Socken bringens irgendwie
Posted on | August 27, 2008 | No Comments
Mal ganz objektiv betrachtet: Was soll der Zirkus um Hubertus Heils Twitterei?
Wers doof findet, kanns problemlos ignorieren. Wer, wie wahrscheinlich die meisten Menschen, gar keine Ahnung hat, was dieses Twitter überhaupt ist, wird wohl auch aufgrund solcher Sommerloch-Artikel den SPD-Generalsekretär nicht schlechter finden als vorher. Und wer selber bloggt oder twittert, der findet Heils microblogging mit großer Wahrscheinlichkeit sogar ganz gut.
Im Endeffekt wird dieser Trubel vermutlich vor allem zwei Folgen haben:
- Twitter gewinnt an Bekanntheit, auch bei Menschen, die sich “nur” mit Politik befassen und weniger mit hippen Internetspielzeugen
- In den Kreisen, in denen man sich so oder so mit hippen Internetspielzeugen beschäftigt, gewinnt Herr Heil und wahrscheinlich die komplette SPD an Profil. Wir nehmen wahr, dass man sich in der SPD offenbar auskennt, ganz egal, wie brauchbar oder überflüssig man die getwitterten Inhalte nun finden mag
Wahrscheinlich sammelt sogar Spiegel Online beim Durschnittsleser noch ein paar Pluspunkte: Man ist modern, aber zumindest in der Analyse anderer Leute Verhaltensweisen doch sehr um Seriösität besorgt, toll!
Und warum verschweigen im Prinzip sämtliche Quellen immer noch, dass mit Hans-Jürgern Beerfeltz auch ein FDP-Politiker in Denver zum Convent gefahren ist? Er berichtet, genau wie Heil, via Twitter von dort. Nur schreibt der halt nicht über Sockenfarben, sondern ausschließlichschwerpunktmäßig über ein klein bisschen bedeutendere Sachen, als die Fußbekleidung irgendwelcher Kollegen.
Vielleicht ist gerade das PR-technisch der große Fehler… [Notiere ich mir zur Sicherheit mal für kommende Wahlkämpfe und andere Kampagnen: Nie die Farben von Socken und ähnliche Belanglosigkeiten unterschätzen, es könnte exakt das sein, was der Presse fehlt um daraus einen mitreißenden Headliner zu machen]
PS: Im nächsten Artikel gehts dann mal wieder um was anderes als Twitter, versprochen;)
Comments
Leave a Reply