Die CSU macht nicht bloß Politik
Posted on | September 6, 2008 | 7 Comments
Nein, sie versucht fortwährend die Menschen zu erziehen und ihnen die heile CSU-Lebensweise aufzuzwingen.
Jeder aufgeklärte Mensch weiß: Die CSU hat gehörig einen an der Waffel. Sie finden es nicht nur richtig, dass Steuerzahler elementare Bereiche der Kirchen finanzieren (zum Beispiel Bischofsgehälter), sondern stilisieren es zum Skandal hoch, wenn andere Gruppen diesen religionsfreiheit-feindlichen Schwachsinn abstellen wollen.
Es gibt noch etliche weitere eigenartige Meinungen, die nicht nur ein paar Spinner, sondern breite Mehrheiten innerhalb der Partei vertreten und bewerben.
Beim Computerspiele-verbieten ist sie auch ganz weit vorne mit dabei:
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat in einem Expertengespräch die Forderung nach einem Herstellungs- und Verbreitungsverbot für sogenannte “Killerspiele” wiederholt.
Genau, du Knallkopf: Ob Pornos oder Killerspiele, solcher Dreck gehört nicht ins saubere, Bayerische Internet. Und in seine braven Läden schon gar nicht.
Nicht dass es irgendwie wahlentscheidend sein wird, aber dass eine Computerzeitschrift sich gegen die Wahl einer Partei ausspricht, dass zeigt wohl auch dem treusten CSUler, dass die Partei sich offenbar um Bereiche kümmert, die sie nichts angehen.
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7 Responses to “Die CSU macht nicht bloß Politik”
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September 6th, 2008 @ 14:03
Zustimmung. Ich bin gespannt, wie die bayerische FDP die Koalition mit der CSU der Öffentlichkeit verkaufen wird, sollte es tatsächlich soweit kommen.
Wahrscheinlich wird man sich wieder als “Korrektiv” bezeichnen, das die antifreiheitlichen Bestrebungen der CSU beschränkt. Und bei anstehenden Online-Durchsuchungen treuherzig verkünden, nur weil man dabei sei, ließe sich die CSU zügeln. Dabei vergessend, dass die FDP-Justizminister die schärfsten Hunde überhaupt werden, sobald sie im Amt sind. Siehe Schnüffel-Ingo von NRW.
September 6th, 2008 @ 14:08
Möglich. Aber besser als noch ne Runde CSU-Alleinherrschaft wäre das trotzdem.
Und ich kann auch nicht erkennen, dass sich die SPD im Bund besonders damit hervortäte, jeden Unions-Unfug zu verhindern.
Wenn du mir mit Ingo Wolf kommst, sag ich Otto Schily. Ich glaube, solche Verallgemeinerungen bringens insgesamt nicht so richtig.
September 7th, 2008 @ 22:52
Ingo Wolf war ja kein Liberaler, leider ist er nur auf den NRW-FDP-Ticket auf den Minister-Sessel gekommen, aber mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger stellt die FDP sogar eine Liberale (dazu noch aus Bayern)! mit Ambitionen auf Innen und Jusitiz-Politik welche sogar
September 9th, 2008 @ 18:10
Ingo Wolf… das Reizthema. Leider hat die der Landesverband NRW bis heute nicht die einzig wahre Konsequenz aus dem Verfassungsschutzgesetz gezogen und ihn in die Wüste geschickt.
September 9th, 2008 @ 18:57
“In die Wüste” meint hoffentlich nur vom Amt entfernt und nicht aus der Partei geschmissen. Ich finde es ja okay, wenn man innerhalb der FDP eine etwas weniger mainstreamige Ansicht zum Thema Sicherheit hat, nur sollte dass normalerweise bei Personalentscheidungen entsprechend berücksichtigt werden.
September 9th, 2008 @ 21:22
Ingo Wolf war ja kein Liberaler
Eine etwas dürftige Erklärung, findest Du nicht? Er ist ja nun wirklich nicht der erste und einzige FDP-Minister, der gegen die Überzeugungen der FDP gehandelt hat.
Wenn die CSU in Bayern wirklich mit der FDP ein Bündnis eingeht, dann wird die FDP-Basis völlig FDP-fremde Entscheidungen wohl auch mit der geballten Faust in der Tasche hinnehmen. Alles für die Macht.
Und nein, das ist nicht nur in der FDP so. Aber bei der FDP wird es zu selten angesprochen.
September 9th, 2008 @ 22:17
Christian,
du hast ja irgendwo recht aber was solls? Mir und ich unterstelle mal Kolia ebenso nerven solche schwarzen Schafe in hohen Ämtern wahrscheinlich noch mehr als dich. Ich bin nicht in der NRW-FDP und seh mich darum auch nicht so besonders in der Pflicht da ständig rumzukritisieren. Dass ich ne andere Auffassung von Sicherheitspolitik habe, dass ist wohl bekannt aber abwählen kann ich ihn nunmal nicht.
Ich glaube übrigens, dass das ganz schön oft angesprochen wird, ist jedenfalls mein Eindruck.
Einen Beleg dafür, dass die Bayerische FDP im Fall einer Regierungsbeteiligung komische Politik machen würde, ist das aber doch noch lange nicht.
Der Einfluss der SPD auf die Sicherheitspolitik seit 1998 ist doch wohl ein kleines bisschen größer als der der FDP. Nur: Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen und dem puren Hinweisen auf bürgerrechtsfeindliche Politik retten wir Deutschland doch auch nicht. Lass uns lieber darauf einigen, dass wir die Politik von Herrn Wolf alle nicht gut finden und ansonsten versuchen sollten, für liberale Bürgerrechtspolitik einzutreten, vor allem auch im eigenen Laden.