web analytics

DGB vs. Tucholsky

Kurt Tucholsky (1890-1935) war ein linker Intelletikueller, trat für die Arbeiterbewegung ein und seine Werke wurden wie viele andere auch im Mai 1933 von wildgewordenen Nationalsozialistischen Studenten verbrannt.

Der Schriftsteller, Journalist und Gesellschaftskritiker ist bis heute eine viel- und gernzitierte Persönlichkeit. Eines seiner bekanntesten Zitate lautet

“Was darf Satire? Alles.”

Wie gesagt: 1890 bis 1935. Wie das heute aussieht, sollte man mal Marco Kanne fragen, der gerade erlebt, dass eine derart meinungsfreiheitliche Einstellung inzwischen nichtmal mehr in der Arbeiterbewegung gilt, auch wenn die sich sicherlich immer noch gerne mit Kurt Tucholsky schmückt.

Nimmt man nämlich den DGB satirisch aufs Korn, dann kriegt man ein Einschreiben, in dem mit der geballten mundtotmacherischen Staatsmacht gedroht wird.

Da stellt sich nur noch die Frage, wie fern wohl der Tag noch sein mag, an dem Serverplatten voller establishment-kritischer Blogs unter dem Gejohle der Anhänger der herrschenden Verhältnisse verbrannt werden.

Lächerlich macht sich in jedem Fall, wer so ein Fass wegen sowas aufmacht.

8 Comments

 Add your comment
  1. “WAS darf Satire? Alles” nicht WIE! Der DGB hat sicher kein Problem satirisch aufs Korn genommen zu werden. Aber wenn man eine Gewerkschaft mit Hitler in Verbindung bringt, dann kann ich gut verstehen das die Gewerkschaft sich über diese Geschmacklosigkeit aufregt.

  2. Verstehe ich nicht. Selbst geschmackloseste, schlechteste Satire müsste nach dem Zitat ausdrücklich erlaubt sein. Und verklagen ist schon was anderes als aufregen, ne?

    Aber wenn der DGB es nötig hat, sich zum Horst zu machen, soll er es tun. Seinem ohnehin angeschlagenem Image und dem Mitgliederschwund wird er damit allerdings einen Bärendienst leisten.

  3. Im Gegensatz zu dem hier verlinkten Scherzbold kannte Kurt Tucholsky freilich den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Satire und Zynismus.

  4. Und? Das rechtfertigt den Abmahnwahnsinn in diesem Land trotzdem nicht.

  5. Tucholsky trat allerdings auch mit viel Scharfsinn und auf sehr humoreske Weise gegen Protektionismus und für Freihandel ein. Eigentlich so etwas wie ein Ahnherr der Linkslibertären… :-)

  6. Tja, die Bonzen zeigen gerade ihr wahres Gesicht!

  7. @Mezkalin

    …wenn man eine Gewerkschaft mit
    Hitler in Verbindung bringt, dann kann
    ich gut verstehen das die Gewerkschaft
    sich über diese Geschmacklosigkeit
    aufregt.

    Darüber, derart entlarvt zu werden, würde ich mich anstelle des DGB allerdings auch aufregen. Denn gerade das ist ja der Witz an dieser Satire (die man geschmacklos finden mag oder nicht): Der DGB vertritt mit der Forderung nach dem Mindestlohn eine wirtschaftspolitische Position, die auch Hitler einnahm (was aber niemanden wundern sollte). Im übrigen hat eine bis dato unbekannte Person sich diesen Scherz auf der DGB-Seite erlaubt, der hysterische Ausfall des DGB gegen Marco Kanne bezieht sich ausschließlich auf ein Bildzitat dieser peinlichen Bloßstellung auf Marcos Blog.

Leave a Comment

Your email address will not be published.

Protected by WP Anti Spam

6 Trackbacks

  1. Hitler als Kronzeuge für Mindestlohnforderung des DGB genannt | QuerBlog (Pingback)
  2. » Solidarität mit Marco Kanne in dubio pro libertate!: Kolia N. Ohmann (Pingback)
  3. Urheberrecht DGB droht Blogger wegen Screenshot mit Prozess - Scriptzbase.ORG | Germany's No.1 for Nulled Scriptz (Pingback)
  4. Die Windmühlen des Marco K - Craplog.de (Pingback)
  5. Marco Kanne von DGB zur Zensur von opponent aufgefordert - Schoggo-TV (Pingback)
  6. DGB-Bundesvorstand geht gegen Blogger vor « xxl-killababe berlin wordblog (Pingback)