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	<title>Kommentare zu: Schulpolitik: Zeit f&#252;r Neues!</title>
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	<description>Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.</description>
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		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3058</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Oct 2008 06:50:10 +0000</pubDate>
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		<description>L&#228;uft dass nicht letztlich aufs Selbe hinaus? Marktentscheidungen sind schlie&#223;lich auch demokratische Entscheidungen.

Und um eine freie Schulwahl k&#228;me man in so einem System auch nicht herum, oder was soll ich machen, wenn au&#223;er mir nur Idioten auf einer Schule sind? Im Extremfall m&#252;sste ich auch da meine eigene gr&#252;nden d&#252;rfen.

Nat&#252;rlich ist Bildung keine Ware. Bildende Dienstleistungen, B&#252;cher und freie Klassenr&#228;ume sind es allerdings schon.

So schlecht finde ich deine Idee erstmal gar nicht aber meinst du nicht, dass ein Wettbewerb unterschiedlicher Konzepte nicht doch letztlich mehr bringt, als demokratische Entscheidungen von Menschen mit unterschiedlichen Interessen? Wenn die Mehrheit zum Beispiel Dauerkarten f&#252;r den HSV f&#252;r sinnig und bildungsf&#246;rdernd h&#228;lt (l&#228;sst sich garantiert sogar irgendwie p&#228;dagogisch begr&#252;nden...) und damit bereits einen Gro&#223;teil des Geldes verpulvert, dass man zur Verf&#252;gung hat, guckt der Rest, der lieber ein, zwei Schulb&#252;cher h&#228;tte, dumm aus der W&#228;sche.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>L&#228;uft dass nicht letztlich aufs Selbe hinaus? Marktentscheidungen sind schlie&#223;lich auch demokratische Entscheidungen.</p>
<p>Und um eine freie Schulwahl k&#228;me man in so einem System auch nicht herum, oder was soll ich machen, wenn au&#223;er mir nur Idioten auf einer Schule sind? Im Extremfall m&#252;sste ich auch da meine eigene gr&#252;nden d&#252;rfen.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist Bildung keine Ware. Bildende Dienstleistungen, B&#252;cher und freie Klassenr&#228;ume sind es allerdings schon.</p>
<p>So schlecht finde ich deine Idee erstmal gar nicht aber meinst du nicht, dass ein Wettbewerb unterschiedlicher Konzepte nicht doch letztlich mehr bringt, als demokratische Entscheidungen von Menschen mit unterschiedlichen Interessen? Wenn die Mehrheit zum Beispiel Dauerkarten f&#252;r den HSV f&#252;r sinnig und bildungsf&#246;rdernd h&#228;lt (l&#228;sst sich garantiert sogar irgendwie p&#228;dagogisch begr&#252;nden&#8230;) und damit bereits einen Gro&#223;teil des Geldes verpulvert, dass man zur Verf&#252;gung hat, guckt der Rest, der lieber ein, zwei Schulb&#252;cher h&#228;tte, dumm aus der W&#228;sche.</p>
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		<title>Von: Roger Beathacker</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3056</link>
		<dc:creator>Roger Beathacker</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 23:12:37 +0000</pubDate>
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		<description>Und wie waere es, wenn man das staatliche Schulwesen einfach &quot;oeffentlicher&quot; machen und (radikal?) demokratisieren wuerde?

Man darf nicht vergessen: Leistungstraeger in der Schule sind (auch) die Schueler. Insofern ist Bildung eben keine Ware, die sich wie eine x-beliebige andere (be-)handeln liesse.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und wie waere es, wenn man das staatliche Schulwesen einfach &#8220;oeffentlicher&#8221; machen und (radikal?) demokratisieren wuerde?</p>
<p>Man darf nicht vergessen: Leistungstraeger in der Schule sind (auch) die Schueler. Insofern ist Bildung eben keine Ware, die sich wie eine x-beliebige andere (be-)handeln liesse.</p>
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		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3049</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 11:19:29 +0000</pubDate>
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		<description>In meinem Land hat die SPD sie allerdings auch nicht abgeschafft. Die Chance h&#228;tte sie bis 1998 durchaus gehabt.

Die &#196;u&#223;erung war bewusst nicht parteipolitisch gemeint, weil es v&#246;llig egal ist wer regiert, wenn Missst&#228;nde beseitigt werden sollen. Das dauert immer ewig und drei Tage, wenn &#252;berhaupt was passiert, liegt ja auch in der Natur der Sache.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem Land hat die SPD sie allerdings auch nicht abgeschafft. Die Chance h&#228;tte sie bis 1998 durchaus gehabt.</p>
<p>Die &#196;u&#223;erung war bewusst nicht parteipolitisch gemeint, weil es v&#246;llig egal ist wer regiert, wenn Missst&#228;nde beseitigt werden sollen. Das dauert immer ewig und drei Tage, wenn &#252;berhaupt was passiert, liegt ja auch in der Natur der Sache.</p>
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	<item>
		<title>Von: Christian S.</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3048</link>
		<dc:creator>Christian S.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 11:14:13 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;blockquote&gt;Da es sich um ein staatlicherseits angebotenes Produkt handelt, wurde, wie &#252;blich bei staatlichen Angeboten, nur halbherzig und unzureichend reagiert und der Trend setzte sich, auch dass scheint sehr typisch bei staatlichen “Angeboten” fort.&lt;/blockquote&gt;
Lass doch mal solche Albernheiten sein. Es ist die ideologisch verblendete CDU, die die Hauptschulen viel zu lange am Leben erhalten hat. Auf Kosten der Sch&#252;ler, wohlgemerkt!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Da es sich um ein staatlicherseits angebotenes Produkt handelt, wurde, wie &#252;blich bei staatlichen Angeboten, nur halbherzig und unzureichend reagiert und der Trend setzte sich, auch dass scheint sehr typisch bei staatlichen “Angeboten” fort.</p></blockquote>
<p>Lass doch mal solche Albernheiten sein. Es ist die ideologisch verblendete CDU, die die Hauptschulen viel zu lange am Leben erhalten hat. Auf Kosten der Sch&#252;ler, wohlgemerkt!</p>
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	<item>
		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3047</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 11:04:16 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Und was ist jetzt die Konklusion? Mehr staatliche F&#246;rderung f&#252;r private Schulen?&quot;

So w&#252;rde ich das sagen, ja.

&quot;Dann aber bitte so, dass f&#252;r Eltern dadurch auch weniger Kosten entstehen.&quot;

Wie auch sonst?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Und was ist jetzt die Konklusion? Mehr staatliche F&#246;rderung f&#252;r private Schulen?&#8221;</p>
<p>So w&#252;rde ich das sagen, ja.</p>
<p>&#8220;Dann aber bitte so, dass f&#252;r Eltern dadurch auch weniger Kosten entstehen.&#8221;</p>
<p>Wie auch sonst?</p>
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		<title>Von: Mathias</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3045</link>
		<dc:creator>Mathias</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 10:28:41 +0000</pubDate>
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		<description>Und was ist jetzt die Konklusion? Mehr staatliche F&#246;rderung f&#252;r private Schulen? Dann aber bitte so, dass f&#252;r Eltern dadurch auch weniger Kosten entstehen. Ansonsten w&#228;re so ein System nicht tragbar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und was ist jetzt die Konklusion? Mehr staatliche F&#246;rderung f&#252;r private Schulen? Dann aber bitte so, dass f&#252;r Eltern dadurch auch weniger Kosten entstehen. Ansonsten w&#228;re so ein System nicht tragbar.</p>
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		<title>Von: Jan</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3042</link>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 09:15:47 +0000</pubDate>
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		<description>Kann ich alles nachvollziehen, was du schreibst - sowohl gedanklich, als auch aus eigenen Erfahrungen. Du l&#228;sst allerdings jetzt wieder ausser Acht, dass &quot;Eine Schule f&#252;r alle&quot; mehr als ein Konzept unter mehreren ist. Es ist der Weg, auf dem sich Eltern und Sch&#252;ler schon lange befinden. Dem gilt es irgendwo Rechnung zu tragen, ganz egal, wie man selber dazu stehen mag. Eine realistische Alternative dazu besteht im Prinzip schon lange nicht mehr, weil es daran nach Jahrzehnten des Niedergangs  schlicht kein gro&#223;es Interesse mehr gibt.

Und dass ist irgendwo hausgemacht: Wieso verdient ein Hauptschullehrer weniger als einer auf dem Gymnasium? Wieso werden Hauptschulen finanziell schlechter ausgestattet als Gymnasien? Wer sowas macht, der darf sich nat&#252;rlich auch nicht wundern, wenn eine Massenflucht in die Gymnasien stattfindet.

&quot;Wo fr&#252;her die Hauptschule noch anst&#228;ndig auf einfach Berufe vorbereitet hat, in dem sie das Grundr&#252;stzeug vermittelt hat, ist dies trotz Bem&#252;hungen heute nicht mehr m&#246;glich.&quot;

Das sehe ich auch so, allerdings: Selbst wenn dass noch gew&#228;hrleistet w&#228;re, m&#252;sste man sich trotzdem fragen, ob eine solche Schule &#252;berhaupt zeitgem&#228;&#223; und sinnvoll ist. Du sagst ja selber, dass es schwierig ist, jemanden nach der vierten Klasse bereits in solcher Weise realistisch einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen. Ich behaupte: Dass kann man letztlich noch nichtmal nach der neunten oder zehnten. Oder wieso gehen so viele Realsch&#252;ler nach einer Berufsausbildung irgendwann studieren? Ist ja nach den geltenden Systemen zwar m&#246;glich aber nicht unbedingt als Normalfall vorgesehen.

Die Frage w&#228;re also: Wozu brauchen wir eine Schule, die vor allem auf dass aus&#252;ben &quot;einfacher Berufe&quot; vorbereitet, w&#228;hrend sie auf die vom System durchaus bewusst zugelassenen weiteren M&#246;glichkeiten, wie zum Beispiel ein Studium, nur mangelhaft vorbereitet? Was aus ihm wird wei&#223; weder der Hauptsch&#252;ler noch sein Lehrer, wenn er in der f&#252;nften oder wie fr&#252;her siebten Klasse auf seine Schule wechselt.

&quot;Wesentliche Grundlagen wie Schreiben-Lesen-Rechnen&quot; finden auch auf dem Gymnasium kaum noch statt, zumindest in der Oberstufe nicht - und die soll es doch eigentlich sein, die den Hauptschulabschluss vom Abitur unterscheidet.

Es ist klar, dass Hauptschullehrer mit etlichen Leuten ihre Liebe M&#252;h haben, gar keine Frage. Auch daf&#252;r k&#246;nnte aber ein Plus an Markt eine L&#246;sung finden, wenn dass denn endlich politisch wirklich gewollt w&#228;re. Starre Lehrpl&#228;ne und ein durchgeplantes System versucht jeden in irgendwelche Raster zu pressen, sowas fordert offensichtlich Opfer. Ein System, dass sich nach dem Bedarf richtet, kann hier eigentlich nur Vorteile bringen.

Darum glaube ich, dass deine Frage &quot;Haben wir also letztlich dann R&#252;ttli-Gesamtschulen oder haben wir Goethe-Gymnasien f&#252;r alle&quot; am Kern der Sache vorbeigeht. Letztlich kommt es nat&#252;rlich auch ein bisschen auf den Sch&#252;ler an. Wer keinen Bock hat, dem ist dann irgendwann einfach nicht mehr zu helfen. Aber die Chance, wirklich gut zu sein oder zu werden, die muss ein gutes Schulsystem jedem bieten und ich denke, da besteht derzeit eindeutig noch viel Luft nach oben.

Und einen wesentlichen Baustein sehe ich, wie du, in besserer Differenzierung in den F&#228;chern. Leider findet sowas eben nur in der gymnasialen Oberstufe statt. Haupt- und Realsch&#252;ler werden in die f&#252;r ihre Schule von oben verordneten Standards gedr&#252;ckt. Auch dass also ein Grund mehr, von diesen Schulformen zu fl&#252;chten - und wer wollte ihnen dass auch verdenken?

Ich wei&#223; nicht, ob sich da vielleicht bereits jetzt etwas verbessert hat aber zu meiner Zeit hatte ich, was F&#228;cher angeht folgende M&#246;glichkeiten:

Zu Beginn:
Religion: ja, nein oder katholisch
Franz&#246;sisch: ja oder nein

Nein bedeutete in jedem Fall frei haben. Ich hab mich trotzdem beide Male f&#252;r ja entschieden aber bei solchen Wahlm&#246;glichkeiten ist es vielleicht auch ein bisschen zu verlockend f&#252;r so kleine Dreik&#228;sehochs statt der anstrengenden Jagt nach guten Noten ein bisschen durch die Stadt zu bummeln...

Sp&#228;ter, so ab der 8. oder 9., wei&#223; ich nicht mehr genau, hatte ich die Wahl zwischen Franz&#246;sisch und einem Dutzend anderer F&#228;cher, von denen mich etliche wirklich interessiert h&#228;tten. 

Was f&#252;r eine beschissene Wahlm&#246;glichkeit ist das? Da ich nicht auf eine zweite Fremdsprache verzichten wollte, sind mir wirklich wichtige F&#228;cher wie Informatik oder Technik v&#246;llig fl&#246;ten gegangen. Daf&#252;r haben aber ausnahmslos alle N&#228;hen und Holzfeilen lernen m&#252;ssen. Doch, so war das damals, und es ist erst 10-12 Jahre her.

Die Priorit&#228;ten, wie sie damals von ein paar offensichtlich in ihrer eigenen, komischen Welt lebenden Bildungspolitikern gesetzt worden sind, haben mir in meiner bisherigen Laufbahn wirklich gar nichts gebracht. Dass einzige, was ich aus der Schulzeit wirklich immer noch nutze und brauche, sind die Basics in lesen, schreiben und rechnen und auch in den naturwissenschaftlichen F&#228;chern, auch wenn ich da inzwischen l&#228;ngst einen ganz anderen Stand erreicht habe. 

Der Rest war vollst&#228;ndig Quark, von den Dingen, die mich pers&#246;nlich interessiert und begeistert haben mal abgesehen. Aber mit meinen Lieblingsf&#228;chern konnte man daf&#252;r die meisten meiner Mitsch&#252;ler jagen... 

Ich gehe nicht davon aus, dass sich da nun ma&#223;geblich was verbessert hat, auch wenns sicher heute etwas anders aussehen wird. Eine Differenzierung fand nicht statt, obwohl ich sicherlich zum Beispiel in Deutsch oder Geschichte durchaus gymnasiales Niveau h&#228;tte liefern k&#246;nnen, wenn mans mal von mir gefordert h&#228;tte. Auf diese Weise verk&#252;mmern wahrscheinlich hunderttausendfach Talente. Ein System, dass das zul&#228;sst, geh&#246;rt einfach verbessert!

Ich denke auch, eine Schule mit m&#246;glichst umfassender interner Differenzierung w&#228;re tats&#228;chlich die - verglichen mit allen Bestehenden - weit &#220;berlegene. 

Daher bin ich mir sicher, dass sich genau dass aus einem echten Wettbewerb herauskristallisieren w&#252;rde und sich jede politische Debatte, wie eine tolle Schule auszusehen h&#228;tte, er&#252;brigen w&#252;rde.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kann ich alles nachvollziehen, was du schreibst &#8211; sowohl gedanklich, als auch aus eigenen Erfahrungen. Du l&#228;sst allerdings jetzt wieder ausser Acht, dass &#8220;Eine Schule f&#252;r alle&#8221; mehr als ein Konzept unter mehreren ist. Es ist der Weg, auf dem sich Eltern und Sch&#252;ler schon lange befinden. Dem gilt es irgendwo Rechnung zu tragen, ganz egal, wie man selber dazu stehen mag. Eine realistische Alternative dazu besteht im Prinzip schon lange nicht mehr, weil es daran nach Jahrzehnten des Niedergangs  schlicht kein gro&#223;es Interesse mehr gibt.</p>
<p>Und dass ist irgendwo hausgemacht: Wieso verdient ein Hauptschullehrer weniger als einer auf dem Gymnasium? Wieso werden Hauptschulen finanziell schlechter ausgestattet als Gymnasien? Wer sowas macht, der darf sich nat&#252;rlich auch nicht wundern, wenn eine Massenflucht in die Gymnasien stattfindet.</p>
<p>&#8220;Wo fr&#252;her die Hauptschule noch anst&#228;ndig auf einfach Berufe vorbereitet hat, in dem sie das Grundr&#252;stzeug vermittelt hat, ist dies trotz Bem&#252;hungen heute nicht mehr m&#246;glich.&#8221;</p>
<p>Das sehe ich auch so, allerdings: Selbst wenn dass noch gew&#228;hrleistet w&#228;re, m&#252;sste man sich trotzdem fragen, ob eine solche Schule &#252;berhaupt zeitgem&#228;&#223; und sinnvoll ist. Du sagst ja selber, dass es schwierig ist, jemanden nach der vierten Klasse bereits in solcher Weise realistisch einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen. Ich behaupte: Dass kann man letztlich noch nichtmal nach der neunten oder zehnten. Oder wieso gehen so viele Realsch&#252;ler nach einer Berufsausbildung irgendwann studieren? Ist ja nach den geltenden Systemen zwar m&#246;glich aber nicht unbedingt als Normalfall vorgesehen.</p>
<p>Die Frage w&#228;re also: Wozu brauchen wir eine Schule, die vor allem auf dass aus&#252;ben &#8220;einfacher Berufe&#8221; vorbereitet, w&#228;hrend sie auf die vom System durchaus bewusst zugelassenen weiteren M&#246;glichkeiten, wie zum Beispiel ein Studium, nur mangelhaft vorbereitet? Was aus ihm wird wei&#223; weder der Hauptsch&#252;ler noch sein Lehrer, wenn er in der f&#252;nften oder wie fr&#252;her siebten Klasse auf seine Schule wechselt.</p>
<p>&#8220;Wesentliche Grundlagen wie Schreiben-Lesen-Rechnen&#8221; finden auch auf dem Gymnasium kaum noch statt, zumindest in der Oberstufe nicht &#8211; und die soll es doch eigentlich sein, die den Hauptschulabschluss vom Abitur unterscheidet.</p>
<p>Es ist klar, dass Hauptschullehrer mit etlichen Leuten ihre Liebe M&#252;h haben, gar keine Frage. Auch daf&#252;r k&#246;nnte aber ein Plus an Markt eine L&#246;sung finden, wenn dass denn endlich politisch wirklich gewollt w&#228;re. Starre Lehrpl&#228;ne und ein durchgeplantes System versucht jeden in irgendwelche Raster zu pressen, sowas fordert offensichtlich Opfer. Ein System, dass sich nach dem Bedarf richtet, kann hier eigentlich nur Vorteile bringen.</p>
<p>Darum glaube ich, dass deine Frage &#8220;Haben wir also letztlich dann R&#252;ttli-Gesamtschulen oder haben wir Goethe-Gymnasien f&#252;r alle&#8221; am Kern der Sache vorbeigeht. Letztlich kommt es nat&#252;rlich auch ein bisschen auf den Sch&#252;ler an. Wer keinen Bock hat, dem ist dann irgendwann einfach nicht mehr zu helfen. Aber die Chance, wirklich gut zu sein oder zu werden, die muss ein gutes Schulsystem jedem bieten und ich denke, da besteht derzeit eindeutig noch viel Luft nach oben.</p>
<p>Und einen wesentlichen Baustein sehe ich, wie du, in besserer Differenzierung in den F&#228;chern. Leider findet sowas eben nur in der gymnasialen Oberstufe statt. Haupt- und Realsch&#252;ler werden in die f&#252;r ihre Schule von oben verordneten Standards gedr&#252;ckt. Auch dass also ein Grund mehr, von diesen Schulformen zu fl&#252;chten &#8211; und wer wollte ihnen dass auch verdenken?</p>
<p>Ich wei&#223; nicht, ob sich da vielleicht bereits jetzt etwas verbessert hat aber zu meiner Zeit hatte ich, was F&#228;cher angeht folgende M&#246;glichkeiten:</p>
<p>Zu Beginn:<br />
Religion: ja, nein oder katholisch<br />
Franz&#246;sisch: ja oder nein</p>
<p>Nein bedeutete in jedem Fall frei haben. Ich hab mich trotzdem beide Male f&#252;r ja entschieden aber bei solchen Wahlm&#246;glichkeiten ist es vielleicht auch ein bisschen zu verlockend f&#252;r so kleine Dreik&#228;sehochs statt der anstrengenden Jagt nach guten Noten ein bisschen durch die Stadt zu bummeln&#8230;</p>
<p>Sp&#228;ter, so ab der 8. oder 9., wei&#223; ich nicht mehr genau, hatte ich die Wahl zwischen Franz&#246;sisch und einem Dutzend anderer F&#228;cher, von denen mich etliche wirklich interessiert h&#228;tten. </p>
<p>Was f&#252;r eine beschissene Wahlm&#246;glichkeit ist das? Da ich nicht auf eine zweite Fremdsprache verzichten wollte, sind mir wirklich wichtige F&#228;cher wie Informatik oder Technik v&#246;llig fl&#246;ten gegangen. Daf&#252;r haben aber ausnahmslos alle N&#228;hen und Holzfeilen lernen m&#252;ssen. Doch, so war das damals, und es ist erst 10-12 Jahre her.</p>
<p>Die Priorit&#228;ten, wie sie damals von ein paar offensichtlich in ihrer eigenen, komischen Welt lebenden Bildungspolitikern gesetzt worden sind, haben mir in meiner bisherigen Laufbahn wirklich gar nichts gebracht. Dass einzige, was ich aus der Schulzeit wirklich immer noch nutze und brauche, sind die Basics in lesen, schreiben und rechnen und auch in den naturwissenschaftlichen F&#228;chern, auch wenn ich da inzwischen l&#228;ngst einen ganz anderen Stand erreicht habe. </p>
<p>Der Rest war vollst&#228;ndig Quark, von den Dingen, die mich pers&#246;nlich interessiert und begeistert haben mal abgesehen. Aber mit meinen Lieblingsf&#228;chern konnte man daf&#252;r die meisten meiner Mitsch&#252;ler jagen&#8230; </p>
<p>Ich gehe nicht davon aus, dass sich da nun ma&#223;geblich was verbessert hat, auch wenns sicher heute etwas anders aussehen wird. Eine Differenzierung fand nicht statt, obwohl ich sicherlich zum Beispiel in Deutsch oder Geschichte durchaus gymnasiales Niveau h&#228;tte liefern k&#246;nnen, wenn mans mal von mir gefordert h&#228;tte. Auf diese Weise verk&#252;mmern wahrscheinlich hunderttausendfach Talente. Ein System, dass das zul&#228;sst, geh&#246;rt einfach verbessert!</p>
<p>Ich denke auch, eine Schule mit m&#246;glichst umfassender interner Differenzierung w&#228;re tats&#228;chlich die &#8211; verglichen mit allen Bestehenden &#8211; weit &#220;berlegene. </p>
<p>Daher bin ich mir sicher, dass sich genau dass aus einem echten Wettbewerb herauskristallisieren w&#252;rde und sich jede politische Debatte, wie eine tolle Schule auszusehen h&#228;tte, er&#252;brigen w&#252;rde.</p>
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		<title>Von: Max</title>
		<link>http://blog.jan-filter.de/2008/09/30/schulpolitik-zeit-fuer-neues/comment-page-1/#comment-3039</link>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 07:17:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.jan-filter.de/?p=1751#comment-3039</guid>
		<description>Als jemand, der selbst einige Zeit auf der Hauptschule verbracht hat, bevor er ins Gymnasium wechselte (tja, das Aussortieren nach der 4. Klasse halte ich auch f&#252;r Schwachsinn!), f&#252;hle mich ein bisschen qualifiziert hier auch meinen Senf dazu zu geben. 
Da ich auch jetzt noch Kontakt zu den Vorg&#228;ngen in der Hauptschule habe, da meine werte Mutter dort t&#228;tig ist, sehe ich auch, dass sich die Situation h&#246;chstens verschlimmert hat.

Wo fr&#252;her die Hauptschule noch anst&#228;ndig auf einfach Berufe vorbereitet hat, in dem sie das Grundr&#252;stzeug vermittelt hat, ist dies trotz Bem&#252;hungen heute nicht mehr m&#246;glich. Viel zu oft m&#252;ssen Hauptschullehrer Defizite aus dem Elternhaus aufr&#228;umen und gleichzeitig eine &quot;IS-mir-doch-schei&#223;-egal&quot; Haltung bek&#228;mpfen. Die Folge ist nat&#252;rlich, dass wesentliche Grundlagen wie Schreiben-Lesen-Rechnen nicht mehr ausreichend vermittelt werden. Sicher, es gibt auch dort immer den einen oder anderen Ausrei&#223;er, der klar &#252;ber dem Durchschnitt liegt, aber diese Menschen machen am Ende auch ihren eigenen Weg.

Was ich mir jedoch bei dem Weg &quot;Eine Schule f&#252;r alle&quot; immer als Frage stelle: Passen sich die St&#246;renfriede den guten Sch&#252;lern an oder werden die guten Sch&#252;ler von den schlechten runter gezogen! Haben wir also letztlich dann R&#252;ttli-Gesamtschulen oder haben wir Goethe-Gymnasien f&#252;r alle.

Auch finde ich die starren Schulf&#228;cher, wie sie heutzutage noch in den verschiedenen Schulformen genutzt werden f&#252;r ausgedient. Mehr Selektion nach eigenen Vorlieben w&#228;re hier angebracht. Es ist eben nicht jeder ein Ass in Deutsch oder Geschichte, aber daf&#252;r gut in Mathe und Physik. Wie es heute schon bei Kunst und Musik in der Oberstufe der Fall ist.
Ich denke dies k&#246;nnte auch die Klassen so ver&#228;ndern, dass die guten nicht durch die schlechten und unwilligen aufgehalten werden und sich langweilen und die schlechten nicht ein ewiges Neidgef&#252;hl entwickeln oder sich durch den Stoff &#252;berfordert f&#252;hlen.
&#220;ber das &quot;Ab wann&quot; kann sich dann der P&#228;dagoge streiten =)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Als jemand, der selbst einige Zeit auf der Hauptschule verbracht hat, bevor er ins Gymnasium wechselte (tja, das Aussortieren nach der 4. Klasse halte ich auch f&#252;r Schwachsinn!), f&#252;hle mich ein bisschen qualifiziert hier auch meinen Senf dazu zu geben.<br />
Da ich auch jetzt noch Kontakt zu den Vorg&#228;ngen in der Hauptschule habe, da meine werte Mutter dort t&#228;tig ist, sehe ich auch, dass sich die Situation h&#246;chstens verschlimmert hat.</p>
<p>Wo fr&#252;her die Hauptschule noch anst&#228;ndig auf einfach Berufe vorbereitet hat, in dem sie das Grundr&#252;stzeug vermittelt hat, ist dies trotz Bem&#252;hungen heute nicht mehr m&#246;glich. Viel zu oft m&#252;ssen Hauptschullehrer Defizite aus dem Elternhaus aufr&#228;umen und gleichzeitig eine &#8220;IS-mir-doch-schei&#223;-egal&#8221; Haltung bek&#228;mpfen. Die Folge ist nat&#252;rlich, dass wesentliche Grundlagen wie Schreiben-Lesen-Rechnen nicht mehr ausreichend vermittelt werden. Sicher, es gibt auch dort immer den einen oder anderen Ausrei&#223;er, der klar &#252;ber dem Durchschnitt liegt, aber diese Menschen machen am Ende auch ihren eigenen Weg.</p>
<p>Was ich mir jedoch bei dem Weg &#8220;Eine Schule f&#252;r alle&#8221; immer als Frage stelle: Passen sich die St&#246;renfriede den guten Sch&#252;lern an oder werden die guten Sch&#252;ler von den schlechten runter gezogen! Haben wir also letztlich dann R&#252;ttli-Gesamtschulen oder haben wir Goethe-Gymnasien f&#252;r alle.</p>
<p>Auch finde ich die starren Schulf&#228;cher, wie sie heutzutage noch in den verschiedenen Schulformen genutzt werden f&#252;r ausgedient. Mehr Selektion nach eigenen Vorlieben w&#228;re hier angebracht. Es ist eben nicht jeder ein Ass in Deutsch oder Geschichte, aber daf&#252;r gut in Mathe und Physik. Wie es heute schon bei Kunst und Musik in der Oberstufe der Fall ist.<br />
Ich denke dies k&#246;nnte auch die Klassen so ver&#228;ndern, dass die guten nicht durch die schlechten und unwilligen aufgehalten werden und sich langweilen und die schlechten nicht ein ewiges Neidgef&#252;hl entwickeln oder sich durch den Stoff &#252;berfordert f&#252;hlen.<br />
&#220;ber das &#8220;Ab wann&#8221; kann sich dann der P&#228;dagoge streiten =)</p>
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