Okt 21 2008
Steuerimperialismus
Die europäische Großmacht Deutschland hat sich aufgemacht, um sogenannten “Steueroasen” unseren sozialistischen Way of Life aufzuzwingen. Mit der Peitsche, wie Bankenweihnachtsmann Peer Steinbrück betont.
Statt sich auf einen Steuerwettbewerb einzulassen, wird die Peitsche geschwungen. Fair und friedlich geht eigentlich anders aber so gibt sich Deutschland offenbar mittlerweile gegenüber kleinen europäischen Ländern wie der Schweiz, Österreich oder das schon vor einer Weile vermutlich nur haarscharf einer Besetzung durch die Bundeswehr entkommene winzige Fürstentum Liechtenstein.
Diese Länder werden nun vom Finanzministerium zu einer Art “Achse des Bösen” gezählt, weil sie unter anderem die Frechheit besitzen, das Bankgeheimnis nicht abzuschaffen und ihre Steuern und Abgaben nicht in jene Sphären treiben, wie unsere Regierung das tut.
Was wird am Ende solcher Machtpolitik stehen? Ein weltweit einheitliches Steuersystem mit einem Weltfinanzamt, dass seine Fahnder in jeden Winkel schickt um ja keinen Cent zuviel in privater Hand zu lassen?
Offenbar kommt es nur auf die Größe an. Wer groß genug ist, hat Recht. Oder warum muss sich die kleinere Steueroase an der großen Steuerwüste orientieren? Warum veruchen wir nicht, die Wüste in eine Oase zu verwandeln?
Es genügt nicht, die eigenen Bürger zu drangsalieren, jetzt zeigen wirs auch noch den Nachbarn, die nicht nach unserer Pfeife tanzen. Ich nenn sowas Imperialismus.
11 Kommentare



Vielleicht hilft ja ein Einmarsch in ähhh ein Anschluss dieser Länder an Deutschland.
Und selbst Gregor Gysi, dessen inoffizielle Stasitätigkeit lt. Bundesdrucksache 13/10893 [1] als erwiesen festgestellt wird, meint, die Privatsphäre sei “generell [...] zu schützen” [2]. Kann man dessen Partei wirklich noch links überholen?
[1] http://dip21.bundestag.de/dip2.....310893.pdf
[2] http://tinyurl.com/5qkask
Keine Bange, der Steinbrück täuscht nur; man soll halt meinen, daß er ein “Finanzgenie” ist. Wenn er gewollt hätte, dann hätte er schon längst etwas gegen unfaire Steuerparadiese tun können.
Das müßte doch auch “beinharten Marktwirtschaftlern” begreiflich sein, daß man nicht in einem Land alle Annehmlichkeiten genießen kann, dafür aber nichts zahlen, also keine Steuern abführen will.
Was soll auch ein “race to the bottom” bei den Steuersätzen bringen? Außer vielleicht, den Staat auszuhungern, was aber nur den Reichen etwas nützt.
Ich geb dir zwar Recht damit, dass so ein “race” nichts bringt aber stattdessen anderer Länder Politik bestimmen wollen ist einfach ein no-go. Und von so einem Rennen gegen 0 Prozent Steuer sind wir ja nun auch noch ein Stückchen weg.
Wenn einige Länder auf Kosten und zu Lasten anderer Länder ihren Reibach machen, sollte man sich dagegen wehren dürfen. Monaco soll ja früher ein Nest von Seeräubern gewesen sein.
Ich glaube, Monaco ist schon länger kein Seeräubernest mehr wie Deutschland ein Land ohne staatlich organisierten Massenmord ist. Ich glaube daher nicht, dass es irgendwie in unserem Interesse sein kann, die moralische Verkommenheit von Staaten anhand ihrer Vergangenheit zu bemessen, selbst wenn dass irgendwie sinnvoll wäre.
Ansonsten stellt sich die Frage, warum Deutschland denn nicht selber versucht auf Kosten anderer Reibach zu machen, statt souveräne Staaten einzuschüchtern, nur weil sie winzig klein sind.
Darum macht endlich die ganze Welt global – keine Nationalstaaten und keinen Nationalscheiss aus dem 19. Jh. mehr!
Denn wenn es nur noch eine einzige Welt (aber keine Staaten mehr) gibt, dann gibt es auch keine Steuerfluchten mehr (ausser die Steuerflucht auf den Mars).
Da waren die Römer schon besser: die hatten nur einen einzigen Staat (d.h. die ganze Welt) und eine Steuererhebung …
Interessante Idee aber das setzt entweder die Abschaffung aller Regierungen voraus, was weder die noch die Mehrzahl der Menschen mitmachen wird (und dass Anarchie funktioniert) oder einer übermächtigen Weltregierung, der wir dann alternativlos ausgeliefert wären. Gehört beides nicht zu meinen liebsten Zukunftsvisionen.
Ein Leben im römischen Reich auch nicht. Und das umfasste natürlich nichtmal in seiner größten Ausdehnung die ganze Welt, ja noch nicht einmal ganz Europa.
Da ist er, wie er leibt und lebt, der Wirtschaftsmensch. Auf Kosten anderer lebt er gern und nennt das dann Freiheit.
Die ganze Welt ist doch schon global und leidet deshalb an den Folgen der Finanzmarktkrise.
“Die ganze Welt ist doch schon global und leidet deshalb an den Folgen der Finanzmarktkrise.”
Das ist aber etwas anderes als eine globale Staatsgewalt, die uns allen ihren Willen aufzwingt und dass wenn nötig mit Gewalt durchsetzt.
Gewalt ist Gewalt, ob sie nun von Staats wegen oder vom anonymen Markt ausgeübt wird. Nebenbei bemerkt, so “anonym” ist der Markt gar nicht, die Macher in Politik und Wirtschaft und ihre medialen Trompeter haben alle Namen und Adresse.
[...] – was das ist, definiert Andreas auf dem Filterblog. Wäre richtig lustig, wenn’s nicht so grausig wäre. (Der Steuerimperialismus, nicht das, was er [...]