Aug 21 2008

Profilbild von Jan
Jan

DGB vs. Tucholsky

Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Medien

Kurt Tucholsky (1890-1935) war ein linker Intelletikueller, trat für die Arbeiterbewegung ein und seine Werke wurden wie viele andere auch im Mai 1933 von wildgewordenen Nationalsozialistischen Studenten verbrannt.

Der Schriftsteller, Journalist und Gesellschaftskritiker ist bis heute eine viel- und gernzitierte Persönlichkeit. Eines seiner bekanntesten Zitate lautet

“Was darf Satire? Alles.”

Wie gesagt: 1890 bis 1935. Wie das heute aussieht, sollte man mal Marco Kanne fragen, der gerade erlebt, dass eine derart meinungsfreiheitliche Einstellung inzwischen nichtmal mehr in der Arbeiterbewegung gilt, auch wenn die sich sicherlich immer noch gerne mit Kurt Tucholsky schmückt.

Nimmt man nämlich den DGB satirisch aufs Korn, dann kriegt man ein Einschreiben, in dem mit der geballten mundtotmacherischen Staatsmacht gedroht wird.

Da stellt sich nur noch die Frage, wie fern wohl der Tag noch sein mag, an dem Serverplatten voller establishment-kritischer Blogs unter dem Gejohle der Anhänger der herrschenden Verhältnisse verbrannt werden.

Lächerlich macht sich in jedem Fall, wer so ein Fass wegen sowas aufmacht.

14 Kommentare

14 Kommentare zu “DGB vs. Tucholsky”

  1. [...] für Marco” “Deutsche Abmahnfront DAF)” “DGB vs. Tucholsky” “Gesicht zeigen!” “Solidarität mit Opponent.de!” “DGB-Seite: [...]

    Thumb up 0 Thumb down 0

  2. Mezkalinam 21. August 2008 um 23:14 2

    “WAS darf Satire? Alles” nicht WIE! Der DGB hat sicher kein Problem satirisch aufs Korn genommen zu werden. Aber wenn man eine Gewerkschaft mit Hitler in Verbindung bringt, dann kann ich gut verstehen das die Gewerkschaft sich über diese Geschmacklosigkeit aufregt.

    Thumb up 0 Thumb down 0

  3. Janam 21. August 2008 um 23:26 3

    Verstehe ich nicht. Selbst geschmackloseste, schlechteste Satire müsste nach dem Zitat ausdrücklich erlaubt sein. Und verklagen ist schon was anderes als aufregen, ne?

    Aber wenn der DGB es nötig hat, sich zum Horst zu machen, soll er es tun. Seinem ohnehin angeschlagenem Image und dem Mitgliederschwund wird er damit allerdings einen Bärendienst leisten.

    Thumb up 0 Thumb down 0

  4. Roger Beathackeram 22. August 2008 um 01:21 4

    Im Gegensatz zu dem hier verlinkten Scherzbold kannte Kurt Tucholsky freilich den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Satire und Zynismus.

    Thumb up 0 Thumb down 0

  5. Roger Beathackeram 22. August 2008 um 01:26 5

    Und hier noch der Text zum Zitat.

    Thumb up 0 Thumb down 0

  6. Janam 22. August 2008 um 01:53 6

    Und? Das rechtfertigt den Abmahnwahnsinn in diesem Land trotzdem nicht.

    Thumb up 0 Thumb down 0

  7. [...] “DGB vs. Tucholsky”, Filterblog [...]

    Thumb up 0 Thumb down 0

  8. DDHam 22. August 2008 um 12:45 8

    Tucholsky trat allerdings auch mit viel Scharfsinn und auf sehr humoreske Weise gegen Protektionismus und für Freihandel ein. Eigentlich so etwas wie ein Ahnherr der Linkslibertären… :-)

    Thumb up 0 Thumb down 0

  9. [...] Blogger dazu auf, ihn mit Artikeln über den Fall zu unterstützen. In einer Reaktion wird auf einen Ausspruch des linken Schriftsteller-Idols Kurt Tucholsky hingewiesen: "Was darf Satire? Alles." [...]

    Thumb up 0 Thumb down 0

  10. Carstenam 22. August 2008 um 17:45 10

    Tja, die Bonzen zeigen gerade ihr wahres Gesicht!

    Thumb up 0 Thumb down 0

  11. Die Windmühlen des Marco K - Craplog.deam 22. August 2008 um 18:06 11

    [...] Anderswo kommt man in der Besprechung des Falles gleich mit Arbeiterdichtern: [...]

    Thumb up 0 Thumb down 0

  12. [...] Freunde der offenen Gesellschaft “Deutsche Abmahnfront (DAF)”, Antibuerokratieteam.net “DGB vs. Tucholsky”, Filterblog “Gesicht zeigen!”, drchaos.eu “Solidarität mit Opponent.de!”, Bavaria for [...]

    Thumb up 0 Thumb down 0

  13. Al Boream 22. August 2008 um 21:38 13

    @Mezkalin

    …wenn man eine Gewerkschaft mit
    Hitler in Verbindung bringt, dann kann
    ich gut verstehen das die Gewerkschaft
    sich über diese Geschmacklosigkeit
    aufregt.

    Darüber, derart entlarvt zu werden, würde ich mich anstelle des DGB allerdings auch aufregen. Denn gerade das ist ja der Witz an dieser Satire (die man geschmacklos finden mag oder nicht): Der DGB vertritt mit der Forderung nach dem Mindestlohn eine wirtschaftspolitische Position, die auch Hitler einnahm (was aber niemanden wundern sollte). Im übrigen hat eine bis dato unbekannte Person sich diesen Scherz auf der DGB-Seite erlaubt, der hysterische Ausfall des DGB gegen Marco Kanne bezieht sich ausschließlich auf ein Bildzitat dieser peinlichen Bloßstellung auf Marcos Blog.

    Thumb up 0 Thumb down 0

  14. [...] Freunde der offenen Gesellschaft “Deutsche Abmahnfront (DAF)”, Antibuerokratieteam.net “DGB vs. Tucholsky”, Filterblog “Gesicht zeigen!”, drchaos.eu “Solidarität mit Opponent.de!”, Bavaria for Ron [...]

    Thumb up 0 Thumb down 0

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben