Monatsarchiv für Oktober 2008

Okt 31 2008

Winsen (Elbe)

Autor: Jan. Abgelegt unter Regionales

Nein, es konnte eigentlich noch nicht wieder der 1. April sein aber als ich heute morgen lesen durfte, dass irgendwer die Idee hatte, meine Heimatstadt von Winsen (Luhe) nach Winsen (Elbe) umzubenennen, da kam mir das trotzdem erst so vor.

Der Grund: Marketing! Ja, was auch sonst.

Sollte man Städte aus Marketinggründen umbenennen? Von mir aus gerne, nur zu. Aber meine jedenfalls nicht.

Winsen selbst liegt auch gar nicht an der Elbe, sondern bloß die beiden Ortsteile Hoopte und Lassrönne und ich glaube ein dritter Ortsteil, Stöckte, könnte da grade noch so zählen. Durch Winsens Innenstadt fließt aber die Luhe. Die ist natürlich gegen die hunderte Meter breite Elbe mehr so ne Art langweiliges Minibächlein und wahrscheinlich außerhalb dieser Gegend hier weitgehend unbekannt.

In Kombination mit dem Namen Winsen allerdings dürfte sie vielen dann doch ein Begriff sein. Es gibt bereits eine Marke “Winsen (Luhe)”, der “Luhestadt” (ist halt die größte Stadt an dem kleinen Fluss, was bei der Elbe natürlich anders wäre…), die man mit einer Umbenennung mal eben die Elbe runterspülen würde.

Obs das bringt?

Winsen liegt so gesehen übrigens auch noch an der in meinem kleinen Dorf in die Elbe mündende Ilmenau. Um bei Auswärtigen so richtig anzugeben, könnte man sich ja vielleicht auch in

“Winsen an der Luhe, Elbe und Ilmenau”

nennen. Donnerwetter, macht das Eindruck. 

Gibt es eigentlich Ortsschilder mit Überbreite?

Ne Leute, ernsthaft. Scheiss aufs Marketing. Es ist unsere Stadt und nicht die der paar Touristen, die sie sich vielleicht mal angucken. Auch wenn die natürlich jederzeit herzlich willkommen sind – in Winsen an der Luhe und meinetwegen auch in Hoopte an der Elbe;)

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Okt 30 2008

Seltsames Hilfspaket

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Ist es nicht ein bisschen komisch, dass das großzügige, im worst case so oder so nicht finanzierbare Hilfspaket der Bundesregierung nicht angenommen wird?

Ja ist es, finde ich. Und findet auch ein Kommentator (“Leo Hammer”) in unserem Wochenblatt “Marsch und Heide” (leider nur offline) und gibt ein paar Mutmaßungen ab, woran das liegen könnte:

“Offenbar wollen sich die Großen noch immer nicht in die Karten gucke lassen von der neuen Finanzmarktstabilisierungsanstalt! Wollen sich die Manager nicht mit Jahresgehältern von 500.000 Euro begnügen? Oder haben sie schlicht und einfach Angst davor, dass sie von gestrigen und vorgestrigen Entscheidungen bei der Überprüfung durch die neue Anstalt eingeholt werden?”

Stimmt wahrscheinlich alles und ist doch wohl auch nicht verwunderlich. Warum sollten denn auch Firmen freiwillig hinnehmen, was zum Beispiel im Fall von HartzIV-Empfängern oder Bafög-Beantragern immer wieder kritisiert wird, nämlich dass man zum Erhalt von Hilfen eben ganz schön die Hosen vor Vater Staat runterlassen muss?

Wer irgendwie kann, der verzichtet auf HartzIV – lebt dann halt noch ein paar Monate von Ersparnissen, die bei der Beantragung sowieso flöten gehen würden. Ich selbst habe das so ähnlich gemacht, statt zum Beispiel Bafög zu nehmen.

Und die Banken machen das jetzt halt so ähnlich. Der Unterschied ist nur, dass die Politik darüber jammert, nein geradezu wutentbrannt von verantwortungslosen Bankern spricht.

Die Politik beschwert sich darüber, dass ein potenziell unfinanzierbares Hilfspaket nicht angenommen wird. Sie macht dafür die Banken verantwortlich, weil die damit offenbar gegen irgendwelche ungeschriebenen Gesetze verstoßen, die besagen, dass Hilfspakete der Regierung angenommen werden müssen, sie sind ja von der Regierung! Der Regierung!!

Mal im Ernst, da kann doch irgendwas nicht stimmen. Nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage fehlt doch hier entweder die Nachfrage (was man zumindest bei einigen Banken wohl bezweifeln muss) oder das Angebot ist ein Scheiss-Angebot. Diesen Zusammenhang müsste eigentlich jeder Idiot und auc jeder Journalist erkennen können.

Diese 500.000-Euro-Schnapsidee finde ich übrigens auch ganz famos. Denn ich denke nicht, dass hohe Bankmitarbeiter sich derartige Vertragsbrüche, die das bei den Topverdienern ja voraussetzt, mal eben gefallen lassen würden – wer würde das schon?.

Natürlich dachte die Bundesregierung, dass in Banken nur Vollpfosten arbeiten und ist darum davon ausgegangen, dass sämtliche Bankmanager bräsig genug sind, mal eben neue, womöglich schlechtere, Verträge zu verhandeln. Da hat sie sich wohl vertan – ja, schade. Trotzdem beeindruckend naiv, irgendwie.

Wie gehts weiter? Schätzungsweise wird man seitens der Regierung mal gucken, wie man irgendwelche Daumenschrauben anziehen kann. Die Parole dieser Tage lautet, dass Banken nach der Pfeife der Regierung zu tanzen haben und ich vermute, dass wird man notfalls versuchen mit aller Gewalt durchzusetzen.

Mal gucken wann Ursula von der Leyen dann die ersten säumigen Eltern ermahnt, doch endlich Kindergeld zu beantragen oder mal nachhakt, warum denn immer noch manche Väter ihre Vätermonate nicht nehmen. Aber vermutlich ist die Rettung beschissen geführter Banken doch irgendwie wichtiger als soziale Gerechtigkeit.

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Okt 29 2008

Was ist so ein “Antidiskriminierungsgesetz” eigentlich wert?

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Seit geraumer Zeit ist es Arbeitgebern verboten, Menschen, die sie aus bestimmten Gründen nicht einstellen wollen, unter ehrlicher Angabe dieser Gründe abzulehnen. Sie müssen schon irgendwelche unehrliche Vorwände erfinden, wenn sie nicht bestraft werden wollen – meistens klappt das aber auch ganz gut, scheint mir.

Das dahinterstehende Konzept gilt offiziell eine Maßnahme gegen Diskriminierung, auch wenn sie selbstverständlich keine Diskriminierung verhindern kann.

Ein aktueller Fall dazu aus Hamburg:

Die Deutsch-Türkin hatte sich Ende 2006 in Hamburg um eine Projektstelle zur beruflichen Integration von Migranten beworben. Die Diakonie lehnte sie mit der Begründung ab, sie gehöre keiner christlichen Kirche an. Das Gericht erklärte nun, dass die Klägerin nicht für die Stelle qualifiziert sei. Deshalb hätten sich die Richter mit ihrer Religionszugehörigkeit gar nicht beschäftigt.

Als juristischer Laie hört sich das für mich einfach nur beknackt an, auch wenns bestimmt für die Damen und Herren mit juristischem Hintergrundwissen alles mal wieder total logisch ist. Die finden ja scheinbar immer alles total logisch, was normale Menschen ihre von gesundem Menschenverstand verseuchten Kopfe schütteln lässt.

Im Prinzip hat hier der diskriminierende Arbeitgeber sogar ganz offen gestanden, die Bewerberin aus klar religiösen – und damit doch wohl unter keinen Umständen zulässigen Motiven – zu diskriminieren.

Mir will nicht in den Kopf, wieso es da noch irgendeine Rolle spielt, ob die Bewerberin qualifiziert war oder nicht, schließlich hat dass doch sogar bei der Diakonie offenbar niemanden interessiert – sonst hätte man ja diese vollkommen in Ordnung gehende Begründung angeben können, statt scham- und skrupellos diese Frau herabzuwürdigen und sie aufgrund ihres Glaubens vom Verfahren auszuschließen.

Wenn also die gesetzlich geregelte Antidiskriminierung nicht einmal derart offensichtliche Fälle verhindert, wozu taugt es dann überhaupt? Denn Diskriminierung zu verstecken ist ja auch kein großes Kunststück Erst recht nicht, wenn man über eine Rechtsabteilung verfügt. So gesehen sind übrigens einmal mehr größere Unternehmen auf der sicheren Seite, während der kleinere Mittelstand womöglich auch mal aus Versehen diskriminiert und teuer verklagt wird.

Auch gut zwei Jahre nach Einführung dieses damals so gefeierten Gesetzes wird offen diskriminiert. So ist doch streng genommen auch dass, was die Bundeswehr jungen Männern antut, eine Diskriminierung – Verpflichtungen zum Wehrdienst finden im Augenblick ausschließlich aufgrund des Geschlechtes statt. Wie kann so etwas sein?

Und: Was erzählt eigentlich die Katholische Kirche Frauen, die eine Stelle als Pfarrer, Bischof oder was es da sonst noch so Vergleichbares gibt, bewerben wollen? Die Absurdität speziell dieser Praxis wird hier ganz gut beschrieben.

Überhaupt scheint Diskriminierung in Religionsfragen alles andere als ein politisches Tabu zu sein. Kein Geringerer als der deutsche Innenminister, zu dessen Kerngeschäft es eigentlich gehören sollte, Verfassung und Gesetze vor ihrer Aushöhlung und Sinnentfremdung zu beschützen, regt mal flott an, Moscheen künftig in ihrer Größe zu beschränken.

Wohlgemerkt nur Moscheen, für Kirchen sollen offenbar trotzdem weiterhin die ganz normalen Bauvorschriften gelten.

Jaja, ich weiß. Wir müssen alle ganz doll Angst haben vor der “Islamisierung” Deutschlands – aber ehrlichgesagt habe ich genausoviel Angst vor einer extremen Re-Christianisierung, wie sie zum Beispiel in Teilen Amerikas scheinbar schon weit fortgeschritten ist. Trotzdem gehe ich nicht hin und fordere leisere Glocken und niedrigere Kirchtürme.

Aber nochmal zurück zu der Frage: Was ist eine solche Antidiskriminierung wert?

Ich habe dazu noch von einem weiteren aktuellen Fall gelesen. Diesmal geht es nicht um Religion, sondern um die sexuelle Orientierung. Ja, auch das gibt es, ja, auch sexuell sind wir Deutschen längst nicht so locker, wie wir uns einreden:

“…Ich bin eigentlich gelernter Koch aber nun schon seit 3 Jahren arbeitslos…Ich habe zudem auch einiges an Erfahrung im Service und vorher auch schon ein paar Mal als Kellner gearbeitet…Da habe ich mich in einer Schwulen-Bar in der Nähe von Köln als Kellner beworben, weil ich gesehen habe, dass sie jemanden suchen…Als ich auf die Frage, ob ich denn selbst auch schwul sei sagte, dass ich Hetero bin und eine Freundin habe, bekam ich den Job nicht…”

Famos, oder? Nicht einmal in jenen Minderheiten, die durch das Antidiskrimierungsgesetz geschützt werden sollten, wird dieses Gesetz ernstgenommen.

Wir sollten so ehrlich sein und den Unfug streichen. Das Gesetz wird von denen plumper als plump gebrochen, die sich sicher fühlen, dass es für sie aus irgendwelchen unfairen Gründen nicht gelten könnte und vom Rest der Welt umgangen. Ich kann nicht feststellen, dass sich Deutschland seit Einführung staatlich garantierter Nichtdiskriminierung irgendwie toleranter anfühlt. Dieses Gesetz hat bislang keinem einzigen Menschen irgendwas außer Kosten gebracht.

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Okt 29 2008

Umweltschutz: JuLis vor Jusos

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Schreibt Spiegel-Online:

Während die Jusos für 300 Delegierte 170.000 A4-Seiten bedruckten, kommen die Julis bei 200 Leuten auf 15.000 Blatt.

Mit diesem eigentlich total blöden Aufhänger wollte ich natürlich nur frech darauf hinweisen, dass nach dem Artikel in der Süddeutschen jetzt innerhalb kurzer Zeit bereits der zweite umfangreiche Artikel in großen Onlinemedien erschienen ist, der sich mit den Jungen Liberalen (JuLis) beschäftigt.

Spiegel-Online verzichtet zwar auf fast schon anbiedernde, aber in unseren Kreisen sicher gern zur Kenntnis genommenen Sätze, wie sie bei Süddeutsche-Online zu lesen waren:

Zusammen mit der Generation der Bahrs, die in den Startlöchern für Regierungsämter sitzt, ergibt das eine interessante Mischung. Sie macht die Julis zur derzeit interessantesten Nachwuchsorganisation. Nicht so bedeutungslos wie die Grüne Jugend, nicht so notorische Querulanten wie die Jusos, nicht so angepasst und an der Kandare der Kanzlerin wie der Unionsnachwuchs. Sondern mit wachsendem Einfluss auf die inhaltlichen Debatten in der FDP.

Dafür war Spiegel Online aber offensichtlich sogar bei der JuLi-Party dabei und wusste elementare Teile des berühmt-berüchtigten JuLi-Liedes zu zitieren.

Wie auch immer, es ist schön, dass sich die Medien für die Jugendorganisationen der Parteien interessieren, denn was dort (zumindest bei uns kann ich das beurteilen) an programmatischer Arbeit so geleistet wird, ist wirklich nicht von Pappe.

Der Vollständigkeit sei erwähnt, dass Spiegel-Online auch über den Bundeskongress der Jusos berichtet hatte. Bemerkenswert daran, und darauf nimmt der JuLi-Buko-Artikel auch bezug: Bei den Jusos legt man offenbar Wert auf einen gewissen Dresscode (“Lieber nackt als Nadelstreifen”), während man bei uns vermutlich sowohl in Nadelstreifen, als auch nackt ans Rednerpult treten dürfte… angewandter Liberalismus eben, auch in Kleidungsfragen.

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Okt 29 2008

Weihnachtsstimmung bei StudiVZ

Autor: Jan. Abgelegt unter Medien

Grade zufällig entdeckt, dass man beim StudiVZ scheinbar schon jetzt, Ende Oktober, Weihnachten entgegenfiebert:

Bisschen übertrieben, oder? Ich mein wenn die Läden früh anfangen zu dekorieren und Weihnachtskekse zu verkaufen, dann nervt das zwar auch, scheinbar wird das Zeug aber auch im Herbst schon eifrig gekauft. Aber auf ner Internetseite so früh umdekorieren? Ich weiß ja nicht.

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Okt 29 2008

Angewandte Subsidiarität in Winsen

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Regionales

Im Winsener Stadtrat ist in dieser Woche unpopulärer Weise ein populistischer Antrag abgelehnt worden.

Der Antrag sah vor, allen Winsener Jugendlichen, die sich ehrenamtlich engagieren, den Eintritt in das stadteigene Schwimmbad zu schenken.

Was ich im Allgemeinen davon halte, sich ehrenamtlich Tätige durch staatliche Maßnahmen sozusagen “heranzuzüchten”, habe ich vor einer Weile schonmal erklärt. In diesem Fall ist es allerdings so, dass die Stadt seit langem freien Eintritt für ihre Jugendfeuerwehrleute gewährt und der Antrag zielte also nur darauf ab, diesen Vorteil allen zu gewähren, die sich engagieren.

Leider konnte ich der Ratssitzung diesmal nicht beiwohnen und muss mich daher auf die spärlichen Presseberichte beziehen, die es dazu gibt.

Wir hatten das Thema in meinem FDP-Ortstverband ebenfalls angerissen und ich habe dazu vor einer Weile schon eine entsprechende Pressemitteilung herausgegeben, in der es heißt:

„Es kann wohl kaum im Sinne Winsens und seiner Bürger sein, wenn es mit Steuergeld die Konkurrenz zur eigenen Feuerwehr fördert, so richtig und wichtig ehrenamtliches Engagement auch außerhalb der Feuerwehr sein mag,“ sagte der Winsener Ortsverbandsvorsitzende Jan Filter dazu. Filter, selbst aktiver Feuerwehrmann, ärgert sich über den Vorstoß der Freien Winsener: „Auch wenn es derzeit in Winsen noch genügend Feuerwehrleute gibt, zeigen andere Gemeinden im Land wie schnell sich das ändern kann. Es ist unverantwortlich, diesen Teil der Nachwuchsförderung aus reinem Populismus ad absurdum zu führen.“ Vereine und Organisationen, die ihren jungen Mitgliedern ebenfalls freien Eintritt verschaffen möchten, könnten dass gern per Rahmenvertrag mit dem Schwimmbad tun. Es könne aber nicht Aufgabe der Politik sein, solche Geschenke zu verteilen, so der Vorsitzende weiter.

Das sind gute Gründe, finde ich. Auch wenn die antragsstellende Fraktion (es handelt sich um keine Partei, sondern eine freie Wählervereinigung) wahrscheinlich wie üblich der Meinung sein mag, man wollte einfach partout nicht mit ihr gemeinsam stimmen.

Den Eindruck habe ich allerdings auch, wenn statt solcher sachlichen Gründe zum Beispiel vorgebracht wird, dass es zu teuer wäre (wie Uwe Scheuer von der SPD befürchtet) oder, noch einfacher, folgendes gesagt wird:

“Sie setzen ihre Gesundheit und sogar ihr Leben ein, um andere Menschen zu retten”, sagte Bodo Beckedorf (CDU), “das tun die anderen nicht.”

Keine Angst, liebe Auswärtige, auch in Winsen setzen Jugendfeuerwehrleute niemals Gesundheit und Leben ein, der Ratsherr hat an der Stelle ein wenig Dummes Zeug erzählt, weil ihm vermutlich sonst grade nichts eingefallen ist. Wer Leib und Leben riskiert, das sind die richtigen Feuerwehrleute und so einer kann man in Niedersachsen frühestens mit 16 Jahren werden. Die Jugendfeuerwehr ist aber als Institution natürlich nicht für den Brandschutz zuständig, sondern dient wirklich nur der Nachwuchsförderung.

Und dass das Defizit des Schwimmbads dann eben noch ein bisschen größer werden würde, kann eigentlich auch nicht als Grund gelten, denn so grauenhaft hoch wären die Mehrkosten nun auch wieder nicht und Gutes zu tun kostet eben Geld – und unter anderem auch Dank einer jahrelangen FDP-Beteiligung an der Ratsmehrheit geht es der Winsener Stadtkasse deutlich besser, als man das von den meisten anderen Gemeinden kennt.

Ich denke also, man kann beide Begründungen getrost ins Klo kippen. Was viel schwerer wiegt: Was hätte denn die Stadt, was ihre Einwohner davon, wenn das Ehrenamt zusätzlich zur ohnehin vorhandenen landesweiten Förderung unter Winsens Jugendlichen zusätzlich gefördert würde?

Was im Zitat der FDP-Pressemitteilung steht, ist wahr: Die Stadt hat nunmal per Gesetz die Aufgabe, den Brandschutz in der Gemeinde sicherzustellen und das läuft auch über Nachwuchswerbung für die Feuerwehr. Eintrittserlasse in stadteigenen Einrichtungen, und da ist das Schwimmbad zwar nicht die einzige, wohl aber die für junge Leute bei weitem attraktivste, sind da noch der einfachste und vermutlich relativ kostengünstige Weg (das Defizit entsteht nämlich nicht maßgeblich durch zu viele badende junge Feuerwehrleute).

Mit der Ablehnung des Antrages der “Freien Winsener” hat der Stadtrat klar nach dem Subsidiaritätsprinzip gehandelt. Brandschutz ist ganz primär Aufgabe der Stadt. Die meisten übrigen ehrenamtlichen Tätigkeiten fallen nicht in das Aufgabengebiet einer Gemeindeverwaltung, sind darüber hinaus oft nur kleinster Teil großer, überregionaler Organisationen (DRK oder THW zum Beispiel). Der Nutzen der Stadt aus dem nächstgelegenen THW-Standort dürfte, abgesehen davon, dass dort eben Jugendliche ihre Freizeit sinnvoll und lehrreich verbringen können, gegen Null tendieren.

Kernargument ist und bleibt: Da es sowieso schwer genug ist, junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern, müssen wir uns nicht noch auf Steuerzahlers Kosten ebenbürtige Konkurrenz heranziehen. Das liegt höchstens im Interesse einiger populistischer Politiker, nicht jedoch im eigentlichen Interesse der Stadt und der Sicherheit seiner Bürger.

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Okt 28 2008

Der Wiener Ubahn-Eklat

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Der Führer einer Wiener Ubahn tut so, als wäre er der Führer von etwas ganz anderem, macht eine “Sieg Heil”-Ansprache übers Bordmikrofon und beweist so, dass er über einen ausgesprochen grenzwertigen Humor verfügt.

Wäre ich der Ubahn-Betreiber, ich würde den Mann rausschmeißen (und hoffen, dass mir Kündigungsschutz- oder Antidiskrimierungsgesetze da keinen Strich durch die Rechnung machen, in diesen verrückten Zeiten weiß man ja nie), weil er nunmal meine Firma in der Öffentlichkeit repräsentiert und solche Scherze, selbst wenn mancher drüber lachen mag, ganz entschieden über das von den meisten Menschen erträgliche Maß hinausgehen.

In der Wiener Ubahn fanden es die meisten Fahrgäste scheinbar allerdings trotzdem lustig, mindestens einer hat sich aber dann doch die Personalnummer geben lassen und dürfte den Fall inzwischen gemeldet haben. Und Derjenige, der das alles gefilmt hat, wird vermutlich auch ein anderes Humorverständnis haben.

Jenes Beweisvideo zu dem Fall gibt es hier. Und eigentlich gibt es bei Youtube noch eins. Will man es aufrufen, erhält man allerdings folgende Meldung:

Fehlermeldung

Wir wissen ja nun alle, wie dünnheutig der deutsche Staat ist, wenn es um allen möglichen Nazikram geht. Dafür kann man angesichts der deutschen Geschichte ja auch durchaus einiges Verständnis haben. Aber ist es nicht absolut lächerlich, ja geradezu konraproduktiv, dass das offenbar dazu führt, dass Beweise solcher Geschmacklosigkeiten zensiert werden?

Gut, wir wissen ja längst: Die deutsche Naziphobie geht soweit, dass selbst Antinazisymbole von manchen Gerichten für illegal befunden werden. Man hat manchmal den Eindruck, dass wir vor lauter gefühltem Antifaschismus und Anständigkeitswahnsinn so langsam nicht mehr wissen, was in Ordnung ist und was nicht.

Dass Youtube dieses Video nicht an deutsche Computer senden mag, ist für mich genauso unverständlich wie die Erfahrung, dass durchgestrichene Swastika oder solche, die in einen Mülleimer befördert werden, als verfassungsfeindlich strafrechtlich verfolgt werden können.

Ich weiß nicht genau, was Politiker oder Behörden dazu treibt, so sehr übers Ziel hinauszuschießen. Was sie so aber ganz sicher nie erreichen werden, ist damit auch nur irgendetwas gegen nationalsozialistische, fremdenfeindliche Tendenzen und Meinungen auszurichten. Eher setzen sie sich der Gefahr aus, unverhältnismäßig zu handeln und Nazis die Möglichkeit zu geben, sich in einer Art Opferrolle wiederzufinden.

Symbolverbote und Zensur. Wenn dass die Mittel sind, mit denen in Deutschland Extremismus bekämpft werden soll, dann müssen wir es wohl als glücklichen Zufall betrachten, dass Nazis in der Politik so gut wie keine Rolle spielen.

via

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Okt 28 2008

Freier Markt und Umweltschutz

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Ob und wenn ja wie das funktionieren soll, kann jeder, der will, demnächst gratis bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit lernen.

Vermittelt wird uns dass in Form einer Onlinekonferenz. Das funktioniert, wenn ich das richtig verstanden habe, folgendermaßen: Experten erklären in Videos ihre Ansichten zum Thema und darüber kann dann reichlich in Foren diskutiert werden.

via Robert Hesse

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Okt 27 2008

JuLis Harburg-Land: Weniger starre Regeln für Fahrschüler!

Autor: Jan. Abgelegt unter JuLi-Blogs.de, Politik

Unmittelbar vor dem Gipfel mit unserer sozialdemokratischen Konkurrenzorganisation haben wir zwei seit längerem vorbereitete Anträge für den kommenden Landeskongress verabschiedet.

Der vermutlich kontroversere dürfte der folgende Sein, ich zitiere:

Der Landeskongress der Jungen Liberalen Niedersachsen möge beschließen,
dass die bisher als verpflichtend festgelegten Stunden zur Zulassung für praktische und
theoretische Fahrprüfungen gestrichen werden sollen. Zur Prüfung zugelassen werden soll
jeder, der sich in der Lage fühlt, die praktische oder theoretische Prüfung zu bestehen.

Was hat uns zu dieser Forderung getrieben? Ein paar Beobachtungen.

Zum einen die eigenen Erfahrungen, nämlich die, dass das echte Gefühl der Sicherheit im Straßenverkehr so richtig erst nach der bestandenen Prüfung aufkommt, weil vorher ständig jemand mitfuhr, der sogar über eigene Pedale verfügte. Rein psychologisch war man bis zur ersten Fahrt nach der Prüfung nie auf sich allein gestellt, was jedenfalls bei mir schon einen gewissen Einfluss auf das eigene Gefühl beim Autofahren gehabt hat. Die Spezial-Pflichtfahrstunden, die zu meiner Zeit angeblich darauf vorbereiten sollten, im Dunkeln, auf Autobahnen oder auf der Landstraße zu fahren, waren zwar schon ganz gut, um einem einen gewissen Eindruck zu vermitteln. Aber das hätte ich mir natürlich auch selber beibringen können und bedenkt man, welche horrenden Mehrkosten zum Beispiel Autobahnfahrstunden dem nicht grade üppig verdienendem Elektriker-Azubi Filter seinerzeit gebracht haben, dann ist es schon ärgerlich, dass ich davon eine bestimmte Anzahl machen musste und nicht exakt soviel, wie ich für nötig gehalten hätte.

Die normalen Pflichtstunden dagegen habe ich im Prinzip auch gebraucht. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass manch anderer die vielleicht nicht gebraucht hätte – wenn er zum Beispiel schon einen Roller-Führerschein oder einen Treckerführerschein (keine Seltenheit in dieser Gegend) gehabt und daher gewisse Erfahrungen hatte.

Es geht da um ziemlich viel Geld, dass junge Leute womöglich gegen ihren Willen und ihre bereits auf andere Weise erworbenen Erfahrungen und Kenntnisse im Straßenverkehr ausgeben müssen. Das finden wir nicht richtig und wir möchten, dass hier das Stichwort Eigenverantwortung stärker betont wird, als bisher.

Ja aber ist das nicht der Verkehrssicherheit abträglich?

Vielleicht. Ich bin kein Experte und kann dazu nur Vermutungen anstellen. Aber wenn dem so ist, gäbe es ja eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Sicherheit aufrecht zu erhalten ohne sich dem Verdacht, mit den Führerscheinregeln letztlich nur ein Konjunkturprogramm für Fahrschulen schaffen zu wollen, auszusetzen.

Von mir aus kann man zum Beispiel in der Prüfung eben ein paar Dinge mehr prüfen, als bisher.

Wobei es da übrigens krasse Unterschiede zu geben scheint. Wer zum Beispiel blond, hübsch und weiblich ist, so haben wir beim Brainstorming für den Antrag festgestellt, darf sich offenbar manchmal mehr Fehler in der Prüfung erlauben… aber dass nur als Anekdote am Rande. Prüfer sind halt auch nur MännerMenschen.

Und dann gibt es da ja noch die Probezeit, für die die Regeln seit Jahren ständig verschärft werden. Ob das alles denn wirklich so hart sein muss, kann ich nicht beurteilen aber prinzipiell halte ich es für sinnvoller, sich auf solche auf Eigenverantwortung setzende Instrumente zu konzentrieren, als den jungen Leuten vorzuschreiben, wie sie ihre Kenntnisse zu erwerben haben. Denn jeder hat seine Methoden, wie er am besten lernt und dem sollte auch bei der Verkehrserziehung Rechnung getragen werden.

Das bringt uns dann auch zum Theorieunterricht. Keine Ahnung, wie andere den so erlebt haben aber ich hab dabei meistens gepennt. Der Stoff ist ja nunmal ausgesprochen langweilig und hat mit der Realität auch nur am Rande zu tun. Es ist zwar gut, wenn man gewisse Dinge weiß, aber gelernt habe ich die jedenfalls erst mit den Übungsbögen oder mehr noch beim realen Fahren.

Auch hier bin ich lieber für eine “bessere” Prüfung, als weiterhin jeden zu zwingen jeder Unterrichtseinheit beizuwohnen – das kostet Manchen nämlich auch mal unnötig viel Zeit, wenn er eine bestimmte Stunde verpasst (denn auch für Fahrschüler gibts manchmal Dinge, die der Fahrschule vorgehen) und man dann (so war es jedenfalls in meiner Fahrschule) unter Umständen wochenlang warten musste, bis die entsprechende Einheit nochmal dran kam.

Ich bin gespannt, wie der Kongress auf unsere Ideen reagiert, sofern uns Alex Müller gnädig sein sollte, ahne allerdings bereits, dass wir damit nicht nur Applaus ernten dürften.

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Okt 27 2008

Schreiben mit allen zehn Fingern

Autor: Jan. Abgelegt unter Software

Ist etwas, dass sich leichter lernen lässt, als viele meinen. Wer es versuchen will, sollte sich mal diese Open-Source-Software ansehen. Ich hab sie kurz angetestet, schreibe allerdings schon mit zehn Fingern und kann sie daher nicht so richtig ausprobieren. Aber scheint ganz nützlich zu sein.


via Cashys Blog

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