Feb 18 2009

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“Verbesserung der regionalen Infrastruktur”

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Die Schaeffler-Gruppe, jener Konzern, der sich ziemlich an Continental veschluckt hat, hat im vergangenen Jahr schon Geld von der Bundesregierung bekommen:

“Demnach zahlte der Bund im Rahmen des Programms “Verbesserung der regionalen Infrastruktur” im Jahr 2008 knapp 1,1 Millionen Euro an die Schaeffler-Tochter INA Drives & Mechatronics für die thüringischen Standorte Suhl und Rohr. Zudem erhielt die Schaeffler KG selbst von 2001 bis 2008 rund 766.000 Euro vom Bund im Rahmen des Projekts “Intelligenter Radsatz 2000 Plus”.”

Meine Güte, war dass aber mal toll angelegtes Steuergeld! Man kommt fast nicht umhin zu vermuten, dass in diesem Land planmäßig Unternehmen der freien Wirtschaft solange gepäppelt werden, bis sie vollends abhängig vom Wohlwollen der Regierung sind.

Dabei gehört ein Konzern, der sich derart übernommen hat, dass der Vorwurf des Managerversagens fast schon zu milde klingt, für diese Misswirtschaft doch nicht noch belohnt. Aber hey, vor allem Dank dieser völlig verrückten Fusion stehen ja nun knapp 70.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel – too big to fail, once more. Bei Unternehmen solcher Größenordnung herrscht eben im Jahr 2009 völlige Narrenfreiheit.

Und angesichts des Wahlkampfes darf man gespannt sein, ob die Kanzlerin sich echt nochmal traut, ihre Lippenbekenntnisse in Richtung kleiner und mittelständischer Unternehmen zu heucheln. Und falls ja, wieviele Wähler sich in diesem Jahr auf diese Weise nochmal für dumm verkaufen lassen.

7 Kommentare

7 Kommentare zu ““Verbesserung der regionalen Infrastruktur””

  1. Christian S.am 18. Februar 2009 um 17:55 1

    Ach, komm. Egghat hat völlig recht: bei 1,1 Millionen Euro einen Skandal zu wittern, das ist echt lächerlich. Da macht ja jedes kleine Handwerkerle mehr Umsatz. :P

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  2. Janam 18. Februar 2009 um 20:20 2

    Die Höhe ist weniger der Skandal aber ich finds schon bemerkenswert, dass so vielen betriebswirtschaftlichen Katastrophen staatliches Engagement vorausgegangen ist (die Commerzbank/Dresdner-Fusion fand unser lieber Finanzminister ja auch schon so toll). Das kanns doch nicht sein.

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  3. Friedricham 19. Februar 2009 um 11:47 3

    Das Best war dabei ja der vorgetragene Satz: “Die Beteilitung des Staates an der Commerzbank ist ein starkes Zeichen für eine starke Commerzbank” , so oder so ähnlich

    Ich weiß nicht wie man noch dreister lügen kann.

    Naja gestern mit der Verteidigung des Enteignungsgesetze für die HRE kommt da dicht ran….

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  4. Christian S.am 20. Februar 2009 um 00:41 4

    Die Commerzbank-Dresdner-Fusion fanden vor allem die ganzen marktradikalen Spinner dufte. Vor nichtmal einem Jahr war im SPIEGEL ein umfangreicher Artikel, der die Meinung vertreten hat, es sei sinnvoller, alle Sparkassen Deutschlands zu fusionieren, um so einen Global Mega Player zu schaffen. Höher, schneller, weiter, größer. Wer hoch steigt, fällt auch tief.

    Die HRE hätte man direkt verstaatlichen oder pleite gehen lassen sollen. Ich halte nichts von diesem Wischi-Waschi.

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  5. Janam 20. Februar 2009 um 00:57 5

    Ich hatte bisher sowohl den Spiegel als auch Peer Steinbrück nie als “marktradikal” eingestuft aber zumindest nach meiner Definition von Marktradikalismus müssten dessen Vertreter Fusionen gegenüber maximal neutral, bei gewissen Größenordnungen vielleicht noch ablehnend aber wer Wettbewerb will, wird wohl eher nicht große Player schaffen wollen, gibt einfach keinen Sinn. Aber wahrscheinlich ist das einmal mehr ne reine Interpretationsfrage.

    Sparkassenfusionen lehne ich ab. Ich denke, die machen den echten Banken auch so schon mehr Konkurrenz als sie eigentlich sollten. Was die HRE angeht, gebe ich dir fast Recht. Angeblich kann man sie aber wegen dieser Pfandbriefe (was immer das genau sein mag und wozu immer sie so wichtig sein mögen) nicht einfach pleite gehen lassen, weshalb man wohl am Besten diese Bad-Bank-Sache da durchziehen sollte. Käme einer teilweisen Verstaatlichung gleich – wie mans aber auch dreht, die Zeche zahlt eh am Ende der kleine Steuerzahler. Wie immer.

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  6. Friedricham 20. Februar 2009 um 07:25 6

    Fusionen nur um der Fusion willen sollen gut sein und das von “Marktradikalen”. Das passt nicht. Marktradikale sind gegenüber Größe komplett unentschieden. Wenn es Geld bringt ist es gut wenn nicht schlecht. Die einzigen Spinner die das anders sehen sind die die Größe über alles wollen. Wenn man sich die Auswirkungen betrachtet ist es gerade so, daß Größe ein einfaches Mittel ist Geld von allen einzusacken.

    Wenn diese “Großen” dann so Mist bauen wie jetzt, sind alle fällig…..

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  7. Fabian Ettricham 6. März 2009 um 02:58 7

    @ Christian: Nur, weil Du für die SPD kandidierst, musst Du nicht die Linkspartei in Sachen Polemik links überholen. Was sollte wen genau an Fusionen freuen? Differenziere bitte einmal etwas mehr. Deine Pauschalisierungen sind für jeden differenziert denken Menschen eine Zumutung.

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