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Überraschendes zum amerikanischen Gesundheitssystem

Posted on | Dezember 29, 2008 | 7 Comments

Wer regelmäßig USAerklärt liest, wird das Gefühl kennen: So viel wir auch an amerikanischer Kultur konsumieren, und sei es nur in den Kinos, wir kennen dieses Land allenfalls oberflächlich, was dazu führt, dass Konfrontationen mit der Realität gewisse Überraschungen bergen.

Für mich war eine solche, was wir dieser Tage beim Zettel lesen dürfen:

Im jetzigen Fall erfährt man aus dem Artikel der Washington Post zum einen, daß nicht weniger als 50 Millionen Amerikaner ein Anrecht auf Medicaid haben; ein Programm, das ihnen ungefähr dieselben Leistungen bietet, die bei uns gesetzlich Versicherte in Anspruch nehmen können. Und zwar, ohne einen Cent Beiträge gezahlt zu haben. Das unterscheidet es von dem Programm Medicare, das eine staatliche Krankenversicherung vor allem für Ältere ist.

Die beiden Programme haben einen gewaltigen finanziellen Umfang. Die Ausgaben für Medicaid sind der größte oder der zweitgrößte Posten in den Etats sämtlicher Bundesstaaten.

Vor dem Hintergrund finde ich es interessant, dass die Frage einer “Krankenversicherung für alle” im erlebten jüngsten Wahlkampf eine derartige Rolle gespielt hat.

Comments

7 Responses to “Überraschendes zum amerikanischen Gesundheitssystem”

  1. Roger Beathacker
    Dezember 29th, 2008 @ 13:09

    Wahrlich eine gute Nachricht. Aber vielleicht solltest Du Dich auch mal mit den Voraussetzungen fuer die Inanspruchnahme dieser Hilfen befassen.

    “Medicaid ist eine sozialhilfeartige Leistung und setzt als Kriterium für die Bedürftigkeit eine signifikante Verarmung des Empfängers voraus.” (Wikipedia)

    Mit anderen Worten: wenn es 50 Millionen Amerikaner gibt, die diese Hilfe beanspruchen duerfen, dann bedeutet das zugleich, dass 50 Millionen Amerikaner signifikant verarmt (auf Deutsch: voll am Arsch) sind.

    Halleluja!

  2. Jan
    Dezember 29th, 2008 @ 13:17

    Letzteres finde ich wenig feierlich, dass man dort aber unabhängig davon, ob man “voll am Arsch” ist, immer auf eine Gesundheitsversorgung bauen kann, war für mich neu.

  3. Roger Beathacker
    Dezember 29th, 2008 @ 13:27

    Die Frage ist, ob man hier ueberhaupt von “Versorgung” sprechen darf. Es gibt (wie auch der Name schon sagt) mehr oder weniger ambulante Hilfen (aid). Ein Versorgungsanspruch besteht eigentlich nur im Rahmen von medicare. Und genau das ist eine der strittigen Fragen “da drueben” – ob naemlich die aid zugunsten allgemeiner, “flaechndeckender” care abzubauen sei.

  4. Jan
    Dezember 29th, 2008 @ 13:50

    …um zu einem derart schönen, gerechten und kosteneffizienten System der Einheitsversicherung zu kommen wie bei uns, vermutlich.

  5. Christian S.
    Dezember 29th, 2008 @ 19:42

    Medizinische Grundversorgung erhält in den USA jeder. Nur leider reicht diese Grundversorgung nicht gerade weit. Insofern halte ich die Behauptung, diese Programme böten die gleichen Leistungen wie unsere gesetzliche Krankenversicherung, für eine glatte Lüge.

  6. Jan
    Dezember 30th, 2008 @ 11:03

    Kann ich schwer nachprüfen, hast du Beispiele? Brillen und Zähne zum Beispiel halte ich für gar nicht mal so unwichtig, werden aber ja bei uns auch nicht bezahlt. Und diese putzige Praxisgebühr ist ja auch son Fall für sich.

  7. Christian S.
    Dezember 30th, 2008 @ 17:53

    Brillen und Zähne werden bezahlt, nur eben keine Designer-Brillen und nicht die teuersten Zahnersatzmaterialien.

    Weiterhin habe nicht ich die Behauptung aufgestellt, dass diese Programme die gleichen Leistungen bieten wie unsere gesetzliche Krankenversicherung, und bin somit wohl kaum in der Bringschuld.

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