Die Geltungssucht unbedeutender Landesregierungen
Posted on | März 31, 2009 | 8 Comments
Bremen ist eigentlich ein ziemlich albernes Bundesland. Es besteht aus gerade einmal 660.000 Einwohnern und ist, von seinem bekanntesten Exportartikel und seiner relativ erfolgreichen Fussballmannschaft abgesehen, in den letzten Jahren vor allem durch seine überirdische Verschuldung aufgefallen, die 2006 bei gut 13 Milliarden Euro lag und seitdem sicher nicht gesunken ist.
Bremen ist damit nach jeder vernünftigen Betrachtungsweise praktisch insolvent, “trotz” ausschließlich SPD-geführter Regierungen seit 1945.
Tja, was kann man also als Politiker noch tun, wenn man nichtmal dem dümmsten Wähler vermitteln kann, in irgendwas erfolgreich zu sein? Na klar: Man macht durch aufsehenerregende Initiativen auf sich aufmerksam!
Das wird sich wohl auch Ulrich Maurer gedacht haben, der als Innensenator für die Sicherheit auf jenen 400 Quadratkilometern zuständig ist, die wir Bremen nennen. Und weil er bei einem so riesigen Land natürlich nicht überall gleichzeitig sein kann, müssen strenge Gesetze her. Vor allem Beim Waffenrecht – bei der SPD ist man schließlich überzeugt davon, dass Waffen nicht in die Hand von Menschen gehören, sondern nur dem übermenschlichen, unfehlbaren Staat zur Verfügung stehen dürfen. Polizisten und ‘Soldaten sind nunmal die besseren Menschen und um das auch wirklich jedem klar zu machen, wirbt Maurer für ein Waffenrecht, bei dem die Bezeichnung “recht” zu einem lächerlich wirkendem Euphemismus verkommt:
- Munition soll zentral in Vereinsgebäuden und Schießständen
- Die Anzahl der Waffen, die ein Mensch haben darf, soll Vater Staat bestimmen (zunächst schlägt er vor, das Limit bei 5 zu setzen – aber das kann man ja später immer noch durch eine 0 ersetzen)
- Waffenarten, die bei Polizei und Militär benutzt werden, dürfen nicht mehr zu Sportzwecken benutzt werden
- Strafen für nicht weggeschlossene Waffen und (der absolute Oberknaller):
- Spiele, bei denen man mit Farbkugeln aufeinander schießt sollten verboten werden.
Man mag nun sicher, wenn man entsprechend staatsgläubig eingestellt ist, vernünftige Argumente für den einen oder anderen Punkt finden – aber die Marschrichtung ist überdeutlich: “Du dummer Bürger bist unwürdig, eine Schusswaffe zu haben,” steht im Prinzip unter jeder einzelnen Forderung.
Dem Fass den Boden aus schlägt natürlich der letzte Punkt. Dieser Schlawiner von Innensenator schlägt damit allen Ernstes vor, komplette Sportarten zu verbieten, die nun in Sachen Aggressionspotenzial, Verletzungsrisiko und Blutrünstigkeit verglichen mit Fussballspielen oder Boxen gänzlich unverdächtig sind und mit Kriegspielen ungefähr soviel zu tun haben, wie Schach. Okay, ich weiss natürlich nicht, ob dieses Genie womöglich auch ein Schachverbot bereits in der Schublade hat – kann natürlich sein.
Statt sich jedenfalls mit so einem Scheiss zu befassen, mit dem der Typ ja letztlich auch uns Nichtbremer auf die Eier gehen will, sollten die Bremer Sozialdemokraten sich lieber mal überlegen, wie sie es hinkriegen können, dem Rest Deutschlands endlich nicht mehr auf der Tasche zu liegen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ausgerechnet Ehrhardt Körting, ebenfalls SPD, ebenfalls Innensenator in einem winzigen und hoch verschuldeten Stadtstaat, ähnliche Positionen im Waffenrecht hat. Sind diese beiden Heinis womöglich nicht nur politische Clowns, sondern auch Klone?
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PS: Mag jemand Wetten abschließen, wann endlich das erste Mal ernsthaft Wasserpistolenverbote gefordert werden? Anders als beim Paintball richtet man die ja meistens sogar direkt auf den Gegner.
Comments
8 Responses to “Die Geltungssucht unbedeutender Landesregierungen”
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März 31st, 2009 @ 17:26
Dieser pure Aktionismus wird noch interessant werden…
Einmal schafft man zentrale Waffen-/ Munitionslager die dann für entsprechende Kriminelle besonders reizend werden und zweitens wird es eine Explosion an illegalen Waffen geben. Bereits heute soll es ja über 20 Millionen illegaler Waffen in der Bundesrepublik geben (andere Quellen sagen gar 40 Millionen- zum Vergleich: es gibt 10 Millionen legale Waffen, aufgeteilt auf 4 Millionen Menschen). Dieses Verbot trifft nebenbei nur den normalen Bürger….der Kriminelle findet sich auch so seine Waffe und würde sie sich ohnehin nicht legal beschaffen. Und Amokläufer wird man auch damit nicht stoppen können, da es kein Phänomen des 21. Jhds in der westlichen Zivilisation ist, sondern gängiges Mittel Verrückter aller Herren Länder zu allen Zeiten.
Des Weiteren hat ein potentielles Verbot von Paintball bereits die Qualität eines Wasserpistolen Verbots wie ich finde..
Wer weiß, nach dem nächsten Unglück sind womöglich die dran…viel mehr bleibt ja nicht mehr übrig…
März 31st, 2009 @ 18:06
Ich finde, jeder sollte so viele Waffen besitzen und mit sich herumtragen dürfen, wie er oder sie will.
Da einen die Politiker nicht, und schon garnicht nicht die bremischen, vor Amokläufern schützen können, sollte jeder Bürger die Möglichkeit bekommen, sich entsprechend selbst zur Wehr setzen zu können.
Vielleicht werden dann Täter wie der in Winnenden früher gestoppt, bevor es zu zig Toten kommt.
März 31st, 2009 @ 22:12
@ Jan
Die Bürger sollen sich selbst bewaffnen um sich vor Amokläufern zu schützen? Ist das Dein Ernst? Wenn ich sowas lese, dann kommt mir ja wirklich die Galle hoch. Wir leben nicht im Wilden Westen. Der richtige Ansatz kann nur sein Jugendliche nicht in so ein Loch fallen zu lassen, dass der einzige Ausweg ein Amoklauf zu sein scheint. Das geht doch total an der Sache vorbei, und hilft wirklich NIEMANDEM.
Die Vorschläge des Bremer Innensenators sollte man im Übrigen nicht komplett auf die SPD übertragen. Die Diskussion existiert natürlich bei uns auch, über eine Verschärfung des Waffengesetzes. Das halte ich jedoch für total abstrus und nicht durchführbar. Die bestehenden Gesetze reichen meiner Meinung nach völlig aus. Auch eine Verschärfung würde keine Amokläufe verhindern.
März 31st, 2009 @ 22:38
Sieht so ein liberales Waffengesetz aus?…
Eben bin ich im Filterblog auf einen Kommentar gestoßen, der mir fast den Abend verdorben hat. In dem Artikel selbst geht es um eine Forderung des Bremer Innensenators Ulrich Mäurer (SPD), die Waffengesetze zu verschärfen. Dass auch ich mit so einer…
März 31st, 2009 @ 22:47
Julian,
Jan meinte sicher nicht, dass sich Bürger bewaffnen sollen, um das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Der Hinweis, dass es an Orten, an denen mit starker Gegenwehr zu rechnen ist, tendenziell eher selten zu Amokläufen kommt, ist aber doch durchaus berücksichtigenswert. Wann hat man schonmal etwas von einem Amoklauf in einer Polizeistation oder Bundeswehrkaserne gehört? Warum trifft es immer wieder Schulen?
Das flächendeckende Aufrüstung die Zauberlösung sein soll, glaube ich auch nicht. Es sollte schon maßgeblich Aufgabe des Staates sein, seine Bürger zu schützen. Das ist aber offenbar so teuer, dass bewaffnete Wachleute in Schulen nichtmal ernsthaft diskutiert werden.
April 9th, 2009 @ 11:23
Krieg Dich wieder ein. Was für ein schwachsinniger “Artikel”.
April 9th, 2009 @ 11:30
Ähm, nein. Ich kann diese Knalltüten einfach nicht ab, die so tun, als wären Leute, die mit Farbkügelchen aufeinander ballern in irgendeiner Weise ein Problem.
April 9th, 2009 @ 23:21
Die Väter der amerikanischen Verfassung haben erkannt, dass eine bewaffnete Bevölkerung das beste Mittel ist, den Staat “im Zaum” zu halten. Totalitäre Regime haben konsequenterweise als erste Amtshandlungen den privaten Waffenbesitz verboten. Was schlussfolgern wir also aus der jüngsten Hetzkampagne gegen den privaten Waffenbesitz in Deutschland über den Zustand und die Zukunft unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung? Wer morgen nicht in der “DDR 2.0″ aufwachen will, sollte FDP wählen und einem Schützenverein beitreten …