Filterblog

Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Die Rattenfänger von Berlin

Ich glaube, ich lasse dass hier häufiger durchschimmern aber nur dass das mal wirklich klar ist: Bloß, weil jemand Mitglied der FDP ist, muss er noch lange kein Liberaler sein und erst Recht sind seine Ideen deswegen noch lange nicht alle toll, respektive fänden meine Unterstützung, wenn man denn nach dieser verlangen würde.

Und diese Idee hier, die kommt mir weder ausgesprochen liberal noch insgesamt besonders intelligent vor. Völlig beschissen aber ist ganz offensichtlich die Kommunikation zu dieser Sache, denn wenn ich lese

“Unglaublich, aber wahr: Der Berliner FDP Politiker Henner Schmidt will die Berliner Rattenplage mit armen Menschen bekämpfen. Gegenüber der Zeitung “Berliner Kurier” sagte Schmidt: “Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen,”

dann bedanke ich mich in Gedanken recht herzlich bei dem Berliner Kollegen und seinen Unterstützern, dass sie das (aus meiner Sicht schlicht falsche) Image der herzlosen Reiche-Leute-Partei, dass die FDP nicht zuletzt wegen solcher Äußerungen mal verpasst bekommen hat, derart eindrucksvoll bestätigen. Solange sich die Presse an solchen Verlautbarungen aufgeilen kann, können wir hier unten an der Basis natürlich machen was wir wollen, die Menschen werden uns nicht abnehmen, dass wir ganz normale Menschen sind, von denen sogar einige (so wie meine Wenigkeit) nichtmal ein Abitur vorzuweisen haben, dass es bei uns auch Menschen gibt, die jeden Euro umdrehen müssen und die sich wirklich als alles andere, denn als wohlhabend sehen.

Aber, so scheint mir, das Kind liegt eh im Brunnen. Also kümmern wir uns mal um die Fakten: Berlin hat offenbar eine Rattenplage.

Ich komme bekanntlich direkt von der Elbe, und zwar jenem Bereich, der die Sturmfluten der Nordsee oftmals voll abkriegt, da die Gezeiten nunmal bis hinter Hamburg wirken, was durch diverse Elbvertiefungen logischerweise  auch nicht besser geworden ist. Will heißen: Wir lieben unseren Deich, beziehungsweise unser Hab und Gut und manchmal auch unser Leben hängt davon ab, dass das Teil mindestens so sturmfest ist, wie wir Niedersachsen uns so treffend in unserer Nationalhymne selbst besingen. Sich durch den Deich wühlende Ratten können da eine ernsthafte Bedrohung darstellen, so dass mir diese Viecher als Problemverursacher durchaus bekannt sind. 

Ich weiß nicht, wie das heute so ist aber als ich Kind war, da bekam man für jeden abgelieferten Rattenschwanz eine Prämie von irgendeiner Behörde. Niemand wäre natürlich auf die Idee gekommen, konkret zu sagen, dass sich vor allem arme Leute mal ruhig darum kümmern konnten. So einen Blödsinn denkt man vielleicht, überlässt es aber doch einfach den Menschen selbst. Als Politiker hat man dazu erst Recht die Fresse zu halten. Wer Ratten fängt oder sammelt, kann doch der Politik egal sein, solange es geschieht.

Bei uns waren dass vor allem Kinder und Jugendliche, die natürlich Spaß daran hatten – und sich so außerdem noch ein bisschen Geld dazuverdienen konnten. Absolut skandalunträchtig, über sowas wurde nichtmal wirklich geredet, es geschah einfach. 

Es spricht also aus meiner Sicht absolut nichts dagegen, eine ähnliche Regelung auch in Berlin einzuführen. Mag schon sein und ließe sich sicher auch nicht verhindern, dass es sich dann einfach so ergibt, dass gerade arme Menschen sich auf diese Weise ein paar Euro verdienen. Das aber dann unterschwellig als soziale Maßnahme verkaufen zu wollen, wie das offenbar hier versucht wird, ist sowas von unterste Schublade, dass ich mir, denke ich, jeden weiteren bissigen Kommentar dazu schenken kann. So geht das einfach nicht. 

Ich wünsche mir, dass Henner Schmidt und wer die Idee sonst noch toll findet, mit gutem Beispiel vorangehen und gleich ein paar Ratten fangen. Sie müssen den Erlös, wenn sie mit ihrem Antrag denn durchkommen, natürlich nicht selbst behalten, sondern könnten ihn einfach mal der Berliner Tafel, so es eine gibt oder einer ähnlichen Einrichtung spenden. Nur so als Zeichen, dass man selbstverständlich die Probleme armer Menschen wahrnimmt und nur so als Zeichen, dass arme Leute selbstverständlich nicht dafür da sind, Ratten aus unseren Straßen zu beseitigen und man ihre Sorgen und Nöte wirklich ernst nimmt.

Der Ehrenrettung halber sei gesagt, dass Schmidt in seiner eigenen Presseerklärung zu diesem Thema mit keinem Wort erwähnt, wer denn seiner Meinung nach konkret Ratten fangen gehen sollte. Es kann, da oben zitierte Quelle mutmaßlich eher wenig mit liberaler Politik zu tun haben dürfte, daher ein wenig übertriebener dargestellt worden sein, als es tatsächlich ist. Dort steht das Problem im Vordergrund – und dass es sich um eines handelt, dürfte sicherlich unbestritten sein. 

Insofern: Der Handlungsbedarf besteht, die Maßnahme ist grundsätzlich bedenkenswert. Aber wenn sie so verkauft wird, wie es in oben genanntem Artikel steht, dann hat das nichts mit der FDP zu tun, in der ich Mitglied bin und sein will. Liberale Politik darf nicht auf dem Rücken armer Menschen lasten.

Update: Der entsprechende Spiegel-Online-Artikel zum Thema.

WordPress 2.7

Hab grade mal meine Blog-Software aktualisiert – und festgestellt, das die Oberfläche im Backend jetzt mal wieder völlig anders aussieht. Ob mir das gefällt, kann ich nach 5 Minuten noch nicht sagen.

Jedenfalls scheint das mit Update aber unfallfrei geklappt zu haben, was ja nicht selbstverständlich ist.

Klimaschutz: Trendwende auch bei Grünen?

Das hab ich jedenfalls gedacht, als ich folgende Überschrift der Grünen Jugend las:

“Klimaschutz ist ein Zentrales Menschenrecht”

Ahso, dachte ich. Dann wirken die Grünen künftig nicht mehr darauf hin, dass wir mit Gewalt zu klimapolitischer Korrektheit erzogen werden? Interessant.

Die zugehörige Meldung liest sich allerdings doch etwas anders.

Sachlich geht anders

Anlässlich “neuerster Zahlen des Landesamtes für Statistik” nennen die Jusos Niedersachsen die Landesregierung “Marionettenregierung”, ohne diesen Begriff auch nur ansatzweise zu erklären (kann ja sein, dass sie ihre Gründe haben, sie so zu nennen aber die sollte man dann schon nennen, finde ich) und werfen ihr vor, es geschafft zu haben, den “Aufschwung komplett an den Bürgern vorbeisegeln zu lassen.”

Wenn das mal keine fundierte Kritik ist. Die Bundesregierung, an der die Juso-Mutterpartei übrigens immer noch beteiligt ist, dürfte nach Ansicht der Jusos sicherlich gänzlich unschuldig an dieser Vorbeisegelei sein. Die bereits absehbare weitere Explosion der Krankenkassenbeiträge und die gerade beschlossenen neuen Steuern auf Erbschaften plus die Wählerverarsche mit der Mehrwertsteuer vor ein paar Jahren, all das blendem die jungen Sozialisten lieber aus, wenn sie an die Öffentlichkeit gehen. Würd ja auch blöd aussehen, irgendwie.

Stattdessen haut man die Plattitüden nur so raus:

“eine gute Bildung ist der beste Schutz vor Armut. Es ist eine Schande, dass die Landesregierung am mittelalterlichen dreigliedrigen Schulsystem festhält.”

So wird Renke Bruhn, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos, zitiert. Ja genau, es wird einzig die Dreigliedrigkeit sein, die Armut schafft. Dass genau diese kritisierte Landesregierung ausdrücklich die Schaffung von Gesamtschulen zulässt, davon lesen wir natürlich nichts bei den Jusos. Passt wohl nicht so ganz ins Bild, was?

Lehrmittelfreiheit und Mindestlöhne sind nach Meinung der Jungsozialisten übrigens auch Mittel gegen Armut. Sofern mit Lehrmittelfreiheit wirklich nur gemeint ist, armen Menschen zu helfen, würde ich den Punkt ja sogar noch unterschreiben aber ich gehe davon aus, dass echte Armut hier wieder einmal nicht der Maßstab staatlicher Hilfe sein soll, sondern die soziale Gießkanne (mit der sich freilich wunderbar Wahlkampf machen lässt.

Mindestlöhne helfen maximal dem, der überhaupt welche erhält. Für alle anderen (und es ist wohl unstrittig, dass das wirklich arme Menschen sind) setzen sie die Hürde, eine Arbeit zu finden, noch ein bisschen höher. Mindestlöhne als explizites Mittel gegen Armut zu nennen, dass ist wirklich ein bisschen zynisch. Allerdings bin ich nicht sicher, welche Möglichkeiten eine Landesregierung hat, Mindestlöhne überhaupt einzurichten.

Alles in allem wäre mir eine solche offizielle Verlautbarung ziemlich peinlich. Ein paar Unsachliche Klowandsprüche aneinandergereiht und ein bisschen was aus dem SPD-Programm abgeschrieben und fertig, oder wie?

Ein bisschen mehr Substanz wäre durchaus wünschenswert, dann könnte ich dem Juso-Wunsch, die Regierung möge doch einen jährlichen Armutsbericht vorlegen, eventuell sogar beipflichten. Aber solange schon solche angeblich nicht ausreichenden “neuesten Zahlen” zu nichts weiter als oberflächlichen Standardfloskeln und Beschimpfungen führen, muss sich eine Landesregierung davon nun wirklich nicht beeindrucken lassen.

Abrechnung oder sachgemäße Kritik?

Eine unserer Lokalzeitungen hat dem Schriftführer meines FDP-Ortsverbands, Wilfried Rieck, beziehungsweise seinem Blog, einen (für Wochenblatt-Verhältnisse) gar nicht mal so kleinen Seite-3-Artikel gewidmet.

An sich schön, wenn sich Vertreter der alten Medien Neuem gegenüber so offen zeigen aber in diesem Fall regt sich der Autor in erster Linie darüber auf, das Rieck seinerseits in seinem Blog wenig zimperlich mit dem Verein “Freie Winsener” umgeht, deren zweiter Vorsitzender er mal war, bevor er die Nase voll von der dort bisweilen um sich greifenden populistischen Beliebigkeit hatte, die Freien Winsener verließ und nach reiflicher Überlegung und einem persönlichen Gespräch mit der FDP-Fraktion und meiner Wenigkeit seine Mitgliedschaft bei der FDP beantragte

Dass er kurze Zeit später bereits in den Vorstand gewählt wurde, würde ich mal eine Mischung aus Zufall und glücklicher Fügung nennen, denn kurz nachdem Rieck Mitglied der freien Demokraten wurde, zeichnete sich ab, dass einige Mitglieder des alten Vorstandes aus verschiedenen Gründen (der bisherige Schriftführer beispielsweise zieht derzeit in eine andere Stadt, was nunmal für gewöhnlich mit einem Wechsel des Ortsvebands einhergeht) ihren Posten räumen wollten. Mit Herrn Rieck hatten wir einen aktiven neuen Mitstreiter gefunden, der bereit war, diesen ja nun nicht unbedingt heißgeliebten Job zu übernehmen, worüber ich als zeitgleich ins Amt gekommener neuer Vorsitzender nach wie vor froh bin. Kleine Städte wie Winsen strotzen schließlich nicht gerade vor Menschen, die bereit sind, sich politisch zu betätigen.

Nun fragt unser “Wochenblatt”, ob Wilfried Rieck denn “für die Liberalen überhaupt noch tragbar ist”, wo er doch in seinem Weblog “Abrechnung im Internet” (so die Überschrift des Artikels) betreibe.

Ich denke, ich kann diese Frage als Vorsitzender, wie auch als politisch interessierte Privatperson uneingeschränkt mit ja beantworten, denn selbstverständlich darf und soll sich jeder freie Demokrat so äußern dürfen, wie er es für richtig hält. Selbstredend lese ich auch alles, was in Riecks Blog so steht und eine gewisse Häufung von Artikeln zum Thema Freie Winsener lässt sich da wirklich nicht leugnen.

Wenn man das nun eine Abrerchnung nennen mag, bitte. Unfair geworden ist er aber dabei meines Erachtens nie, es handelt sich durchaus um sachliche, inhaltliche Kritik oder kritische Beleuchtung einzelner Personalfragen, wie zum Beispiel nach dem Weggang der beiden jüngsten Fraktionsmitglieder, für die nun jeweils Menschen nachgerückt sind, die wohl die wenigsten Wähler kennen oder wirklich in den Rat gewählt hätten.

Es sind einige Dinge dabei, die die Öffentlichkeit sicherlich interessieren dürften. Dinge, von denen ich mir manchmal einige Artikel mehr im Wochenblatt oder anderen Zeitungen wünschen würde. Rieck schreibt keine Zeitung darüber, sondern hat sich für eine wesentlich mutigere Form entschieden – was seine meist lieber anonym bleibenden Kritiker nur zu gerne immer wieder ausnutzen.

Wer sich meine eigenen Artikel zur Winsener Lokalpolitik ansieht, der wird feststellen, dass ich mit Kritik an den Freien Winsenern auch nie gespart habe und überproportional viel an ihnen herummäkele, während die Kollegen der SPD, Union und Grünen aus meiner Sicht offenbar weniger falsch machen.

Man kann Herrn Rieck zwar unterstellen, dass ihn persönliche Differenzen zu seiner harschen Kritik antreiben. Dann muss man aber auch erklären, warum sich die bei mir beispielsweise ebenso findet, obwohl ich nun wirklich abgesehen von den fünf mir persönlich näher bekannten Ratsmitgliedern völlig unvoreingenommen jeder Fraktion und ihrer Politik gegenüber stehe (die FDP einmal ausgenommen, mit der werden logischerweise viele Fragen im Ortsverband besprochen). Die Freien Winsener haben mir persönlich wirklich nichts getan, ich empfinde nur ihre Art Politik zu betreiben als merkwürdig, rein populistisch und viel zu oft unsachlich. Wer dergleichen auf Bundes- oder Landesebene fabriziert, wird von mir seit jeher dafür kritisiert und das gilt logischerweise auch für die kommunale Ebene.

Rieck lasse, laut Wochenblatt-Bericht, “keine Gelegenheit aus, in seinem Blog Berten und die Freien Winsener zu kritisieren und ins schlechte Licht zu rücken.” Für die Häufigkeit dieser Gelegenheiten kann Wilfried Rieck aber nichts und auch wenn sich die übrigen Fraktionen im Stadtrat selten einig sind, müsste auch der Lokalpresse aufgegangen sein, dass nicht bloß die FDP vieles, was Oliver Bertens Verein als Politik verkauft, ausgesprochen kritisch aufnimmt. 

Das Wochenblatt fragt am Ende seines Artikels vom Wochenende

“Ist das Politik, wie die FDP sie sich vorstellt?”

und bevor ich die beantworte, möchte ich aus Wilfried Riecks Stellungnahme zu genanntem Artikel zitieren:

“Seit März 2008 sind hier ca. 66 Artikel von mir und Gästen geschrieben worden. Diese Artikel befassen sich mit allgemeinen gesellschaftlichen Themen (23), mit allgemeinen politischen Themen (31) und mit den freien Winsenern direkt (12).”

Es geht also um 12 von 66 Artikeln. Ja liebes Wochenblatt, ich denke, das kann man in der Zusammensetzung durchaus ruhigen Gewissens noch Politik nennen.

Aber selbst wenn nicht, würde die FDP ihren Mitgliedern auf keinen Fall einen Maulkorb verpassen. Wir, die FDP, nennen uns nicht bloß freie Demokraten, wir sind es auch. Uneingeschränkte Meinungsfreiheit gehört dazu und es steht jedem frei, es Rieck gleich zu tun und im Internet seine Meinung zu verbreiten.

Oder in lokalen Zeitungen.

Abschließend möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich beim Wochenblatt für die prominent platzierte, unverhoffte Werbung eines Weblogs zu bedanken. Da bisher bis auf eine Ausnahme sämtliche mir bekannten (und es sollte mich wundern, wenn es da welche gäbe, die ich noch nicht kenne) Winsener Blogger Mitglied der FDP sind, habe ich eine gewisse Hoffnung, dass sich nun vielleicht auch ein paar weitere Kommunalpolitiker den Schritt ins Internet trauen. Es ist ja scheinbar nicht schwer, damit in die Zeitung zu kommen. Dem Ansehen der Politik könnte ein wenig mehr Offenheit sicherlich nicht schaden.

Vielleicht wäre sowas auch eine Möglichkeit für die Freien Winsener, sich vom nunmal im Raum stehenden Vorwurf, blanken, unsachlichen Populismus zu betreiben, reinzuwaschen.

Weihnachten bald ohne Kerzen?

Die Taz freut sich und titelt

“Aus für Stromfresser Glühbirne”

Und das geht so:

“Da die klassische Glühbirne gerade 5 Prozent des Stroms in Licht und den Rest in Wärme umsetzt, sollen nach einem Stufenplan ab Oktober 2009 alle Glühlampen mit 60 Watt und mehr aus den Läden verschwinden. Der Verkauf von Lampen mit 25 und 40 Watt soll zwei Jahre später enden.”

Soweit, so gut. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, um die Welt zu retten, dann werden wir dieses Opfer eben bringen müssen.

Was mich allerdings in dem Zusammenhang beschäftigt und das ganz besonders jetzt zur Weihnachtszeit: Da Kerzen in Sachen Lichtausbeute und Energieverschwendung, ganz besonders aber, was ihren CO2-Ausstoß angeht, im Vergleich mit Glühbirnen wirklich derbe den Kürzeren ziehen, gehe ich davon aus, dass die noch schneller verboten werden. Ich zitiere dazu mal Wikipedia:

“In einer Stunde verbrennt eine Kerze ca. 3 bis 8 g Wachs. Sie erzeugt eine Heizleistung von 50-100 W. Die Lichtausbeute beträgt 0,1-0,2 lm/W.”

Glühlampen, also die ekligen Klimaschwein-Dinger, nicht etwa Energiesparlampen, kommen auf eine im Vergleich dazu geradezu astronomische Lichtausbeute von 12-15 klm/W, was im schlimmsten Fall das 150-fache wäre, das FÜNFZEHNFACHE HUNDERTFÜNFZIGFACHE!! 

Also, liebe Umweltbewegten: Lasst Vernunft walten und verbietet Kerzen. Und Kamine. Alles andere wäre unveantwortlich.

Nur bei den JuLis: Osterhase trifft Ministerpräsident auf Weihnachtsmarkt

Dieses heiße Foto entstand am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt in Hannover.

Der Osterhase heißt Konstantin Kuhle und ist Kreisverbandsvorsitzender der Jungen Liberalen Northeim und Ortsverbandsvorsitzender der FDP Dassel.

Der Mann neben ihm ist hauptberuflich Ministerpräsident des schönsten Bundeslandes überhaupt, hier allerdings grade dabei, eine Zeitung zu kaufen und dabei wurde er dann wohl vom Osterhasen überrascht. 

Für mich jetzt schon das ultimative Weihnachtsfoto des Jahres.

Danke an Konstantin für das Foto

Carpendale verbieten

Ich mag Howard Carpendales Musik nicht und halte sie für in der Lage, aus jeder Party eine lahme Veranstaltung werden zu lassen. Ich finde seine Musik wirklich überhaupt nicht lustig, sie ist scheiße. Carpendale sollte verboten werden.

Ach so, das ist eine reine Geschmackssache? Ja, das ist Alkohol aber auch und wenn Carpendale meint, mir (und jedem anderen) das Saufen verbieten zu müssen, dann meine ich eben seine fürchterlich öde Musik verbieten zu müssen.

So einfach argumentiert es sich auf Carpendale-Niveau.

Bloggende Politiker

Ein schönes Projekt, was der Fernsehsender Phoenix (der sich übrigens, weil ich das in letzter Zeit öfter höre, als es auszuhalten ist, nicht “Fienix”, sondern wirklich “Föhnix” spricht) da gestartet hat: Ein Blog, in dem aus jeder im Bundestag vertretenen Partei ein Abgeordneter so wirklich selbst schreibt, oft unterstützt und ergänzt durch kurze Videos.

Laut dem erläuternden Text soll das wohl ein wenig der Politikverdrossenheit entgegenwirken. Ich empfinde es insgesamt als den Versuch, das Raumschiff Berlin ein bisschen weniger entrückt erscheinen zu lassen und das haut sogar einigermaßen hin, jedenfalls bei mir.

Ob es allerdings unbedingt nötig war, ausschließlich junge Abgeordnete zu nehmen, bezweifle ich. Politikverdrossenheit ist etwas, dass nicht an Altersgrenzen geknüpft ist. Desinteresse mag zwar bei jüngeren Menschen häufiger vorkommen, dafür bei Älteren eher eine Art Resignation.

Resignation und Verdrossenheit dürften sich mit diesem Blog bestimmt reduzieren lassen. Es werden genau solche Themen angepackt, die man mehr oder minder unterschwellig auch sonst immer wieder hört. So Sachen wie ob der Bundestag schonwieder so leer ist, weil alle schwänzen etwa. Eher alltägliche Dinge, die mit inhaltlichen Fragen nicht viel zu tun haben also.

Ich finde das gut. Eigentlich wurde es Zeit, den Deutschen ein paar mehr Hintergründe zu liefern, wie denn ihr Parlament eigentlich so organisiert ist, nach welchen Formalitäten es da so abläuft und auch, wie Abgeordnete ihren Job denn so wahrnehmen. Mich jedenfalls haben solche Fragen schon immer beschäftigt und ich glaube, dass so wenigstens ein bisschen dafür getan werden kann, den Bundestag und seine Mitglieder ein bisschen weniger weltfremd wahrzunehmen, als bisher.

Darum kann ich “MdB 2.0” nur jedem ans Herz legen, der politisch interessiert ist - jedem, der es nicht ist aber auch und zwar um so mehr. Darum findet sich “MdB 2.0″ auch ab sofort in meiner Blogroll.

In eine ähnliche Kerbe schlägt, wenn auch nur sozusagen als positiver Nebeneffekt, das Blog der FDP-Fraktion “61 Liberale“, in dem die Abgeordneten durchaus auch mal persönliche Erfahrungen bringen, die nicht ausschließlich mit Inhalten oder taktischen Spielchen zu tun haben. Dr. Erwin Lotter zum Beispiel hat gerade seine allererste Rede im Bundestag gehalten und erwähnt neben dem Inhalt seiner Rede eben auch, dass trotz einer komischen Uhrzeit viele der FDP-Kollegen mehr oder weniger überraschend dann doch den Weg ins Plenum fanden und auch dass manchmal erst wenige Tage vor so einer Sitzung klar wird, wer denn nun reden darf und wer nicht, ist ein Detail, dass man in Presseerklärungen der Parteien natürlich vergebens sucht.

Man kann schon sagen, das sich Blogs auch in Politikerkreisen zwar ganz langsam, aber offensichtlich stetig durchzusetzen scheinen. Und warum auch nicht? Es ist eigentlich eine Binsenweisheit, dass wer sich beliebt machen möchte und publicity erzeugen will, es auch ab und zu mal etwas menscheln lassen sollte. Mit einem persönlichen Blog kann man das problemlos, auf harmlose Weise und wann immer man will.

Ganz vorbildlich macht das zum Beispiel in meiner Nachbarstadt Hamburg auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Neumann, den bisher eben noch nicht jeder kennt und der bestimmt auch darum nach der verlorenen Wahl im Frühjahr neuen Ideen aufgeschlossener gegenüber stand, als die vielen “alten Hasen”. Auch seine Fraktionskollegin Carola Veit blogt selbst, authentisch und eben auch nicht bloß aus Parteisicht, jedenfalls kommen ihre Artikel stets ganz persönlich rüber, was wichtig für die Glaubwürdigkeit sowohl der Autoren, als auch ihrer Bloggerei an sich ist – denn reine Pressemitteilungen konnten wir schon immer per Email abonnieren, dazu braucht es keine Blogs.

Weitere Politikerblogs kann man meiner Blogroll entnehmen, nicht alle sind so authentisch, wie man sich das vorstellt aber es wird immer besser.

WWF macht Panik

Und zwar eine, die norddeutsche Küstenanrainer eher kühl lassen dürfte, denn über eine Meldung wie

“Die Deichsicherheit an der deutschen Nordseeküste ist nur noch bis zum Jahr 2060 garantiert. Davon gehe die Umweltorganisation WWF aus”

kann ich grade nur müde lächeln, ehrlichgesagt.

Hintergrund ist der vom WWF erwartete Klimawandel und der damit verbundene Meeresanstieg um 55 Zentimeter. Es ist klar, dass das einen neuen Deich nötig macht aber wen soll denn das bitte schockieren?

Wir hier haben, obwohl eigentlich Binnenland, ja auch noch quasi einen Seedeich (weil wir auch Gezeiten haben, inklusive Sturmfluten) und dank der Elbvertiefungen der letzten Jahrzehnte ist unser Deich allein in jüngerer Zeit zweimal erhöht worden und seit dem Krieg sogar mindestens noch ein drittes Mal.

So eine Deicherhöhung ist ziemlich kostspielig und führt gerade in besiedelten Gebieten wie dem, in dem ich lebe, auch zu praktischen Problemen, zum Beispiel mit Häusern, die zu dicht am Deich stehen und vereinzelt dann schonmal im Weg stehen, sprich weg müssen. Mal davon abgesehen, dass sich jedenfalls in unserem Fall hier ausgerechnet auf dem Deich unsere einzige Verbindungsstraße zur Außenwelt befindet, was eine sich dort befindende Baustelle zeitweise zu einem echten gesellschaftlichen Problem werden lässt, ist so eine Aktion ganz klar ziemlich ätzend und nervig.

Aber nichts, was einem Norddeutschen irgendwie den Schlaf rauben müsste.

« go backkeep looking »
  • Löffel voller Weisheit

    Geld macht sicher nicht glücklich, aber wenn ich traurig bin, weine ich lieber im Taxi als in der S-Bahn. — Marcel Reich-Ranicki

  • Filterblog@Facebook


  • Switch to our mobile site