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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Wie weit werden die Lobbyisten gehen?

Posted on | Januar 6, 2009 | 6 Comments

Es ist ziemlich offensichtlich: Die Lobby, die auf EU-Ebene am Meisten zu sagen hat, das ist die Umweltlobby. Anders ist die Art der “Maßnahmen” zum Klimaschutz nicht zu erklären, die wohl nur die ganz unverbesserlichen Umweltbewegten noch Politik zu nennen wagen, ohne einen roten Kopf zu bekommen.

Glühlampen verbieten, diese Weltidee! Also wenn das nicht unmittelbar ab September, wenn das Verkaufsverbot seine segensreiche Wirkung entfalten soll, um dutzende von Metern senken wird! Und die Temperaturen im nächsten Winter vielleicht noch ein paar Grad kälter macht, als diesen! Das wird super – und schafft im Übrigen die Voraussetzungen, ein Betriebsverbot für Kühlschränke im Winter auszusprechen.

Jaja, jetzt übertreibe ich mal wieder. Aber nur leicht. Denn wenn man der eben auf dem Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart aufgetretenen Silvana Koch-Mehrin glauben darf, dann “prüft” die EU derzeit noch ganz andere Verbote.

Dazu gehören zum Beispiel Mikrowellenherde, Duschköpfe und noch ein paar andere, die ich aber vor lauter Auslachen dieser kranken Ideen im Einzelnen schon gar nicht mehr mitbekommen habe.

Mir persönlich fallen noch dutzende von Geräten ein, die es in den Ausführungen “normal” und Energiesparend gibt. Was ist mit Plasmabildschirmen? Was mit Desktop-PCs? Oder Herde, die mit der altmodischen Ceranfeld-Technik, statt mit Induktion funktionieren? Wann werden unsere Autos von den spritfressenden Klimaanlagen oder mit Verstärkern und Bassboxen aufgemotzten Soundsystemen verschont? Ist so etwas nicht ein echtes Unding, wo das Auto doch auch so fährt? Und überhaupt: Warum Auto, wo es doch so tolle Fahrräder gibt? Mit denen kommt man auch zum Bahnhof.

Noch lachen wir über solche Ideen. Aber sie sind in Wahrheit Nichts weiter als die konsequente Weiterführung des Gedankenss hinter dem Glühlampenverbot: Ein wenig auf Komfort verzichten für die arme Umwelt. Ein Ablasshandel gewissermaßen, denn wenn überhaupt befriedigen solche Aktionismen höchstens das Seelenheil der von den Lobbys aufgeschreckten Menschen. Den Aufstieg der Schwellenländer mit dem damit unweigerlich verbundenem höheren CO2-Ausstoß verhindern solche Sachen genauso wenig, wie sie die vergleichsweise gigantischen Klimakiller der Natur aufhalten können. Menschen, Tiere, Vulkane oder Waldbrände beispielsweise.

Soll man also gar nichts tun? Nein, das will ich damit nicht sagen. Aber wenn jemand eine Glühlampe statt einer Energiesparlampe kauft, wenn jemand ein Auto mit Klimaanlage oder eine Mikrowelle kauft, dann hat er dafür seine Gründe.

Die Freiheit, seine Gründe für etwas zu haben und so zu handeln, wie er es für richtig hält, die muss man doch wohl jedem Menschen lassen. Zumindest wenn man sich zu Freiheit bekennt und den autoritären Staat ablehnt.

Wozu ein Verbot, wenn hoher Energieverbrauch mit albern hohen Steuern ohnehin schon brutal bestraft wird?

Daran anknüpfend: Warum eigentlich Energieverbrauch bestrafen, wenn das doch am Ende nunmal auch für die wachsende Zahl der Ökostromproduzenten Einnahmeverluste bedeutet?

Eine konsequente Politik aus einem Guss sähe anders aus. Unabhängig von der Frage, wie gefährlich CO2 denn wirklich ist – da scheiden sich entgegen dem Eindruck, den Medien und Politik brav verbreiten, nunmal nach wie vor die Geister, fängt man eindeutig am falschen Ende an, wenn man den Menschen das Recht nimmt, selber zu entscheiden, ob ihnen der wohnliche Lichtschein einer Glühlampe das Mehr an Energiekosten wert ist oder nicht. Wer uns selbst solche Fragen nicht mehr vernünftig selber zu lösen zutraut, dem traue ich persönlich alles zu, was eine Diktatur ausmacht.

Bei den aktuellen Temperaturen freue ich mich übrigens bereits jetzt auf den Sommer. Aber ich frage mich angesichts der offensichtlich fruchtenden, ja geradezu wildwuchernden erfolgreichen Lobbyarbeit diverser Umweltverbände ein wenig ängstlich, ob das eindeutig CO2-verursachende Grillen wohl schon in diesem oder vielleicht doch erst im nächsten Sommer verboten werden wird. Auf Dauer dürfte doch irgendwer einen gewissen Handlungsbedarf wittern – und sei es nur, um die dafür gezüchteten und natürlich ebenfalls CO2-verursachenden fleischliefernden Rinder und Schweine am Leben zu hindern.

Den sprichtwörtlichen Kleinen Finger hat die europäische Gesellschaft den Leuten, die so etwas mit Sicherheit irgendwann gerne auf die Tagesordnung setzen würden, im Glauben, dass damit eine bessere Welt entsteht, längst gereicht. Hoffen wir, dass sie die ganze Hand niemals bekommen werden.

Comments

6 Responses to “Wie weit werden die Lobbyisten gehen?”

  1. Dennis
    Januar 6th, 2009 @ 17:27

    Das ist ja wohl lachhaft! Wenn “die Umweltlobby” wirklich Einfluß hätte, würde auch vernünftige Umweltpolitik gemacht. So aber versucht man mit Kosmetik das schlechte Gewissen zu beruhigen und mit pseudonützlichen Maßnahmen was zu verändern.

    Der Einfluß der Umweltlobby ist leider verschwindend gering und wird auch hierzuladen u.a. von liberaler Seite bekämpft, wenn unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaues am Verbandsklagerecht gesägt wird…

  2. Jan
    Januar 6th, 2009 @ 18:14

    Hm, dann habe ich wohl verpasst, dass Greenpeace, Nabu & Co sich ausdrücklich z.B. vom Glühlampenverbot distanziert haben.

    Sofern Verbände mehr Klagerechte als Privatpersonen haben, halte ich übrigens auch davon nicht. Verbände sind nicht besser als einzelne Menschen und sollten auch vom Gesetz nicht so behandelt werden aber das ist mehr ne grundsätzliche als umweltpolitische Frage.

  3. Freiheitsfreund
    Januar 6th, 2009 @ 18:23

    Ach, und du glaubst, das wäre die “Umweltlobby” mit dem Glühlampenverbot? Wer meinst Du verdient seit Jahren oder Jahrzehnten nichts mehr mit Glühbirnen? Klopf mal bei Osram und Philipps an. lol

    “Umweltschutz” ist ein grandioser Vorwand. Den jeder auch nur ansatzweise kompetente “Experte” sofort als Blödsinn enttarnt. Das wissen und sagen sogar manche der Umweltlobbyorganisationen.

  4. Jan
    Januar 6th, 2009 @ 20:02

    Ja, ganz doof bin ich auch nicht aber ich für meinen Teil habe wie gesagt weder einen Grünen noch sonstwen, den ich dieser Ecke zurechen würde, sich über ausgerechnet dieses Verbot beschweren hören. Das sich Umweltlobbyisten mit denen von der Industrie gerne zusammentun, macht die Sache ja nicht besser.

  5. David Salm
    Januar 7th, 2009 @ 21:27

    Das ist genau das Problem: Es fällt den Leuten schwer zu glauben, dass die “Guten” von den Umweltverbänden die “bösen” Industriellen im Lobbyismus überholt haben. Aber genau das ist der Fall. Ich glaube ich blogge da selbst mal ein bisschen ausführlicher zu, macht hier als Kommentar wenig Sinn.

  6. Friedrich
    Januar 9th, 2009 @ 16:42

    Komisch, gerade heute schrieb ich:
    http://fdominicus.blogspot.com.....chaft.html

    Ich lese zwar hier regelmässig, aber heute hatte ich das einfach von Mises geholt. Und ich frage mich wirklich, warum? Was ist so schlecht an Glühbirnen. Geh’n Sie kaputt kommen Sie in die Tonne, gut. Bei den derzeitigen “sparlampen” muß man wohl bald einen Entsorgungsnachhweis erbringen. Ich habe im Wohnzimmer “Sparlampen” nur das dauert bis die hell werden, nun gehe ich in den Keller runter mache das Licht maximal 30 oder so Sekunden an, mit Glühlampen habe ich es sofort hell. Und dieses eweige An/Ausschalten tut auch Glühbirnen nicht gut ich darf die jedes Jahr mind. 1 mal wechseln Wird mit Sparlampen kein “günstiges Licht” auch möchte ich gerne mal wissen wieviel mehr Energie man braucht eine Sparlampe zu bauen als ein Glühlampe.

    Ich denke manche merken es inzwischen schon. Immer möchten einige, vielen Anderen vorschreiben was Sie zu tun und zu lassen haben. Die “Umweltaktivisten” sind da m.E. ziemlich penetrant….

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