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Quotenverdruss und Gleichberechtigung – ein paar Gedanken und Erfahrungen

Posted on | Februar 5, 2009 | 15 Comments

Ich bin ein Mann und habe Frauenquoten vielleicht auch deswegen nie verstehen können.

Ja gut, der Sinn dahinter, den kann ich nachvollziehen. Der ist halt, einen bestimmten Ausgleich herzustellen und politische Gremien mit beiden vorhandenen Geschlechtern besetzen zu können.

Die Regeln der Jungsozialisten lassen es aber offenbar zu, dass genau dieses Ziel mit ihrer Quotenregelung gar nicht erreicht werden kann. Vorstände, die vollständig weiblich besetzt werden, sind, wie hier eine Frau – die die Frauenquote insgesamt genauso wenig versteht, wie ich – schreibt:

“Bei den Jusos ist es übrigens nicht mal eine Geschlechter-, sondern eine Frauenquote, sprich ein bestimmter Prozentsatz von Vorständen, Delegationen und anderes muss mit Frauen besetzt sein, 100% geht aber auch. Da fehlt mir ja irgendwie schon die Gleichberechtigung. Gleiches gilt für die quotierte Redeliste, speziell für den Fakt, dass die Diskussion beendet ist, wenn keine Frau mehr auf der Redeliste steht, es sei denn eine Frau stellt den Antrag auf Fortführung der Debatte und diesem wird statt gegeben.”

Ich frag mich so langsam, ob es überhaupt noch Jusos gibt, die mit diesen Regeln glücklich sind. Denn interessanterweise kam exakt dieses Thema auch beim hiesigen Juso-Stammtisch auf, zu dem ich als Gast eingeladen war. Dort lernte ich, dass ohne eine anwesende Frau nichtmal ein Vorstand gebildet werden könnte und wenn nur eine anwesend wäre, der Vorstand eines Juso-Verbandes beispielsweise trotzdem zu 50% aus Frauen bestehen muss – was dann die Größe des Vorstandes auf zwei Personen festlegen würde. Ist diese eine Frau dann zu allem Überfluss auch noch eine ziemliche Pfeife sein sollte, die eigentlich niemand haben will, ist natürlich auch niemandem gedient.

Der reinste Irrsinn also und zumindest die paar Jusos, die ich kenne, sind damit verständlicherweise auch sehr unglücklich. Die bereits oben zitierte Anka bestätigt mich in ihrem Artikel auch noch in meinem Empfinden, dass nun ausgerechnet Frauen es in der Politik auch ohne Quote (die es bei den Liberalen ja auch gar nicht gibt) in Wahrheit überhaupt nicht schwerer haben, als Männer. Sie schreibt nämlich weiterhin:

“jeder der mich kennt, wird wissen, dass mein Redeverhalten an Selbstbewusstsein kaum zu überbieten ist und auch meine Redebeiträge eher nicht untergehen. Und besonders bei den Jusos empfinde ich da mich nicht als Einzelfall, ich würde glatt behaupten, dass dort generell eher die Frauen die Männer in Grund und Boden reden. Und gerade die Frauen, die nicht so gestrickt sind, werden durch die Quotierung und die „dominanten“ Frauen wie mich wohl auch eher noch mehr ins Abseits gedrängt.”

Da sich mein JuLi-Kreisverband in letzter Zeit über einen nicht nur für eine liberale Gruppierung ungewöhnlich regen weiblichen Zulauf freuen darf, bin ich in der glücklichen Lage diesen Eindruck jedenfalls für uns ausdrücklich bestätigen zu können: Die Mädels und ihre Meinungen gehen nicht unter und dass war noch nichtmal so, als vor noch nicht allzulanger Zeit das Verhältnis noch ein ganz anderes, nämlich sehr Männerlastiges war. Damals waren wir, ganz im Gegenteil, schon froh, dass wir wenigstens keine reine Männertruppe waren, während wir heute bereits über die Notwendigkeit von Männerquoten witzeln.

Es ist aber völlig klar, dass Verbände mit eher schwacher weiblicher Beteiligung gut daran tun, gerade deswegen ihre wenigen Frauen ein wenig mehr in den Vordergrund zu stellen – denn dass eine wie ein reiner Männerverein wirkende Truppe normalerweise eine eher geringe Anziehungskraft auf Frauen hat, ist schließlich auch klar und gerade in politischen Vereinigungen sind Frauen ohnehin überall eher zu wenig präsent als zuviel.

Dieser Umständ führt dazu, dass dieser Effekt der Bevorzugung, den man mit Frauenquoten ja zu erreichen versucht, fast von alleine eintritt, wenn die Männer nicht grade mit dem Klammerbeutel gepudert sind.

Ich will gar nicht ausschließen, dass Frauenquoten irgendwann mal ihren Sinn gehabt haben mögen. Vielleicht gab es mal eine Zeit, in der eingeschworene Herrenclubs bewusst Frauen aus ihren Kreisen ferngehalten haben. Das ist dann allerdings offensichtlich heute offensichtlich anders geworden.

Einen letzten Aspekt aus Ankas Artikel möchte ich dann auch noch kurz anbringen:

“Insbesondere wird auch die Quote von vielen Frauen als diskriminierend empfunden. Denn gerade die Quote drückt deutlichst aus, dass Frauen als benachteiligt angesehen werden.”

Es kann eben manchmal sehr diskriminierend sein, einzelnen Gruppen von Menschen Sonderregeln einzuräumen, selbst wenn sie gut gemeint sein mögen. 

Wir haben eine Bundeskanzlerin, wir haben schon häufiger Kandidatinnen selbst für das Bundespräsidentenamt gehabt, Frauen gelten in der breiten Gesellschaft gemeinhin als gleichberechtigt. Niemand verfolgt ernsthaft das Ziel, Frauen aus alledem wieder zurückzudrängen, ihnen beispielsweise das Wahlrecht wieder abzusprechen oder spricht ihnen aus geschlechtlichen Gründen das Talent ab, auch verantwortungsvolle Jobs zu übernehmen. 

Na klar gibt es auch immer noch Felder, auf denen Frauen sich zurecht benachteiligt fühlen. Dass sie nunmal das natürliche “Handicap” haben, manchmal schwanger werden zu können und damit im Beruf eine Weile auszufallen, ist ja weder zu leugnen, so wirklich aber dummerweise auch nicht zu ändern. Das Frauen im Schnitt scheinbar weniger Geld verdienen ist auch so eine Sache, die immer wieder für Gerede sorgt.

Das sind irgendwo rein gesellschaftliche Probleme, die man zwar mit Gesetzen irgendwie zu lösen versuchen kann, wo aber Überzeugungsarbeit für echte Gleichberechtigung sicher die größere Wirkung erzielen kann.

Interessant ist in jedem Fall, dass die größte geschlechtsspezifische Ungerechtigkeit die auf Männer beschärnkte Wehrpflicht bleibt. Die könnte die Politik problemlos sofort kassieren oder wenigstens auf Frauen ausweichen – aber ganz so ernst nimmt mans mit der Gleichberechtigung dann auch wieder nicht.

Was garantiert gar nichts zur Gleichberechtigung beiträgt, ist die um sich greifende schlechte Angewohnheit, aus allen möglichen Bezeichnungen für menschliches Schaffen plötzlich weibliche Wortformen zu bilden. Wer von “Polikerinnen” schwafelt, diskriminiert Männer, wer von “Politikern” schwafelt benutzt die nach allen Regeln der Ortographie vernünftige Grundform. Wer erreichen will, dass die Frauenbewegung verlacht wird, der besteht trotzdem auf solchen Albernheiten aber der Sache ist damit natürlich nicht gedient.

Danke übrigens an Robin für den Link

Comments

15 Responses to “Quotenverdruss und Gleichberechtigung – ein paar Gedanken und Erfahrungen”

  1. Julia
    Februar 5th, 2009 @ 15:45

    Ich muss dich in einem verbessern, lieber Jan: Frauen verdienen nicht nur scheinbar weniger Geld, es gibt jede Menge Studien, die sehr deutlich zeigen, dass Frauen bei der gleichen Qualifikation im Schnitt bis zu 25% (in manchen Branchen ist der Unterschied sogar noch größer) weniger verdienen als Männer. Ich darf betonen: Bei gleicher Qualifikation, bei gleicher Arbeit, in der gleichen Firma.
    Verschiedene Faktoren führen dazu, natürlich auch der vielzitierte “Karriereknick” nach der Geburt von Kindern. Ich habe aber schon die Einschätzung gelesen, dass es nur (!) daran läge, dass Frauen schlechter verhandelten – diese Aussage finde ich geradezu zynisch.
    Was mich ein wenig an diesen internen Diskussionen stört, die wir auch bei den JuLis führen: Wir landen meistens bei der Frage, ob wir eine JuLi-interne Frauenquote brauchen – wobei ich da nun wirklich das geringste Problem sehe.
    Wir in Freiburg haben zwar einen Männerüberschuss, aber mich als Frau stört das absolut nicht. Wenn man sich auf Lakos umschaut, sehe ich vielleicht mehr Männer, aber ich habe nicht das Gefühl, nicht gehört zu werden, wenn ich mich zu Wort melden möchte. Auch unser Vorstand ist ausreichend mit Frauen besetzt. Also: Hier liegen nun wirklich keine Probleme. Und eine Bitte: Man sollte nicht versuchen, die “weichen” Themen in den Vordergrund zu stellen, also solche Dinge wie Familie, Tierschutz und Umwelt und dann denken, dass die Frauen in Scharen angerannt kommen! Ich und viele andere Frauen sind schließlich auch ohne solche Verrenkungen in die “Steuersenkungspartei” eingetreten – zumal ich mich immer wundere, wenn man “mal was für die Frauen machen will” und dann nur über Familienpolitik redet.
    Wir sollten also weniger um uns selbst kreisen sondern auch mal über unseren jungliberalen Tellerrand blicken und uns überlegen, was wir machen können, um tatsächlich bestehende Ungerechtigkeiten zu eliminieren (und ich meine durchaus auch die Diskriminierung von Männern, wie du sie im Bezug auf die Wehrpflicht schon angesprochen hast) – denn keiner, der einigermaßen bei Verstand ist, wird bezweifeln, dass es in manchen Bereichen noch sehr, sehr viel zu tun gibt.

  2. DINENISO
    Februar 5th, 2009 @ 16:03

    Ich sehe das ganz ähnlich wie du, Jan. Allerdings fürchte ich, dass die Zeiten, in denen reine Herrenclubs Frauen konsequent und systematisch aus ihren Reihen ausschließen, noch nicht vorbei sind, zumindest in bestimmten Bereichen der Gesellschaft/Wirtschaft, da stimme ich Julia zu. Auf dem PPW am letzten Wochenende haben wir auch über dieses Thema diskutiert und waren einem Kompromiss nicht abgeneigt, der eine Quote mit Sunset-Regelung, also festgelegter Auslaufzeit, vorsieht. Diese Maßnahme könnte in solchen Branchen die durchaus noch existenten Benachteiligungen aufbrechen und zu einem Lerneffekt führen, der eine weitere Beibehaltung der Quote unnötig machen würde.

    Bei den JuLis halte ich eine Frauenquote für nicht notwendig, denn was du da am Beispiel deines KV darlegst kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

  3. Jan
    Februar 5th, 2009 @ 16:29

    Ich hatte das mit dem Tellerrand irgendwie gedacht mit den Erfahrungen von/mit den Jusos abgehakt zu haben, natürlich hast du, Julia, schon Recht, dass es auch abseits von politischen Aktivitäten derartige Probleme gibt – die ich als Mann, der zudem zugegebenermaßen noch nicht mal ein besonders ausgeprägtes Interesse an “Frauenpolitik” (darf man das noch so nennen ohne zu diskriminieren?) hat, vermutlich nur leider gar nicht so wirklich wahrnehme. Ich will sie auch nicht wegdiskutieren und danke dir für den Hinweis auf diese Studien. Ich hab leider immer ein bisschen den Eindruck, dass nach solchen Veröffentlichungen erstmal alle unheimlich betroffen sind, außer ein paar weitgehend wirkungslosen Gesetzen aber auch nicht viel dabei rumkommt. Letztlich nützt alle verordnete Gleichberechtigung wenig, wenn der Gedanke, dass Gleichberechtigung nichts Schlechtes ist, sondern unter dem Strich alle davon profitieren können sich in der Gesellschaft nicht durchsetzen kann. Das wiederum halte ich dann aber doch für eine wichtige Aufgabe zum Beispiel auch für Junge Liberale: Genau diesen Gedanken offensiv zu vertreten.

    DINENISO,

    sofern bestimmte Unternehmen solche Quoten selbständig einführen, spricht da wohl kaum etwas gegen. Das Problem dürfte sein, dass dort logischerweise ausgesprochen wenige wirklich fähige Frauen zu finden sein dürften – denn wer ehrgeizig und gut ist und trotzdem immer auf die Schnauze fällt, wird sich tendenziell ja schnell mal nach etwas anderem umsehen. Wenn eine erzwungene Quote aber sozusagen unausweichlich negative Konsequenzen für bestimmte Unternehmen oder gar Branchen nach sich ziehen, können sie ja auch nicht so ganz im Sinne des Erfinders sein, oder?

  4. Julia
    Februar 5th, 2009 @ 18:07

    Ich denke, das einzige “Problem”, das wir bei den JuLis haben, ist eben das, dass es vielen wahrscheinlich so geht wie dir, Jan, dass sie nämlich kaum Einblick haben in “Frauenthemen”, die häufig damit zu tun haben, dass Frauen immernoch Diskriminierung erleben, vor allem ab dem Punkt, wenn sie merken, dass eine gute Ausbildung und Engagement häufig nicht ausreichen. Unterhalte dich mal mit Frauen, die Karriere gemacht haben, die selbstständig sind oder einen guten Posten in einer Firma haben: Nahezu jede wird dir bestätigen, dass sie sich immer mehr anstrengen musste als ein Mann, um ernstgenommen zu werden.
    Ich habe das Gefühl, dass sich viele Frauen schlichtweg nicht trauen, sich mit feministischen Ideen zu identifizieren – leider wurde da durch die Binnen-I-Fanatikerinnen viel kaputtgemacht, so dass Feminismus heute häufig mit der Diskriminierung von Männern und den Gender-Theorien gleichgesetzt wird. Ich empfehle dir bei Interesse einmal die Mädchenmannschaft (maedchenmannschaft.net), die die Thematik in ihrer ganzen Bandbreite sehr unideologisch behandelt – es schreiben übrigens auch Männer. ;)
    Ich mache keinem männlichen JuLi den Vorwurf, dass er sich nicht mit Themen beschäftigt, die (in erster Linie) Frauen betreffen – die Diskriminierung heute ist eben nicht mehr durch Gesetze, sondern sehr versteckt, so dass man sie nicht immer auf den ersten Blick erkennt.
    Noch ein Beispiel: Ich störe mich extrem an der deutschen Regelung zum Schwangerschaftsabbruch, der für mich eine Bevormundung sondersgleichen darstellt: Man MUSS sich beraten lassen vor diesem Eingriff, nichts da von wegen mündiger Bürger, den wir bei den JuLis so gerne sehen. Aber: Weder in der Bundes- noch in der Landesbeschlusslage findet sich dazu irgendeine Regelung – haben sich die JuLis nicht getraut, zu diesem “ur-feministischen” Thema etwas zu sagen oder kam man schlichtweg nicht auf die Idee, sich damit zu befassen? Dabei finde ich das Thema gar nicht so frauentypisch, oder?
    Ich werde jetzt einen Antrag gegen diese Zwangsberatung schreiben – vielleicht auch mal ein Thema für dein Blog (das ich übrigens immer wieder gerne lese!)?

  5. Jan
    Februar 5th, 2009 @ 19:45

    Wenn du Recht hast und Unwissenheit wirklich das Problem ist, dann wäre es mal ne Aufgabe für euch Mädels, da mal für ein bisschen Aufklärung zu sorgen. Sofern das so vernünftig dargelegt wird, wie du das grade tust, sollte es kein Problem sein, entsprechendes Verständnis von den männlichen Kollegen zu bekommen, würde ich mal sagen.

    Was deine Position zum Schwangerschaftsabbruch betrifft, die Teile ich – und ich bin etwas verwundert, dass es dazu bisher keine Beschlusslage gibt aber vermutlich haben bei uns die tagesaktuelleren Geschichten meist einfach Vorrang. Ich denke eher nicht, dass es da an Mut gefehlt hat. “Frauentypisch” ist das Thema natürlich insofern, als dass sich n Kerl vermutlich frühestens damit befasst, wenn es ihn direkt betrifft. Wenn derartige Sachen nicht grade medienpräsent gewesen sind, hab ich da jedenfalls auch nie drüber nachgedacht. Und spätestens, wenn das mal wieder der Fall sein sollte, verliere ich sicherlich auch noch ein paar mehr Worte darüber;)

  6. Jan
    Februar 5th, 2009 @ 19:51

    PS: Die “Maedchenmannschaft” befindet sich im Dienste der Horizonterweiterung übrigens bis auf Weiteres ab sofort im Feedreader.

  7. Robin
    Februar 5th, 2009 @ 22:26

    Bei den Jusos ist die Frauenquote 40%.

    Abgesehen von der Diskussion in Sachen Sinn und Unsinn dieser Quote haben aber alle politischen Parteien das Problem, dass die Dominanz der Männer enorm ist. Die Statistik ist hier eindeutig. 10, 20, 25% Frauenanteil. Das kann nicht gut sein.

    Viele glauben nun, diesen Unterschied mit der Quote bekämpfen zu können. In einigen Punkten kann das tatsächlich sinnvoll sein, weil man sich dann (womöglich) um mehr Frauen in der Ortsgruppe bemüht. Ob es funktioniert, ist eine andere Frage.
    Probleme gibt es meistens nicht bei Vorständen, sondern bei Delegationen. Du hast 5 Leute die fahren, davon 3 Frauen. Dann werden 2 Frauen krank und dir fehlen weibliche Ersatzdelegierte – zack werden dir Stimmen abgezogen als Strafe… das finde ich absurd.
    Aber Quote im Vorstand oder bei Listen ist meistens ok. Das Argument, wir haben keine kompetenten Frauen für die hohen Plätze auf der Liste ist bullshit. Aber es ginge wohl auch so. Jedenfalls bei meinen Jusos war das noch nie ein Problem und sie sehen das genauso wie Anka. Deswegen reiben wir uns ja so an der regelung.
    Nur ich, als Mann, habe das letztes Jahr mal wieder zum Thema auf der Bezirkskonferenz gemacht und hab dafür wieder ne Watschen bekommen :) … Ich mach es wohl dieses Jahr wieder *g*

  8. Michel
    Februar 5th, 2009 @ 23:03

    Quoten sind schon allein deswegen abzulehnen, weil es keine positive Diskriminierung geben kann. Unrecht kann nicht Unrecht ausgleichen, da davon immer ganz verschiedene Personen betroffen sind, die für das jeweils anderen Unrecht nicht verantwortlich sind.

    Zum Thema Lohndiskriminierung habe ich mal eine ganz interessante Statistik gesehen aus der hervorgeht, dass unverheiratete Männer und Frauen das gleiche verdienen und der Gehaltsunterschied erst bei Verheirateten auftritt. Wenn dem so ist, sind die Ursachen des Unterschieds kaum auf Diskriminierung zurückzuführen. Zudem soll es einen Gehaltsunterschied auch bei Selbstsändigen geben, wo eine Diskriminierung wohl ausgeschlossen werden kann. So mit sollte man sich eher mit echer Ungleichbehandlung wie der Wehrpflicht befassen.

  9. Julia
    Februar 6th, 2009 @ 12:29

    Michel, deine Argumentation verstehe ich nicht so recht: Wenn also unverheiratete Frauen den gleichen Lohn bekommen wie Männer, und dann weniger Lohn bekommen, sobald sie verheiratet sind (während es für Männer scheinbar nicht schadet, wenn sie heiraten), dann ist das keine Diskriminierung? Was dann?
    Es mag sein, dass es so läuft, aber das zeigt in meinen Augen doch nur das alte Klischee: Sobald eine Frau verheiratet ist, hat sie dann ja sowieso einen “Ernährer”, sie kann also ruhig weniger verdienen, weil sie ja nur Zuverdienerin ist. Da fragt kaum einer, ob vielleicht ihr Mann weniger verdient, arbeitslos ist oder als Hausmann arbeitet. Teilweise sind Verdienstunterschiede nach Geschlecht sogar in Tarifverträgen (!) festgeschrieben.
    Ich muss sagen, dass das Klischee des Versorger-Mannes immer noch sehr präsent ist. Aber dadurch perpetuiert sich dieser Mechanismus ja nur: Der Mann verdient mehr, also geht er eher weiter arbeiten, sobald ein Kind da ist, weil ja eine junge Familie alles Geld gebrauchen kann. Wenn die Frau dann wieder in den Beruf einsteigt, verdient sie “natürlich” weniger, weil sie ja ausgesetzt hat und die gleichalten Männer und kinderlosen Frauen in dieser Zeit weiter an ihrer Karriere arbeiten konnten.
    Und im Übrigen sind die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen in keinem oder kaum einem anderen europäischen Land so groß wie in Deutschland.

  10. Michel
    Februar 6th, 2009 @ 23:41

    @Julia: Bei allen Respekt, das mit den Tarifverträgen glaubst du doch selbst nicht. Kein solcher Vertrag hätte vor irgendeinem Gericht bestand.
    Zu den Lohnunterschieden, m.E. zeigt das der Unterschied erst bei Verheirateten auftritt, dass Frauen nicht als solche diskriminiert werden, sondern der Unterschied eine Folge bestimmter Verhaltensweisen sind, für die sich die Menschen freiwillig entscheiden. Wenn du diese freiwilligen Verhaltensweisen als klischeehaft empfindest, ist das deine Sache, spricht jedoch nicht dafür, dass ein gesellschaftliches Problem vorliegt. Deine Perpetuationsthese ist falsch, weil wie nachgewiesen wurde, zu dem Zeitpunkt, an dem sich Paare dafür entscheiden, wer die Kinder betreut, noch keine Gehaltsunterschiede festzustellen ist.

  11. Julia
    Februar 7th, 2009 @ 12:52

    @Michel: Also, ich fasse mal zusammen: Du hättest also kein Problem damit, plötzlich schlechter zu verdienen, sobald du geheiratet hast – noch dazu, wenn du dann siehst, dass deine Ehefrau und alle anderen Frauen in deinem Betrieb, die das gleiche leisten wie du, mehr verdienen? Das möchte ich sehen!
    Es wäre was anderes, wenn ALLE Verheirateten weniger verdienen, denn dann könnte man sich ggf. auch gegen eine Heirat entscheiden (wobei natürlich auch die Begründung fragwürdig wäre, wieso Verheiratete schlechter verdienen sollten – leisten sie dann plötzlich weniger? Wird ihre Ausbildung dadurch entwertet? Stehen sie dem Betrieb durch die Heirat nun nicht mehr so flexibel zur Verfügung?). Aber es trifft eben nur Frauen – ob verheiratet oder nicht, wenn das keine Diskriminierung ist, dann sag mir bitte, was dann.

  12. Michel
    Februar 7th, 2009 @ 21:28

    So wird das laufen, sobalb man den Heiratsschein in der Hand hält kommt der Chef vorbei und teilt einem mit, dass man ab heute weniger verdient. Wo lebst du eigentlich?

  13. Julia
    Februar 8th, 2009 @ 14:04

    Lieber Michel, ich habe lediglich deine Argumente zusammengefasst. Kein Grund, hier jetzt patzig zu werden.

  14. Michel
    Februar 8th, 2009 @ 21:37

    Ach komm, das sind keine Argumente, das ist ein Versuch mich zu verarschen. Genauso wie die Sache mit den Tarifverträgen.

  15. Michel
    Februar 8th, 2009 @ 21:51

    Korrektur es muss heißen, das ist keine Zusammenfassung meiner Argumente.

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    Wenn du von Rockstars hören willst, wen du wählen sollst, dann bist du ein noch größerer Volldepp als wir es sind. Warum sind wir Rockstars? Weil wir Volldeppen sind. Wir schlafen den ganzen Tag, spielen abends Musik und ab und zu lesen wir vielleicht auch mal das Washington Journal. — Alice Cooper

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