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INSM: Leistung muss sich auch für Lehrer lohnen

Posted on | November 11, 2008 | 24 Comments

Die “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” fordert eine Leistungsgerechte Bezahlung für Lehrer – und ich frage mich, ob das wirklich alle Probleme löst.

Die wirklich beschissene Lehrer – und die gibt es nunmal – würden dann halt auf Prämien verzichten müssen, Schüler dürften sie aber weiter versauen. Warum also müssen eigentlich Lehrer Beamte sein, unkündbar also? Warum eigentlich stellt das Land Lehrer ein, nicht die Schulen vor Ort, selbst wenn ihr Träger eine Kommune oder ein Landkreis ist?

Ich denke, die Möglichkeit seitens der Schulen, zwar als Lehrer arbeitende aber als solche leider ungeeignete Mitarbeiter loszuwerden, wäre für Schulen, vor allem aber natürlich für Schülerinnen und Schüler, die im Mittelpunkt jeder vernünftigen Schulpolitik stehen müssen, wichtiger, als die Detailfrage, nach welchen Modi Lehrer ihr Gehalt verdienen sollten.

Comments

24 Responses to “INSM: Leistung muss sich auch für Lehrer lohnen”

  1. Matthias Lehming
    November 11th, 2008 @ 19:13

    Es löst mit Sicherheit nicht alle Probleme, wäre aber schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Danach kann man immer noch über die Beamtenfrage diskutieren. Und natürlich Lehrerbewertungen nicht zu vergessen.

  2. deltarius
    November 11th, 2008 @ 19:20

    Die Schulen sollen Lehrer einstellen können, sehr richtig. Genau diese Idee hat Patrick Meinhardt kürzlich in diesem Interview geäußert:
    http://augenhoehe.jugendfrakti.....4cb/i.html

  3. Markus
    November 12th, 2008 @ 01:09

    Die Frage ist nur, was “beschissene” und ungeeignete Lehrer genau sind? Sind es etwa die, die sich eine eigene Meinung erlauben und diese demokratische Grundhaltung auch an ihre Schüler vermitteln wollen, oder sind es nicht doch eher die unkritischen Mitmacher-Lehrer der INSM? Wer entscheidet darüber?

  4. dineniso
    November 12th, 2008 @ 01:21

    Also die eigenverantwortliche Schule, die ja genau das machen soll was du sagst, nämlich eigenverantwortlich Lehrer einstellen, Inhalte und Methoden festlegen und im Notfall auch Kündigungen ausstellen, ist ja eine alte liberale Forderung.

    Zu den Beamten: Heute wird die Mehrheit der Lehrer nicht mehr als Beamte eingestellt, da dies wesentlich unflexibler ist, vor allem auch für die Lehrer selbst. Sie sind somit Angestellte des Staates und können sich so ihre Stelle selber suchen, in dem Ort ihrer Wahl. Die Lehrer jenseits der 40 sind allerdings meist noch Beamte, das wird sich auch in den nächsten 20-30 Jahren nicht ändern.

  5. Jan
    November 12th, 2008 @ 09:47

    @ Markus

    Ich für meinen Teil habe recht detaillierte Vorstellungen davon, was gute von schlechten Lehrern unterscheidet. Du nicht?

    Eigene Meinung ist dabei okay. Es sei denn, es handelt sich um eine allzu staatsgläubige, sozialistische und marktfeindliche Meinung. Dem würde ich mein Kind nur ungern aussetzen. Wenn er ansonsten allerdings, also fachlich, große Klasse ist, könnte ich vielleicht sogar damit leben.

    Mit anderen Worten: Der Kunde sollte letztlich hier entscheiden, nicht die Landesregierung (die womöglich nach ideologischen Gesichtspunkten auswählt, die nicht mit den Präferenzen übereinstimmen, die die Menschen, die die konkrete Schule nutzen wollen, betrifft). In der Praxis wäre es vermutlich die Schule, die aussuchen sollte, wen sie wofür bezahlt und wen nicht, während Eltern und Schüler optimalerweise die Wahl zwischen verschiedenen (und verschieden gut gemanagten) Schulen wählen können sollten.

    Um auf deine Frage zurückzukommen: Es liefe daraus hinaus, dass solche Fragen, wer besser oder schlechter wäre, von alleine beantwortet würde und nicht an subjektive Meinungen geknüpft wäre, sondern den Anforderungen vor Ort entspräche. Die marktwirtschaftliche Lösung eben.

    @ dineniso

    Dann hoffen wir mal, dass das so bleibt. Denn der nächste Regierungswechsel kommt bestimmt.

  6. Lehrerleistung
    November 12th, 2008 @ 16:38

    Die Leistung der Lehrer finde ich tatsächlich schwer zu beurteilen, auch wenn es einige Fälle gibt, in denen das Urteil klar positiv oder klar negativ ausfällt. Die Noten als Kriterium sind wenig geeignet, da die Lehrer diese ja nun mal zumindest bis zum Zentralabitur (und da kommt das Erwachen zu spät) selbst vergeben. Eine Bewertung durch die Schüler und Eltern macht den Lehrer zu abhängig, denn viele könnten einfach wieder die Notenvergabe als Kriterium heranziehen. Ein Bewertungskatalog würde sehr wahrscheinlich sehr starr ausfallen und könnte gar nicht alle Handlungen eines Lehrers in ihrer Vielfalt berücksichtigen. Eine unabhängige flexible Bewertungskommission wäre ein unglaublicher Verwaltungsakt.

    Insofern denke ich, eine derart feine Bewertung auf Basis derer man ein Prämiensystem stützen könnte widerspricht dem weit gefassten Aufgabengebiet des Lehrers und auch der Anzahl unterschiedlicher pädagogischer Typen.
    Eine Bewertung und ein größeres Mitspracherecht bei Einstellung und Fortführung des Arbeitsverhältnisses durch die Schulen könnte möglicherweise schwere Fehlbesetzungen verhindern.

    Allerdings können Probleme im Schulalltag am besten gemeinsam und nicht gegeneinander gelöst werden. Ich denke für die allermeisten Lehrer, die ja so schlecht auch nicht verdienen, ist die größte Belohnung die Anerkennung von guter Lehrtätigkeit durch Schule, Eltern und Schüler. Diese erhalten sie in der Regel auch. Ein Bonussystem finanzieller Art würde unter Umständen auch zu einem Neid und Konkurrenzdenken unter den Lehrern führen, um etwas was ohnehin schwer zu bewerten ist. Einen Lehrer, der allein durch Bonuszahlungen ein “besserer Lehrer” wird, sollte man zumindest hinterfragen.

  7. Christian
    November 12th, 2008 @ 16:39

    Mein Problem ist ebenfalls die Messung von “guter” Lehrerschaft. Es wird aller Wahrscheinlichkeit nach im Behördendeutschland auf Zeit als Kriterium hinauslaufen: Wer AGs betreut, in der Bib mitarbeitet und nach dem Unterricht noch Sprechstunden anbietet wird die Extrazeit in Extrageld umwandeln können. Und dann wird’s gruselig, wenn man an die schlechten Lehrer denkt…

  8. Oliver Fink
    November 12th, 2008 @ 17:01

    Willkommen im Club: “Kommunalisierung” der Bildungspolitik ist das Zauberwort für eine zukunftsweisende und gerechte Bildungspolitik. Dazu auch:
    http://blog.fink.sh/index.php?.....er-Bildung!.html
    http://blog.fink.sh/index.php?.....rau-Pieper!.html

  9. Jan
    November 12th, 2008 @ 22:33

    @ Lehrerleistung und Christian,

    das ist doch Schwachsinn, wieso denkt ihr gleich so kompliziert? Als ich Schüler war, konnte ich ganz gut beurteilen, welche Lehrer etwas taugten und welche nicht. Und meine Eltern ebenso. Dazu brauchen wir keine Kennziffern oder irgendwas in der Art. Simple Kundenbewertungen tuns da im Zweifel dann auch.

    Christian, dein Einwand mit dem Behördendeutschland ist natürlich berechtigt aber genau dieses Deutschland wollen wir ja alle zusammen zu einem besseren Ort machen. Und das ist auch machbar, denke ich.

  10. Markus
    November 13th, 2008 @ 00:13

    @ Jan

    So stramm auf Linie möchte ich die Lehrer gar nicht trimmen. Im Gegenteil sollten sie ihre Privatmeinungen im Klassenraum für sich behalten, aber auch unabhängig sein. Genau diese wäre aber bei einer Privatisierung des öffentlichen Bildungswesens, und darauf läuft es doch hinaus, beständig in Gefahr.

    Wie schön, daß der Markt mal wieder alles regelt. Nur zu dumm, daß auch dieser von Menschen gemacht wird. Die INSMler (und Bertelsmann) sind mit ihren zahlreichen Schul- und Bildungsprojekten am Werk und beeinflussen die Lehrpläne.

    Die Wirkung dieser Denke kann man übrigens auch an deinem Sprachgebrauch feststellen. Warum sollen Schulen “gemanagt” und nicht verwaltet werden? Und wer um Himmels willen sind denn die “Kunden” der Schule? Kunden müssen zahlen, Bürger haben Rechte.

  11. Jan
    November 13th, 2008 @ 00:25

    Worin besteht denn der Unterschied zwischen managen und verwalten? Für mich ist das ehrlichgesagt das Gleiche.

    “Kunden müssen zahlen, Bürger haben Rechte.”

    Stimmt. Gleichzeitig sind Kunden aber auch Könige oder sollten es zumindest sein. Und für Schulen etwas bezahlen zu müssen, wäre für mich auch gar kein Tabu, solange das vernünftig geschieht. Vernünftig heißt, dass nur die Schulen und Lehrer bezahlt werden, die etwas taugen, andere nicht.

    Es ist nicht “dumm”, dass Märkte von Menschen gemacht werden, sondern deren große Stärke. Und ein besseres Mittel gegen Lobbyismus, als einen fairen, funktionierenden Markt, gibt es gar nicht.

    Ich gebe zwar zu, dass ich von heutigen Lehrplänen nicht fürchterlich viel weiß. Zu meiner Zeit waren die allerdings ganz offensichtlich weder durch die INSM (die es noch gar nicht gab) noch durch Bertelsmann, sondern höchstens durch einen Haufen Alt-68er versaut. Wer ihn konkret jeweils ausübt, ist mir eigentlich egal, ich bin der Meinung, dass Lehrpläne ohnehin völlig anders organisiert werden müssten. Jedenfalls nicht durch einen offensichtlich auch deiner Meinung nach durch Lobbyisten schnell korrumpierbaren Staat.

    “Stramm auf Linie” ist sehr relativ. Ich würde meine Kinder nicht von Leuten unterrichten lassen, die ihnen Sachen erzählen, die ich für unmenschlich und grundfalsch halte. Und das sollte verdammtnochmal mein gutes Recht sein.

  12. Friedrich
    November 13th, 2008 @ 07:39

    Ich kann Dir nur beipflichten. Leider wirst Du aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ehre links orientierte Lehrer finden. Mit dem typsichen Allmachtsgehabe. Ich weiß es und ihr müsst es mir glauben… Was Sie ja mit in die Politik einbringen. Die Stundenpläne hatten jedenfalls zu meiner zeit ganz klar eine linke Tendenz. Märkte und Geld waren mehr oder minder Tabu, Marx war hingegen voll in Ordnung. Bei meinen Kindern kann ich nicht erkennen, daß sich das groß geändert hätte.

    Und ob Du etwas für grundfalsch hältst oder nicht muß den Beamtenapparat nicht scheren. Hier in BW gilt nämlich die Empfehlung des Lehrers für die weiterführende Schule mehr oder minder als bindend. Es gibt zwar ein Schlupfloch (extra Tests) die aber offenbar nur gemacht wurden um diese “Empfehlung” zu zementieren.

    Grüsse aus Heidelsheim
    Friedrich

  13. Jan
    November 13th, 2008 @ 10:25

    Da hast du noch einige weitere Gründe genannt, etwas zu verändern. Denn ma los.

  14. Lehrerleistung
    November 13th, 2008 @ 14:33

    @Jan: Es gibt wie bei anderen Personen sehr viele Lehrer, bei denen die Meinung nicht eindeutig ist. Wer soll dann entscheiden, wenn es nicht eine klare Richtlinie gibt? Wenn es aber eine klare Richtlinie gibt, wird Gleichmacherei betrieben. Wie soll man zudem ein subjektives Urteil in Worte fassen? Als Kunde kann ich ein Produkt nicht kaufen ohne dafür Gründe liefern zu müssen. Bei der Bildung wäre dies Willkür.

  15. Jan
    November 13th, 2008 @ 15:14

    Warum wäre das Willkür? Wozu braucht es da irgendwelche Richtlinien? Ich habe sehr klare Vorstellungen davon, wie Lehrer sein sollten – und wie nicht. Das genügt eigentlich vollkommen.

  16. Lehrerleistung
    November 13th, 2008 @ 16:39

    Du schon, aber was, wenn jemand eine andere hat ?

  17. Jan
    November 13th, 2008 @ 17:40

    Dann gilt das gleiche.

  18. Markus
    November 14th, 2008 @ 00:36

    @ Jan

    Du bist in der Hierarchie der Julis aufgestiegen – und schon kann man mit dir nicht mehr richtig diskutieren! Vielleicht bist jetzt du “stramm auf Linie” gebracht oder von Lobbyisten gekauft worden. ;-)

  19. Jan
    November 14th, 2008 @ 00:53

    Das ist natürlich Blödsinn, allein schon deswegen, weil ich gar keine Lust hätte, mir vor jedem Artikel und jedem Kommentar erstmal irgendwelche Beschlusslagen herzusuchen.

    Ich versteh nur einfach dein Problem in diesem Punkt nicht. Jeder sollte einen gewissen Einfluss darauf haben, was für Leute die eigenen Kinder bilden, punktendeaus. Das ist mein Statement und du hältst dem entgegen, dass mancher natürlich anders drauf sein könnte als ich, was ich doch gar nicht bestreite. Natürlich gilt dass dann für den auch, ist doch klar.

    Vielleicht liefe das in der Praxis darauf hinaus, dass meine Kinder mit deinen nicht die selbe Schule besuchen könnten oder wenigstens verschiedene Lehrer haben müssten. Ja na und?

  20. Markus
    November 14th, 2008 @ 23:58

    Wenn du meinst, dann würden meine Kids in eine öffentliche Schule gehen (so diese zwischenzeitlich nicht finanziell ausgehungert wäre) und deine als “König Kunde” die Auswahl zwischen der Coca Cola- und Pepsi-Schule haben (und dafür noch Schulgeld zahlen müssen). Ist natürlich möglich, daß dies etwas überspitzt ist.

    Außerdem kann ich nicht bestätigen, daß der Unterricht heutzutage übermäßig politisiert wäre, wohl eher im Gegenteil kommen zu wenig politische Themen vor. Aber bei den Julis scheint man gleich den Sozialismus zu wittern, wenn man nicht mit einem Hurra der “freien Marktwirtschaft” hinterherspringt.

  21. Jan
    November 16th, 2008 @ 19:33

    Ich würde meine Kinder sicher nicht auf eine “Pepsi-Schule” schicken, sondern auf eine, die was taugt (jedenfalls hab ich das so verstanden, dass eine Pepsischule eine wäre, die nichts taugt..). Warum sollte ich auch?

    Dass Schulen finanziell vernünftig ausgestattet werden müssen und es vielfach nicht sind ist unstrittig. Für meinen Geschmack wird dort zu viel gespart aber das ist ein Problem, dass das für mich völlig unabhängig von der Frage der Grundsätzlichen Organisation des Bildungswesens besteht.

    Es freut mich ja für dich, dass dich nie übermäßig politische Lehrer genervt haben. Mich schon, nicht so sehr, dass ich deswegen den Unterricht für schlecht gehalten hätte ich halte das trotzdem für möglich. Und warum sollten denn nicht Schüler und Eltern in dieser wichtigen Frage ein Wörtchen mitreden dürfen?

    Wie kommst du eigentlich auf Schulgeld? Hat doch damit nun wirklich überhaupt nichts zu tun.

    Und natürlich ist alles, was nicht reine freie Marktwirtschaft ist irgendwo Sozialismus aber ganz ohne geht es eben auch nicht, jedenfalls nach Ansicht vieler Junger Liberaler, beispielsweise.

    Ich verstehe trotzdem noch immer nicht dein grundsätzliches Problem.

  22. Markus
    November 16th, 2008 @ 23:20

    Mein grundsätzliches Problem an der Sache ist, daß bei etwaig auftretenden Problemen – sei es nun im Schulbereich oder sonstwo – meist sogleich die “selbstlosen Helfer” aus der Wirtschaft zur Stelle sind mit ihren aus der Schublade gezogenen und angeblich alternativlosen Radikalreformplänen.

    In dem vorliegenden Fall mit den Lehrern fängt die gestellte Frage der INSMler harmlos an und nimmt die Leute scheinbar ernst. Aber es wird dann nicht lange dauern, bis weitergehende Vorschläge kommen, die die von mir geschilderten Folgerungen enthalten.

  23. Jan
    November 17th, 2008 @ 13:53

    Aber gerade dass ist doch das was wir mit mehr Rechten und Möglichkeiten für die Schulnutzer, also mehr Wahlfreiheit auch im Bereich der Lehrer und wenns nach mir ginge auch was Lehrinhalte angeht direkt ausschließen könnten. Ich finde deine Argumentation grade ein bisschen widersprüchlich.

  24. Markus
    November 18th, 2008 @ 00:22

    Wie du es schilderst, ist`s okay.

    Mit der INSM, Bertelsmann & Co. habe ich halt so meine Schwierigkeiten, selbst wenn von denen mal was Gescheites kommen sollte: “Vertrauen ist gut, Mißtrauen aber besser”.

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