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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Unbequeme Erkenntnis

Posted on | Dezember 16, 2008 | 9 Comments

USAerklärt greift dieser Tage eine Frage auf, die wohl in amerikanischen Blogs ein bisschen hochgekocht ist. Es geht darum, ob Massaker, wie jenes in Indien mit liberalen Waffengesetzen weniger schlimm hätte ausfallen können.

USAerklärt zitiert dazu auch von Befürwortern für liberale Waffengesetze gebrachte Analogien, zum Beispiel zu den schrecklichen Ereignissen an der Virginia Tech vor einigen Jahren:

“Als Paradebeispiel gilt aus ihrer Sicht die Berichterstattung über das Massaker an der Virginia Tech 2007, das sie mit der Schießerei an der nahe gelegenen Appalachian School of Law fünf Jahre zuvor vergleichen. Im ersten Fall habe niemand den Amokläufer aufhalten können, weil die Universität eine gun-free zone gewesen sei. Im zweiten Fall hätten dagegen zwei Studenten ihre Waffen aus ihren Autos geholt und Schlimmeres verhindert. Genau das hätten jedoch die Medien vertuscht. Sie hätten nur geschrieben, der Schütze sei “überwältigt” worden, ohne die Mittel zu nennen.”

Ich denke, es ist ziemlich unstrittig, dass Waffen, sofern sie der Bevölkerung zu tragen erlaubt sind, derartige Terrorakte unter Umständen begrenzen können.

Inwieweit es das wert ist – denn dass mit mehr Waffen im Volk auch mehr Unheil damit geschieht, sei es aus Versehen oder absichtlich, ist nunmal ebenso eine Binsenweisheit – ist eine andere spannende Frage.

Aber lassen solche fürchterlichen Ereignisse wie Bombay, Columbine, Virginia Tech oder zum Beispiel auch Erfurt nicht sehr am Sinn von autoritären Waffenverboten zweifeln?

Comments

9 Responses to “Unbequeme Erkenntnis”

  1. Roger Beathacker
    Dezember 16th, 2008 @ 12:27

    Dass die Waffengewalt mit Waffengewalt (in einem Fall) “beendet” wurde ist das eine. Das andere ist die Frage, ob es bei restriktiverer Waffengesetzgebung ueberhaupt zu den Gewaltakten gekommen waere, bzw. ob es dort, wo bereits starke Beschraenkungen gelten, bei einer Lockerung nicht noch mehr Gewaltakte gaebe.

  2. Jan
    Dezember 16th, 2008 @ 13:45

    Ich kenne die indischen Gesetze nicht, allerdings scheint man dort ja eben nicht unbedingt automatische Waffen mit sich rumtragen zu dürfen. Und Erfurt darf man, so wie im Rest von Deutschland auch, ja nichtmal Messer tragen. Trotzdem geschehen aber an beiden Orten Gewalttaten.

    Ich empfehle wirklich, den USAe-Artikel zu lesen. Dort wird auch erklärt, dass es in Amerika letztlich zu einer Frage sozialer Gleichstellung hochstilisiert wird, dass Frauen sich etwa besser gegen statistisch nuunmal meist männlichen Gewalttäter durchsetzen können, wenn sie technisch aufrüsten.

    Die Frage, ob es mit oder ohne liberalen Waffengesetzen mehr Opfer gibt, kann man wahrscheinlich nicht ohne Weiteres lösen. Fest steht allerdings, dass eine autoritäre Waffengesetzgebung den Menschen jede Möglichkeit der Selbstverteidigung nimmt, ganz gleich wie wunderbar man das begründen mag. Und das gibt doch angesichts solcher Ereignisse doch irgendwie zu denken, finde ich.

  3. Friedrich
    Dezember 16th, 2008 @ 15:13

    Die Frage ist leider zu gut. Ich persönlich halte nichts von Waffen, ich denke aber eines ist auch klar je mehr es davon gibt desto wahrscheinlicher werden Sie auch benutzt. Man könnte es wahrscheinlich vergleiche wenn man Länder mit verschieden laxen oder strengen Gesetzen vergliche. Ich denke diejenigen wo es Waffen für nen Cent gibt dürften bei der Todesrate speziell von Jüngeren ziemlich weit vorne liegen. Ich meine was ist denn mit da Problem in Afrika? Wieviele “Bürgerkriege” gibt es und wieviele sterben in diesem Krieg?

    Ich muß auch zugeben es bereitet mir weitaus mehr Angst sich vorzustellen jeder läuft mit ‘ner Waffe rum (welches Alter?, Kinder?) , ich möchte nicht im entferntesten damit in Berührung kommen…

    Salve
    Friedrich

  4. Jan
    Dezember 16th, 2008 @ 15:25

    Hm, und du schließt aus, dass es außer dem Vorhandensein noch andere Ursachen für Waffengewalt geben könnte? Ich mein ja bloß.

    “Waffen für nen Cent” und Waffen für Kinder haben mit dem, um das es geht, natürlich überhaupt nichts zu tun.

  5. MPH
    Dezember 16th, 2008 @ 16:18

    “Autoritaere Waffenverbote” machten auch ohne die Ereignisse von Erfurt oder Virginia Tech keinen Sinn. Eben weil Schusswaffen ueberhaupt erst dann Schaden anrichten koennen, wenn sie entsprechend benutzt werden. Die Menschen, die sie missbraeuchlich verwenden, kann mann aber nicht mit Waffenkontrollgesetzen kontrollieren.

    Wer aber weiss, dass jeder bewaffnet sein koennte, der hat auch groessere Hemmungen, Waffen missbraeuchlich zu verwenden.

  6. Jan
    Dezember 16th, 2008 @ 16:34

    Das ist aber lediglich logisch gefolgert und nicht unbedingt beweisbar. Unfälle allerdings dürften eindeutig mehr passieren, je mehr Waffen so im Umlauf sind.

  7. Halleluja
    Dezember 17th, 2008 @ 01:37

    Zu dem Thema gilt:
    “Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren” (Benjamin Franklin)

  8. Friedrich
    Dezember 17th, 2008 @ 07:31

    Wenn Waffen das sind ist es eigentlich naheliegend. Und wenn man Gewalt als Lösung für Problem ansieht sind Waffen doch ziemlich final Allerdings muß ich auf festhaltne, obwohl wie mehr Autos den je auf unserne Straßen haben gab es fast nie weniger Tote. Es bleibt also m.E. nur die Toten durch Waffen(ge/miß)brauch von verschiednen Ländern mit verschieden laxen Gesetzen und aber auch wie die tatsächlich Waffenbestand sich darstellt.

    Ich wäre eher dafür möglichst viele Waffen einzuschmelzen als neue zu produziern und zu verteilen…

    Aber es ist auch klar wenn man damit rechnen muß das viele mit Waffen rumlaufen dann liegt Aufrüstung ziemlich nahe.

  9. Daniel
    Dezember 22nd, 2008 @ 18:13

    Die Angst vor Legalwaffen in Bürgerhänden als “potentielles Sicherheitsrisiko” entspringt aus einem grundlegenden Missverständnis und auch aus Unkenntnis.
    Legalwaffenbesitzern ist bekannt dass ihre Waffen potentiell gefährliche Geräte sind, genau so wie es jedem Schwertkämpfer oder jedem Autofahrer bekannt ist dass sein jeweiliges Gerät ein Gefahrenpotential darstellt. Legalwaffenbesitzer verhalten sich dieser Gefahr entsprechend, wie ich wöchentlich auf dem Schießstand sehe.

    Auch in Ländern mit liberaleren Waffengesetzen wie den USA passieren nicht überproportional mehr Unfälle mit Waffen. Diese werden medial aber mit besonderem Augenmerk belegt, weshalb sie als häufiger erscheinen.

    Was jedoch fakt ist, ist dass mit einer Verschärfung der Waffengesetze immer auch ein Anstieg insb. der Einbruchskriminalität zu verzeichnen ist (siehe hier das totale Waffen- und lange Messer-verbot in Großbritannien). Es ist aus einer Vielzahl von Studien bekannt dass Einbrecher niemals in ein Haus einsteigen würden, von dem sie wissen oder berechtigten Grund zu Annahme hätten dass der Besitzer dort eine Waffe im Haus hat.

    Ich persönliche traue es einem volljährigen, mündigen Bürger zu eine Waffe zu führen bzw. zu besitzen. Ich finde die restriktiven Waffengesetze hierzulande falsch und trete für eine weitgehende Liberalisierung ein. Denn eines ist klar: Den Bestand an Waffen in den Händen krimineller kann kein Waffengesetz der Welt verringern.

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