Hamburg rockt. Oder: Was man mit einem angebrochenen Abend noch so alles anstellen kann
Posted on | September 29, 2008 | No Comments
Am Vergangenen Wochenende war mal wieder Reeperbahn Festival in Hamburg. Ursprünglich war geplant, da am Samstagabend zumindest mal auf dem Spielbudenplatz vorbeizuschauen, denn dort hätte man ohne Eintritt zu zahlen erstmal reinschnuppern können und sich anschließend in die einzelnen Clubs aufmachen können.
141 Bands aus aller Welt waren zwischen Donnerstag und Samstag in Hamburg-St. Pauli zu sehen und vor allem zu hören, da wäre wohl für jeden Geschmack was dabei gewesen.
Dummerweise saß ich aber am Samstag um 22 Uhr immer noch bei Wodka und Orangensaft abfahrbereit und auf die Mitfahrgelegenheit wartend bei einem Freund, so dass, als wir gegen 23 Uhr, nach einem Zwischenstopp beim Winsener McDonalds und anschließender Wagenwäsche durch ein Junggesellen-Abschieds-Kommando an der gegenüberliegenden Tankstelle (saubere Arbeit übrigens – nochmal danke!) endlich auf der Reeperbahn ankamen, der Ticketkauf son bisschen albern gewesen wäre, war ja schließlich alles fast vorbei. Macht aber nix, waren ja trotzdem über 15.000 andere Besucher da.
Wir starteten stattdessen ein Alternativprogramm – allerdings nicht ohne zuvor zu demonstrieren, dass wir wirklich vom Land kamen. Vertreterinnen des Horizontalen Gewerbes reagieren in der Tat wenig geschmeidig, wenn man in leicht erhöhter Straßenlautstärke feststellt, dass da vorne schon die ersten Nutten stehen. Die Antworten, die die diese Äußerungen tätigende Freundin von mir daraufhin erntete, zeugten jedenfalls von einer irgendwo verständlichen Humorlosigkeit. Aber immerhin wusste Hamburg da gleich, dass schon wieder ein paar Landeier unterwegs waren…
Unser “Plan B” aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit und dem damit verbundenen Unwillen, noch Festivalkarten zu kaufen, war binnen Sekunden ausgeheckt: Erstmal King Calavera, dort ein bisschen Punk hören und vergleichsweise günstiges, gutes Astra trinken. Weitere Stationen waren dann die Rote Flora, Hans-Albers-Klause, irgendein Sex-Shop, die berühmte Esso-Tanke und zwischendurch kurz nochmal McDonalds (die Reihenfolge entspricht nicht unbedingt der tatsächlichen, das ist irgendwie alles leicht verschwommen…).
Dann war die Nacht irgendwann fast zuende. Und was bedeutet es, wenn die Samstagnacht in Hamburg langsam zuende geht? Rrrichtig: Fischmarkt!
Also da auch noch ma hin. Erstmal zur Fischauktionshalle, die passend zum anbrechenden Wahltag in Bayern auf Oktoberfest getrimmt war. Dass veranlasste mich zu einem spontanen Becksteinwitz, den ich einem x-beliebigen anderen Gast erzählte, der mich nur komisch anguckte, aber nichts sagte. Fünf Minuten später fragte er mich auf englisch, was ich eigentlich grade wollte – der Mann war Schwede oder so und hat natürlich nicht kapiert, was ich gesagt hab, dass konnte ich dann aber schnell wieder hinbekommen, serviceorientiert, wie ich bin.
Danach gings zum obligatorischen Besuch bei Eier-Carl, schräg gegenüber der Fischauktionshalle. Der berühmt-berüchtigte Eierpunsch brachte unseren Kreislauf wie üblich wieder ganz neu in Schwung, während die Mädels aus irgendwelchen Gründen anfingen, einen Jahresvorrat Obst einzukaufen. Aber so ist das auf dem Fischmarkt: Da ist wirklich für jeden was dabei;)
Fazit: Hamburg rockt, egal ob grade ein Festival stattfindet und man da auch hingeht oder halt nicht. Das einzige, was an dem Abend/Nacht/Morgen wirkilch genervt hat, war der Weg vom Hauptbahnhof nach Harburg, wo wir auf den sagenhaften Schienenersatzverkehr umgesattelt wurden, was Zeit und Nerven kostet, wovon man morgens um halb 8 nicht mehr besonders viel hat.
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