Deutsche neigen zu Intoleranz
Posted on | September 18, 2008 | 36 Comments
Dass muss man jedenfalls befürchten, wenn man sich diese Studie, auf die Zettel gestoßen ist, ansieht:
25 Prozent der Deutschen haben nämlich zum Beispiel welche gegen Juden. Jeder vierte Deutsche hegt also Vorurteile gegen Juden.
Gegen Moslems weiß sogar jeder zweite Deutsche etwas vorzubringen. Und dass sogar ohne, dass hierzulande jemals irgendwelche Verrückten mit irgendw3elchen hirnlosen Religionsbezeugungen sich und einen Haufen Unschuldiger in die Luft gejagt hätten.
Das scheint ohnehin nicht unbedingt Ausschlaggebend für die Vorurteilsfreiheit zu sein. Denn in Amerika liegt der Anteil bei nur 23 Prozent (was immernoch viel ist aber wer im Glashaus sitzt…).
Alles in allem neigen offensichtlich viel zu viele Deutsche zu Fremdenhass und Misstrauen gegenüber anderen Kulturen. In Einzelfällen ist das vielleicht sogar nachvollziehbar aber insgesamt doch ziemlich besorgniserregend. Zumal wir ja sehen, dass es anderswo eben doch toleranter zuzugehen scheint.
Es genügt anscheinend doch nicht, ein bisschen Multikulti zu feiern und zum Dönermann essen zu gehen, um Vorurteile abzubauen. Ein bisschen mehr Weltoffenheit insgesamt, ein bisschen mehr Neugier und auch Mut, sich mit Fremdem (Länder, Menschen, Kultur) zu beschäftigt könnte wohl vielen nicht schaden.
Comments
36 Responses to “Deutsche neigen zu Intoleranz”
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September 18th, 2008 @ 12:33
Diese Nachricht ist nicht neu für mich. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat dazu bereits zwei Studien veröffentlicht, mit erschreckenden Erkenntnissen:
- Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland
- Ein Blick in die Mitte. Zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellungen
Wahrscheinlich hat der gute Zettel diese Studien aber nicht gelesen, sondern nur den Verriss in der Welt.
Aber schön, dass nun auch die konservativ-liberalen Streiter das problem erkannt haben. Wäre schon vor zwei Jahren möglich gewesen, aber nunja.
September 18th, 2008 @ 12:36
Es genügt anscheinend doch nicht, ein bisschen Multikulti zu feiern und zum Dönermann essen zu gehen, um Vorurteile abzubauen.
Natürlich genügt das nicht, wenn führende Politiker wie Koch hasserfüllten Wahlkampf betreiben und dann auch noch Beifall bekommen. Georg W. Bush hat nach den Anschlägen am 11. September sofort klargemacht, dass man nun auf keinen Fall alle Moslems unter Generalverdacht stellen dürfe.
Aber wenn ich auf sogenannten liberalen Blogs immer wieder Links zu Schmutzseiten wie “PI” sehe, dann wundert es mich nicht, dass solcherlei Gedankengut in der Mitte verwurzelt ist.
September 18th, 2008 @ 12:42
Nun habe ich mal kurz in Zettels sogenanntes kleines Zimmer reingelesen und stelle fest, dass er diese Studie zum Anlass nimmt, mal wieder gegen den EU-Beitritt der Türkei zu hetzen. Wie vorhersehbar.
September 18th, 2008 @ 12:57
Das Problem heißt nicht Rechtsextremismus. Fremdenfeindlichkeit ist kein rechtes oder linkes Problem, sondern eins der Gesellschaft. Ansonsten wären ja mindestens 50 Prozent der Deutschen rechtsextrem.
Ich glaube auch nicht, dass Menschen wie Roland Koch das Problem verschlimmern. Sie nutzen einfach nur vorhandene Ressentiments für ihre Zwecke aus. Gehört sich trotzdem nicht, ist aber keine Ursache für etwas, dass so oder so in der Gesellschaft drin steckt. Nicht Koch ist das Erschreckende, sondern der Beifall für ihn war es.
Es wäre mal interessant, so eine Umfrage mit Aufschlüsselung nach Parteienpräferenzen zu sehen. Ich denke schon, dass die Union da vorne liegen würde aber der Rest? Ich würde mich nicht wundern, wenn die Unterschiede nicht so fürchterlich groß wären. Ganz Links (vom Selbstverständnis der Parteien aus betrachtet) versucht man schließlich auch schonmal mit dem Stichwort Fremdarbeiter Stimmen zu ziehen. Vermutlich sogar erfolgreich.
Was PI macht oder wer dahin linkt ist mir eigentlich egal. Ich les da zu selten aber vielleicht gibts dort ja abseits plumper Hasstiraden auch ab und zu mal was vernünftiges? Kann und will ich gar nicht beurteilen, ich mags halt nicht. Aber ich mach mir auch keinen Kopf darum, wenn Leute das lesen – die sehen dass sowieso schon so, wie sies dort serviert kriegen.
Ich müsste mir mal Zettels argumentation durchlesen, wahrscheinlich würde ich sie dann wie üblich gar nicht mal so falsch finden – aber meine persönliche Meinung zur EU ist eh etwas speziell: Wer beitreten will, der solls von mir aus tun und je mehr das machen, desto schneller hört vielleicht endlich diese Geldverschwendung auf, weils irgendwann dann wirklich jeden Rahmen sprengt. Spätestens wenn China beitritt..
September 18th, 2008 @ 13:03
Geldverschwendung? Obwohl Deutschland der größte Nettozahler ist, profitiert Deutschland enorm von der EU, da der europäische Binnenmarkt einer der größten der Welt ist, wenn nicht sogar der größte. Eine gute Sache für den Exportweltmeister.
Du bist einfach nur ideologisch verblendet, das ist alles.
September 18th, 2008 @ 13:13
Das Problem heißt nicht Rechtsextremismus. Fremdenfeindlichkeit ist kein rechtes oder linkes Problem, sondern eins der Gesellschaft. Ansonsten wären ja mindestens 50 Prozent der Deutschen rechtsextrem.
Warum wohl habe ich die FES-Studien verlinkt? Weil die genau das besagen! Meine Güte.
September 18th, 2008 @ 14:04
Ja Christian, der Binnenmarkt alleine kostet aber fast nix und den würde ich so oder so höchstens wachsen oder noch besser zu einem möglichst freien Markt nach innen und außen sich weiterentwickeln sehen. Das wäre ohne zweifel noch viel besser für den Exportweltmeister.
Ja, ich bin tatsächlich etwas geblendet. Und zwar zum Beispiel von jener EU-finanzierten Baustelle vor der Haustür, die dort nach Meinung so ziemlich jedes klar denkenden Menschen einfach nicht hingehört (also die Baustelle schon, nur das EU-Geld nicht). Als auch kommunalpolitisch engagierter Mensch ist es aus Sicht meiner Stadt ja ganz schön, dass sie das nicht alleine bezahlen muss aber so etwas ist Verschwendung – und findet europaweit ständig statt. So wie zig andere seltsame Dinge auch, die mit Binnenmarkt wirklich gar nichts zu tun haben. Und mit irgendwelchen sozialen Standards übrigens auch nicht, es geht da wohl eher um eine Art bürokratischen Größenwahn.
Wenn die Hälfte einer Gesellschaft bestimmte Ansichten hat, dann kann man dass zumindest bezogen auf diese Gesellschaft wohl nicht mehr als ein extrem ansehen, sondern dann ist es im Grunde Mainstream.
Für mich ist jemand, der fremdenfeindlich ist, auch nicht automatisch Rechtsextremist. Wer ein Problem mit dem freien Markt hat, ist schließlich auch nicht automatisch Kommunist.
Zum Rechtsextremismus gehört für mich jedenfalls mehr, als ein paar Vorurteile. Zum Beispiel der Hass auf Demokratie und Rechtsstaat und eine freiheitliche Grundordnung. Wahrscheinlich kann man für all dass auch genauso erschütternde Umfragen machen. Aber darin würden sich ebenso auch Linksextremisten finden.
Das gefährliche an solchen einfachen Schubladen ist, dass fast immer sofort viel Geld für einen “Kampf gegen Rechts” ausgegeben wird, statt gegen Extremismus an sich oder eben Fremdenfeindlichkeit vorzugehen. Dabei st doch nun völlig egal, von welcher Seite die Freiheit bedroht wird.
Daher bin ich dafür, konkret die Defizite (hier eben Fremdenfeindlichkeit) anzugehen, statt irgendwelche Gräben aufzureißen, die es so vielleicht gar nicht gibt (und wenn doch macht das auch keinen Unterschied). Man verteufelt Ideologien (auch meiner Meinung nach durchaus Zurecht), statt deren überdeutliche Nachteile und Schattenseiten zu nennen und so diese Ablehnung zu begründen.
Das passiert zwar auch, geht aber zu oft in dem allgemeinen “Rechte sind doof”-Gemurmel unter. Damit aber treibt man unkritische Menschen umso leichter in genau die Ecken, die man eigentlich schwächen wollte.
Ich glaube, dass uns konkrete politische Ansichten wichtige rsein sollten, als bloße Kategorisierungen wie links oder rechts. Die Unterschiede zwischen beiden sind mir, von konkreten Einzelpositionen mal abgesehen, sowieso nie ganz klar gewesen.
September 18th, 2008 @ 14:19
Ich finde die Studie nicht wirklich überraschend. Man muss sich doch nur mal ansehen wie schnell (in manchen Städten) sich eine Bürgerinitiative bildet sobald da irgendwo eine Mosche gebaut werden soll. Oder man fragt mal seine Mitmenschen was sie über das jüdische Volk denken.
Aber was kann man schon dagegen tun? Weltoffenheit und Neugier an anderen Kulturen hilft immer nur dir selber und kann nicht die Fremdenfeindlichkeit bei anderen Menschen beseitigen.
September 18th, 2008 @ 14:24
Also ehrlichgesagt würde ich womöglich auch ne Bürgerinitiative gegen eine Kirche in meiner Straße starten. Ich hab nämlich ein paar Monate mal fast neben einer gewohnt und kenne sehr gute Argumente dagegen… aber Lärm ist natürlich meistens nicht der entscheidende Grund für die Ablehnung einer Moschee.
Ich kann niemanden dazu zwingen, es mir gleich zu tun aber wenn ich mit gutem Beispiel vorangehe, mach ich wohl erstmal nix falsch, oder? Und ich bilde mir ein, dass das irgendwo schon auf die Umwelt abfärbt. Natürlich nicht messbar, aber anders gehts wohl nicht.
Außer natürlich mit guten Argunemten aber auch die versuche ich ja, wenn ich Gelegenheit dazu habe, zu liefern.
September 18th, 2008 @ 14:32
Mut und Weltoffenheit sind halt in einer Sozialdemokratie keine idealen Werte mehr, denn sie werden im Erwartungsbild schon recht bald aberzogen. Zwar steigt die Anzahl der Leute, die mal eine Arbeit oder eine “soziale Tätigkeit” im Ausland ausüben, an, aber offensichtlich macht sowas auch nicht immer toleranter.
September 18th, 2008 @ 14:42
“Geldverschwendung? Obwohl Deutschland der größte Nettozahler ist, profitiert Deutschland enorm von der EU, da der europäische Binnenmarkt einer der größten der Welt ist, wenn nicht sogar der größte. Eine gute Sache für den Exportweltmeister.”
Moment, du verwechselst da was, denn dieser Binnenmarkt ist ein Produkt der Europäischen Gemeinschaft, noch lange vor der EU. Dieser gemeinsame Binnenmarkt ist auch entstanden ohne dafür Milliarden zu verschleudern und nur zu Recht beschreibst du diese Freihandelszone als Gewinne. Leider verstehst du nicht den Unterschied zwischen einer ohne viel Subventionen einrichtbaren Freihandelszone und einem “Infrastrukturprogramm nach kulturellen und sozialen Normen”. Letzteres kostet nämlich viel Geld mit nur zweifelhaftem bis keinem Gewinn.
In der Tat ist also der Binnenmarkt “Europa” von sehr hohem Interesse für Deutschland (40-50 % genauer gesagt), jedoch ist dieser ohne die Gesamt-Regierung EU realisiert worden und realisierbar.
Ach ja, deine Beobachtung, dass in Zettel’s Artikel gegen den Türkei-Beitritt gehetzt wird, ist ja wohl mal Schwachsinn? Davon steht kein Wort drinnen, nicht mal indirekt Oo
September 18th, 2008 @ 15:21
Ach man kann so vieles tun, Soli-Konzerte für Gleichberechtigung mit Bands die über entsprechende Themen singen, Kunstausstellungen mit Künstlern aus verschiedenen Kulturen oder ähnliches. Gleichzeitig kann man aktiv den fremdenfeindlichen Menschen entgegentreten, ihre Argumentation entkräften und woimmer sie auftauchen die Bevölkerung über ihre Ansichten informieren. Ich glaube das färbt alles wesentlich besser auf die Leute ab, als wenn man nur mit gutem Beispiel voran geht!
September 18th, 2008 @ 15:21
Wenn die Hälfte einer Gesellschaft bestimmte Ansichten hat, dann kann man dass zumindest bezogen auf diese Gesellschaft wohl nicht mehr als ein extrem ansehen, sondern dann ist es im Grunde Mainstream.
Wozu dann die Aufregung? Als nächstes führen wir dann “Schwanz ab!” für Kinderschänder ein. Ist schließlich Mainstream!
Du machst es Dir zu einfach.
September 18th, 2008 @ 16:05
@ Mezkalin
Ja.. nur: Ich bin leider nicht so ohne weiteres in der Lage, mal schnell ein Benefizkonzert aufzuziehen.
Inwiefern musikalische Botschaften irgendwen nun davon abbringen, Ausländer scheiße zu finden, hängt wohl letztendlich doch wieder sehr davon ab, mit was für Menschen derjenige sonst so unterwegs ist, meinste nicht? NPD wählen und Ärzte oder Hosen hören schließt sich jedenfalls meiner Erfahrung nach keineswegs aus.
Und im Übrigen habe ich das mit dem Guten Beispiel schon so gemeint, dass man auch mal Argumente wirken lässt.
@ Christian
Moment, jetzt gehts aber etwas durcheinander. Nur weil etwas offenbar Mainstream ist, muss ich mich damit ja nicht abfinden. Nur ist es dann wohl kein gesellschaftliches Extrem mehr.
Es sind eben nicht bloß Rechtsextremisten, die Vorurteile gegen Ausländer haben. Wäre schön einfach, aber das ist nunmal einfach nicht wahr.
September 18th, 2008 @ 18:04
Du bist doch in einer Partei und die FDP predigt ständig gegen Fremdenfeindlichkeit. Die Grüne Jugend aus meinem Heimatdorf beispielsweise organisiert regelmäßig Soli-Konzerte für verschiedene Anliegen, die Einnahmen gehen an Organisationen die sich für das entsprechende Anliegen einsetzen und die Dorfjugend wird zum politischen Nachdenken gebracht. Ist nur eine Kleinigkeit aber immerhin. Vllt liegt es an meiner Gegend aber das die FDP oder die Julis so was jemals gemacht hätten ist mir unbekannt.
Sicher gibt es Leute die die NPD wählen und dann die Hosen hören, gibt ja sogar NPD-Wähler die ZSK hören. Aber wenn du das nächste mal bei den Ärzten bist, frag doch mal ein paar Leute wen sie Wählen. Ich denk mal das Ergebnis für die CDU und NPD wird deutlich niedriger sein, als in den allgemeinen Wahlumfragen sein wird.
September 18th, 2008 @ 18:41
Scheint als hätte jede Jugendorganisation so ihre Kommunikationsmittel. Soli Konzerte sind irgendwie typisch für Grüne/JuSos und die die sich in der Tradition der 68er Bewegung sehen.
Die Unionisten habens glaub ich mehr mit Saufgelagen und mit Fußball…
Bei uns sinds mehr gruppendynamische Grillabende wenn ich das richtig sehe..
Ich will das gar nicht werten.. Hat wohl alles was für sich. Aber mir mein Kommunikationsmittel vorschreiben lassen werd ich mir nicht
.
Hmmm… zweiter Gedanke… Sind es nicht auch grade NPD und co, die mit Konzerten und mit SChulhof-CDs usw. “die Dorfjugend zum politischen Nachdenken” – bzw. Nachlaufen bringen?
September 18th, 2008 @ 18:45
Mezkalin,
nimm mal an, du wärst chronischer NPD-Wähler und auf nem Ärztekonzert und dich würd einer fragen, ob du die wählst… umgeben von vermutlich mehreren tausend Antifas. Erzähl mir nicht, du würdest die Wahrheit sagen;)
Ich glaube, wie aktiv bestimmte politische Gruppen sind und in welcher Form kommt wirklich sehr auf die jeweilige Gegend an. In meinem Landkreis gibt es zum Beispiel praktisch keine Grüne Jugend, selbst Jusos erst seit relativ kurzer Zeit. Das ist also immer mehr oder weniger Zufall.
Aber selbst wenn, dann braucht man auch immer noch gewisse Kontakte zu Bands und so weiter, hab ich leider nicht, jedenfalls nicht so, dass es für ein vernünftiges Konzert reichen würde (ganz zu schweigen von dem, was man erstmal vorschießen und eventuell abschreiben müsste).
Aber ich meinte es auch mehr allgemein. Was halt jeder tun kann und nicht ich im Speziellen.
Achso: Und natürlich kommt es auch sehr darauf an, wie akut solche Probleme sich äußern. Es ist zwar im Grunde nie verkehrt, irgendwas gegen Fremdenfeindlichkeit zu machen. Aber wenn man Menschen sensibilisieren will, dann sollte mans auch nicht einfach nur so pro Forma machen, bis jeder genervt sagt “jaja, ich weiß”.
Und aktuell ist Fremdenfeindlichkeit in meiner Gegend halt nichts, was größere Aktionen rechtfertigen würde. Insofern spare ich meine Energie dann doch lieber für Sachen auf, die momentan heißer sind.
September 18th, 2008 @ 20:53
Das beste ist, alle Ausländischen Mitbürger verhalten sich so wie Deutsche gerne wären. Und das Problem wäre gelöst!
Vorher beim Einbürgerungstest, müsste es ein Feld dafür geben. Wenn, dass nicht angekreuzt ist werden sie ausgewiesen. Oder später, wenn sie ein Nachbar oder Bekannter sie dabei erwischt, wie sie sich nicht Deutsch verhalten.
September 19th, 2008 @ 12:15
@Nino: Ich will euch ja nicht vorschreiben wie ihr Vorgeht, Hauptsache ist ja das ihr was tut und vllt kannst du mir ja erzählen wann Julis oder FDP zuletzt aktiv was gegen Fremdenfeindlichkeit getan haben? Also nicht nur drüber diskutiert so wie hier.
@Jan: Also meinst du auf Konzerten von den Ärzten laufen hunderte von Nazis rum die einfach nichts sagen weil da zu viele böse Antifas sind? Wenn die Ärzte dann “Schrei nach Liebe” oder “Ein Sommer nur für mich” spielen, dann singen die Nazis wahrscheinlich auch mit weil sie angst haben sonst verprügelt zu werden.
Ach es gibt doch wohl genug lokale Bands die umsonst spielen und Eigentümer von Jugendzentren lassen sich schnell überreden für 10% des Gewinns oder so mitzumachen. Sollte ja auch nur ein Beispiel sein wie eine Partei oder Jugendorganisation in der Öffentlichkeit arbeiten kann und wie es die Julis scheinbar nicht tun.
Muss ja eine tolle Gegend sein in der wohnst, wenn da scheinbar fast keine Fremdenfeindlichkeit existiert.
September 19th, 2008 @ 13:09
Naja, zur Kommunalwahl hatten wir ein Flugblatt auf Russisch in Kyrillisch und parallel in Deutsch erstellt und für einen Spätaussiedler geworben, bei der Landtagswahl das ganze auf Deutsch/Türkisch. Ein Parteifreund hängt ständig im Türkischen Kulturzentrum rum und spielt mit den Türkischen Opas Karten – was er aber auch in der Dorf Skatrunde kommuniziert. Okay damit haben wir uns jetzt nicht direkt an die “Fremdenfeindlichen” gewandt aber das kriegste ja auch nicht hin wenn du Konzerte veranstaltest, zu denen dann auch eh nur liberale, weltoffene Leute kommen. “Preaching to the Converted” heißt das glaube ich auf Englisch. Parallel haben wir aber in unserem Kommunalwahlprogramm stehen (mein Ansatz!) dass wir Vereinen mit möglichst heterogener Zusammensetzung (also mit einem Migrantenanteil von zwischen 30 und 70 %) mehr Förderung angedeihen lassen wollen als Homogenen Vereinen die nur Deutsch oder nur Türkisch oder so sind, um einen Anreiz zur Öffnung zu schaffen (Notiz an selbst: das sollte ich bei Gelegenheit vielleicht noch mal in einen Konktreten Antrag umformulieren uns versuchen durchzusetzen).
Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in unserer Gesellschaft gewisse feste Werte gibt, die Multikulti grade nicht weichen dürfen.. Nämlich die Grundrechte aus dem GG – und die müssen sowohl die Fremdenfeindlichen als auch die “Fremden” sich mal hinter die Ohren schreiben. Dann dürfte miteinander einfacher werden – wenn die gemeinsame Basis mal stimmen würde.
Hmm.. Jan und ich wohnen ja in der selben tollen Gegend. Ich überlege grade nach ner Definition von Fremdenfeindlichkeit. Jedenfalls vor ein paar Jahren als ich noch öfter mal auf Dorfpartys unterwegs war sind wir in der Clique schon hin und wieder mit Türkischen oder Russischen Gruppen aneinandergeraten. Ich kann nicht mal mehr genau sagen worin die Konflikte bestanden aber es kam meist dazu dass zwei Gruppen von im Grundsatz gewaltbereiten Jugendlichen sich gegenüberstanden. Meistens war aber in jeder Gruppe irgendwer in der Lage das ganze in eins zu eins Gesprächen zu klären.. Offen gesagt ist das gar nicht so viel anders wie in der Vergangenheit die Konkurrenz zwischen Jugendlichen aus Nachbardörfern was man so hört.. Normal irgendwie.. Das war hier jedenfalls wohl noch vor 30-40 Jahren eher üblich, dass wenn junge leute von hier und aus dem Nachbardorf zusammenkamen gewaltig die Fetzen flogen. Kulturelle Unterschiede über 3 Kilometer.. Ist das schon fremdenfeindlich, wenn man an der Ortsgrenze am liebsten nen Schlagbaum hätte um andere zwar auch Deutsche aber halt nicht-Hoopter rauszuhalten?
Mit den Nachbardörflern haben wir uns aus meiner Erinnerung erst arrangiert, als eben wieder andere Gruppen, namentlich Türken und Russen auf den Plan traten… Da hat vielleicht auch der gemeinsame Fußballverein positiv zu beigetragen.. so was müsste man doch mit Türken und Russen auch hinkriegen können….
Noch mal zu Jugendzentren.. äähhmm.. gibts da sowas wie private Eigentümer? Die die ich kenne stehen im Eigentum der öffentlichen Hand und sind höchstens verpachtet.. Bei uns in der Stadt war jedenfalls mal das gefühlte Problem, dass das Jugendzentrum wohl zeitweise mal eben nur von geschlossenen Migrantengruppen “beherrscht” wurde, so dass dann wenn die Türken da waren keine Russen mehr kamen und umgekehrt – von deutschen Jugendlichen mal gar nicht zu reden. So kann man dann den Integrationsgedanken auch ad absurdum führen.. Durchmischen hilft wohl… nicht Gruppen sondern Einzelpersonen zusammenbringen…
Sind nur ungeordnete Gedanken. Wenn ich ne Patentlösung hätte, dürftet ihr mich gerne für den Friedensnobellpreis vorschlagen.
September 19th, 2008 @ 13:51
Man kann ja nun schlecht was gegen Fremdenfeindlichkeit tun, wenn sie sich nicht zeigt. Hab ich ja schon erklärt, dass das meiner Meinung nach im Zweifel kontraproduktiv ist.
Es gibt bestimmt, beziehungsweise ganz sicher auch bei uns Fremdenfeindlichkeit. Aber sie ist zum Glück derzeit kein Problem. Wir haben dafür andere Probleme und irgendwo muss man dann mal Prioritäten setzen. Und daher denke ich, dass es im Augenblick völlig ausreicht, offen und deutlich seine Meinung dazu kund zu tun. Wenn mal mehr nötig werden sollte, was wir nicht hoffen wollen, mach ich mir, da kannst du sicher sein, auch entsprechende Gedanken dazu.
Und ja: Es ist ne tolle Gegend. Wobei wenig offenkundige Fremdenfeindlichkeit allerdings für mich nicht das einzige Kriterium ist, um sowas zu bewerten…
Und nein, ich meine nicht, dass hunderte Nazis zu Ärztekonzerten gehen, ich hab mich einfach nur auf deinen etwas realitätsfernen Ansatz bezogen.
Mit Antifas habe ich übrigens, so wie viele andere auch, tatsächlich so meine Schwierigkeiten. Ist nur ein paar Wochen her, da wurde bei uns eine junge Familie (Mutter, Vater und sehr junges Kind) von genau solchen Antifas regelrecht gejagt. Weil sie die falschen Klamotten an hatten. Das ist kein Engagement gegen Rechts sondern blanker Hass gewesen. Und Menschen allein aufgrund ihres Äußeren zu beurteilen ist ohnehin eine Attitüde, die weder rechts noch links in Ordnung ist, wenn sie zu solchen Konsequenzen führt.
Ansonsten finde ich es etwas müßig, die Welt um die Wette zu verbessern. Es kommt auf die gemeinsame Einstellung an und auf entschiedenes Auftreten, wenn das nötig ist. Und das nehme ich für mich ebenso in Anspruch wie für die JuLis Harburg-Land oder auch die FDP.
September 19th, 2008 @ 15:02
@Nino: Das hört sich erstmal gut an, könnte zwar mehr sein, aber immerhin etwas. Da scheint es wohl wirklich am Raum OWL zu liegen das die FDP in diesem Bereich nichts tut.
Ich kenne private Jugendzentren hier in der Gegend, die gelten vielleicht nicht offiziell als Jugendzentrum machen aber das eigentlich genau gleiche.
@Jan: Ich kenne eure Heimat jetzt nicht, aber ich vermute du siehst die Fremdenfeindlichkeit einfach nicht. Wenn du das nächste mal durch die Straßen gehst guck doch mal ob auf den Stromkästen nicht vielleicht Aufkleber “gegen Überfremdung” oder ähnliches kleben. Wenn du mal an einer Schule vorbei kommst, achte doch mal darauf wie viele Jugendliche da mit Thor Steinar Klamotten rumlaufen. Wenn du mal an einer Synagoge in eurer Nähe vorbei kommst oder an einem jüdischen Friedhof, guck doch mal ob da nicht ein paar Steine mit Hakenkreuzen oder Antisemitischen Parolen beschmiert sind. Falls nicht scheint das Problem bei dir nicht vorhanden zu sein, falls doch sollte das ein Signal sein mal was zu tun.
Vorurteile gegen Ausländer nicht okay, Vorurteile gegen Antifas okay? Seltsame Einstellung. Und wenn jemand ein Tattoo von Hitler auf der Stirn trägt beurteilst du ihn dann auch nicht aufgrund von Äußerlichkeiten?
September 20th, 2008 @ 01:26
Mezkalin,
wenn ich jeden Aufkleber und jedes Grafitti, das ich politisch irgendwie abartig finde beseitigen wollte, wäre dass wohl ne Vollzeitbeschäftigung. Ich find auch nicht, dass sowas nun so brandgefährlich ist, dass ich da gleich n Fass von aufmachen müsste.
Der jüdische Friedhof ist früher mal angegriffen worden, ich weiß grade gar nicht, obs den heute überhaupt noch gibt – aber jedenfalls ist dergleichen lange nicht vorgekommen.
Ich glaube nicht, dass man etwas dagegen tun muss, wie manche Leute sich anziehen. Das ist nämlich nicht gefährlich. Allerdings wüsste ich jetzt auch konkret nicht, wie ich nen Palituchträger/Lonsdaleträger oder weiß der Geier was es heute noch so alles gibt, dazu bringen sollte, das nicht mehr zu tun. Mit nem Konzert wohl eher nicht. Allerdings: Wenn sich die Chance bietet, unterhalte ich mich durchaus mal mit solchen Leuten. Keine Ahnung, ob das was bringt aber ich halte es für eindeutig effektiver, als sie durch den Stadtpark zu jagen.
Und das sind keine Vorurteile, das stand in der Zeitung – inklusive Kommentar seitens der Täter, in denen sie erklären, dass sie das alles so auch im Nachhinein vernünftig und richtig fanden. Es sind sicher nicht alle so, die sich Antifa nennen. Aber ich muss mich ja nunmal in erster Linie mit denen beschäftigen, die hier in meiner Stadt unterwegs sind.
Und Gewalt muss einfach nicht sein, schon gar nicht gegen offensichtlich harmlose Leute (ich war nicht dabei aber Mutter, Vater, Kind dürften wohl kaum auf Streit aus gewesen sein).
Fremdenfeindlichkeit bekämpft man so jedenfalls nicht.
September 20th, 2008 @ 12:40
Jüdischer Friedhof:
Klar, gibt es den noch. und zwar an der Eckermannstraße neben der alten Feuerwache. Davon nimmt nur keiner Notiz (weder rechte noch linke noch sonst irgendwer).
Dazu fällt mir allerdings die Podiumsdiskussion ein die es vor 2 Jahren? mit Bezug auf die Wanderausstellung “Zivilcourage” zur “weißen Rose” und Widerstand gegen Rechts am Gym WL gab und an der ich teilgenommen habe. Ich bin damals als Diskutant mal kurzfristig ausgerastet, als Dr. Schäfer von den Grünen auf den Friedhof hinwies und da in der öffentlichkeit forderte sich mehr drum zu kümmern und sonst was…
Weil wir zwei Tage vorher bei den Haushaltsberatungen – in seiner Anwesenheit – stillschweigend ich meine 5000,- Euro für Pflege und Erhalt des Jüdischen Friedhofs abgesegnet hatten. In der Sitzung darüber hinwegzugehen und sich anschließend in der Podiumsdiskussion so anzubiedern und so zu tun als wäre ihm das wichtig fand ich unter aller Sau.
Ich hau gleich mal auf meinen Blog, was ich damals zum Thema Zivilcourage vorbereitet hatte… http://nino.fdp-winsen.de/2008/09/20/zivilcourage/
September 20th, 2008 @ 12:41
[...] Aus aktuellem Anlass blogge ich hier mal einen Vortrag zum Thema Zivilcourage, den ich SO nie gehalten habe – das hätte den Rahmen der damaligen Podiumsdiskussion zur “Zivilcourage” am Gymnasium Winsen gesprengt. Trotzdem habe ich damals glaube ich meinen Punkt rübergebracht und ich hoffe, der ein oder andere hat Freude an meinen Gedankengängen. [...]
September 20th, 2008 @ 13:34
Ja, wo der ist weiß ich, bin ich ja früher in der Schulzeit fast jeden Tag längs gekommen. Aber seitdem halt nicht mehr so wirklich.
September 20th, 2008 @ 21:27
Ein Aufkleber mag nicht unbedingt gefährlich sein, ist (bei häufigem Vorkommen) aber ein Anzeichen für wachsende Fremdenfeindlichkeit und sollte somit auch nicht einfach ignoriert werden. Das gleiche gilt für die Kleidung, natürlich sollte man dann die Träger nicht gleich jagen sondern erst mal mit ihnen darüber sprechen, aber gerade Rechte neigen schnell dazu handgreiflich zu werden.
Lonsdale hat übrigens keine politische Bedeutung, die Neonazis wollten es wegen der Buchstabenfolge “NSDA” zu ihrer Kleidung machen, das scheiterte jedoch da das Unternehmen sich sehr stark davon differenzierte und viele politisch anders Denkende anfingen diese Kleidung zu tragen. Palitücher sind (wenn die Leute sie überhaupt aus politischer Überzeugung und nicht aus Mode Gründen tragen) ein Zeichen für die Solidarität mit den von Israel unterdrückten Palästinensern. Das hat weder was mit Fremdenfeindlichkeit noch mit rechter Einstellung zu tun, die Nazis nehmen das klassisch linke Thema Palästina nur gern um auf Stimmenfang zu gehen.
Vielleicht solltest du dich bei Kritik an der Antifa in Zukunft an die Handlungen und Ansichten der großen Mehrheit der Antifas halten und wenn du Einzelfälle kritisierst betonen das es sich hierbei um Einzelfälle handelt. Dir würde es ja sicher auch nicht gefallen wenn Leute die FDP kritisieren, weil einzelne von euch fordern mal solle Obdachlose verhungern lassen (nur als Beispiel).
Gewalt muss nicht sein? Sind Kriegseinsätze keine Gewalt? Ist Chancenungleichheit etwa keine Art von Gewalt? Geht die Polizei nicht auch mit Gewalt vor? Hat deine Partei hier nicht somit auch Schuld an Gewalt? Und hätte man die gesamte Führungsetage der NSDAP umgebracht und somit wohl möglich den zweiten Weltkrieg verhindert, wäre das dann schlecht gewesen weil Gewalt angewandt wurde?
Ich kann nicht sagen ob ich das Verhalten der gewalttätigen Autonomen oder das der ignorierenden FDP schlimmer finden soll! Welches von beiden Fremdenfeindlichkeit verhindert steht jedoch wohl außer Frage.
September 21st, 2008 @ 12:07
Solange sich die Fremdenfeindlichkeit im Kleben von Aufklebern erschöpft, genügt es hoffentlich auch in deinen Augen, dass man die Sache im Auge behält. Von Ignorieren ist ja gar nicht die Rede. Und es sind ja auch nicht dermaßen viele, dass man den Eindruck gewinnt, hier wäre irgendwas komisches im Anzug – es ist einfach wie eh und je und solange ich sowieso nicht weiß, wer sowas macht, ist es ein bisschen schwierig, dagegen konkret etwas Sinnvolles zu unternehmen. Probleme sehen ohnehin anders aus und dann kümmere ich mich doch lieber erstmal um die.
Ich muss zugeben, dass es mir zu blöde ist, ständig die Pseudobedeutung irgendwelcher Marken nachzuschlagen. Zumal ich von Marken insgesamt nichts halte und nie nachvollziehen konnte, wie man unfassbar viel Geld für ein Paar Nike-Schuhe ausgeben konnte. Trotzdem habe ich mal davon gehört, dass es allenernstes Rechtsradikale gibt, die Lonsdale-Sachen tragen, weil sie aufgrund der im Markennamen enthaltenen Buchstabenfolge NSDA offenbar einen Steifen kriegen oder so ähnlich.
Du erzählst mir jetzt, dass wäre nicht mehr so. Ich frage: Was macht dich so sicher, dass auch der letzte Hitlergrüße davon ebenfalls gehört hat? Kann ich wirklich sicher sein, dass einer, der sowas trägt, keine Juden hasst oder Türken jagt? Wohl kaum.
Darum halte ich bei solchen”Einschätzungen” auch lieber mal den Ball ganz flach und beurteile halt nicht allein Aufgrund von Äußerlichkeiten. Dein etwas früher gebrachtes Beispiel eines Hitler-Tattoos auf der Stirn wäre wahrscheinlich eine Ausnahme aber ich glaube, sowas trägt eh kein Mensch.
Wer Palitücher aus “Modegründen” trägt, ist schlecht gebildet. Dass wiederum ist natürlich keine Seltenheit und ebenfalls kein Grund, demjenigen gleich die Fresse zu polieren. Dass Beispiel zeigt aber, wie schwer es in der Praxis ist, “Gut” von “Böse” zu unterscheiden.
Wer “aus Modegründen” dass Jahrtausendealte und interkulturell als solches bekannte Glückssymbol der Swastika auf dem Oberarm tätwowiert bekommt oder sich auch nur aufs Auto malt, kriegt ja normalerweise auch umgehend ärger – dass Symbol ist bei uns sogar gesetzlich verboten zu zeigen. Wir sind dumm genug, zuzulassen, dass bestimmt Symbole von den Nazis besetzt werden, verbieten sie noch, damit sie gar exklusiv zu rechtsradikalen Markenzeichen werden, statt sie einfach zurückzuerobern.
Da es, meines Wissens, Gegenden in der Welt gibt, in der Palitücher aus exakt den Gründen verboten sind, aus denen man hierzulande eben keine Hakenkreuzfahnen schwenken darf, nehme ich schon in Anspruch, Träger eines solchen Tuchs für potenzielle Judenhasser zu halten. Das ist ein Vorurteil aber da die Dinger sowieso ziemlich scheiße und einfach nur peinlich aussehen, reicht meine Fantasie nicht so weit, mir einen anderen Grund für dass Tragen auszudenken. Wer sowas trägt, der wird sich hoffentlich seinen Teil dazu denken. Es ist aber nicht meine Aufgabe, darüber pauschel zu urteilen.
Und: “Nazis nehmen das klassisch linke Thema Palästina nur gern um auf Stimmenfang zu gehen.” – genau dass macht das Thema halt auch zu einem Rechten. Wie ich schon sagte: Von welcher Seite meine Freiheit bedroht wird, ist mir Wumpe. Wer mich in irgendwelche Lager stecken will, ist mir egal. Ob Judenhass nun von links oder von rechts kommt, relativiert ihn nicht. Auch ein Linker, der etwas gegen Ausländer hat, ist für mich ein Problem, denn ich bin zu allererst gegen die Wirkung und lasse irgendwelche vorgeschobenen Begründungen ohnehin nicht gelten (linke Ausländerfeindlichkeit äußert sich z.B. häufig darin, Nichtdeutschen keine Arbeitserlaubnis geben zu wollen etc. – dass ist verbreiteter als man glaubt).
Wenn du mir jedenfalls sagst, ich soll auf Klamotten achten, dann muss ich selbstverständlich auch auf diese albernen Palitücher achten. Alles andere wäre Schwachsinn.
“Vielleicht solltest du dich bei Kritik an der Antifa in Zukunft an die Handlungen und Ansichten der großen Mehrheit der Antifas halten und wenn du Einzelfälle kritisierst betonen das es sich hierbei um Einzelfälle handelt.”
Und genau dass habe ich getan. Vielleicht haben die Antifas hier im Ort einen an der Waffel und anderswo sind die Burschen alle ganz nette Typen. Keine Ahnung, woher soll ich dass auch wissen? Mich interessieren halt vor allem die Leute hier vor Ort.
Es gibt allerdings ähnliche Geschichten auch von anderswo, so dass sich der Verdacht aufdrängt, dass sich dort halt auch viele krawallgeile Schlägertypen tummeln. Es wäre dann schon an der Organisation Antifa, diesen Eindruck zu entkräften. Um jeden Preis Gegenargumente zu finden, ist jedenfalls nicht dass, was ich als Aufgabe für mich betrachte. Wer was gegen Nazis machen will, der geht normalerweise nicht als erstes zu diesen Leuten.
“Dir würde es ja sicher auch nicht gefallen wenn Leute die FDP kritisieren, weil einzelne von euch fordern mal solle Obdachlose verhungern lassen (nur als Beispiel).”
Geschieht 1. ja auch gar nicht und würde aber 2. irgendwo unter Meinungsfreiheit fallen. Eine andere Kategorie als Gewalt wäre dass aber immer noch und ich hoffe, du willst dumme Sprüche nicht mit Handgreiflichkeiten gleichsetzen.
“Gewalt muss nicht sein?”
Ok, ich relativiere: Muss nicht unbedingt sein, ist nur manchmal offensichtlich leider unerlässlich. Ne Familie anzugreifen ist aber sicher kein Notfall, oder?
“Sind Kriegseinsätze keine Gewalt?”
Doch, und? Macht sie dass besser/schlechter/sinnvoller? Oder was soll die Äußerung? Ich halte auch von Kriegen nicht viel, wer tut denn das?
“Geht die Polizei nicht auch mit Gewalt vor?”
Mit was für komischen Argumenten du Gewalt versuchst als etwas Gutes hinzustellen… was willst du damit beweisen?
Ich bin kein Pazifist. Für mich ist es aber schon was anderes, ob ein paar Bekloppte jemandem auf die Fresse hauen, weil er schwarz/weiß/doof/intelligend ist oder ob man unfassbaren Massenmord durch einen Krieg beenden will. Ich hoffe sehr, dass du dazwischen auch noch unterscheiden kannst!
“Ich kann nicht sagen ob ich das Verhalten der gewalttätigen Autonomen oder das der ignorierenden FDP schlimmer finden soll!”
Keine Ahnung was du damit jetzt wieder meinst. Aber Gewalt bleibt Gewalt.
“Welches von beiden Fremdenfeindlichkeit verhindert steht jedoch wohl außer Frage.”
Gewalt verhindert Hass? Doll…
September 21st, 2008 @ 14:49
So lange es wenige Aufkleber sind, reicht diese abzumachen, werden es jedoch mehrere sollte man die Bevölkerung darauf Aufmerksam machen.
Es gibt sicher auch Rechte die Braune Klamotten tragen um zu zeigen welche Ansichten sie haben, wirkt halt etwas blöd wenn du daraufhin jeden mit einer braunen Jacke ansprichst. Deswegen sollte man bei Lonsdale wohl eher nichts tun, sondern sich auf offensichtliche Nazimarken konzentrieren.
Es gibt halt gewisse Symbole oder Kleidungsstücke wo man nicht davon ausgehen kann das jeder weis was es bedeutet (z.B. Palitücher) und es gibt Symbole und Kleidungsstücke wo 99% der Menschen wissen was es bedeutet (z.B. “88″) und dann sollte man diese Leute einfach darauf ansprechen.
Geschmäcker sind unterschiedlich und es gibt auch Leute die finden das Palitücher gut aussehen. Politisch sagt das Palituch halt Kritik an Isreal aus und jeden der Israel kritisiert gleich als Antisemit zu bezeichnen halte ich für naiv! Inwiefern wird deine Freiheit eingeschränkt wenn Linke oder Rechte ein freies Palästina fordern?
Gut, das Klischee das Antifas alle gewalttätige Hooligans sind ist wohl schon so alt wie die Antifa selber, aber was sollen die Antifas dagegen tun? Sie können nur mit ihrem Verhalten das Gegenteil beweisen, wobei das wohl niemanden interessiert denn sobald von 20000 Antifas 50 gewalttätig werden spricht ja keiner mehr über was anderes.
Menschen verhungern lassen ist keine Gewalt, okay das wirft natürlich wieder mal ein tolles Bild auf dich und die FDP.
Ich will auch gar nicht sagen das es gut ist eine Familie zu jagen, nur sollte man Gewalt nicht zu einem Tabu-Thema machen, schließlich kann sie in gewissen Fällen auch was gutes bewirken!
September 21st, 2008 @ 15:42
Okay, es ist auf alle Fälle meistens problematisch, allein Aufgrund von Äußerlichkeiten irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen. Ich denke, man muss auch nicht unbedingt bestimmte Sachen dramatischer machen, als sie sind. Dazu gibt es, dass hab ich ja nun schon mehrfach angedeutet, dann doch zuviele wirklich wichtige Probleme, als dass ich jedem Honk sofort seinen Palilappen vom Hals reißen müsste. Oder ihm nur erklären, dass es halt in manchen Gegenden den symbolischen Stellenwert eines Hakenkreuzes hat.
Eine 88 ist ganz sicher kein eindeutiges Zeichen. Es setzt schon eine gehörige Beschäftigung mit Nazischeiß voraus, überhaupt zu ahnen, wass dass bedeuten könnte. Die Gefahr, dass jemand keine Ahnung hat und sich trotzdem mit sowas schmückt schätze ich darum mal als relativ hoch ein, man muss da wirklich höllisch aufpassen, niemandem Unrecht zu tun.
Das Palituch ist kein Symbol für Kritik an Israel. Das ist jawohl eine Verharmlosung. Es ist das Symbol der Fatah, einer Terrororganisation. Kritik ist eine Sache, Bomben eine andere. Ich finde schon, dass man dazwischen ein bisschen schärfer unterscheiden sollte. Dass viele keine Ahnung haben entschuldigt vielleicht einiges, aber deswegen müssen wir ja nun nicht die Fakten verdrehen. Palituch ist auch nicht Ausdruck der Forderung nach einem freien Palästina. Fatah und Co machen nun wirklich nicht den Eindruck überzeugte Humanisten und liberale Aufklärer zu sein. Das sind doch wohl größtenteils religiöse Fundamentalisten. Den Wunsch nach Freiheit gibts sicher auch, der verschwindet aber nach meinem Eindruck viel zu oft hinter offenem Hass und unverhohlener Gewalt. Pauschal zu sagen “jawoll, die wollen ja nur frei sein” finde ich da doch ein bisschen arg verallgemeinert. Aber das ist ein ziemlich weites Thema, ich glaube, wir sollten dass an dieser Stelle nicht zu sehr vertiefen.
Alles, was Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit ist, bedroht die Freiheit. Vielleicht nicht direkt meine eigene aber darauf kommt es mir ohnehin nicht an.
Wenn sich bei uns Antifas in der Zeitung nach so ner “Aktion” nicht etwa für ihre Übergriffe entschuldigen, sondern sich als Helden hinstellen, dann ist das in der Tat nicht unbedingt imagefördernd. Aber da kann ich doch dann auch nix zu. Wäre ich einer von denen, dann würde ich es nach so ner Sache eben nicht mehr sein wollen und mich stattdessen anders engagieren. Nazis mit Nazimethoden bekämpfen ist einfach nicht dass, was ich unterstützenswert finde. Aber auch da kann man meinetwegen anderer Meinung sein. Bloß dann bitte nicht über mieses Image aufregen.
“Menschen verhungern lassen ist keine Gewalt, okay das wirft natürlich wieder mal ein tolles Bild auf dich und die FDP.”
Was soll das nun wieder? Ich weiß ganz ehrlich nicht, was du überhaupt mit diesem verhungern lassen sagen willst. Wenn ich wen einsperre und ihm nichts zu essen gebe, dann ist das selbstverständlich sowieso gewalt, das ist überhaupt keine Frage. Wohin soll das denn überhaupt führen?
Gewalt ist verboten. Ich weiß nicht, inwieweit dir klar ist, was es bedeutet, Gewalttätigkeit einfach mal als grundsätzlich in Ordnung zu erklären. Wir haben für solche Zwecke aber nunmal eigentlich Behörden und Gesetze. Muss dir nicht gefallen, ist aber halt gesellschaftlicher Konsenz. Wenn du etwas anderes willst, dann sei aber bitte auch so konsequent und erkenne an, dass Nazis es logischerweise auch völlig okay finden werden, ihnen Missliebige Personen zu jagen und ihnen Gewalt an zu tun. Ich finde es nicht okay, auf offener Straße einfach irgendwen anzugreifen, nur weil mir sein Gesicht oder seine Jacke nicht passt.
September 21st, 2008 @ 20:39
Ach Unsinn, sogar in der Schule lernt man sogar was die 88 bedeutet. Das müsste wirklich jeder wissen.
Palitücher gab es schon lange vor der Fatah und werden auch von anderen Palästinensern als Symbol benutzt. Das Palituch ist also garantiert kein Zeichen für Fremdenfeindlichkeit, eher für Freiheit!
Wenn Leute wie du aufgrund von einzelnen eine ganze Organisation verurteilen und darauf hin ein schlechtes Image entsteht, warum sollte man das dann hinnehmen?
“verhungern lassen” sollte eigentlich nur ein extremes Beispiel sein, findest du aber wohl gar nicht so schlimm, man muss ja niemanden einsperren um ihn verhungern zu lassen.
Ich hab nur gesagt das Gewalt nicht negativ sein muss, das heißt nicht das ich es gut finde wenn Leute durch die Straßen gehetzt werden.
September 21st, 2008 @ 22:01
Ich habe sowas nicht in der Schule gelernt und die habe ich erst vor 10 Jahren verlassen, was ja, verglichen mit dem Rest der Bevölkerung, nicht allzulange her ist.
Hakenkreuze gibts noch viel länger als Palitücher. Und es hat sie in beinahe jeder Kultur auf der ganzen Welt schon immer gegeben. Sie sind seit tausenden Jahren ein Glückssymbol.
Unterstellst du jedem, der sich mit diesem Symbol schmückt als erstes, dass er das als Glückssymbol verstanden wissen will? Ich nicht. Und so ähnlich geht es mir eben auch bei den Palitüchern, auch wenn ich da normalerweise erstmal nur schlechte Bildung unterstelle.
“Wenn Leute wie du aufgrund von einzelnen eine ganze Organisation verurteilen und darauf hin ein schlechtes Image entsteht, warum sollte man das dann hinnehmen?”
Na es wäre doch die Aufgabe einer Organisation sich zu verteidigen und den eigenen Ruf wieder geradezurücken. Passiert aber nicht, ganz im Gegenteil. Ich finde, das lässt tief blicken, du nicht?
Wenn ich jemanden aktiv verhungern lasse, impliziert dass, dass ich ihn am Essen hindere. Das wäre Gewaltanwendung. Woraus du jetzt geschlossen haben willst, das ich dergleichen toll finde, ist mir allerdings ein Rätsel.
“Ich hab nur gesagt das Gewalt nicht negativ sein muss, das heißt nicht das ich es gut finde wenn Leute durch die Straßen gehetzt werden.”
Ja, hast du. Und ich habe halt auch nur gesagt, dass wir zur Gewaltanwendung einen gigantischen Polizeiapparat bezahlen und uns daher nicht selbst darum kümmern müssen. Und auch nicht dürfen.
September 21st, 2008 @ 23:20
Das Hakenkreuz hat eine neue Bedeutung bekommen, jedenfalls in Deutschland. Wenn die Juden in Israel schon teilweise selber Palitücher tragen, kann ich einfach keine antisemitische Bedeutung im Tuch erkennen.
Was soll denn DIE antifa deiner Meinung nach tun? Die antifa ist halt nicht bundesweit organisiert und jeder Vollidiot kann sich als Antifaschist bezeichnen. Die einzelnen Aktionen können es nur selber besser machen und tun das auch zum größten Teil, scheint aber niemanden zu interessieren.
Wenn du dem Menschen kein Essen gibst lässt du ihn auch verhungern, dann kannst du immer noch sagen er hätte ja essen können, nur is halt die frage wovon er sich essen beschaffen soll wenn er nichts hat? Ich habe nie gesagt das du das gut findest, nur das du es scheinbar nicht als Gewalt ansiehst und somit als nicht so schlimm wie wenn eine Familie gejagt wird.
Uns was wenn der mit unserem Geld finanzierte Polizeiapparat etwas tut was wir nicht möchten? Etwas tut was nicht mal die Mehrheit der Bevölkerung will?
September 22nd, 2008 @ 05:59
Mir ist ziemlich egal was die Antifa tut oder lässt. Wenn mich das interessieren würde, müsste ich mich dort selber irgendwie engagieren. Das war halt jetzt nur eine aktuelle Geschichte, die so einfach nicht in Ordnung geht und weswegen ich diese Leute nunmal ein bisschen komisch finde. Vielleicht sollte an dieser lockeren Organisationsform mal was verändert werden, eben damit der Ruf nicht so unter einzelnen Blödis so leidet. Aber was soll ich einer mir ansonsten völlig fremden Truppe irgendwelche Ratschläge geben? Das müssen die schon selber wissen.
Warum sollte ausgerechnet ich anfangen irgendwelches Essen zu verteilen? Genügt es nicht, dass ich dafür sorge, dass es niemanden gibt, der “nichts” hat, selbst wenn er selber gar kein Geld verdient? Soll ich für ihn jetzt auch noch einkaufen gehen, oder wie? Und: Wieso ich und nicht du? Und warum denkst du, dass er ansonsten verhungern wird? Hältst du ihn für blöd?
“Ich habe nie gesagt das du das gut findest, nur das du es scheinbar nicht als Gewalt ansiehst und somit als nicht so schlimm wie wenn eine Familie gejagt wird.”
Dann hast du das falsch verstanden, auch wenn mir immer noch nicht klar ist, wann ich irgendwas in der Art zum Ausdruck gebracht haben sollte. Jemanden umbringen ist selbstverständlich schlimmer, als wen zu hetzen. Ersteres ist aber nichtmal passiert. Gewalt ist beides aber das erzähl ich dir jetzt auch schon zum dritten Mal.
“Uns was wenn der mit unserem Geld finanzierte Polizeiapparat etwas tut was wir nicht möchten? Etwas tut was nicht mal die Mehrheit der Bevölkerung will?”
Dann haben Staat und Demokratie versagt und vermutlich kann man sich dann irgendwie auf Artikel Soundso GG berufen und die Sache selber in die Hand nehmen. Vielleicht auch nicht, ich bin kein Jurist. Menschenjagden rechtfertigt dass aber glaube ich in keinem Fall, somit hat dass hiermit auch nichts weiter zu tun.
September 22nd, 2008 @ 11:55
Aber natürlich, die Antifa ändert ihre gesamte Organisationsstruktur und lässt sich am besten auch noch als Verein eintragen. Warum treten sie nicht gleich als Partei bei der nächsten Wahl an…
Wenn dir eh egal ist was die Antifa macht, dann urteil doch auch einfach nicht über die Antifa.
Beziehe das nicht auf dich, es geht um eine politische Forderung. Es geht darum sozial Leistungen für Obdachlose komplett abzuschaffen.
Und was kann man jetzt machen wo Staat und Demokratie versagt haben? Das hinnehmen?
September 22nd, 2008 @ 12:05
“Aber natürlich, die Antifa ändert ihre gesamte Organisationsstruktur und lässt sich am besten auch noch als Verein eintragen. Warum treten sie nicht gleich als Partei bei der nächsten Wahl an…”
Entschuldige, aber du hast mich gefragt, wie sie ihr Image verbessern könnte und dass war mein Vorschlag. Eine fehlende Organisationsstruktur kann ja wohl kaum als Entschuldigung gelten. Es können sich natürlich von mir aus auch ganz unorganisiert Einzelne hinstellen und sagen, dass das so jawohl nicht ganz in Ordnung gewesen ist. Geschieht aber auch nicht. Ich denke, dass darf man dann auch mal kritisieren.
“Wenn dir eh egal ist was die Antifa macht, dann urteil doch auch einfach nicht über die Antifa.”
Es ist mir natürlich nicht so egal, dass sie von mir aus auch gegen Recht und Gesetz verstoßen sollte. Sorry wenn ich mich da unklar ausgedrückt habe. Von Jugendlichen ausgehende Gewalt war nur gerade erst ein Thema in meiner Stadt, auf dass beinahe mit so tollen zivilen Hilfspolizisten reagiert werden sollte. Und solche Banden sind da natürlich Wasser auf die Mühlen derer, die sowas geil finden. Irgendwelche politischen Hintergründe interessieren dabei nämlich nicht unbedingt. Sowas hat daher eben immer auch noch ganz andere Konsequenzen und torpediert mal eben Leute wie mich, die diese Hilfssheriffs ablehnen.
Also: Mir ist natürlich nicht egal, was die Antifas so treiben aber deren Image ist mir egal, wenn sie zu blöde sind, sich darum selber zu kümmern.
“Beziehe das nicht auf dich, es geht um eine politische Forderung. Es geht darum sozial Leistungen für Obdachlose komplett abzuschaffen.”
Fordert wer genau?
“Und was kann man jetzt machen wo Staat und Demokratie versagt haben? Das hinnehmen?”
Eventuell gewaltsam werden, jedenfalls lässt sich das Grundgesetz dahingehend auslegen. Aber ob das wirklich so ist sollten liber Juristen beurteilen. Allerdings haben Staat und Demokratie nicht in dem Maße versagt, dass so etwas auch nur ansatzweise rechtfertigen würde.