Filterblog

Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Die Sache mit dem Niveau im Fernsehen

Posted on | Oktober 20, 2008 | 13 Comments

In der vergangenen Woche hatten wir unsere Freude an Marcel Reich-Ranicki, der der chronisch öden und unsehenswerten Veranstaltung namens Deutscher Fernsehpreis endlich mal ein bisschen Dramatik verpasst hat, indem er den versammelten Fernsehgrößen erklärte, wie nervig er viele von ihnen findet.

Wir alle haben uns wohl darüber amüsiert. Weil wir finden, dass diese ganzen Schmalspurkomödianten und Halbpromis sich so eine Schelte wirklich verdient hatten.

ZDF-Goldbär Thomas Gottschalk versprach Reich-Ranicki als Friedensangebot eine Runde mit Fernsehmachern, wo über Niveau im Fernsehen geredet werden sollte. Die Sendung kam entgegen Ranickis Erwartung zwar zustande, am Ende saßen aber nur er und Gottschalk dort.

Warum von den Niveau-Blendern der öffentlich-rechtlichen Kanäle keiner “Zeit hatte”, weiß ich nicht. RTL-Chef Zeiler lehnte seine Teilnahme mit der Begründung ab, dass Reich-Ranicki ohnehin nie RTL sähe und daher gar keine Ahnung von dem habe, worüber er mit Zeiler hätte reden wollen.

Und damit hat Zeiler Recht. Der Literaturkritiker gibt auch ganz offen zu, dass er so viel Fernsehen nicht sieht und nannte 3sat (früher) und Arte sehenswert, den Rest eher nicht. Es ist wohl davon auszugehen, dass RTL & Co nicht unbedingt zu seinen Lieblingssender gehören.

Wie schlecht ist das Programm von RTL? Geschmackssache, zweifellos. Die Bandbreite reicht von hirnauflösenden Flachheiten wie dieser Serie mit “Atze Schröder” (das ist ein Künstlername aber er mag nicht, wenn man seinen richtigen nennt) bis hin zu schauspielerischen Glanzleistungen wie “Gute Zeiten Schlechte Zeiten”. Daneben laufen dort aber auch Sendungen, denen man einen gewissen Anspruch zuerkennen kann. Die legendären “Wer wird Milionär?”-Promi-Specials zum Beispiel. Und es gibt etliche amerikanische Serien, die alles andere als “Schrott” (Zitat Ranicki) sind.

Natürlich liegt, was Qualität von Schrott trennt, letztlich im Auge des Betrachters. Fest steht, dass ARD und ZDF ein relativ ähnliches Programm anbieten, wie die Privaten. Soaps und Novelas gibt es dort jedenfalls genügend und “Musikantenstadl” und ähnliche Sendungen stehen Atze Schröders Niveau auch in nichts nach. Klar, es gibt auch einige hintergründige Magazine in den beiden Staatskanälen zu sehen und auch mal gute Dokumentationen. Da sind sie stark, die öffentlich-rechtlichen. Aber das sind eben doch mehr Inseln, als programmbestimmende Elemente.

Gemeinsam haben längst alle Sender, dass sie ihr Programm am Zuschauer ausrichten. Was sollen sie auch sonst tun? Der Sender, der sich allein an Marcel Reich-Ranickis Geschmack ausrichtet, geht Pleite, wenn er sich mit Werbung finanzieren soll und ist überflüssige Geldverbrennung, wenn der durchschnittliche Gebührenzahler, der sich eben nicht grundlegend vom durchschnittlichen RTL-Zuschauer unterscheidet, zwangsfinanziert werden soll.

Niveau um des Niveaus Willen ins Fernsehen zu bringen kann doch nicht die Lösung sein. Im Übrigen: Das Fernsehen war früher auch nicht besser. Wer sich mal alte Filme ansieht, der wird schnell feststellen, dass heutige Produktionen eher tiefsinniger sind, als die damaligen. Das jedenfalls ist mein Eindruck, der eventuell deswegen so negativ ist, weil ich am Wochenende ein Meisterwerk namens “Tante Trude aus Buxtehude” mit Rudi Carell und Anderen gesehen habe.

Das ärgerliche an Niveaulosem Fernsehen, egal was der Einzelne darunter verstehen mag (selbst “Atze” hat seine Fans), ist doch eigentlich halb so wild – solange wir es abschalten können und es nicht bezahlen müssen. Ich denke daher, dass wir unsere Kritik eher auf die öffentlich-rechtlichen Sender konzentrieren sollten, weil wir die schließlich alle, ob wir wollen oder nicht, bezahlen müssen. Daraus dürfen wir zurecht einen hohen Anspruch ableiten.

Und der ist so hoch und so vielfältig, dass die derzeit dafür ausgegebenen Milliarden wohl nie und nimmer reichen würden, alle unsere Wünsche zu erfüllen. Was folgt daraus?

Ich würde sagen, wir haben grundsätzlich drei Möglichkeiten, die Dinge zum Besseren zu wenden:

  1. Gebühren dramatisch erhöhen und Senderzahl vervielfachen, bis für jeden Reich-Ranicki und jeden Atze-Fan genau dass Programm vor kommt, dass sie an den Bildschirm fesselt
  2. Öffentlich-rechtliches Fernsehen zu einer Art Museumsveranstaltung machen und nur noch das zeigen, was anderswo nicht kommt,
  3. Die öffentlich-rechtlichen Sender privatisieren und damit die Macht über das Programm aus den Händen der Politik nehmen und in die Hände der Zuschauer zu geben.

Wobei wir uns den ersten Punkt mit Hinweis auf das Internet, dass diesem Anspruch schon heute gerecht werden kann, im Grunde sparen können, sofern wir endlich mal damit anfangen, Medien als reine Vertriebswege für Inhalte zu sehen.

Was uns überhaupt nicht weiterhelfen wird ist die Privaten per Gesetz und Staatsgewalt zu Außenposten der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zu machen, wie es, ausgerechnet, der WDR-Intendantin vorschwebt. Das wiederspräche aber auch jeder vernünftigen Auslegung der Meinungsfreiheit, die wir zwar ohnehin nur eingeschränkt erleben dürfen, die es aber umso mehr zu verteidigen und auszubauen gilt und dazu gehört dann schon auch selbst die schwachsinnigste Blödisendung.

Oder um es kurz und knackig zu sagen: Letzten Endes ist selbst “Atze Schröder” das Produkt einer Schützenswerten Meinungsfreiheit.

Comments

13 Responses to “Die Sache mit dem Niveau im Fernsehen”

  1. marcus
    Oktober 20th, 2008 @ 21:11

    Ich finde einen Sender wie Phoenix auch notwendig wenn ihn nur 500 Menschen gucken. Es ist traurig, wie wenig von den Debatten aus Bundesrat und -tag noch zu sehen ist.

    Am liebsten wäre mit folgendes:
    GEZ weg oder deutlich runter.
    Grundverschlüsselung für alle Sender. Jeder Sender kann sagen, was er haben will oder ob er sich werbefinanziert ausrichtet.
    Ich zahle dann für einzelne Sender wie arte, 3sat oder phoenix. Oder für einzelne Ereignisse wie das letzte Formel Eins Rennen.

    Die größte Leistung liefern mir zur Zeit die Öff.-rechtl. Radio-Sender. Dadurch dass die soviel als Podcast anbieten, bekomme ich sehr viel Leistung für die paar Radio-Gebühren, die ich zahle.

    Die Privaten sind mir wirklich egal, was vor allem an der Werbung liegt. Das die so einen Dienst wie tivo bis heute verhindern dürfen, ist sowas von marktfeindlich. Außer Eurosport – da zahle ich auch manchmal was.

    Ich glaube & hoffe, dass es genügend Menschen gäbe, die das Medium Fernsehen anspruchsvoll nutzen wollen und dafür bereit sind auch etwas zu freiwillig zahlen. Ich finde es schade, dass keiner den Mut oder den Geschäftsplan für einen Sender wie HBO in den Staaten hat.

  2. Jan
    Oktober 20th, 2008 @ 22:05

    Wie du dir denken kannst, bin ich auch regelmäßiger Phoenix-Gucker. Ich würde sogar soweit gehen, zu sagen, dass ich ihn am allerwenigsten abschaffen wollen würde.

    Allerdings haben wir 2008 und die technischen Hürden, eine Veranstaltung für Millionen Menschen zu übertragen sind deutlich gesunken und sinken immer weiter. Ich würde sagen, dass man bereits jetzt dass, was Phoenix tut, durch Livestreams oder auch abrufbare Videos ersetzen könnte, auch wenn dann viele Menschen leider technisch und bildungsmäßig noch nicht unbedingt in der Lage wären, dass dann auch zu nutzen. Aber der Tag wird ja kommen und allzuweit ist er nicht und dann muss man sich schon fragen, inwieweit so ein Ereignissender zwingend nötig ist.

    Ansonsten geb ich dir natürlich Recht. Hätte natürlich die Folge, dass arme Leute sich womöglich kein Fernsehen mehr leisten können, falls der Markt irgendwann beschließt, dass alle Sender Pay-TV werden. Dass allerdings ist angesichts der starken Konkurrenz, die das Internet zunehmend bilden dürfte, eher unwahrscheinlich sein.

  3. Roger Beathacker
    Oktober 21st, 2008 @ 02:28

    “falls der Markt irgendwann beschließt,”

    Seit wann waere der Markt in der Lage “Beschluesse zu fassen? Ist er ein lebendiges Wesen? Ein Gott womoeglich sogar?

    Frag ja nur …

  4. Jan
    Oktober 21st, 2008 @ 08:52

    Natürlich beschließt nicht der Markt an sich irgendwas, sondern wir, seine Teilnehmer. Aber ich glaub, man konnte sich denken, dass ich das so meinte.

  5. Jan W.
    Oktober 21st, 2008 @ 09:44

    Kannst Du mal ausführen, warum Du die Öffentlichen als “Staatskanäle” bezeichnest? Bei diesem Begriff muss ich immer an Anstalten wie das Fernsehen der DDR oder von mir aus auch Fox News denken.

    Stellst Du die Öffentlichen auch in diese Ecke? ARD und ZDF — Staatstreues Propagandaprogramm?

  6. Jan
    Oktober 21st, 2008 @ 09:56

    Es ist das staatliche Fernsehen. Die politischen Ansichten entsprechen vielleicht nicht immer zu 100% denen der Regierung aber eine gewisse Nähe ist, denke ich, nicht zu leugnen. Erwarte ich aber auch nicht anders.

    Ein wichtigeres Merkmal, dass den Begriff Staatskanäle rechtfertigt ist hingegen, dass die Bürger dieses Staates gezwungen werden, sie zu bezahlen, was im Grunde einer Steuer gleich kommt. Wenn das nicht Ausdruck staatlich produzierter Medien ist, was dann?

  7. marcus
    Oktober 21st, 2008 @ 10:23

    Denn Begriff “Staatskanal” finde ich zu überspitzt. Die Redaktionen sind politisch frei in ihrer täglichen Entscheidung, ob sie Autobahnunfälle oder Warnmeldungen vor Google-Browsern oder ein Korrespondentenbericht aus Kairo bringen. Sie machen oberflächliche Nachrichtensendungen ohne die Hilfe der Regierung. Insgesamt war z.B. die Bindung/Sympathie von Sat 1 in den frühen Neunzigern an die Kohl-Regierung viel stärker als die anderer Sender zur Zeit an die beiden letzten Regierungen.

    Die Tatsache, dass Personen mit Fernsehern GEZ-pflichtig sind, ist primär eine martkbeeinflussende Frage als eine Frage der Meinungsbeeinflussung.

    @Jan
    Du verwechselt wieder einmal Staat und öffentliche Gesellschaft. Nur weil etwas nicht privatwirtschaftlich ist, ist noch lange nicht regierungsnah.

    Angenommen es gäbe keine GEZ, wie viel würdest Du für einen Sender wie Phoenix (wie er zur Zeit ist) monatlich zahlen?
    Nachfrage

  8. Jan W.
    Oktober 21st, 2008 @ 10:29

    Diese gewisse Nähe der Öffentlichen zum Staat kann ich, zumindest was das Nachrichtenprogramm angeht, nicht wirklich nachvollziehen.

    Da sind aus meiner Sicht die Privaten näher am Staat, da sie besonders über politische Themen nur sehr oberflächlich und weniger Kritisch informieren. N24 z.B. sendet den lieben langen Tag lang viele militär-freundliche Dokus.

    Ein weiteres Beispiel ist Leo Kirch, dem lange Zeit viele private Sender (Sat.1, Pro7, N24,…) gehörten. Als Kohl nach der CDU-Spendenaffäre Freunde und Anhänger um Spenden in Höhe von 6 Millionen DM bat, um den finanziellen Schaden für die CDU zu beheben, gab Kirch die größte Spende (1 Mio. DM). Kirch war auch Trauzeuge bei Kohls zweiter Hochzeit am 8. Mai 2008.

    Hintergrundinfos zu komplizierteren politischen Sachverhalten bekommt man bei Sat.1, RTL2 etc ebenfalls sehr selten. Eine Sendung, wie z.B. Scheibenwischer gab es ausserhalb der ÖR meines Wissens auch noch nicht.

    Vielleicht ein Grundproblem in der deutschen Fernsehlandschaft: Wenn Du die ÖR als Staatskanäle bezeichnest, dann sage ich, dass die Privaten um eine ähnliche Nähe zum Staat auch sehr bemüht sind.

  9. Jan
    Oktober 21st, 2008 @ 11:10

    @ marcus

    Bringt einen sicher politisch ganz nach vorne, wenn ein journalistisches Schwergewicht wie Sat1, zumal das Sat1 der Neunzigerjahre auf seine Seite stellt…

    In dem Augenblick, wo etwas mit staatlicher Gewalt durchgesetzt wird, ist es wohl kaum Teil der öffentlichen Gesellschaft, jedenfalls nicht, wenn man die in Gegensatz zu staatlicher Aktivität setzen will. Und das ist beim ÖR-Fernsehen, beziehungsweise bei der Bezahlung, der Fall. Ein Fernsehen freier öffentlicher Gesellschaft wäre freiwillig zu bezahlen, wäre aber auch nicht von der Politik installiert worden sondern von der daran interessierten Öffentlichkeit.

    Es ist nicht wahr, dass die Politik keinen Einfluss auf das Programm hätte. Jeder kleine Skandal, jede Umgestaltung im Programm wird doch sofort kommentiert, bewertet, gut oder schlecht gefunden, verurteilt – und letztlich auch beeinflusst. Was sonst ist es denn, dass ARD und ZDF davon abhält, das selbe Programm zu bringen, dass private Kanäle bringen? Diese Sender sind ja nicht die Inkarnation des Guten und der Qualität, nur weil sie uns von den Regierungen vorgesetzt werden.

    Ich würde für einen Sender wie Phoenix überhaupt nichts zahlen, ich würde mir meine Information auf andere Weise beschaffen. Ich würde aber auch nichts für Fussball bezahlen oder für Filme im Fernsehen. Es gibt Sachen, für die ich nichts bezahlen will und Fernsehen gehört dazu. Lieber verzichte ich drauf – diese Freiheit hat man nur in Deutschland natürlich nicht.

    @ Jan W.

    Was hat Staatsnähe mit Oberflächlichkeit zu tun? In diesem Fernsehmarkt wäre es doch angesichts der starken Konkurrenz der ÖR ein waghalsiges Unterfangen, seriöse und hintergründige Politikberichterstattung zu bringen. Zumal bei allzu kritischer Betrachtung der Politik mutmaßlich die Landesmedienanstalten mit den Säbeln rasseln würden.

    N24 sendet Sachen, die gesehen werden. Mir ist auch schonmal aufgefallen, dass da viel Kriesspielzeug gezeigt wird aber kann das nicht einfach die Nische sein, den die zur Kostendeckung nutzen, weil sich Nachrichten alleine in diesem Land nur schwer rechnen? Ich mag mich ja auch irren aber das war bisher meine Annahme.

    Leo Kirch ist pleite, soweit ich weiß. Das dürfte seine Spendenbereitschaft etwas schmälern aber ehrlichgesagt ist mir egal, von wem die CDU ihr Geld kriegt. Sollen sich deren Wähler darüber aufregen oder ihre Schlüsse draus ziehen.

    “dann sage ich, dass die Privaten um eine ähnliche Nähe zum Staat auch sehr bemüht sind.”

    Was ich ihnen wiederum als ihr gutes Recht zugestehe, weil hier wohl nunmal jeder so seine Lobby hat. Ich trete allerdings für eine Gesetzeslage ein, in der man auch gegen den ausdrücklichen Willen der Regierung seinen eigenen, vielleicht extrem kritischen und äußerst hintergründigen Fernsehsender aufmachen kann.

    Auf dem TV-Markt ist das aber nicht so einfach, weil der recht streng über die Landesmedienanstalten reguliert wird. Könnte dass vielleicht damit zu tun haben, dass sich Privatsender, die mehr als nur ein Nischendasein führen möchten, sich so widerlich an die Politik ranschmeißen?

    Ich gehe aber davon aus, dass sich das Thema Fernsehen früher oder später erledigen wird. Die Fernsehsender werden sich wandeln, für tiefgründige politische Berichterstattung brauchen wir sie eigentlich schon jetzt nicht mehr, weil jede große Zeitung im Internet das selbe tun kann. Von 80 Millionen Bürgern ganz zu schweigen. Das Internet könnte uns so gesehen eine private Informationsrevolution bringen und das Fernsehen in seiner Bedeutung ablösen.

    Interessant ist, dass vor allem dagegen ÖR und Politik Hand in Hand anzukämpfen scheinen. GEZ-Gebühr auch für Computer und Handys ist die eine Maßnahme, mit der der Machtbereich der öffentlich-rechtlichen ausgedehnt werden sollte, Lizenzpflichten für Internetsender, wie sie im Moment vielerorts diskutiert werden, eine andere. Statt über das bestehende Modell der ÖR-Sender zu diskutieren, sollte sich die Öffentlichkeit vielleicht lieber ein bisschen mehr daran abarbeiten, denn hier wird verkrampft versucht Überflüssiges zu retten um Macht und Kontrolle über die Medienlandschaft auszudehnen.

  10. Julian
    Oktober 21st, 2008 @ 11:58

    Ich werfe hier jetzt einfach mal den Begriff “Bildungsauftrag” in den Raum. Ich bin wirklich froh darüber, dass wir hier in Deutschland noch sowas wie Öffentlich Rechtliches Fernsehen haben! Und da gehören ja nicht nur ARD/ZDF dazu, sondern eben auch Sender wie 3Sat und Phoenix. Nun behaupte ich einfach mal, solche Sender gäbe es nicht, wäre die deutsche Fernsehlandschaft komplett in privater Hand.

  11. Jan
    Oktober 21st, 2008 @ 12:37

    Wohl wahr. Und würde man ARD und ZDF und ihre ständigen teuren Eskaparden in Richtung Sport und Hollywood nicht mitbezahlen müssen, wäre die Gegnerschaft des staatlichen Fernsehwesens in Deutschland sicherlich erheblich kleiner. Aber mit zwei winzigen Sendern zwei monströse Medienkonzerne rechtfertigen geht ja nun auch nicht.

    “Nun behaupte ich einfach mal, solche Sender gäbe es nicht, wäre die deutsche Fernsehlandschaft komplett in privater Hand.”

    Sofern das stimmt, und dass vermute ich, wäre der Grund der, dass solche Sender kaum jemanden interessieren.

    Ich behaupte mal: Einen Bildungsauftrag, der derart verpufft, kann man wohl als chronisch unerfüllt betrachten. Was aber bringt das dann?

  12. Julian
    Oktober 21st, 2008 @ 13:54

    Also dass sich jemand darüber aufgeregt hat, dass ARD/ZDF ab und an Sportveranstaltungen übertragen, oder Hollywoodfilme zeigen habe ich ja noch nie gehört. Das ist unfug, Jan. Qualitativ gute, bzw. hochwertige Sportübertragungen mag man vielleicht auch bei dem ein oder anderen Privatsender bekommen, aber wenn es um die richtig großen Events geht (Olympia, WM, EM, etc.), dann doch bitte bei ARD und ZDF. Ich frage mich, angesichts deiner Argumentation, was daran denn falsch sein soll, der deutschen Bevölkerung eine “kostenlose” und umfangreiche Berichterstattung zu bieten.

    “Sofern das stimmt, und dass vermute ich, wäre der Grund der, dass solche Sender kaum jemanden interessieren.”

    Genau da liegt ja das eigentliche Problem. Aber es ist nicht der Bildungsauftrag der verpufft, sondern die zunehmende, man möge mir verzeihen dass ich das nun etwas hart forumliere, Verblödung der Gesellschaft und das daraus resultierende Desinteresse an solchen Angeboten wie eben Phoenix. Eine Privatisierung solcher Angebote käme einem Ausverkauf des gesunden Menschenverstandes gleich. Jamba Werbung auf Arte? Astrein, ey!

  13. Jan
    Oktober 21st, 2008 @ 14:52

    Ob dus glaubst oder nicht, mich regt es schon auf, wenn ich für Filme und Fussball blechen soll, wenns mich gar nicht interessiert.

    Mit Bildung hat für mich beides nichts zu tun.

    “aber wenn es um die richtig großen Events geht (Olympia, WM, EM, etc.), dann doch bitte bei ARD und ZDF.”

    Und warum?

    Du hast ja Recht, mit dem,was du “das Problem” nennst aber die Lösung liegt doch nicht darin, Bildungsangebote zu schaffen, die niemanden interessieren. Ob man die nun privat oder staatlich und per Zwangsgebühr finanziert betreibt, ändert an der Verblödung der Generation Jamba-Nilpferd auch nichts.

Leave a Reply





Protected by WP Anti Spam
  • Löffel voller Weisheit

    Wenn man etwas messen kann, wird es für die Politik plötzlich wichtig. — Andrew Oswald, Professor an der Warwick Business School

  • Filterblog@Facebook


  • Switch to our mobile site