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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

SPD-MdB: Raucherbekämpfungsgesetz Beispiel für Regulierungswahn

Posted on | August 29, 2008 | 5 Comments

Wozu Twitter eigentlich gar nicht gemacht ist, ist seine Nutzung als eine Art Newsfeed. Nutz ich trotzdem so und so gelangen neuerdings regelmäßig vollautomatisch die neuesten Politikerstimmen von Trupoli auf meinen Bildschirm.

Gestern war es diese hier:

“Selbstverständlich muss Nichtrauchern ein rauchfreier Arbeitsplatz garantiert werden. [...] Beim Nichtraucherschutz in privatwirtschaftlichen Restaurants und Kneipen verhält es sich anders. Bislang konnten die Betreiber selbst entscheiden, wie sie Nichtraucher schützen und Rauchern den Tabakgenuss gewähren. Jeder Gast geht dort freiwillig hin. Jedem Arbeitnehmer und jedem Wirt in der Gastronomie steht es frei, sich schädlichem Rauch auszusetzen. Das Raucherbekämpfungsgesetz ist leider nicht das einzige Beispiel für den Regulierungswahn von Gutmenschen.”

Das sagt, Achtung, Rolf Stöckel, MdB der SPD. Die SPD, dass ist die Partei, in der auch Sabine Bätzing ihr Unwesen treibt, die am liebsten das Rauchen in Privat-PKWs und vermutlich auch gern Tabak- und Alkoholkonsum insgesamt verbieten würde und sowieso viele Ideen hat, was Verhaltensvorschriften für die Bürger angeht.

Da kann man nur sagen: Endlich eine vernünftige Stimme aus der SPD zu diesem Thema!

Das Argument mit dem Arbeitsschutz ist ohnehin völliger Unfug. Wenn man in Kneipen nicht rauchen dürfen soll, wo denn dann?

Dazu sind Kneipen ganz einfach (auch) da, auch wenn uns Nichtraucher das manchmal nerven mag. (Mich nervt dort bisweilen auch beschissene Musik, ohne dass ich jemals versuchen würde, dieses Problem gesetzlich lösen zu wollen.)

Die zweifellos vorhandene Gesundheitsgefährdung mag in Betrieben Grund genug für Rauchverbote sein, wenn Paternalisten sich damit besser fühlen, von mir aus auch von oben herab angeordnet und mit staatlicher Gewalt durchgesetzt.

Wer aber in einer Kneipe arbeitet, der muss mit Zigarettenqualm rechnen, so wie ein Polizist es womöglich auch mal mit bewaffneten und somit potenziell gesundheitsschädlichen Verbrechern zu tun zu bekommen oder der Elektriker Gefahr läuft, im Rahmen seiner Arbeit einen gefährlichen Stromschlag zu bekommen, wenn er einen Fehler macht.

Wer so argumentiert, dem geht es ganz gewiss nicht um die paar womöglich gefährdeten Kellnerlungen. Worum es in Wahrheit geht, und das muss doch langsam jeder erkennen, ist staatliche Erziehung zum Nichtrauchen.

Und so etwas brauchen wir nicht.

Comments

5 Responses to “SPD-MdB: Raucherbekämpfungsgesetz Beispiel für Regulierungswahn”

  1. SPD-MdB: Raucherbekämpfungsgesetz Beispiel für Regulierungswahn | autocarsinsurance
    August 29th, 2008 @ 08:56

    [...] Original post by Jan [...]

  2. marcus
    August 29th, 2008 @ 16:36

    Es geht um den Schutz von Mitmenschen. Es geht nicht um, darum die Menschen vor sich selbst zu schützen (komplettes Rauchverbot), sondern darum, dass ich selbst darüber entscheide, wie ich meine Gesundheit belaste. Mit dieser Freiheit trinke ich Alkohol, damit gefährde ich allerdings keinen. Wenn ich im stark alkoholisierten Zustand am Straßenverkehr teilnehme, dann gefährde ich andere. Ich kann aber gut und gerne auf meinem Privatgrundstück mit 1,5 Promille so oft gegen Bäume fahren, wie ich möchte. Das ist meine freiheitliche Entscheidung.
    Zum Arbeitsschutz gehören auch gesundheitliche Aspekte. Und nein es keiner Arbeitskraft zuzumuten, sich auf eine unverhältnissmäßige Art und Weise die Gesundheit zu verderben.
    Mit meiner Freiheit kommt auch eine Verantwortung für andere. Dies ist nun mal das Leben in einer Gesellschaft. Wie in anderen Beiträgen kann ich nur wiederholen. Wenn diese Verantwortung nicht ausreichend (sprich die Freiheiten von ausreichend Menschen werden eingeschränkt) wahrgenommen wird, muss es eine staatliche Regelung geben.
    Nein, wir brauchen kein staatliche Erziehung, sondern mehr Verantwortungsbewusstsein für unsere Mitmenschen.

  3. Jan
    August 29th, 2008 @ 19:52

    Genaue Zahlen habe ich zwar nicht aber ich würde einen ganzen Laster Bier drauf verwetten, dass die Gesundheitsgefährdung von in der Gastronomie Beschäftigten in keinem auch nur irgendwie relevanten Verhältnis zu den Gefahren anderer, ganz normaler Jobs steht. Und hier wie dort kennt man diese Gefahren BEVOR man sich für einen Beruf entscheidet.

    Übrigens wäre mal interessant zu erfahren, ob in der Gastronomie Beschäftigte eventuell eine spürbar stärkere Tendenz zum Alkoholismus zeigen, als Vertreter anderer Berufe. Nach meinem subjektiven Eindruck spricht da einiges für. Und dann müsste konsequenterweise der Ausschank von Alkohol in der Gastronomie schleunigst verboten werden, alles andere wäre wohl absolut unverantwortlich!

  4. marcus
    August 29th, 2008 @ 22:17

    care to make it interesting? Das hört sich interessant an.
    Meinst Du das ernst mit der Wette? Dann bitte ich, die Aussage “die Gesundheitsgefährdung von in der Gastronomie Beschäftigten…” mit ein paar Zahlen zu versehen – zwecks Überprüfbarkeit der Aussage. Und viel wichtiger, bitte definiere “Laster” und Biersorte. Reden wir hier von einem mautpflichtigen Fahrzeug?
    Meine E-Mail-Adresse hast Du ja.

  5. Jan
    August 30th, 2008 @ 13:15

    Ich glaube nicht, dass es dazu bereits geeignete Zahlen gibt. Man müsste ja zunächst mal feststellen, welche der Angestellten nicht sowieso selber rauchen (das sind, wenn ich mir die Kneipen hier vor Ort ansehe, deutlich mehr als der Durchschnitt), denn die dürfen natürlich nicht mitzählen.

    Allerdings verfälschen die Rauchverbote ja ohnehin jedes messbare Ergebnis.

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