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Ministerin Zypris kümmert sich um den Datenschutz

Posted on | August 22, 2008 | 4 Comments

FTD.de:

“Um Menschen besser vor Datenmissbrauch zu schützen, will die Ministerin die erlaubte Weitergabe von Daten zu Werbezwecken neu regeln. Heute müssen Kunden dieser Weitergabe ausdrücklich widersprechen. Sie schlägt nun vor: “Damit Daten zulässig weitergegeben werden dürfen, muss man vorher ausdrücklich und schriftlich eingewilligt haben.” Wer das nicht tue, müsse dann auch keine Weitergabe der Daten befürchten. Alle Daten müssten “so gut wie möglich” geschützt werden.”

Ein netter Ansatz. Freilich ist es auch eine “Weitergabe zu Werbezwecken”, wenn Meldeämter sich mit Gebühreneintreibern vom Fernsehen kurzschließen. Auch dem müsste in diesem Sinn selbstverständlich ein Riegel vorgeschoben werden.

Und anschließend warte ich dann noch darauf, dass sich irgendwer von der Regierung meine Einverständniserklärung zur Speicherung und Weitergabe meiner Telekommunikationsdaten abholt.

Ich fürchte nur, da kann ich lange warten.

Comments

4 Responses to “Ministerin Zypris kümmert sich um den Datenschutz”

  1. Bruno
    August 24th, 2008 @ 22:16

    Das ist leider kein ‘netter Ansatz’. Geschickt klammert er die Frage aus warum überhaupt in Massen Daten gesammelt werden. Datenschutz fängt mit der Vermeidung von Daten an. Siehe auch $3a BDSG.
    Das Zypris von ‘Weitergabe’ spricht, wenn sie ‘Verkaufen’ meint, ist ein Euphemismus. Er führt aber zu der Frage warum ein Gut (personenbezogene Daten), an dessen Wertschöpfung der Kunde beteiligt war (hat eingekauft, …), gehandelt wird ohne den Kunden an diesem Handel zu beteiligen.

  2. Jan
    August 24th, 2008 @ 22:30

    Im StudiVZ gibts ne Gruppe mit Namen “Nett ist der kleine Bruder von Scheiße” oder so ähnlich. Mit anderen Worten: Hast schon recht.

    Damit lieferst du meiner Meinung nach auch gute Argumente gegen ein komplettes Verbot vom Handel mit Daten, wie es Wirtschaftsminister Glos gerade vorgeschlagen hat.

  3. Bruno
    August 24th, 2008 @ 23:34

    Wo siehst du ein Argument gegen ein Handelsverbot mit personenbezogenen Daten? Ich halte ein komplettes Verbot sogar für den einzigen gangbaren Weg, da es den kleinsten Staat benötigt und geeignet ist den Datenschutz sicherzustellen.
    Eine komplette Freigabe kommt der Abschaffung des Datenschutzes gleich und ist damit keine Option.
    Jede Form von reguliertem Handel erfordert aber einen starken Staat, der die Einhaltung der Regelungen sicherstellt.
    Ich gebe lieber den Gewinn aus dem Datenhandel auf, als dem Staat die Aufsicht über meine Daten.

  4. Jan
    August 24th, 2008 @ 23:42

    “Er führt aber zu der Frage warum ein Gut (personenbezogene Daten), an dessen Wertschöpfung der Kunde beteiligt war (hat eingekauft, …), gehandelt wird ohne den Kunden an diesem Handel zu beteiligen.”

    Das zeigt doch, dass es unter Umständen im Interesse des Kunden sein kann, wenn seine Daten weitergegeben werden. Zum Beispiel, wenn der Kunde eben doch an diesem Handel beteiligt wird.

    Das spricht für mich gegen ein Verbot, selbst wenn das am Ende mehr Bürokratie bedeuten mag.

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