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Der Preis der Freiheit ist stetige Wachsamkeit.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hat

Posted on | März 17, 2009 | 2 Comments

…dass “Experten” ein bisweilen recht weitläufig ausgelegter Begriff sein kann, dann kann man ihn in diesem lesenswerten TAZ-Artikel finden:

Wesentlich ausdauernder noch als vorm Computer übrigens hocken die Jugendlichen übrigens noch immer vor dem Fernseher. Dort stehen ihre Chancen derzeit sehr gut, Christian Pfeiffer persönlich zu begegnen. Heute Abend etwa sitzt er um 22.15 Uhr bei Phoenix in der “Expertenrunde” zum Thema: “Nach dem Amoklauf – Wie gefährlich sind Killerspiele?”

In der offiziellen Ankündigung dieser wichtigen Sendung ist allen Ernstes von “ ,Ego-Shootern’ wie ,World Of Warcraft’ ” die Rede. Schon klar. Diskutieren die Experten demnächst auch über “Pornofilme wie ,Bambi’ ”?

Da kennen also die Leute von Phoenix noch nicht Mal das Spiel, über dass sie da reden wollen, grandios. Diese Pfeife Dieser Pfeiffer erweckt für mich sowieso den Eindruck, sämtliche Jugendlichen am liebsten zu zwingen, ihr Freizeitverhalten gemäß seinen Vorstellungen zu gestalten. Damit ist er nicht alleine – aber er verkauft seine Ansichten auf ziemlich billige Weise, indem er geschickt diesen fürchterlichen Amoklauf in der vergangenen Woche mit dieser Studie zum Thema “Computerspielsüchte” vermischt.

Dabei mag es tatsächlich diese Fälle von sozialer Verwahrlosung geben – nur handelt es sich doch um ein ganz anderes Phänomen als jenes, dass manche Menschen zu Killern werden lässt. Indem man beides hübsch vermischt und nochmal kräftig umrührt kriegt man allerdings ein Ergebnis, dass all zu vielen “Experten” und Politikern ziemlich gut zu schmecken scheint: Eben dass Computerspiele, egal ob Blut fließt oder nicht, generell schlecht sind – woraus autoritätsverliebte Politiker den Schluss ziehen, dass nur sie noch die Erziehung unserer Kinder retten können, indem sie den ganzen Mist verbieten.

Wie auch der TAZ-Artikel vermutet, scheinen diese Experten und ihre Erfüllungsgehilfen in der Politik in einer eigenen Welt zu leben. Sie meinen, wie zum Beispiel Wolfgang Bosbach von der Union, dass sie sich mit dem Phänomen Computerpisle oder gar den Spielen selber gar nicht so genau auseinandersetzen müssen. Sie finden, dass Jugendlichen von heute doch die Freizeitangebote ihrer eigenen Jugendzeit völlig reichen könnten und fürchten sich vor neuen Dingen. Man bemüht sich nicht um gegenseitiges Verständnis, sondern erklärt kaum verborgen quasi vom hohen Ross herab, wie man sich Jugendliche vorstellt und was man von ihnen erwartet.

Comments

2 Responses to “Wenn es noch eines Beweises bedurft hat”

  1. Kolia N. Ohmann
    März 17th, 2009 @ 14:53

    Hätte nicht gedacht in der Taz mal so einen Artikel lesen zu dürfen…

    Jetzt haben die Experten wirklich bewiesen, dass sie keine Ahung haben wenn sie tatsächlich behaupten WoW wäre ein Ego-Shooter …

    Das es süchtig machen kann, das ist unumstritten aber ob es gewältig macht ist wirklich sehr fragwürdig …

  2. Filterblog » Der Clown unter den Kriminologen
    November 13th, 2010 @ 19:28

    [...] relativ glimpflichem Niveau. Christian Pfeiffer, unter anderem bekannt aus der Realsatire “Computerpieler sind Mörder” und auch anderen Vorschlägen zur Alkoholprohibition, hat da eine noch viel [...]

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