JuLis: IHK-Mitgliedschaft darf nicht länger obligatorisch sein!
Posted on | August 25, 2008 | 3 Comments
Das Problem habe ich hier schonmal angesprochen: Die für meinen Landkreis zuständige Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg hat ein kleines bisschen über ihre Verältnisse gelebt und schwuppdiwupp 12,6 Millionen Euro zu wenig im Budget. Das liegt an der Höhe der Pensionen, die sie ihren Mitarbeitern versprochen hat.
Nicht dass ich den Mitarbeitern eine tolle Pension nicht gönnen würde, aber natürlich muss sich so etwas immer noch insgesamt rechnen. Und wenn ein Verein, aus dem eh niemand austreten darf, es nicht gebacken kriegt, finanziell über die Runden zu kommen, dann ist da eindeutig etwas oberfaul.
Gerade für junge Menschen, die den Wunsch haben, ein eigenes kleines Unternehmen zu gründen, ist die Pflicht der Kammermitgliedschaft oft ein völlig überflüssiges Ärgernis, das nur Zeit und Geld kostet, aber keinerlei Mehrwert für die Gründer bringt. Wenn dort dann noch dermaßen mit Geld um sich geworfen wird, ist der Skandal perfekt.
Wir JuLis Harburg-Land haben daher eine Pressemitteilung herausgegeben:
Der IHK Lüneburg-Wolfsburg fehlen 12,6 Millionen Euro, weil sie nicht genügend Rücklagen für Pensionsansprüche gebildet hat. Pensionsansprüche, die die Kammer selbst durch beamtenähnliche Maßstäbe bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter verursacht hatte.
„Wer als junger Unternehmer in unserem Landkreis ein Unternehmen, und sei es auch noch so klein, gründen will, der ist womöglich gezwungen, ausgerechnet dieser Kammer beizutreten, von der jeder weiß, wie sie mit dem Geld ihrer Beitragszahler umgeht. Das ist nicht nur unmoralisch, es kostet neben der Zeit und den Nerven der Betroffenen auch wirtschaftliche Prosperität und womöglich Arbeitsplätze,“ sagt dazu Jan Filter, Vorsitzender der Jungen Liberalen im Landkreis Harburg.
„Mal abgesehen davon, dass der Zwang für Selbständige und sogar kleinste Unternehmen, einer bestimmten Kammer beizutreten, die dadurch ein zum Missbrauch einladendes Monopol besitzt, aus unserer Sicht nichts als ein Überbleibsel aus Zeiten der Diktatur ist und ohnehin dringend abgeschafft gehört, kann man keinem freien Unternehmer zumuten, gegen seinen ausdrücklichen Willen in einer Kammer zu verbleiben, die so schlecht mit dem Geld ihrer Mitglieder umgeht, wie die IHK Lüneburg/Wolfsburg,“ findet auch Isabel Maria Lichtnau, stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes.
Die Pressemitteilung gibts hier nochmal als PDF.
Comments
3 Responses to “JuLis: IHK-Mitgliedschaft darf nicht länger obligatorisch sein!”
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August 26th, 2008 @ 11:32
Sehr geehrter Herr Filter,
herzlichen Dank an Sie und alle Mitglieder der Jungen Liberalen des Kreisverbandes Harburg-Land für Ihre Presse-Mitteilung vom 25. August 2008, in welcher Sie zum Ausdruck bringen, dass die vollkommen überflüssige Zwangsmitgliedschaft zur IHK dringend abgeschafft gehört !
Wohin es führt, wenn man Bürgern ohne jegliche Leistung – nur kraft eines längst überfälligen Zwangs-Gesetzes – Geld aus der Tasche ziehen kann, hat die IHK Lüneburg mit ihrem daraus resultierenden verschwenderischen Treiben nun ja mal wieder bestens bewiesen.
Es wäre zu wünschen, dass durch Ihre vorbildliche Stellungnahme nun endlich mal der nötige Funken auf die Bundesebene der FDP überspringt.
“Es wäre für ihn eine intellektuelle Zumutung, wenn man argumentiere, für mehr Freiheit sei eine Zwangsmitgliedschaft erforderlich”. Mit genau diesen Worten warnte bekanntlich schon Dr. Burkhard Hirsch die FDP-Führung sehr eindringlich auf dem Rostocker Bundesparteitag!
M. f. G.
Heinrich Vetter, Meerbusch
August 26th, 2008 @ 11:40
Hallo Herr Vetter,
nichts zu danken, schließlich ist das nicht unsere Ansicht, weil wir irgendwem einen Gefallen tun wollen, sondern weil wir misstrauisch gegenüber jeder Form von Zwang sind und gerade dieser spezielle Fall geradezu zu einer Stellungnahme nötigt.
August 31st, 2008 @ 23:59
[...] erfreulich war die Reaktion auf unsere jüngste Pressemitteilung. Es kommt nicht alle Tage vor, dass Verlautbarungen eines einfachen Kreisverbandes für eine [...]