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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Bärendienst

Posted on | August 25, 2008 | No Comments

Bei Wilfried Rieck lesen wir von einer Umfrage, die die Freien Winsener in meiner Stadt versucht hat durchzuführen. Nein, sie haben sie natürlich sogar wirklich durchgeführt.

Allerdings sind von 13.000 Fragebögen offenbar nur knapp 70 ausgefüllt zurückgeschickt worden, was den Wert der ganzen Aktion an sich schon etwas in Frage stellt. Aber seis drum, das war vermutlich ein bisschen anders geplant und die Freien Winsener müssen ja selber wissen, wie sie ihr Geld ausgeben.

Vielleicht hat es auch teilweise an den Fragen gelegen, denn solche wie

“Welcher Standort für eine Seniorenwohneinrichtung ist der Richtige: schön ruhig draußen im Grünen oder mitten im Leben in der Innenstadt?”

sind mir persönlich erstmal Wurst, so etwas sollte man vielleicht nicht jeden, sondern vor allem interessierte Senioren fragen. Insofern kann man sich darüber streiten, welche Rückschlüsse man aus dem Ergebnis nun ziehen kann oder sollte (dort hat “Innenstadt” gewonnen). Jeder Rückschluss ist aber für die Stadt relativ ungefährlich.

Wenige irrelevant ist aber dagegen diese Frage und jede daraus zu ziehende Konsequenz:

“In Pattensen und Luhdorf wird der Durchgangsverkehr –besonders der Schwerlastverkehr –immer stärker. Ortsumgehungen sollen beiden Ortsteilen Entlastungen bringen, kosten aber (auf 7 Jahre verteilt) rund 16 Mio. Euro. Es ist nicht sicher, ob die Baumaßnahmen vom Land oder der EU gefördert werden. Soll die Stadt Winsen die Ortsumgehungen auch dann bauen, wenn es keine Förderung gibt?”

Die Situation ist richtig beschrieben, das Problem, soweit ich weiß, auch sämtlichen Fraktionen klar. Wer würde diese Frage denn mit nein beantworten wollen?

Diese Umgehungen sind halt nötig, schlicht und ergreifend.

Wenn nun aber zuständige Beamte in Bund oder Land den Eindruck gewinnen, dass seitens der Stadt und seiner Bewohner die grundsätzliche Bereitschaft besteht, diese Baumaßnahmen auch im Alleingang schultern zu wollen und zu können, wie sollen die denn dann vor ihren Vorgesetzten und letztlich auch den Medien und dem Steuerzahler rechtfertigen, dass sie diese Bereitschaft nicht genutzt und sozusagen umsonst Steuergeld des Landes oder des Bundes ausgegeben haben?

Woher eine Stadt wie Winsen mit seinen 33.000 Einwohnern mal eben 16 Millionen Euro nehmen sollte, falls das wirklich eintreten sollte, ist noch ne ganz andere Frage. Vermutlich müsste dann schlicht auf den Ausbau verzichtet werden.

So eine Umfrage ist ja an sich und trotz der extrem schwachen Beteiligung keine schlechte Idee. Aber Fragen, auf die jeder vernünftige Mensch sowieso nur mit ja antworten kann, sofern er nicht völlig ahnungslos ist, bringens ja nun nicht. Wenn sich daraus allerdings dann womöglich noch für die Stadt extrem schädliche Folgen entwickeln könnten, dann muss man wohl konstatieren, dass man bei Ausarbeitung der Umfrage ein klein bisschen kurzsichtig gedacht hat.

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