumzujammern.

Auch der Rest des Interviews ist übrigens zu empfehlen und wenn man intelligenten, witzigen deutschsprachigen Punkrock schätzt (hier kann man die Lyrics nachlesen), sollte man ruhig mal auf der entsprechenden Myspace-Seite unverbindlich reinhören.

Und vielleicht sogar ne CD kaufen.

PS: Nur zur Erläuterung der vielleicht Fragen aufwerfenden Überschrift: Hirsch heißt das interviewte Drittel der Band.

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